Bad Mergentheim
Bad Mergentheim
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13. Februar 1939. Bunter Abend des NSKK-Sturms 4/M 78
Niederstetten, 13. Febr. (Bunter Abend des NSKK.-Sturmes 4/M. 78). Gerne wurde am Samstag abend der Einladung Folge geleistet, die der NSKK.-Sturm 4/M. 78 an seine Kameraden, die Mitglieder der NSDAP., deren Gliederungen nebst Angehörigen erließ. Die Turnhalle war in karnevalistischem Sinne geschmückt, was die zahlreich erschienenen Gäste, darunter besonders hervorzuheben Staffelführer Thollembeek, Bad Mergentheim, von Sturmführer Gerheiser begrüßt, gleich in gehobene Stimmung versetzte und die sich im Laufe des Abends immer mehr steigerte, kein Wunder auch bei den wirklich bunt gebotenen Darbietungen. Ob es nun die lustigen Dorsinis mit ihrem Boxkampf, das Doppelquartett, die Meckerer, ragende Gestalten oder der Zauberer Manitiu waren, alle Programmnummern fanden lebhaften Beifall. Hervorragenden Anteil daran hatte auch die Lichtputzscher mit allgemeinem Chorgesang mit bezeichnenden großen Bildern von Kameraden des Sturmes. Die flotten Weisen der Staffelkapelle flochten gute Abwechslung in das Programm. Stürmische Heiterkeit löste der große Gewinn der Gabenverlosung aus, welcher in einem riesigen Paket auf die Bühne kam und als Inhalt ein Kinderauto mit der ersten Rate für einen KdF.-Wagen enthielt. Die künstlerischen Ausgestalter des Abends, die Kameraden Baisch und Reiber wurden von Sturmführer Gerheiser besonders geehrt. Ein Tanz beschloß den Abend, während sich die Frauen an einem lustigen Saustehen erfreuten und die Herren bei einem Preisschießen wetteiferten. Der Sturm 4/M. 78 darf auf einen gelungenen Abend zurückblicken.
Der Franke, 13. 2. 1939
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19. März 1933, Sportverein, Fußballspiel angekündigt
Niederstetten I - Sportverein I.
Mit dem kommenden Sonntag [19. 3.] eröffnet der Sportverein mit dem Nachbarverein Niederstetten die diesjährige Spielsaison. Das Spiel wird sicherlich sämtliche Zuschauer in Bann halten, da die hiesige Elf im vergangenen Jahr bei den Aufstiegspielen manche Erfahrung gesammelt hat. Allerdings ist zu bedenken, daß ein Trainieren auf dem hiesigen Platz seit einigen Monaten ganz unmöglich war und es vielen Spielern am Tempo fehlen dürfte. Niederstetten hat in diesem Jahr bereits einige Spiele absolviert, so am vorigen Sonntag gegen Mergentheim I Und gewann leicht. Es ist an diesem Resultat zu ersehen, daß die Gästemannschaft in bester Form ist. Beginn 1/ 2 3 Uhr. Um ½ 2 Uhr spielen die 2. Mannschaften der beiden Vereine.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 64, 17. 3. 1933, S. 4)
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Wohl Fußball.
Einige Worte nicht gut lesbar. -
24. März 1936. Propagandafahrt des stv. Gauleiters Schmidt
Auf der Nordostfahrt des stv. Gauleiters durch den Bezirk
Friedrich Schmidt begeistert 2500 Volksgenossen des Kreises Gerabronn* Gerabronn, 23. März. Erwachen - Aufbruch einer Nation! Vom wolkenlosen Himmel strahlt warme Frühlingssonne auf Menschen u. Fluren. Ueberall freudige Gesichter, begeisterte Jugend, gläubige, durch nichts in ihrem Vertrauen zu erschütternde Männer und Frauen; Fahnen grüßen, Girlanden und Wimpel überspannen die Straßen, auf denen der stellv. Gauleiter Schmidt mit seiner Begleitung durch die hohenlohisch-fränkische Heimat fährt. Von Hall kommend, wo er am Samstag mit Staatsrat Meinberg im überfüllten Neubausaal gesprochen hatte, traf er gegen 14 11 Uhr in
Rot am See
ein. Es war eine erhebende Feierstunde, als er inmitten zahlreicher Männer und Frauen unter freiem Himmel von den Dingen, die Deutschland und die Welt bewegen, aus gläubigem Herzen zu einer andächtig lauschenden Menge sprach. Spontan brach die Bevölkerung in ein Siegheil auf den Führer und Retter Deutschlands aus und dankbar klangen die Nationalhymnen in den Aether. Unter Heilrufen setzte sich die Fährt dann fort nach
Brettach,
dem Mittelpunkt der Landwehr. Fahnen an jedem Haus. Reitersturm, SA., SAR, SS., HJ., BdM. und NS.-Frauenschaft und Vereine hatten Aufstellung genommen. Ueber 500 Volksgenossen umsäumten den Platz. Marschmusik der Kreiskapelle leitete die Kundgebung ein, Gesang- und Chor der HJ. folgten u. nach dem Begrüßungschor des Gesangvereins hieß Ortsgruppenleiter Gehring den alten Kämpfer im Hohenlohischen herzlich willkommen. Begeistert empfangen spricht dann der stv. Gauleiter zu seinen Landsleuten. In klaren Linien legte der stv. Gauleiter den Sinn dieser Wahl und die Bedeutung des 29. März dar, der nicht nur eine Wende des deutschen, sondern des Geschickes der ganzen Welt bedeute. Er befaßte sich eingehend mit dem entscheidenden Schritt des Führers vom 7. März, geißelte in scharfen Worten die Haltung, die die ausländischen Staatsmänner stets deutschen Schritten und deutschen Vorschlägen gegenüber einnehmen und schälte überzeugend die Notwendigkeit der Wiedererrichtung der deutschen Souveränität im Rheingebiet heraus und zwar als Schutzwall gegen die Gefahr des Weltbolschewismus, der ganz Europa bedrohe. Diese Entscheidung habe gefällt werden müssen! Und wenn Adolf Hitler eine Entscheidung treffe, so stehe diese fest, jetzt u. in aller Zeit. Deutschlands Macht liege in seiner Einigkeit. Adolf Hitler sei der einzige Staatsmann, der wisse: Wenn er Ja sage, dann sage das ganze Volk Ja, u. wenn er Nein sage, dann sage das ganze Volk Nein! (stürmischer Beifall).
Adolf Hitler ist heute der stärkste Mann in Europa, weil wir etwas haben, das stärker ist als alle Armeen der Welt. Wir haben ein einig Volk, einen einzigen Glauben und einen einzigen Führer. (Lang anhaltender stürmischer Beifall). Noch nie stand ein Mann vor solchen Entscheidungen, wie Adolf Hitler in den letzten Jahren. Wir haben wieder eine Armee und haben Waffen; wir sind nicht mehr wehrlos. Das größte ist aber, daß ihr deutschen, Menschen, wie ihr hier seid, zusammengeschweißt seid wie ein einziger Volk. Wir haben recht und deshalb sind wir so ruhig. Ueber dem Recht von Locarno steht das Lebensrecht des deutschen Volkes und dieses Lebensrecht ist vom Herrgott selbst gegeben worden. Wir verlangen, daß wir in deutschen Landen die alleinigen Herren sind. Er sprach diesen Menschen aus dem Herzen, als er ausrief: Wir wollen gleichberechtigt sein mit den andern Völkern, weil wir glauben, daß wir ein genau so fleißiges und tüchtiges Volk sind wie die andern Völker. Nach einem Rückblick auf die großen und einzig dastehenden Leistungen nat.-soz. Staatsführung, appellierte er an das deutsche Gewissen, am 29. März seine Pflicht zu tun. Und er kann die Gewißheit haben, daß die Landwehrgemeinden der Stimme ihres Herzens folgen werden. Wuchtig brausten die Lieder der Nation über den Platz. Ein Vorbeimarsch vor dem stellv. Gauleiter und dem Kreisleiter beendigte diese Kundgebung. Dann gings in die Vaterstadt Fr. Schmidts, nach
Wiesenbach.
Hier schlugen ihm besonders dankbare Herzen entgegen. Zu seinem Empfang hatte jedes Haus Flaggenschmuck angelegt. Die Wiesenbacher sind stolz auf ihren Sohn, das spürte man und das sah man allen Gesichtern an. Viel Worte zu sagen konnte sich der Vertraute des Führers ersparen. Auf seine Wiesenbacher kann kann er sich verlassen. Ueberall streckten sich ihm Hände zum Gruß entgegen, ein Händedruck, ein Verstehen und Versprechen. Kurz sprach er von dem Wunder der Volkwerdung, von der Größe der deutschen Einigkeit, um das uns die Welt beneidet. Es rentiert sich wieder in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Jeder Einzelne ist ein Teil dieser Gemeinschaft. Wir dürfen stolz sein, daß wir diese Zeit miterleben und dem Führer dienen dürfen, in ihm grüßen wir unser Deutschland. In das Sieg-Heil und das Deutschland- und Horst Wessel-Lied stimmte die vielhundertköpfige Einwohnerschaft mit heller Begeisterung ein. Eine besondere Ovation brachte dem stellv. Gauleiter die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel dar. Auf 7 Lastwagen verteilt, durchfuhren sie am Sonntag den Bezirk und warben in ihrer eindringlichen Art für den 29. März. Plötzlich tauchten sie auch vor dem Elternhaus in Wiesenbach auf und brachten nach Sprechchören ihrem stellv. Gauleiter eine herzliche Huldigung dar. Rasch war die Zeit verstrichen; unter Abschiedsgrüßen und Heilrufen setzte sich die Wagenkolonne wieder in Bewegung in Richtung Schrozberg. In
Lindlein und Schmalfelden
war kurzer Halt. Die Bauern begrüßten den stellv. Gauleiter. Kurz sprach er vom Sinn und der Bedeutung der Wahl zu ihnen: Er unterhält sich mit Bauern, Veteranen. Frauen und Kindern, und alle bestätigen sie ihm auf ihre treue Art mit leuchtenden Augen das restlose Vertrauen zum Führer und seinem Werk, und die Bereitschaft, sich bei der kommenden Wahl wie ein Mann hinter den Führer zu stellen. Rasch war
Schrozberg
erreicht. Die NS.-Formationen und eine Hundertschaft des Arbeitsdienstes hatte vor dem Ort Ausstellung genommen. Mit klingendem Spiel ging der Marsch zum Marstallgebäude zur Großkundgebung für den Führer. 600-700 Volksgenossen waren versammelt. Sprechchor, Musik und Liedtois leitete die Feierstunde ein, 6-700 Volksgenossen konnte Kreisleiter Niklas begrüßen. Mit Heilrufen und Händeklatschen wurde stellv. Gauleiter Schmidt empfangen. In zündender Rede riß er die Menschen zu Beifallsstürmen hin. Deutschland ist entschlossen, sich unter keinen Umständen als ein minderwertiges Volk behandeln zu lassen. Der formelle Beschluß des Völkerbundsrates läßt uns kalt, denn das Schicksal eines Volkes läßt sich nicht in starre Paragraphen einzwängen. Die Tat des Führers vom 7. März war eine grundlegende Entscheidung für den Frieden der Welt. Dieser Schritt war notwendig und nichts wird uns bestimmen können, ihn irgendwie wieder rückgängig zu machen. Die fremden Staatsmänner müssen endlich erkennen, daß das Deutschland des Führers nicht mehr das Deutschland der Novemberrepublik ist. Die Zeit der Diffamierung ist vorbei. Wenn die fremden Staatsmänner noch nicht begriffen haben, daß der Versailler Vertrag für Deutschland nur noch ein Fetzen Papier ist, so weiß es bei uns jedes Kind. Die Welt soll begreifen, daß wir im eigenen Land selbst Ordnung halten können. Wir brauchen hierzu keine fremden Soldaten. Wir stellen das Lebensrecht des deutschen Volkes höher als alle Paragraphenreiterei der Völkerbundsjuristen (stürm. Beifall). Mit Nachdruck betonte der Redner, daß in der Einheit und Geschlossenheit der deutschen Nation die stärkste Friedensgarantie liegt. Wenn Deutschland einig bleibt, dann können wir allen Stürmen ruhig entgegensehen. Jetzt ist es aus mit der Methode, auf Deutschland herumzutrampeln. Wir sind unter allen Umständen entschlossen, uns nicht einschüchtern zu lassen und unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unsere Lebensrechte bis zum letzten zu verteidigen. Das ganze deutsche Volk ist heute zur Hausmacht des Führers Adolf Hitler geworden. Auch diese Kundgebung war ein einziges, machtvolles Bekenntnis zum Führer, zur Ehre und zur Gleichberechtigung der Nation, und der Redner war nur der Sprecher seiner Hörer, der das in Worte kleidete, was unausgesprochen jeder in seinem Herzen trägt. Nicht endenwollender Jubel beschloß diese machtvolle Kundgebung. Das Gelöbnis des Ortsgruppenführers Pg. Binder war ein Versprechen aller, am Wahltag die nationale Pflicht zu erfüllen. Nach einem Vorbeimarsch der Formationen setzte sich die Triumphfahrt fort.
Oberstetten
ließ es sich nicht nehmen, dem stellv. Gauleiter auf der Durchfahrt den Willkomm zu entbieten. Auch hier gläubige Menschen, fest entschlossen und dankbaren Herzens dem Führer zu folgen. In rascher Fahrt war
Niederstetten
erreicht. Auch hier waren die NS.-Formationen zur Begrüßung angetreten. In der überfüllten Turnhalle empfängt den Redner die SS.-Kapelle Ellwangen, die am Abend ein Konzert gab. Ungeheure Spannung und Begeisterung herrscht. Nicht alle finden Einlaß in der Halle, die Rede wird durch Lautsprecher ins Freie übertragen. Begeisterung löst die Begrüßung durch den Kreisleiter aus. "Der Frontsoldat kennt den Krieg und erhält den Frieden". Dieser Satz auf dem großen Spruchband bildet auch hier den Kernpunkt der zündenden Ausführungen. Alle kennen die Marschrichtung, trotzdem sind sie da, die vielen Menschen. Durch ihre blose Anwesenheit bekunden sie heute und auf allen Kundgebungen jetzt schon ihre Stimme für Adolf Hitler. Wie in den vorangegangenen Versammlungen, so gibt der Redner auch hier in seiner groß angelegten Rede ein umfassendes Bild der heutigen weltpolitischen Lage und eine weittragende Schau der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der deutschen und europäischen Politik. Die Sprache des Volksmanns und Volksführers Adolf Hitler sei wohl den Diplomaten und Staatsmännern ein Aergernis, den Völkern aber eine aufrüttelnde Botschaft. Im Herzen Europa: stehe als Lenker eines 67-Millionen-Volkes ein Führer, der es ablehne, Diktator zu sein. Die drei Jahre seit der nat.soz. Machtergreifung seien von einzigartiger geschichtlicher Bedeutung und geben die Voraussetzungen ab für eine Entwicklung in die Jahrhunderte und Jahrtausende. Heute sei Deutschland und der Führer zum Garanten des europäischen Friedens u. der abendländ. Kultur überhaupt heraufgewachsen. Die Bannung der europäischen Gespensterfurcht sei nur durch die zusammengeballte Wucht des deutschen Volkswillens noch möglich. Der stellv. Gauleiter stellte in großen Zügen die gewaltigen, unvereinbaren Prinzipien heraus, die heute Europa und die Welt beherrschen: das völkische Prinzip der Blutsverbundenheit und das anarchische Prinzip des Weltbolschewismus. Dieses weltpolitische Entweder-oder sei eine Entscheidung, vor die jedes einzelne Volk als vor seine Lebensfrage gestellt werde. In der Schaffung der Einheit aller Deutschen auf der Grundlage der Bluts- u. Brotgemeinschaft sei die Grundlage für diese auf Jahrhunderte bestimmten Wirkungen gelegt. Die Erfüllung und die Sinngebung einer zweitausendjährigen unglückseligen und zerrissenen deutschen Geschichte liege heute vor Augen des gesamten Volkes, in dem der Allmächtige den Führer als sichtbaren Vollstrecker seines Willens dem deutschen Volke gesandt habe, den Führer, der die innerste Sehnsucht des ganzen Volkes erfülle.
Mit tosendem Beifall wurden die Ausführungen Pg. Schmidt's über das Gesetz des gleichen Blutes, auf dem allein der Frieden Europas aufgebaut werden könne, aufgenommen und über den Begriff des ewigen Deutschland. Solange ein deutscher Bauer am Pflug, ein Arbeiter hinter der Werkbank stehe, solange Deutschlands Jugend singend über Wiesen und Felder marschiere, solange deutsche Mütter Kinder gebären, solange werden wir vom ewigen Deutschland sprechen. Deshalb sei sich jeder Deutsche seiner Pflicht am 29. März bewußt, auf daß die Welt sehe, daß es nichts Höheres, nichts Stärkeres gebe als ein einiges, freies Volk. Immer wieder wird die Menge zu Beifallskundgebungen hingerissen, als der Redner von den Großtaten der letzten 3 Jahre spricht, als er den Sieg der Saar, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht streift. So werde, führt d. stellv. Gauleiter unter jubelndem Beifall aus, der 29. März 1936 eine gewaltige Manifestation des geschlossenen deutschen Volkswillens vor aller Welt sein, die dem Führer die Möglichkeit gibt, das deutsche Schicksal und damit das Schicksal Europas zu meistern. Die Nationalhymnen und nicht endenwollender Beifall beschloß die wahrhaft erhebende Kundgebung deutschen Volkswillens. Unter dem Beifall und Heilrufen verließ dann Pg. Schmidt den Bezirk, um abends in Weikersheim und Mergentheim zu den dortigen Volksgenossen zu sprechen. Es waren erhebende Stunden, diese Fahrt durch unsere Heimat, überall Begeisterung, freudige Einsatzbereitschaft und der Ausdruck großer Volksgemeinschaft. Unserem stellv. Gauleiter auch an dieser Stelle zusammenfassend aller Dank in einem Sieg-Heil.Der Franke, Nr. 70, 24. 3. 1936
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24. September 1933, Herbstfest mit parteipolitischen Veranstaltungen
Weihetage in Niederstetten.
Niederstetten, 24. Sept. Eifrig rüstete in den letzten Tagen die Einwohnerschaft unseres Städtchens auf das Herbstfest, das gestern und heute hier stattfand und sich zu einer großen Kundgebung unserer nationalsozialistischen Bewegung gestaltete. Wohl noch nie hat unser Städtchen aber auch solchen Flaggenschmuck gezeigt als aus diesem Anlaß. Hakenkreuz- und schwarz-weiß-rote Fahnen beherrschten das Stadtbild. Als in den Abendstunden des Samstag aus allen Richtungen SA- und SS-Kolonnen unter den Klängen flotter Märsche in unsere Straßen einzogen und dem im Scheinwerferlicht prangenden Marktplatz zueilten, herrschte bald frohe Feststimmung. In den bereit gestellten Quartieren fanden die Ankommenden liebevolle Aufnahme. Im Laufe des Abends fanden verschiedene Sondertagungen statt. So im Parteilokal der NSDAP, dem Gasthof zum Ochsen, ein Amtswalterappell, der von Kreisleiter, Bürgermeister Stümpfig, geleitet wurde. Er erinnerte u. a. an das große Erlebnis der letzten Wochen, den Parteitag in Nürnberg. Ungeheures ist seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus geleistet worden. Unser Bezirk habe zwar bei der letzten Wahl mit 72 Prozent für die NSDAP gestimmt, aber nicht alle Wähler seien echte Nationalsozialisten. Aufgabe der Ortsgruppen sei es, alle zu 100prozentigen Nationalsozialisten zu machen. Herauf begrüßte Bürgermeister Stümpfig den stellv. Gauleiter Fr. Schmidt, den alten Vorkämpfer der Bewegung in unserem Bezirk. Neben Fragen der Organisation kam Gauleiter Schmidt auch auf wirtschaftliche Fragen zu sprechen. Oberster Grundsatz sei hier die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Siedlung, Straßenbau u. dergl. ermöglichen es, den heutigen Stand der Arbeitslosigkeit den kommenden Winter über zu halten. Im Frühjahr soll dann der Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit einsetzen, sodaß wohl zu einem früheren Zeitpunkt, als der Führer selbst angesetzt habe, diese größte Uebel unserer Zeit in Deutschland beseitigt werden könne. Endlich kam Gauleiter Schmidt noch auf die politische Lage zu sprechen. Der Nationalsozialismus ist heule ganz im Besitze der Macht. Kampflos sind die politischen Gegner gewichen. Umsomehr könne nun an der inneren Festigung des Volkes in nationalsozialistischem Sinne gearbeitet werden.
Im Melber'schen Saal fand anschließend eine Tagung der NS-Frauenschaft statt, unter Leitung von Frau Eyßer. Frau Holborn, Mergentheim, Kreisleiter Stümpfig und Gauleiter Schmidt forderten die Frauen auf, tatkräftig am Wiederaufbau des Staates mitzuhelfen und demnächst das Winterhilfswerk der Regierung zu unterstützen.
Inzwischen hatte sich die Turnhalle bis zum letzten Platz gefüllt zum Kameradschaftsabend der SA und SS. Manch altem Kameraden konnte die Hand gedrückt werden. Auch hier sprachen Gauleiter Schmidt und Kreisleiter Stümpfig noch zu den Kameraden. Letzterer erzählte von der Weihe der Fahne des SS-Sturmes III/13 durch den Führer auf dem Nürnberger Parteitag. Gauleiter Schmidt erinnerte an die schweren Kämpfe, die mit seinem kleinen Häuflein Getreuer in den ersten Jahren des Kampfes im Bezirk auszuführen hatte. Die SA ist es auch heute noch, die den Willen des Führers durchzusetzen hat. Dazu gehört aber Pflichterfüllung, Treue und unbedingter Gehorsam jedes Einzelnen.
Erst durch den Zapfenstreich um 12 Uhr kehrte Ruhe ein in den Straßen des Städtchens.
(Fortsetzung folgt).
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 223, 25. 9. 1933, S. 4)
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7. Mai 1933, Gauversammlung des Hohenloher Sängerbundes in Niederstetten
Niederstetten. Hier fand am letzten Sonntag [7. Mai] die Gauversammlung des Hohenloher Sängerbundes statt. Dieselbe wurde in gewandter, sicherer Weise von dem zweiten Vorsitzenden, Oberlehrer Hummel (Altenmünster) geleitet. Von den Gauvereinen waren 45 Vereine = 80 Prozent vertreten. Der Vorsitzende gab zunächst den Jahresbericht und erwähnte dabei das Frankfurter Sängerfest und als Festlichkeit innerhalb des Gaus die Fahnenweihe in Bartenstein. Der bisherige 1. Vorsitzende, Bürgermeister Striffler, wurde zum Ehrenmitglied ernannt; ebenso Oberlehrer König-Riedbach für 40jährige Dirigententätigkeit und einige Sänger für 40jährige aktive Sängerdienstzeit. 40 Mitglieder erhielten für 25jährige Mitgliedschaft die Ehrennadel des Schwäb. Sängerbundes. Kassierer Zink gab den Kassenbericht; da einige Vereine mit ihren Verpflichtungen noch im Rückstand sind, ergab sich heuer ein kleines Defizit. Das Vereinsvermögen blieb ungefähr auf bisheriger Höhe (1700 RM.). Dann wurde ein vom Vorsitzenden ausgearbeiteter Satzungsentwurf besprochen und im allgemeinen unverändert angenommen; derselbe tritt 1924 [1934] in Kraft. – Als Tagungsort für 1934 wurde Kirchberg a. J. bestimmt. – Sängerfestlichkeiten finden heuer statt: Sängertag in Mergentheim, Gartenfest in Riedbach zu Ehren des scheidenden Oberl. König, Sängertag in Schmalfelden. – Der Gesangverein Niederstetten verschönerte die Tagung durch einige schöne Chöre.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn , Nr. 105, 8. 5.1933, Seite 4)
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9. März 1930. Generalversammlung des Männergesangvereins
* Niederstetten, 9. März. Der Männergesangverein hielt am Samstag abend im Melberschen Saal seine Generalversammlung ab. Vorstand Julius Schneider eröffnete und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Den Tätigkeitsberichten ist zu entnehmen, daß der Verein 65 Singproben, die von den Sängern sehr zahlreich besucht waren, abgehalten hat. Oeffentlich ließ sich der Verein in 3 Konzerten hören. Seine Hauptarbeit galt dem Wertungsgesang beim Schwäbischen Liederfest in Ulm, bei dem die Sängerschar im erschwerten Volksgesang einen sehr guten Erfolg hatte. Der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 170, davon sind 50 aktive Sänger. Im abgelaufenen Vereinsjahr hatte die Kasse einen Umsatz von 1 900 M. Ein Piano kann der Verein sein eigen nennen. Als nächstes Ziel sieht der Arbeitsplan ein Konzert im hiesigen Löwensaale vor und am 18. Mai die Beteiligung der Sänger mit den Vereinen Sängerkranz Mergentheim und Lauda zusammen bei einem Konzert in Bad Mergentheim. Der Verein hat sich unter der tüchtigen Leitung von Chormeister Fleckenstein auf eine gesangliche Höhe gearbeitet, die er zuvor noch nicht erreicht hatte.
Vaterlandsfreund, Nr. 58, 11. 3. 1930
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Adreßbuch 1936
Adressbuch für Stadt und Bezirk Gerabronn. 2. Auflage. Druck und Verlag: Rückert's Buchdruckerei Gerabronn 1936.
Niederstetten
mit Ermershausen, Sichertshausen und Eichhof
Einzelwohnsitze: Eulenhof, Frickenmühle, Haltenbergstetten, Kauzenmühle, Rehhof, Schneidemühle, Ziegelmühle, DreischwingenStadt
Einwohnerzahl: 1567, davon prot. 1250, kath. 233, isr. 81, von anderen Bekenntnissen u. religionslos 3
Finanzamt: Bad Mergentheim
Amtsgericht: Langenburg
Autolinie: Mulfingen - Künzelsau
Bahnstation: Niederstetten
Post: Niederstetten
Oeffentliche Sprechstelle: Postamt Niederstetten
Ortsvorsteher: Bürgermstr. Schroth, Fernsprecher 134
Beigeordnete: Melber Friedrich, Thomas Fritz
Ratsherren: Hermann Heinrich, Ermershausen, Knenlein Richard, Linder Johann, Melber Karl, Osiander Otto, Sichertshausen, Streitberger Karl
Gemeindepfleger: Pflüger Friedrich
Ortsgruppenleiter der NSDAP.: Thomas Fritz, Niederstetten
Ortsgruppenwalter der DAF. [Deutsche Arbeitsfront]: Knenlein Eugen
Ortsgruppenamtsleiter der NSV. [Nationalsozialistisch
Volkswohlfahrt]: Thomas Karl
Ortsbauernführer: Melber Karl
Evang. Stadtpfarramt : Stadtpfarrer Göltenboth Ernst Willy
Kath. Stadtpfarramt: Stadtpfarrer Mayer Matthias
Notariat: Niederstetten, Kunkel Eugen, Bezirksnotar.
Aerzte: Heller Sigm. Dr., prakt. Arzt
Tierärzte: Holler Rud., Dr.med.vet.Handel und Gewerbetreibende
Architekten
Baumann, Baumeister
Autovermietung
Färber Willy
Groß Martin
Marquardt R. z. „Krone“Apotheker
Hermann Mayerhausen (siehe Anzeige unten)
Bäckereien
Härterich Johann
Hirsch Wilhelm
Dreher Georg
Federolf Friedrich
Kleinschrot August
Rummler Georg
Scharpf Hermann
Thomas Johann
Wagner KarlBanken
Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn, Filiale Niederstetten
Darlehenskassenverein Niederstetten
Kreissparkasse Gerabronn, Zweigstelle NiederstettenBaugeschäfte (Maurer)
Braungart Josef
Feinauer WilhelmBaumaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer
Baumann, BaumeisterBau- und Möbelschreinereien
Groß Georg
Groß Karl
Kästle Gebrüder
Meider Georg
Ziegel HansBaumschulen
Rüger Karl
Schneider JuliusBildhauer
Schumm Heinrich
Brennereien
Striffler Otto
Buchbindereien und Schreibwaren
Knenlein Eugen
Buchhandlungen — Schreibwaren
Knenlein Eugen
Knenlein Richard
Fleck KarlBuchdruckereien
Knenlein Richard
Brennmaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer (siehe Anzeige unten)
Emmert FriedrichCafés
Benh Alfred
Grießer Georg
Schindwolf HermannDamenschneidereien
Bosack Rösle
Dertinger Anna
Herzog Lilli
Heilmann Katharine
Jung Geschwister
Klenk Elise
Köppel Ida
Markert Katharine
Rupp Wilhelmine
Schuhmacher BertaDreschmaschinenbesitzer
Streitberger Karl
Drechsler
Abendschein Julius
Eisenwarenhandlungen
J. C. Dill, lnh. Carl Bauer
Mayer GeschwisterElektro-Installationsgeschäfte
Elektrizitätswerk Ingelfingen-Hohebach
Fischer Richard
Jäck Marx
Utz ErnstElektrizitätswerke
Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach
Flaschner
Emmert Alfred
Freier Georg
Keppler Karl
Herz EliseFriseurgeschäfte
Müller Fridolin
Schneider Wilhelm
Wild KarlFuhrunternehmer
Hagelstein Leonhard, Güterbeförderer
Gasthöfe
Braun Wolf
Hermann Bick, Metzgerei und Gasthaus zum Anker (siehe Anzeige unten)
Gasthof zur „Post”, Niederstetten (siehe Anzeige unten)
Fleck Berta
Marquardt Reinh., z. „Krone“
Meister Margarete, z. „Hirsch“
Melber Friedrich
Nörr Eugen, z. „Adler“
Pflüger Karl z. „Eisenbahn“
Streng Friedrich
Schindwolf Hermann
Schmidt Frida, z. „Ochsen“
Schürger Heinrich, z. „Löwen“Gärtnereien
Rüger Karl
Schneider JuliusGerbereien
Streitberger Karl
Gipser
Hellmuth Johann
Glaser
Otto Ernst
Gold- und Silberwaren
Dürr Frieda
Fleck KarlHerrenschneidereien
Burkhardt Karl
Dertinger Paul
Menikheim Karl
Schmitt Gottlob
Vogel Fritz
Wagner WillyKaminfeger
Tetloff, Creglingen
Kolonial- u. Gemischtwarenhandlungen
Vent Alfred
Dierolf Otto, Hall, Filiale Niederstetten
Glaser Ida
Grießer Georg
Markert Georg
Melber Anna
Kießecker Friedrich (siehe Anzeige unten)
Nörr Friedrich
Streng Gottlob
Rück WilhelmKorbmacher
Braungart Josef
Dieß Karl
Köhnlein GeorgKonditoreien
Benth Alfred
Grießer GeorgKüfereien
Blumenstock Otto
Schürger Leonhard
Steinmeß GeorgKürschner
Sus Georg Wwe.
Landesprodukten
Ehrenberg Marx
Kießecker Friedrich o. H. G.
Hohenl.-fränkische GetreideverkaufsgenossenschaftLimonade- und Mineralwasserhandlungen
Schürger Leonhard
Maler
Dod Ludwig
Hellmuth JohannManufaktur- und Aussteuerartikel
Kahn Albert
Kirchheimer Max
Löwenstein Julius
Seybold Eugen
Schloßberger Berthold
Wolf David
Zink AugustMechanische Werkstätten, Fahrräder, Nähmaschinen
Färber Willy
Groß Martin
Blumenstock Wilhelm
Keitel Friedrich
Mayer GeschwisterMesserschmiede
Schönemann Heinrich
Metzger
Biek Hermann
Kahn Max
Melber Friedrich
Schmidt Hans Wwe.
Streng FriedrichMolkereien
Milchverwertungsgenossenschaft e. G. m. b. H., Niederstetten
Mühlen
Ziegler Georg, Frickenmühle
ÖIe und Fette
Grupp Hugo Wwe.
Stern MaxPutzgeschäfte
Friederich Gretchen
Kreußmann Geschwister
Knenlein AnnaSattler
Kleinhanß Albert
Kleinschrot Albert
Schmidt Gottlob
Schneider Gottfried Wwe.
Schürger GustavSägewerke
Jung Gebrüder
Streitberger KarlSeifenfabrikation
Grupp Hugo Wwe.
Seiler- und Bürstenwaren
Linder Georg
Müller Eugen
Nörr FriedrichSchuhmacher und Schuhwarenhandel
Baumann Gottlob
Freier Wilhelm
Friedrich Wilhelm
Friedrich Karl
Schmid Gebhard
Schmidt OttoSchlosser
Groß Martin
Fischer Richard
Mayer GeschwisterSchmiede
Hönig Leonhard
Hammer Karl
Jöchner AlbertTerrazo- und Kunststein-Geschäfte
Feinauer Wilhelm
Uhrmacher
Dürr Frieda
Viehhändler
Kirchheimer Simon
Jakob Neu
Schloßberger Julius u. LeopoldWagner
Gögelein Hermann
Schuhmacher HeinrichZahntechniker und Dentisten
Wild Karl, Dentist
Zimmergeschäfte
Jung, Gebrüder
Sonstige Gewerbetreibende
Klein Sofie, Restegeschäft
Friedrich Kiesecker, Malzextrakt
Lüder Kathi, Geschirrhandel
Reichenberger, Restegeschäft
Schürger Heinrich jr., Rundbürstenfabrikation
Wallrauch Helene, StickerinAnzeigen im Text








Vereine und ihre Vorstände
Geflügelzuchtverein Niederstetten. Vorstand: Friedrich Bullinger
Kriegerkameradschaft Niederstetten (Kyffhäuserbund). Kam.-Führer Fritz Knorr
Männergesangverein Niederstetten. Vorstand: Julius Schneider
Sportverein Niederstetten. Vorstand: Karl Wollinger
Turnverein Niederstetten e. V. Vorstand: Karl StreitbergerBauern und Landwirte
* = ErbhofNiederstetten
Abendschein Julius
Bader Johann
*Barthelmäs Friedrich
Bauer August jr.
Blumenstock Elsa
Burkert Karl
Burkert Ludwig
Burkhardt Heinrich
Busch Wilhelm
Dreher Joh., Weingärtner
Frank Ernst Wwe.
Frank Friedrich, Weingärtner
Frank Karl
*Frank Wilhelm Wwe.
Frey Friedrich
Fug August
Fug Friedrich
Gundel Johann
Hagelstein Friedrich
Hagelstein Leonhard
Hammer Friedrich sen.
*Herz Friedrich-Wwe.
Hofmann Wilh., Weingärtner
Hopf Friedrich
Landwirtschaftl. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten e. G. m.b.H.
Hopf Georg
Horn Friedrich
Horn Karl
Jäger Hermann
Jäger Otto
Jäger Johann
Jakob Josef
Keim August
Keim Karl, Weingärtner
*Klein Albert
*Kleinhanß Christian
*Kleinhanß Gottlieb
*Knorr Friedrich
Korder Kaspar
Kostel Johann
Köhnlein Georg, Weingärtner
Krauß Marie Wwe.
Küstner Friedrich
*Lang Heinrich, jetzt Metzger W.
Lang Wilhelm
Leyrer Karl
*Limbacher Heinrich
Linder Barbara Wwe.
Linder Georg
*Linder Johann Fr. sen.
Linder Karl
Markert Georg, Weingärtner
Meder Konrad
Meister Katharine
*Meister Margarete
*Melber Karl
Menikheim Johann
Mittnacht FE
*Mittnacht Stefan
Mündlein Gottlob
*Münz Geschwister
Naser Georg
*Neubert Johann
*Nörr Eugen
Nörr Friedrich, a. Bach
Nörr Wilhelm
Pflüger Johann
Ratz Eduard
Rieger Karl
Rummler Georg
Rummler Georg, Bäcker
Schmidt Andreas
Schmitt Theodor
Schmitt Wilhelm
Schuch Georg
*Schulz Gebrüder
*Schultz Friedrich
Schumann Friedrich
Sinner Johann
*Steinmetz Johann
Streitberger Karl
*Striffler Otto
Thomas Leonhard
Thürauf Gottlob
Waldmann Friedrich
Weber Fr. Wwe., Weingärtner
Weber Albert
*Wollinger Karl
*Ziegler Georg, Frickenmüller
Städt. Hofgut Rehhof, Pächter: Johann PreuningerEichhof
*Dürr Albert
*Gebhardt Heinrich
*Haag Karl
*Hermann Friedrich
*Hermann Wilhelm
*Hermann Adolf
*Kohlschreiber Josef
*Löblein Paul
*Melber FriedrichErmershausen
*Dümmler Georg
*Ehrle Karl Heinz
*Fach Josef, Dreischwingen
*Friedrich Gottlieb
*Friedrich Gottlob
*Haag Albert
*Haag Bernhard
*Hermann Heinrich
*Hermann Johann
*Löber KarlSichertshausen
Albrecht Georg
*Egner Friedrich
*Habel Wilhelm
*Kleider Gottlieb, jezt Metzger Karl
*Korn Georg
*Oberndörffer Wilhelm
*Osiander Otto
*Ruhm Eduard
*Scheuermann Friedrich
*Schneider Friedrich (Erben)
*Waldmann Wilhelm -
Fröhlich, Irma geb. Rosenthal
Geb. 30. 5. 1909 in Niederstetten
Hausfrau
Heirat: 15. 3. 1935 in Bad Mergentheim
Ehemann: Hugo Fröhlich, Kaufmann in Bad Mergentheim (2. Ehe des Ehemanns)
Umzug 15. 3. 1935 nach Bad Mergentheim
Ausgewandert 28. 3. 1935 nach Palästina
Eltern:
Gerson Rosenthal, geb. 15. 8. 1879, für tot erklärt 9. 5. 1945
Rosa Rosenthal geb. Samfeld, geb. 3. 10. 1882, für tot erklärt 9. 5. 1945
Adresse: Stamperstr. 2, Petah Tikwah, IsraelQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-376 ff.
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Gross, Berta jetzt Bertyl, geb. Kahn
Geb. 27. 2. 1918 in Niederstetten
Heirat in USA
Ehemann: Albert Gross
Eltern:
Albert Kahn, geb. 4. 9. 1882, für tot erklärt 8. 5. 1945
Charlotte geb. Strauss, geb. 9. 3. 1887, für tot erklärt 8. 5. 1945
"jetzt 2 Kinder geb. 1943 und 1948"
Auswanderung 3. 10. 1937 allein zum Bruder
1924-1930 Volksschule in Niederstetten
1930-1934 Realschule Niederstetten, musste Schule verlassen
1934-1935 St. Bernhard Bad Mergentheim
1935-1936 Jüd. Schule in Frankfurt
1938 Nach USA
1938 Eheschliessung Arbeiterin, seitdem Hausfrau. Mutter von 2 Kindern"
Adresse: 24 Springhaven Rd., Wheeling, West Virginia, USAQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-190 ff.
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Heidelberger, Rosa geb. Kirchheimer
Geb. 23. 3. 1914
Verkäuferin
Heirat: 29. 8. 1934
Am 1. 7. 1934 von Bad Mergentheim nach Niederstetten umgezogen
Ehemann; Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim
Eltern:
Max Kirchheimer, geb. 20. 1. 1884 in Hollenbach, Kaufmann
Cilly geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Beide am 26. 4. 1942 nach Izbica deportiert und verschollen. Für tot erklärt am 8. 5. 1945
1935 Auswanderung mit Ehemann nach Palästina
"Vater Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: SDE Jakob bei Haifa/Israelhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-254
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Kahn, Jette geb. Hirsch
Geb. 23. 5. 1860 in Braunsbach
Hausfrau
Heirat: 30. 10. 1883 in Mergentheim
Ehemann: Lehmann Kahn, geb. 14. 2. 1856 in Hollenbach, gest. 19. 5. 1902 in Niederstetten
Kinder:
Klara, geb. 10. 9. 1884 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
Lina, geb. 23. 5. 1886 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
Sophie, geb. 28. 4. 1889 in Hollenbach verh. mit [?] Mainzer in Frankfurt/Main, Rhönstr. 2
Meta, geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach, gest. in Niederstetten am 15. 8. 1935
Umzug 1935 nach Frankfurt/Main zur Tochter Sofie Mainzer geb. Kahn, Rhönstr. 2
"Durch Hausverkauf der Tochter Meta unter ungünstigen Verhältnissen gelebt zum zum Wegzug nach Frankfurt.
Gest. in Frankfurt/Main
"Die früheren Nachbarn der [?] Kahn Herr Hermann Scharpf, Bückenweiler und Herr Eugen Nörr, Land- u. Gastwirt hier können, wenn nötig, weitere Aussagen machen. Die Familie Lehmann Kahn ist etwa 1900 von Hollenbach hierher gezogen. Sie betrieb ein kleines Ladengeschäft in der Manggasse. Der Ehemann ist 19. 5. 1902 gestorben. Etwa 1930 verkaufte die We. Jette Kahn dieses Geschäft und zog mit der Tochter Meta, welche ein kleineres Wohnhaus Nr. 235 in der langen Straße erwarb, dortin. Sie wohnte bis zum Jahr des Todes 1935 dort u. zog dann zu ihrer Tochter Sofie Mainzer nach Frankfurt/Main u. soll dort gestorben sein. Die Familie Kahn lebte in geordneten Verhältnissen bis 1933. Die Familie war geachtet u. hatte ein gutes Verhältnis mit ihren Mitbürgern."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-200 ff.
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Kirchheimer, Max
Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
Textilkaufmann
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Kinder:
Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
Mitglied Turnverein, Gesangverein
12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245
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Oberndörfer, Helene geb. Oberndörfer
Geb. 14. 3. 1866 in Creglingen
Hausfrau
Heirat: 30. 8. 1897 in Bad Mergentheim
Ehemann: Isak Oberndörfer, geb. 27. 1. 1866
Kinder:
Lazarus Oberndörfer, geb. 14. 6. 1901 in Braunsbach
Gertrud Oberndörfer, geb. 24. 6. 1903 in Braunsbach
Gitta Oberndörfer, geb. 22. 11. 1905 in Braunsbach
Umzug mit Ehemann und Kindern 24. 10. 1933 nach Frankfurt/MainQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-333 ff.
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Oberndörfer, Isak
Geb. 27. 1. 1866 in Creglingen
Lehrer
Heirat: 30. 8. 1897 in Bad Mergentheim
Ehefrau: Helene geb. Oberndörfer, geb. 14. 3. 1866 in Creglingen
Kinder:
Lazarus, geb. 14. 6. 1901 in Braunsbach
Gertrud, geb. 24. 6. 1903 in Braunsbach
Gitta, 22. 11. 1905 in Braunsbach
Umzug 24. 10. 1933 nach Frankfurt/Main
"Herr Lehrer Oberndörfer ist von Braunsbach Kreis Künzelsau als Lehrer an die hiesige Isrealitische Schule im Jahr 1914 berufen worden. Er war ein tüchtiger Lehrer. Seine Familie Ehefrau und 3 Kinder befand sich in recht geordneten Verhältnissen u. genoß in der ganzen Gemeinde Achtung und Ansehen. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet. Karl Fetzer, Bahnangestellter a.D. u. Geschwister Mayer, Schlosserei hier, bei denen die Familie Oberndörfer während ihres Hierseins wohnte, können erforderlicherseits weitere Auskunft geben.
Das Schicksal der Familie nach 24. 10. 1933 des Wegzugs nach Frankfurt/Main ist hier nicht bekannt."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-335
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Reis, Otto
Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat:
28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
Kinder:
Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
"Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.
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Rosenthal, Gerson
Geb. 16. 8. 1879 in Niederstetten
Kaufmann, Kultusbeamter bei der Isr. Religionsgemeinschaft
Heirat: 18. 8. 1908 in Mainbernheim
Ehefrau: Rosa geb. Samfeld, geb. 3. 10. 1882 in Mainbernheim
Eltern:
Isak Rosenthal, Kaufmann
Jette Rosenthal geb. Rothschild
Für tot erklärt 9. 5. 1945
Kinder:
Irma, geb. 30. 5. 1909, verh. seit 15. 3. 1935 mit Hugo Fröhlich, Kaufmann in Bad Mergentheim
Bertha, geb. 3. 12. 1913 in Niederstetten
Auswanderung der Kinder:
Irma Fröhlich geb. Rosenthal ist nach ihrer Verheiratung nach Palästina (Pitach-Tikwah) ausgewandert.
Berta nach 1938. Lehrerin in England
Deportation der Eltern: Juni 1941 nach Theresienstadt
Adresse Berta: 32 Kinctaig Street, Cardiff, South-Wales, England
"Bis zum Verbot des Schächtens (1. 3. 1933) Schächter in den jüdischen Gemeinden Bad Mergentheim und Niederstetten. Danach Synagogendiener. Auch Vorbeter in der isr. Religoonsgemeinde in Niederstetten. - Für die Schächtertätigkeit erhielt er von den Gemeinden eine kleine monatliche Vergütung und bei Insanspruchnahme jeweils eine Bezahlung für seine Tätigkeit.
Juva RM 3120,-"
Wirtschaftliche Verhältnisse: "Denkbar schlechte Verhältnisse"
"Geschwister Weigel, [?] u. Gottlob Baumann, Schuhmachermeister, können als Nachbarn falls nötig weitere Aussagen machen. Außerdem Frl. Maria Dinkek, Frickentalstr. 6.
Gerson Rosenthal war Schächter u. Synagogendiener. Seine Ehefrau half ihm bei seinem Dienst u. als Hausfrau.
Die Familienverhältnisse waren geordnet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren immer gering fast arm.
Der Familie wurde allgemein unter die Arme gegriffen.
Sie genoß allgemeines Ansehen u. Achtung."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-370
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Schloßberger, Leopold
Geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
Viehhändler
Mitgliedschaft: Gesangverein u. Turnverein
Mißhandelt 25. 3. 1933
9. 11. - 29. 11. 1938 Schutzhaft in Mergentheim u. Dachau
Heirat: 15. 5. 1941
Ehefrau: Emma Schlossberger, geb. Moos, geb. 23. 6. 1906
Auswanderung 1938 oder 1940 nach New York
Gest. 24. 3. 1958 in New York
Witwe: Emma Schlossberger, 530 W 163 rd. Str. New York 32, NY
"Den von ihm betriebenen Viehhandel in Niederstetten musste er aus Gründen der Rasse 1938 aufgeben.
Vorverfolgungseinkommen ca. 2000 RM.
USA: Arbeiter (Packer) bei verschiedenen Firmen in New York. Verdienst zwischen 10 u. 20 Dollar wöchentlich.
Seit 56 völlig arbeitslos. Wurde von seiner Frau unterhalten."
Wirtschaftliche Verhältnisse nach Berufsverbot: ganz darniederliegend.
"Leopold Schloßberger ist der Sohn des Viehhändlers Julius Schloßberger. Er war ledig u. betrieb auf eigene Rechnung einen Viehhandel. Er hat als Viehhändler bei seinem Vater gelernt. Er war klein von Gestalt. Aber gewandt im Handel. Seine Handelsart hat bei den Bauern, von denen er Vieh in der Umgebung hier kaufte, oftmals Kritik u. Mißfallen hervorgerufen. Er war trotzdem geachtet u. hat hier ein gutes Ansehen genossen. Hermann Emmert, Küfer u. Weinhändler hier hat ihn gut gekannt u. kann, falls nötig weitere Aussagen machen. Ebenso Marie Dinkel, als Rentnerin Frickentalstraße 6, hier.
Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet u. auch sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern. Er ist, nachdem der Viehhandel nach 1933 immer weniger wurde, im Jahre 1938 nach U.S.A. augewandert."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-410 ff.