Adolzhausen
Adolzhausen
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1. Februar 1939. Ortsbauernschaft - Rotes Kreuz - Berufswettkampf - Filmvorführungen
Niederstetten, 1. Febr. Der Sprechabend der hiesigen Ortsbauernschaft, der am letzten Sonntag abend bei Melber stattfand, war besonders von Bauern der hiesigen Teilorte gut besucht. Hauptlehrer Betz von der hiesigen ländlichen Berufsschule führte einige Filme vor, die die notwendige ordnungsgemäße Behandlung des Stallmisters, sowie den Bau der Dunglegen behandelte. Nach den Filmen sprach Herr Betz über den Aufbau und über das Wollen der ländlichen Berufsschule. Das Thema war für die Anwesenden besonders interessant, weil die ländliche Berufsschule ja erst seit kurzer Zeit besteht und mancher sich noch keine Gedanken machte, warum diese Berufsschulung eingeführt wurde. Ortsbauernführer Melber sprach über die Einrichtung einer Gemeinschaftswaschküche. Die Aussprache zeigte, daß wohl Interesse für diese Einrichtung vorhanden ist, daß aber den Frauen bei der in nächster Zeit stattfindenden "Vorsitz" das "letzte Wort"“ in dieser Angelegenheit vorbehalten werden soll. Viel Interesse bestand für die Anschaffung eines gemeinschaftlichen Bulldoges. Der Ortsbauernführer wird in dieser Angelegenheit nähere Erkundigungen bis zum nächsten Sprechabend einziehen. Nach Erledigung verschiedener geschäftlicher Angelegenheiten konnte der Ortsbauernführer mit einem Sieg-Heil auf unsern Führer den anregend verlaufenden Sprechabend schließen. — Kreisbaumwart Bertele war am vergangenen Mittwoch hier, um akute Fragen im Obstbaum zu behandeln. Nachmittags fand ein lehrreicher und gut besuchter Umgang statt, bei dem der Kreisbaumwart an Hand von praktischen Beispielen manchem Obstzüchter gute Winke für die Zukunft mit auf den Weg gab. Abends fand im Anker eine Versammlung statt, in der Herr Bertele besonders über die Baumpflege, die Düngung und über die Schädlingsbekämpfung sprach. Die Aussprache zeigte, daß es im Obstbau, der bisher hier etwas stiefmütterlich behandelt| wurde, noch vieles zu tun gibt, besonders auch in der Schädlingsbekämpfung. Es ist zu hoffen, daß die hiesige Darlehenskasse den Entschluß faßt, neben der vorhandenen Motorspritze noch eine weitere selbstfahrende Motorspritze anzuschaffen. — In den letzten Tagen fand durch den Kreisführer des Roten Kreuzes, Herrn Landrat Dr. Wanner, die Uebernahme des bisherigen Halbzuges der Sanitätskolonne statt, Nach Meldung des Führers Schmidt u. des Arztes Dr. Heller, erfolgte eine Besichtigung des Lokals, der Einrichtungsgegenstände und der Gerätschaften, die zur Zufriedenheit ausfiel. Der Kreisführer ermahnte, auch im Kreis Mergentheim die Pflicht als Männer des Deutschen Roten Kreuzes zu tun. — Der Reichsberufswettkampf innerhalb des Reichsnährstandes wird hier für den Kreis Mergentheim durchgeführt. In einer stattgefundenen Sitzung wurde das Notwendige besprochen und die Vorbereitungen getroffen. Bei dem Wettkampf werden zusammen 140 männliche und weibliche Teilnehmer aus unserem Kreis antreten. Die Ortsbauernschaft wird dafür sorgen, daß den Teilnehmern am Tage des Wettkampfes unentgeltlich eine warme Mahlzeit verabreicht wird. – Die Filmvorführungen der NSDAP. erfreuen sich eines immer größeren Besuches. Bei der letzten Vorführung, die den humorvollen Film "Der Maulkorb" brachte, wurden Omnibusse eingesetzt, um auch den Einwohnern der umliegenden Ortschaften Gelegenheit u geben, hier die Filmveranstaltungen zu besuchen. Es zeigte sich, daß dies notwendig ist, denn wir konnten zahlreiche Besucher aus Oberstetten, Vorbachzimmern, Adolzhausen, Pfitzingen, Bronn, Herrenzimmern und Rüsselhausen bemerken. Die Veranstaltung war mit 500 Besuchern sehr gut besucht. — Der bekannte und immer sehr besuchte Lichtmeßmarkt, mit dem das "Dienstbotentreffen" verbunden ist, muß leider wegen der Maul- und Klauenseuche wieder ausfallen. Dieser Ausfall bedeutet für die hiesigen Geschäftsleute einen großen wirtschaftlichen Schaden.
Der Franke, 1. 2. 1939
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17. Februar 1939. Ergebnis Reichsberufswettbewerb
Niederstetten, 17. Febr. Zum Abschlusse des Reichsberufswettbewerbes für den Nährstand versammelten sich die 145 Teilnehmer mit einer größeren Anzahl Gäste am Mittwoch abend in der Turnhalle. Gefolgschaftsführer Keppler begrüßte die Anwesenden und. sprach über die Bedeutung des Wettkampfes. Hierauf wurden in bunter Reihenfolge von der HJ. und BdM. sportliche Darbietungen und Volkstänze gezeigt, unterbrochen von Gemeinschaftsgesängen, Vorträgen der Singschar der HJ. und heiteren Zwiegesängen von Angehörigen des Landlagers Neubronn. Wettkampfleiter Klein, Vorbachzimmern, nahm zum Schlusse die Siegerehrung vor und bedankte sich in warmen Worten für die aufopfernde Arbeit der Prüfer, besonders auch der Lehrerschaft. Der Stadtgemeinde und Bürgermeister Weber dankte er für ihr bewiesenes Entgegenkommen, ebenso den Spendern der Mittagessen für die Wettkampfteilnehmer; man hätte keine bessere Gemeinde als Wettkampfort finden können. — Als. Sieger gingen hervor: Leistungsklasse III: Ferdinand Walz, Adolzhausen mit 86 Punkten, Leistungskasse II: Adolf Herrmann, Eichhof mit 97 P., Georg Hopf, Oberstetten mit 88 P.; Leistungsklasse I: Helmut Wenzelburger, Wermutshausen mit 103 P., Ernst Schulz, Adolzhausen mit 102 P., Franz Rießler, Landlager, Neubronn mit 101 P., Hans Staiger, Landlager, Wermutshausen mit 100 P., Ernst Emmert, Herrenzimmern mit 100 P., Elfriede Wunderlich, Herbsthausen mit 133 P., Hilde Striffler, Adolzhausen mit 131 P., Helene Walz, Adolzhausen mit 128 P., Lina Guttensohn, Sichertshausen mit 123 Punkten.
Der Franke, 17. 2. 1939
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5. Dezember 1935. Einweihung der Schulküche
Niederstetten, 5. Dez. (Einweihung der Niederstettener Schulküche.) Noch ist es erst 1 1/2 Jahre her, seit Niederstetten Schulhauseinweihung feierte und schon wieder lud es zu einer Schulfeier ein: zur Eröffnung seiner hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule. Auf die Anregung von Herrn Schulrat Weikert, der tatkräftig für die Forderungen des württ. Kultministeriums eintrat, Schulküchen zu errichten, war im Frühjahr durch den Zusammenschluß der acht Gemeinden Niederstetten, Oberstetten, Wildentierbach, Vorbachzimmern, Wermutshausen, Pfitzingen, Herrenzimmern, und Adolzhausen, der hauswirtschaftl. Schulverband gegründet worden. Da der Staat einen wesentlichen Teil der laufenden Kosten übernimmt und überdies die Lehrerin noch in Niederstetten und drei weiteren Orten Handarbeitsunterricht erteilt, kommen die Gemeinden finanziell sogar noch günstiger weg als bei der bisherigen Regelung. Im Oktober wurde eine Fachlehrerin bestellt, nachdem zuvor die räumlichen Veränderungen im alten Schulhaus getroffen waren. Hier erhalten nun seit kurzem die fortbildungsschulpflicht. Mädchen der Verbandsgemeinden, zusammen 75, in fünf Abteilungen, je einen Vormittag hauswirtschaftlichen Unterricht. Zur Eröffnung am letzten Montag waren neben den Bürgermeistern, Lehrern und Ratsherren sowie dem Ortsgruppenleiter der NSDAP., noch eine Anzahl Gäste erschienen, zur besonderen Freunde der Anwesenden auch Herr Schulrat Weikert.
Nach der in nassem Schneetreiben vorgenommenen Flaggenhissung begann die Feier im künftigen Raum für den theoretischen Unterricht. Bürgermeister Schroth begrüßte die erschienenen Gäste. Er freute sich, sie heute hier zu sehen, wenn Niederstetten eben darangegangen sei, den letzten Schritt in seinem Schulwesen zu tun, auf dem es in einer langen Reihe von Jahren kaum mehr Aufgaben zu lösen gebe. Das alte Schulhaus sei nun nicht, wie ursprünglich geplant, ein Krankenhaus geworden, sondern habe sich als günstig erwiesen für die Schaffung einer Schulküche mit entsprechenden Nebenräumen. Er danke besonders Herrn Schulrat Weikert, der ihm mit Rat und Tat bei der Durchführung der Aufgabe, beigestanden, sowie den Vertretern der Verbandsgemeinden für ihr Verständnis. Dann übergab er die Schulküche mit Einrichtung dem Schulvorstand, Oberlehrer Wahl, mit der Bitte, sie in treue Obhut zu nehmen. Zum Schluß betonte Bürgermeister Schroth, wenn es mit der Gründung der neuen Schule so rasch gegangen sei, so sei das auch unserem nationalsozialistischen Staat zu danken, der sich tatkräftig für die beste Bildung unserer Jugend einsetze. Mit einem "Sieg-Heil" auf den Führer schloß er seine Ausführungen.
Oberlehrer Wahl brachte als Schulvorstand und im Namen des Ortsschulrats allen, die zur Gründung und Einrichtung der neuen Schulküche beigetragen hatten, den Dank zum Ausdruck, besonders Herrn Schulrat Weikert, aber auch den Vertretern der Gemeinden mit ihrem Vorsitzenden, Herrn Bürgermeister Schroth, sowie der Ministerialabteilung für die Volksschulen für die finanzielle Mithilfe. Schon vor sechs Jahren hätten die Lehrer des Bezirks Gerabronn die Gründung hauswirtschaftlicher Schulverbände angestrebt. Was damals nicht erreicht werden konnte, sei heute, im Reich Adolf Hitlers, fast mühelos gegangen. Dann übernahm Oberlehrer Wahl die Schulküche aus den Händen der Stadtverwaltung in die Obhut der Schule und übergab sie der ersten Fachlehrerin der neuen Schule, Fr. Meißner, mit der Bitte um schonende Behandlung. Die neue Schule möge auch künftig ein Schmuckkästlein bleiben. Den Schülerinnen sagte er, wenn sie als Hausfrauen und Mütter später das Gelernte in der kleinsten Zelle, in der Familie, zur Anwendung brächten und ihre Pflicht dort treu erfüllen, dann hätten sie das Höchste geleistet, was man von ihnen verlangen könne und müsse, nämlich Dienst am Volk.
Herr Schulrat Weikert sprach ausführlicher über Aufgaben und Ziele der hauswirtschaftlichen Fortbildungsschulen. Er betonte, welche gewaltige volkswirtschaftliche Bedeutung die deutsche Hausfrau habe, durch deren Hände der größte Teil des Volkseinkommens fließt. Die Frau könne im Schurz mehr aus dem Haus tragen, als der Mann im Schubkarren hereinführen. Deshalb sei es Pflicht der Gemeinden und des Staates, die weibliche Jugend für ihre späteren Hausfrauenpflichten gut vorzubereiten. In humorv. Weise wußte er darzulegen, wie das harmonische Zusammenleben in der Ehe, eben auch von äußeren Dingen abhänge und wie gute hausfrauliche Fähigkeiten im Kochen und Wirtschaften unter allen Umständen gute Vorbedingungen für die Gründung eines geordneten Hausstandes seien. Wer in dieser Schule viel lerne und es dann daheim verwirkliche, der leiste seine Pflicht innerhalb der Volksgemeinschaft. Anschließend fand die Besichtigung der neues Räume statt, der sich noch eine kleine Nachfeier in der "Post" anschloß. So hat nun Niederstetten den Schlußstein in sein Schulwesen eingefügt. Mit Stolz kann es auf das Geschaffene auf diesem Gebiet blicken. Möge auch dieser letzte Schritt, geradeso wie dies beim Schulhausneubau der Fall war, anregend wirken und zur Nacheiferung zwingen. Möge aus der neuen Schule sich ein reicher Segensstrom ergießen in Familie und Gemeinden, zum Wohle unseres heranwachsen den Geschlechts!
Der Franke, Nr. 286, 7. 12. 1935