Adolf Fleckenstein
Adolf Fleckenstein
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1. Januar 1933, Weihnachtsfeier des Männergesangvereins
() Niederstetten, 2. Jan. Die gestrige Weihnachtsfeier [1. Januar] des Männergesangvereins stand unter dem Zeichen des Films. Herr Vorstand Julius Schneider drückte in seiner Begrüßungsansprache seine Freude über den guten Besuch der Veranstaltung aus. Sein besonderer Gruß galt Se. Durchlaucht dem Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg. Herrn Chormeister Felsenstein sprach Herr Schneider den Dank des Vereins für dessen unermüdliche Tätigkeit aus. Mit dem Chor "Stille Nacht" wurde der Abend stimmungsvoll eingeleitet. Im Verlauf des Abends sangen die Sänger noch drei weitere Chöre (Deutsches Heimatgebet, An den Hochwald, Frischauf zum Streit) mit bekannt gutem Vortrag. – Der erste Film brachte uns das letzte deutsche Sängerfest in Wien. Das war nicht nur ein Sehen, das war ein Erleben. Von Bild zu Bild steigerte sich die Begeisterung der Zuschauer. Der Glanzpunkt des Abends war der Film "Das deutsche Lied". Eine gut erdachte und logisch aufgebaute Handlung "Spiel um Walther von der Vogelweide" führte zu dem deutschen Volksliede hin. Das an Handlung reiche Liederspiel zeigt wie das deutsche Volkslied uns von der Wiege an durch das Leben begleitet. Da war die Mühle im Tale, da war das Leben des Soldaten, da war Jugendliebe und Heirat, da war das Märchen, da war Treue und Untreue, da war das Leben des Studenten gezeichnet. Prächtige deutsche Landschaftsbilder boten den Hintergrund. Eine sinngemäße Musik, Sologesänge (Herr Fleckensteín, Frl. Fleckenstein) und ein Männerquartett begleiteten die Handlung. Musik (Mergentheimer Stadtorchester, Dirigent Herr Fleckenstein) und Gesang zum Herzen sprechend. Die Leistungen in Musik und Gesang waren um so höher zu werten, als der Fílm erst nach einer größeren Irrfahrt verspätet hierhergelangte und ein technischer Unfall am Nachmittag eine Probe mit dem Film unmöglich machte. Lotterie und Ball beschlossen die gut gelungene Veranstaltung.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 2, 3. 1. 1933, S. 3)
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1. Juli 1929. Preis für Männergesangverein. Schlossermeister Fischer und Forstmeister Wittmann gestorben
() Niederstetten, 1. Juli. Unser Männergesangverein errang nach soeben eingetroffener Nachricht auf dem Schwäbischen Sängerfest in Ulm einen zweiten Preis. Sowohl dem Verein als auch seinem Dirigenten, Herrn Fleckenstein, unseren Glückwunsch. — Ein alter Sänger wurde dieser Tage mit Herrn Schlossermeister Fischer Senior zu Grabe getragen. Der im hohen Alter von 78 Jahren verstorbene angesehene Bürger gehörte 60 Jahre lang dem evangelischen Kirchenchor an.
() Niederstetten, 1. Juli. Im Alter von fast 88 Jahren ist gestern hier Herr Forstmeister Wittmann gestorben. Seine ganze Lebensarbeit hatte er dem Fürstenhause Hohenlohe gewidmet, in dessen Diensten der Verstorbene über 50 Jahre stand. Erst in hohem Alter entschloß er sich, in den Ruhestand zu treten. Herr Forstmeister Wittmann war ein Freund des Wildes und des Waldes. Er erfreute sich bei unserer Bürgerschaft ungeteilter Achtung und hohen Ansehens. Bis in die allerletzten Tage seines Lebens erfreute sich der Dahingegangene einer außerordentlichen körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Sein Hinscheiden wird in seinem großen Bekanntenkreis allgemeine Teilnahme erwecken.
Vaterlandsfreund, Nr. 153, 2. 7. 1929
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2. Januar 1935. Gemeinsame Weihnachsfeier von Liederkranz und Turnverein
Niederstetten, 2. Jan. (Weihnachtsfeier) Es schien zuerst ein gewagtes Unternehmen zu sein, als sich die Vereinsführer des Liekranzes und Turnvereins Niederstetten entschlossen, ihre Weihnachtsfeiern gemeinsam in der Turnhalle abzuhalten. Denn jeder dieser beiden Vereine verfügt über so viele Mitglieder, um allein für sich die Halle zu füllen. Trotzdem die Halle am Neujahrstage nun bis auf den letzten Platz gefüllt war, so zeigte sich doch die ganze Veranstaltung als eine überaus glückliche Kombination und nur zufriedene Besucher verließen zu etwas vorgerückter Stunde die gastliche Halle. Die unter der bewährten Leitung von Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim vom Liederkranz vorgetragenen Chöre von Silcher, Weber, Kühler und Neumann zeigten den Verein auf eîner wirklich beachtlichen Höhe, besonders fanden auch die beiden Zeitlieder: „Lied der Bauleute“, von Schuler, und „Bauernerde", von Simon, lebhaftes Verständnis. In das Programm eingeflochtene Darbietungen des Turnvereins zeigten die durchtrainierten Körper der Turner in exakten Uebungen u. den ausgezeichneten Rythmus der neuen Volkstänze, ausgeführt von jugendlichen Turnerinnen, im besten Lichte. Eine Ehrung von Sangesbrüdern für 25jährige aktive Tätigkeit im Liederkranz konnte an die Sänger: Vereinsführer Julius Schneider, Leonhard Hönig, Friedrich Melber und Hermann Emmert erteilt werden. Eine ganz besondere Note erhielt der Abend durch eine bisher nicht bekannte Programmnummer: Allgemeiner Gesang. Was sich nach dieser, bis jetzt nie gepflogenen Einrichtung auf den Gesichtern der Besuchern zeigte, war restlose Zufriedenheit und es war nicht allein die beste Laune sprühender, einleitender und verbindender Worte zwischen den einzelnen, gemeinsam gesungenen Liedern des Chormeisters Fleckenstein, sondern auch die Freude darüber, daß die neue Zeit Verständnis und Liebe für den Gesang zu jedem Volfsgenossen tragen will. Als Abschluß der eigentlichen Fest er zeigte die Spielschar des Turnvereins das Festspiel in zwei Aufzügen von Witzmann: „Adolf Hitlers Sendung”. Die Spieler brachten es fertig, vor den andächtig lauschenden Zusschauern ein überzeugendes Bild des kämpfenden und siegenden Nationalsozialiiamus zu entrollen. Durch die übliche Gabenverlosung wurden enttäuschte und fröhliche Gesichter hervorgerufen. Die fleißig spielende Tanzkapelle Fleckenstein konnte die Besucher noch längere Zeit zusammenhalten und hat damit keinen kleinen Anteil an der wohlgelungenen Feier.
Witzmann, Konrad: Adolf Hitlers Sendung. Volkstümliches Festspiel in 2 Aufzügen. Leipzig: Glaser [1933]. 38 S. (Neue Spiele. 1)
Der Franke Nr. 2, 3. 1. 1935
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2. Juli 1929. Begrüßung der zurückkehrenden Sänger
() Niederstetten, 2. Juli. Unsere als Sieger von Ulm heimkehrenden Sänger wurden gestern abend um 11 Ur festlich von unserer Einwohnerschaft empfangen. Herr Gemeinderat Kiesecker entbot den Sängern den Willkommgruß und Glückwunsch der Einwohnerschaft. Der Vorstand des Männergesangvereins, Herr Julius Schneider dankte für die freudige Begrüßung. Dann zog ein langer Zug nach dem Vereinslokal in dem Melberschen Saale. Dort wurde in Reden und Gesang noch weiter das freudige Ereignis gebührend gefeiert, wobei den Sängern und ihrem anwesenden Dirigenten, Herrn Fleckenstein-Mergentheim, viel Ehre widerfuhr.
Vaterlandsfreund, Nr. 154, 3. 7. 1929
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22. Juli 1929. Konzert des Gesangvereins im Hofgarten
() Niederstetten, 22. Juli. Nach dem schönen Erfolg auf dem schwäbischen Liederfest in Ulm, dem Landesfest des württembergischen Männergesanges, hatte der hiesige Männergesangverein das Bedürfnis, sein Können auch seinen hiesigen Gönnern zu zeigen. Aus diesem Grunde veranstaltete der Verein gestern ein Gartenkonzert, zu welchem er auch die Vereine der Umgebung eingeladen hatte. Das Gartenkonzert fand infolge des dankenswerten Entgegenkommens der Standesherrschaft im Hofgarten statt. Nach dem Festzug begrüßte der Vorstand des Männergesangvereins Niederstetten, Herr Julius Schneider, die Sänger u. Sangesfreunde. Das Gartenkonzert sei der Abschluß einer für die aktiven Sänger des Vereins recht arbeitsreichen Zeit. Der Erfolg sei ja auch nicht ausgeblieben. Dieser Erfolg sei aber in der Hauptsache das Verdienst des Herrn Chormeisters Fleckenstein-Mergentheim, des Dirigenten des Vereins. Diesem Herren galt dann auch das Hoch des Redners. — Im weiteren Verlauf seiner Rede dankte Herr Schneider der Standesherrschaft für die Ueberlassung des Hofgartens. — Im ersten Teil des Programms brachte dann der Verein die Ulmer Pflichtchöre zum Vortrag. Ueber diese Chöre des Weiteren zu sprechen erübrigt sich. Anläßlich des Ulmer Festes fanden sie in unseren Spalten ausführliche Behandlung. Dann trug der Verein „seinen“ Preischor „Korsarenfahrt“ vor — ein Lied von hinreisender Gewalt und großer Schönheit im Ton. All dementsprechend war auch der Vortrag (in Ulm soll er sogar noch besser gewesen sein) und so war der Beifall der Zuhörer stürmisch und fast nicht endenwollend. Dann folgte noch ein Kranz schöner Lieder, in welchen auch der Gesangverein Vorbachzimmern unter Leitung seines verdienten Dirigenten, Herrn Schultheiß Striffler, seine Blumen einfügte. Die Stadtkapelle füllte mit E Märschen die Pausen. Der Abend fand dann fast die gesamte Einwohnerschaft unter magischer Beleuchtung vieler farbiger Lampions wieder im Hofgarten. Musik u. Gesang hielt sie noch lange beisammen — nach der tropische Tageshitze — Stunden wohliger Kühle. — Es war ein schöner Tag, welchen uns ab der Männergesangverein geboten hat. Es sei noch erwähnt, daß die Fahne des Vereins mit der Ulmer Ehrenmünze geschmückt war.
Vaterlandsfreund, Nr. 172, 24. Juli 1929
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27. Januar 1930. Bericht vom Vortrag Albert Sammt
() Niederstetten, 27. Jan. Gestern abend wiederholte Herr Bordingenieur Albert Sammt vom Zeppelinbau Friedrichshafen in der Turnhalle seinen Vortrag, über welchen wir bereits ausführlich berichtet haben. Eine glänzende Versammlung war zusammengekommen, um seinem Berichte zu lauschen, die Turnhalle war dicht gefüllt, mehr als 500 Personen waren zu zählen. Unser Ehrenbürger, Herr Fabrikant Wilhelm Bernheim aus St. Gallen, war eigens zu dieser Veranstaltung hierher gereist. Herr Stadtschultheiß Schroth begrüßte die Versammlung und verlieh dem Wunsche Ausdruck, daß sich dieser Abend im Verein mit Herrn Sammt und Hrn. Bernheim zu einem wahren Familienabend der großen Familie, der Bürgerschaft, gestalten möge. Dann begrüßte Herr Stadtschultheiß Schroth Herrn Albert Sammt. Beim Herbstfest habe dieser versprochen, Niederstetten zu überfliegen, er habe Wort gehalten. Er habe versprochen im Winter uns mit seinem Vortrag zu erfreuen, er habe wieder Wort gehalten. Diese Einlösung gegebenen Versprechens sei eines echten deutschen Mannes würdig. Deutsch seien auch die Taten, auf welche unser Landsmann stolz sein dürfe. Doch habe ihm sein Erfolg vor jedem Stolz und jeder Selbstüberhebung bewahrt. [?] an Herrn Wilhelm Bernheim richtete Herr Stadtschultheiß Schroth herzliche Worte der Begrüßung und dankte ihm für das Wohlwollen, welches er jederzeit seiner Heimatstadt bewiesen habe. Im weiteren Verlauf des Abends sprach noch Herr Max Stern. Er schilderte den Drang nach Beherrschung der Luft, welcher seit [Hunderten?] von Jahren der Menschheit inne wohne und [?] nun Wirklichkeit geworden sei. Weiter gab er seiner Freude Ausdruck, daß unser Ehrenbürger unsere Stadt nicht nur mit seinem Rat, sondern auch seiner Tat unterstütze. Als Vertreter der heimischen Presse freue er sich immer, wenn er von seinen Landsleuten Gutes und Schönes berichten dürfe. Im Schlußwort dankte Hr. Schultheiß Schroth dem Herrn Sammt für sein [herr?]lichen Vortrag. Der Männergesangverein unter der Leitung seines erprobten Dirigenten, Herrn Chormeister Fleckenstein-Mergentheim, verschönte den Abend durch [?] Gesänge. Mit dem Deutschlandlied schloß die schöne und erhebend verlaufene Veranstaltung.
[Einige Worte im Falz nicht entzifferbar]Vaterlandsfreund, Nr. 22, 28. 1. 1930
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27. Mai 1933, Schlageter-Feier
Niederstetten, 27. Mai. Zur Erinnerung an das heldenhafte Sterben des unerschrocken, mutigen Kämpfers für Recht, deutsche Freiheit und deutsche Ehre, Albert Leo Schlageter - die Stadt war aus diesem Anlaß reich beflaggt - veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. eine würdige Schlageter-Feier. Es beteiligten sich daran[,] SA., HJ., der freiwillige Arbeitsdienst vom Lager Eichhof, der Gesangverein, die Sanitätskolonne sowie je eine Fahnensektion der übrigen Vereine und der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Kirchenglocken läuteten die Feier ein. Im Schein der Fackeln, unter den Klängen der Stadtkapelle, setzte sich ein langer Zug zum Kriegerdenkmal in Bewegung. Der Gesangverein eröffnete die Feier mit dem Chor: "Das Land meiner Väter". Nun ergriff der Führer der Ortsgruppe der NSDAP, Fr. Thomas, das Wort. Adolf Hitler wolle nicht, daß es den Toten des dritten Reiches gerade so gehe wie den Toten des Weltkrieges, daß ihre Heldentaten vergessen und nicht gewürdigt würden. Horst Wessels Geisterdivision, deren erster einer Albert Schlageter ist, soll nicht umsonst gekämpft haben. Die 10jährige Wiederkehr des Tages, an dem Albert Leo Schlageter auf der Golzheimer Heide starb, sei für uns eine Gelegenheit, ein neues Treuegelöbnis für die Helden des 3. Reiches abzulegen. In diesem Sinne legte er den für Schlageter gewidmeten Kranz nieder. Die Fahnen senkten sich und die Stadtkapelle stimmte das Lied vom guten Kameraden an. Mit dem Horst Wessel-Lied fand die Feier am Kriegerdenkmal ihren Abschluß. In geschlossenem Zug gings zurück zum Marktplatz, wo der Gesangverein unter Leitung von Chormeister Fleckenstein[,] noch verschiedene vaterländische Lieder in gewohnt vorzüglicher Weise zum Vortrag brachte.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 122, 29. 5. 19 1933, S. 4)
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3. Juni 1935. Durchführung der Reichssportwoche - Sommerfest des Männergesangvereins
Niederstetten, 3. Juni. In Durchführung der Reichssportwoche zeigten die Turner, die HJ., Jungvolk, BDM. und Jungmädchen am gestrigen Sonntagnachmittag, nach einem Propagandamarsch durch die Stadt, auf dem Sportplatze Freiübungen, sämtliche Arten der Leichtathelik, sowie Spiele zur Ertüchtigung des Körpers. Mit diesen Vorführungen warben sie für den Sport, welcher Allgemeingut des deutschen Volkes werden muß. Da keine Höchstleitungen erzielt werden sollen, sondern nur an die Gesundheit des gesamten deutschen Volkes gedacht wird, so steht der Sport allen Altersstufen offen. Oberturnwart Keppler sprach als Beauftragter der Ortsgruppe der NSDAP. zu den zahlreichen Besuchern und seine Rede gipfelte in den Worten des Turnvaters Jahn, ein wahrhaft, wehrhaft Volk zu werden. — Gleichzeitig hielt der Männergesangverein sein Sommerfest auf dem angelegenen alten Turnplatz ab. Der Verein brachte unter der ganz vorzüglichen Leitung seines Dirigenten, Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim, neueingeübte Lieder zum Vortrage und reicher Beifall belohnte die Sänger nach jedem Gesange.
Der Franke, Nr. 128, 4. 6. 1935
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4. Januar 1936. Winterkonzert des Gesangvereins "Liederkranz"
Niederstetten, 4. Jan. Zum Abschluß der diesjahrigen Weihnachtsveranstaltungen trat der Gesangverein „Liederkranz“ mit seinem Winterkonzert auf den Plan. Das gut gewählte Programm brachte im ersten Teil etne Ehrung des Komponisten Friedrich Silcher, anläßlich seines 75. Todestages. Neben einer Reihe seiner bekannten Volkslieder gab Chormeister Fleckenstein ein kurzes Bild vom Leben und Schaffen Silchers. Eine angenehme Bereicherung erfuhr der erste Teil des Programms durch die verschiedenen Musikvorträge eines kleinen Orchesters und durch die Violinsoli mit Klavierbegleitung von Fräulein Rita Fleckenstein, die ein großes Können verrieten. Im zweiten Teil waren Männerchöre wie Attenhofers „Das deutsche Lied“ und Weinzierls „Heldenheimat“ u. a. im Wechsel mit Orchestermusik. Daß der Leiter des Konzerts, Herr Fleckenstein, gesanglich und musikalisch gut gewählt hatte, war aus dem großen Beifall der Zuhörer zu entnehmen. Die Leistung des Männerchores ist noch auf der früheren Höhe. Was nun noch zu Gehör gebracht wurde und nicht im Programm stand, wäre besser für einen Unterhaltungsabend, als für ein Konzert geeignet gewesen. Diese Begriffe dürfen nicht verwechselt werden, auch wenn teils dieser Wunsch besteht.
Der Franke, Nr. 3, 4. 1. 1936
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7. Januar 1935. Konzert der Kreiskapelle der NSDAP
Niederstetten, 7. Jan. (Konzert.) Gestern veranstaltete die Kreiskapelle der NSDAP. des Kreises Gerabronn ihr 2. öffentliches Konzert unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten, Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim. Die Vortragsfolge hätte einen besseren Besuch des Konzertes gerechtfertigt, denn die Musikstücke wurden in tadelloser Präzision und Einfühlung vorgetragen. Ebenso hätte der nachfolgenden Tanzunterhaltung gebührt, daß sie stärker ausgenützt worden wäre.
Der Franke, 8. 1. 1935, Nr. 6
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7. Oktober 1935. Herbstfest
Innenminister Dr. Schmid beim Niederstetter Herbstfest
Niederstetten, 7. Okt. Das diesjährige Erntedank- und Herbstfest wurde durch den Festzug um 12 Uhr eingeleitet. Voraus das Jungvolk mit den Fanfaren und Landknechtstrommeln, dann HJ. und BDM. mit bändergeschmücktem Erntekranz, die Pol. Leiter, Abordnungen der SA., NSKK., Sanitätskolonne, Kyffhäuserbund, Männergesangverein und dann die Bauern in ihrer Arbeitskleidung mit Arbeitsgeräten. Zum Schlusse drei Festwagen: Ein Wagen mit Früchten des Feldes und Schnittern, ein Winzerwagen, vollbehangen mit köstlichen Trauben und ein Wagen mit Geräten zur Flachsgewinnung bis zum Spinnrad, von fleißigen Händen in Tätigkeit vorgeführt. Auf dem Festplatze angekommen, sprach Bürgermeister Schroth zu den sehr zahlreichen Anwesenden Worte des Dankes für alle die bäuerlichen Helfer und nicht zuletzt dem Bauern selbst für alle die Mühen des Jahres und der Vorsehung, daß wir ein Erntedankfest feiern können. Für langjährige treue Dienste einer Anzahl Gefolgschaftsmitglieder konnte Bürgermeister Schroth im Auftrage des Ortsbauernführers Ehrenurkunden und Geschenke übergeben.
Da brach die herbstliche Sonne in wärmenden Strahlen durch das Grau des Himmels und mit offenen Herzen lauschten alle Festteilnehmer den Worten des Führers vom Bückeberg und spontan fielen die Zuhörer in den Beifall ein, der durch die Lautsprecheranlage drang, wenn besonders markante Sätze aus des Führers Munde erklangen. Ortsgruppenleiter Thomas sprach anschließend zu den Anwesenden und mit dankbarem Gefühle ertönte der Choral: „Nun danket alle Gott“, aus hunderten von Kehlen über den weiten Platz. Sprechchöre des JV., der HJ, und BDM. füllten den Nachmittag.
Mittags war schon eine freudige Ueberraschung bekannt, geworden: Innenminister Dr. Schmid war erschienen und versprach gegen Abend nochmals zu kommen, da er am Nachmittag die Orte Riedbach und Brettheim aufsuchen wollte. Innenminister Dr. Schmid hielt sein Wort; kurz vor Beginn des Winzertanzes zeigten Fanfarenklänge sein Kommen an, in seiner Begleitung waren Landrat Wöhrle, Kreisleiter Niklas, Kreisgeschäftsführer Walter und Bürgermeister Wiedmann-Gerabronn. Nach Abschreiten der Front, der im Viereck aufgestellten Festzugteilnehmer, begrüßte Bürgerm. Schroth Innenminister Dr. Schmid und überreichte ihm als Willkommgruß einen Becher, gefüllt mit 1934er Niederstetter Weines und einen Korb einheimischer Früchte und Trauben. Innenminister Dr. Schmid bedankte sich in herzlichen Worten für die Gaben und trank auf das Wohl der Gemeinde. Den gesanglichen Darbietungen des Männergesangvereins und der Vorführung des Winzertanzes zollte der Minister lebhaften Beifall. Zum Schlusse wurde ein Hammeltanz aufgeführt, der aber unter dem Mangel der Beteiligung etwas litt, sodaß nur ein Geldpreis ausbezahlt werden konnte. Der Traubenmarkt fand lebhaften Anklang und restlosen Absatz der vorhandenen Vorräte. Ein Tanzabend in der Turnhalle brachte noch einen schönen Ausklang des Erntedankfestes. — Am Samstag Abend hatte sich der Jahrgang 1895 zu einer Vierzigerfeier im Saale des Gasthauses Melber zusammengefunden. Da auch viele auswärtige Schulkameraden der Einladung hierzu Folge geleistet halten, so kam eine frohe Stimmung beim Austausch alter Jugenderinnerungen auf. Altersgenosse Sattlermeister Gottlob Schmidt begrüßte die Erschienenen und gerade der in der Ferne weilenden Schulkameraden und derer, die nicht mehr unter den Lebenden sind. Bürgermeister Schroth gab in einer längeren Ausführung einen Ueberblick über die Entwicklung der Gemeinde in den letzten 25 Jahren und vieles war selbst für die hiesigen Anwesenden von Interesse, da man vieles schon wieder vergessen oder in manches keinen Einblick erhalten hatte. Zum festlichen Gepräge des Abends trug ein gut Teil Chormeister Fleckenstein mit Tochter bei durch ihre musikalischen Darbietungen, welche durch gesangliche Vorträge eines Doppelquartetts des Männergesangvereins abgelöst wurden. Zum Gedenken an die im Weltkriege gefallenen Kameraden und der sonst vom Tode ereilten Altersgenossen legten die Vierziger am Sonntagmorgen am Ehrenmale der Gefallenen einen Kranz nieder.
Der Franke, Nr. 235, 8. 10. 1935