Albert Kleinhanß

Albert Kleinhanß

  • 11. März 1939. Anzeige Abbruch Adolf-Hitlerstr. 71

     

    Der Franke, 11. 3. 1939
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  • 22. April 1938. Beratungen mit Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 22, April. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Bisher wurde in der Pumpstation ein Rohölmotor verwendet, künftig wird zu Pumpzwecken der verbilligte Nachtstrom Verwendung finden. Zu diesem Zweck erfolgt der Einbau eines Ventilschalters mit Schnellschlußventil. Mit Rücksicht auf die Kosten, die durch den Milcherhitzungszwang entstehen, sucht die Milchverwertungsgenossenschaft um Nachlaß ihres Wasserzinses nach. Ein völliger Nachlaß des Wasserzinses ist nicht möglich, dagegen wird der angesetzte Wasserzins auf 50 Prozent ermäßigt. Nachdem die Wasserentnahme künftig eine geringere sein wird, kommt in Zukunft eine Ermäßigung des Wasserzinses nicht mehr in Frage. Die Zuführung der Wasserleitung in den Schulgarten wird genehmigt. In der Nachlaßsache H. Ney wird als Nachlaßpfleger Stadtpfleger Pflüger vorgeschlagen. Gegen die Errichtung einer Einfahrt von der Oberstettenerstraße zum Holzlagerplatz durch die Firma Gebrüder Jung wird nichts eingewendet. Der Wert des zu entfernenden Apfelbaumes wird auf 60 RM. festgesetzt. Die Abrechnung über die letzte Vorstellung der Landesbühne: "Kleiner Mann, ganz groß", wird bekanntgegeben. Die Vorstellung war mit über 500 Besuchern sehr gut besucht. Die NS.-Kulturgemeinde beabsichtigt, die Hälfte der Sitzplätze in der Turnhalle zu erhöhen und wird später nach Gründung des Besucherrings wegen einem Beitrag, der allerdings wieder zurückbezahlt wird, an die Stadtgemeinde herantreten. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Farreneinkaufskommission bei der Versteigerung in Hall einen Jungfarren um den Preis von 2020 RM. gekauft hat. — An dem Brunnen im Eichhof wird eine Pflasterung durchgeführt. Der von dem Juden Bernheimer früher gestiftete Brunnen bei der Apotheke (sogenannter Heimatbrunnen) verschandelt das Ortsbild, er wird deshalb in nächster Zeit entfernt und durch einen neuen Brunnen ersetzt. Soweit das Wasser des Röhrenbrunnens nicht für den neuen Brunnen benötigt wird, wird dasselbe der Milchverwertungsgenossenschaft zur Ergänzung ihrer Brunnenanlage zur Verfügung gestellt. — Anläßlich der Goldenen Hochzeit der Ehepaare Dod und Käser wird den Jubelpaaren das übliche Geschenk aus der Stadtkasse verwilligt. — Mit Wirkung vom 1. April d. Js. wird der Stundenlohn für Pferdegespanne wie folgt erhöht, Zweispänner von 1,10 RM. auf 1,30 RM,, Einspänner von 70 Pfg. auf 85 Pfg. — Der bisherige Führer der freiw. Feuerwehr, Ratsherr Streitberger, hat altershalber sein Amt als Oberbrandmeister niedergelegt. Der Bürgermeister spricht dem aus dem Amt Scheidenden den Dank der Stadtverwaltung aus. Als Nachfolger wird dem Oberamt vorgeschlagen der bisherige Brandmeister Ratsherr R. Knenlein, als dessen Stellvertreter der bisherige Löschmeister Alb. Kleinhanß, Sattlermeister. — Bürgersteuer — und Wasserzinsangelegenheiten.

    Der Franke, 23. 4. 1938

  • 31. Januar 1933, Generalversammlung des Turnvereins

    Niederstetten, 31. Jan. (Generalversammlung des T.- V.). Bei guter Beteiligung nahm die Generalversammlung des Turnvereins einen harmonischen Verlauf. Vorstand Streitberger eröffnete die Versamlung [!] mit einem Gedenken der Toten des Vereins. Die anschließend folgenden Berichte der Vereinswarte ließen noch einmal die Erfolge des Vereins im abgelaufenen Turnjahr an uns vorüberziehen und zeugten von ihrer aufopfernden Hingabe an die Turnsache. In jedem Bericht wurde ein Problem, nämlich die Erfassung und Eingliederung der Jugend in den Turnbetrieb, von verschiedenen Seiten beleuchtet. Bürgermeister Schroth regte als Ueberparteiischer eine Verschmelzung von Turn- und Sportverein an. Oberturnwart A. Kleinhanß erklärte die Bereitwilligkeit des Turnvereins zu diesem Schritt und gab auch noch Fingerzeige für die Durchführung. Schließlich konnte noch eine das Jugendturnen betreffende Angelegenheit geklärt werden. Die nun folgenden Wahlen brachten folgende Aenderung: Fr. Pflüger übernimmt die Leitung der Turnerinnenabteilung, W. Keppler wird 1. Turnwart. Mit einigen Turnerliedern wurde die Versammlung beschlossen.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 26, 1. 2. 1933, S. 4)

  • Stern, Max

    Geb. 18. 5. 1878 in Niederstetten
    Kaufmann
    Gemeinderat
    Heirat: 1. 6. 1906 in Michelbach/Lücke
    Gest. 10. 12. 1943 in New York
    Ehefrau: Rosa geb. Landauer, geb. in Michelbach/Lücke 13. 6. 1878
    Kinder:
    Theodor, geb. 7. 4. 1907 in Niederstetten
    Justin, 3. 5. 1908 in Niederstetten
    Bruno, 17. 3. 1912 in Niederstetten
    Auswanderung 28. 11. 1938 mit Ehefrau nach USA
    Mitgliedschaften: Gesangverein und Turnverein
    Adresse der Witwe 1964: 155 Aubudon Avenue, New York, N.Y.
    "Herr Stern betrieb in Niederstetten in Geschäft in Häute, Leder u. Farbwaren. Das Jahreseinkommen wird mit ca. 4 - 5000.- RM angegeben.
    Laut Schreiben des Bürgermeisteramts Niederstetten vom 4. 7. 1955 (/36) erhielt jedoch Max Stern schon vor 1933 und auch nachhher Unterstützungen seitens einer jüdischen Wohlfahrtsorganisation. Sein Einkommen war demnach gering."
    Besitzer einer Warenhandlung (Essig, Colonialwaren und Felle.)
    Verkauf am 6. 10. 1938 an Albert Kleinhanß, Sattlermeister in Niederstetten um 5.500 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich 3. 8. 1950 erfolgt.
    Wirtschaftliche Verhältnisse: ganz schlecht und darniederliegend.
    "Herr Albert Kleinhanß, Sattlermeister hier, kann als Nachbar und Käufer der Gebäude, falls nötig, weitere Aussagen machen.
    Max Stern war als kaufmännisch ausgebildeter u. intelligenter Mann eine allgemein geachtete und angesehene Persönlichkeit. Er bekleidete bis zur nationalsozialistischen Erhebung das Amt eines Gemeinderats der Stadt Niederstetten.
    Sein Geschäft war mittlerenm Umfangs. Er verkaufte im Laden Essig, Petroleum, Benzin, Gewürze, Zigarren u. a., sodann hatte er eine Fellfalzerei im Hintergebäude eingerichtet. Ferner hat er sich auch schriftstellerisch bestätigt. Sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern war gut.
    Nach seiner Auswanderung nach New-York ist er im Jahre 1960 dort verstorben.
    Die Witwe Stern lebt heute noch dort."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-449 ff.