Creglingen

Creglingen

  • 7. Januar 1933, Geplante Straße nach Wermutshausen

    () Niederstetten, 7. Jan. Die Gelegenheit, größere öffentliche Arbeiten mit Unterstützung des Reiches zwecks Arbeitsbeschaffung durchzuführen, hat die Stadtverwaltung veranlaßt, dem Gemeinderat den seit Jahren dringend notwendigen Straßenbau nach Wermutshausen zur Beratung vorzulegen. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die Vorarbeiten in Bearbeitung zu geben. Auch die Gemeinde Wermutshausen wird die Weiterführung bis Wermutshausen durchführen. Dabei ergibt sich, wie aus Bevölkerungskreisen der in Betracht kommenden Orte angeregt wird, die Möglichkeit, eine größer angelegte Verbindung zwischen Niederstetten und Creglingen durchzuführen. Diese Verbindung wäre für alle daran liegenden Orte von größer Wichtigkeit. Die neue Strecke würde von Wermutshausen unweit Rinderfeld vorbeigehen und von dort nach Neubronn und Niederrimbach verlaufen. Die letzteren beiden Orte sind bis jetzt nicht gut mit Verkehrsstraßen bedacht. Da ein großer Grunderwerb kaum in Frage kommt, und es sich also hauptsächlich um Arbeit handelt, so wäre die Anerkennung dieser Arbeit als Notstandsarbeit nicht in Frage gestellt. Ein rascher Entschluß der beteiligten Stellen wäre sehr zu wünschen.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 6, 9. 1. 1933, S. 4)

  • Ehrenberg, Max

    Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
    Kaufmann
    Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
    Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
    Eltern:
    Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
    Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
    Kinder:
    Ruth, geb. 19. 5. 1927
    Vereine: [?] u. Gesangverein
    15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
    Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
    "Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
    Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
    1933 Rückgang auf RM 1300.-
    1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
    Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
    In USA:
    Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
    Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
    Dego-Abgabe: 2500 RM."
    Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
    Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
    "Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
    Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
    Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
    Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.

  • Oberndörfer, Helene geb. Oberndörfer

    Geb. 14. 3. 1866 in Creglingen
    Hausfrau
    Heirat: 30. 8. 1897 in Bad Mergentheim
    Ehemann: Isak Oberndörfer, geb. 27. 1. 1866
    Kinder:
    Lazarus Oberndörfer, geb. 14. 6. 1901 in Braunsbach
    Gertrud Oberndörfer, geb. 24. 6. 1903 in Braunsbach
    Gitta Oberndörfer, geb. 22. 11. 1905 in Braunsbach
    Umzug mit Ehemann und Kindern 24. 10. 1933 nach Frankfurt/Main

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-333 ff.

  • Oberndörfer, Isak

    Geb. 27. 1. 1866 in Creglingen
    Lehrer
    Heirat: 30. 8. 1897 in Bad Mergentheim
    Ehefrau: Helene geb. Oberndörfer, geb. 14. 3. 1866 in Creglingen
    Kinder:
    Lazarus, geb. 14. 6. 1901 in Braunsbach
    Gertrud, geb. 24. 6. 1903 in Braunsbach
    Gitta, 22. 11. 1905 in Braunsbach
    Umzug 24. 10. 1933 nach Frankfurt/Main
    "Herr Lehrer Oberndörfer ist von Braunsbach Kreis Künzelsau als Lehrer an die hiesige Isrealitische Schule im Jahr 1914 berufen worden. Er war ein tüchtiger Lehrer. Seine Familie Ehefrau und 3 Kinder befand sich in recht geordneten Verhältnissen u. genoß in der ganzen Gemeinde Achtung und Ansehen. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet. Karl Fetzer, Bahnangestellter a.D. u. Geschwister Mayer, Schlosserei hier, bei denen die Familie Oberndörfer während ihres Hierseins wohnte, können erforderlicherseits weitere Auskunft geben.
    Das Schicksal der Familie nach 24. 10. 1933 des Wegzugs nach Frankfurt/Main ist hier nicht bekannt."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-335