Eugen Nörr
Eugen Nörr
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18. Januar 1934. Roßmarkt
Stadtgemeinde Niederstetten.
Roßmarkt am 18. Januar 1934.
Trotz des regnerischen Wetters erfreute sich der Roßmarkt wieder eines sehr guten Besuches aus unserer näheren und weiteren fränkisch-hohenloheschen Heimat. Am Umzug beteiligten sich eine stattliche Anzahl Reiter, die vom hiesigen SA.-Reitertrupp angeführt wurden. Die im Zug mitgeführten Fohlen waren durchweg schöne Tiere. Aeußerst lebhaft war der Handel; es wurden wohl noch nie so viele Käufe abgeschlossen, als bei diesem Markt. Im ganzen wurden 22 Fohlen, 35 Kaltblut-Gebrauchspferde, 27 Warmblut-Gebrauchspferde und 1 Familie zur Prämierung vorgeführt. Ausnahmsweise stark waren die Händler mit nahezu 100 Pferden vertreten.
Bei der stattgehabten Prämierung erhielten nachgenannte Landwirte Preise:
Kaltblut: Gebrauchspferde.
I. Preis: Gackstatter, Friedrich, Könnbronn.
II. Preis: Leidenberger, Georg, Wildentierbach, Nagel, Leonhard, Rinderfeld.
III. Preis: Horn, Leonhard, Wermutshausen, Gackstatter, Georg, Streichental, Striffler, Otto, Niederstetten, Heppel, Johann, Bronn. IV. Preis: Jakoby, Leonhard, Lichtel, Düll, Andreas, Pfitzingen, Hofmann, Leonhard, Naicha, Nörr, Eugen, Niederstetten, Kellermann, Friedrich, Schrozberg, Mebs, Leonhard, Pfitzingen, Balbach, Eugen, Oberndorf, Frank, Hermann, Wermutshausen, Kleider, Leonhard, Hachtel, Neubert, Bernhard, Wildentierbach.
Warmblut: Gebrauchspferde.
I. Preis: Gackstatter, Friedrich, Könnbronn, Münz, Ludwig, Herrentierbach.
II. Preis: Leidig, Wilhelm, Rechenhausen, Markert, Wilhelm, Herrenzimmern.
III. Preis: Preuninger, Johann, Rehhof, Markert, Wilhelm, Herrenzimmern, Beck, Leonhard Rinderfeld, Wucherer, Michael, Niederweiler.
IV. Preis: Bach, Georg, Adolzhausen, Wunderlich, Berta, Herbsthausen, Dimmler, Geschwister, Pfitzingen, Wolz, Friedrich, Niederweiler.
Familien:
II. Preis: Schmieg, Friedrich, Mittenweiler.
Fohlen: Warmblut.
II. Preis: Schmieg, Bernhard, Ochsental.
III. Preis: Wunderlich, Berta, Herbsthausen, Schamann, Hugo, Neubronn, Busch, Friedrich, Blaufelden, Kraft, Wilhelm, Adolzhausen, Raisig, Otto, Vorbachzimmern.
Fohlen: Kaltblut.
I. Preis: Götz, Hermann, Blaufelden.
III. Preis: Martin, Georg, Rüsselhausen, Bach, Georg, Adolzhausen, Decker, Gottlob, Hachtel.
Anläßlich der Preisverteilung gedachte Herr Bürgermeister Schroth der Reichsgründung [von 1871] und schloß mit dem Wunsche, dem heutigen Führer des deutschen Volkes, unserem Volkskanzler Adolf Hitler, möge es gelingen, der Nation eine bessere Zukunft zu schaffen.Der Franke, Nr. 15, 19. 1. 1934
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21. Januar 1932. Bericht über diesjährigen Roßmarkt
() Niederstetten, 21. Jan. Unser Roßmarkt hat auch in diesem Jahr seine alte Anziehungskraft bewiesen. Von überall her aus dem Hohenloher Land und auch über dessen Grenzen hinaus waren Landwirte und Händler gekommen. Freilich, ganz so groß wie in früheren Jahren war die Besucherzahl nicht, denn die wirtschaftliche Notzeit macht sich auch hier bemerkbar. Erfreulich war die große Anzahl von Interessenten für gutes Pferdematerial, so daß eine große Anzahl von Kaufsabschlüssen zu stande kam. Pferdehändler und Pferdezüchter hatten sehr schönes Material auf den Markt gebracht. Die Preise für Pferde sind noch hoch und an dem Mißverhältnis der Pferdepreise zu den Viehpreisen scheiterte mancher Kauf. Der Pferdemarktzug unter Vorantritt der Stadtkapelle (Schmidt) fand unter sehr großer Beteiligung statt. Den Pferdehändlern wurde von der Stadt, um die Händler im Handel nicht aufzuhalten, eine Auftriebsprämie gereicht. Die Prämierung ergab folgende Resultate:
Warmblut (Gebrauchspferde):
1. Preise à 15 Mk.: Otto Markert-Herrenzimmern, Michael Wucherer-Niederweiler.
2. Preise à 10 Mk.: Fr. Beeh-Dunzendorf, Leonhard Stein-Lichtel, Friedrich Kellermann-Mittelbach, Wilhelm Meder-Neubronn, Gottlob Hesser-Amlishagen.
3. Preise à 5 Mk: Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Fritz Bauer-Gerabronn, Robert Müller Bartenstein, Wilhelm Leidig-Rechenhausen, Hugo Schamann-Neubronn.
Kaltblut (Gebrauchspferde):
1. Preise à 15 Mk.: Franz Haas-Groß-Almerspann, Friedrich Gaggstatter-Könbronn.
2. Preise à 10 Mk.: Fritz Stahl-Münster, Georg Bauer-Queckbronn, Felix Heckelmann-Gütbach, Fritz Abendschein-Neubronn, Gg. Leidenberger-Wildentierbach.
3. Preise à 5 Mk: Hermann Bachmaier-Atzenrod, Leonhard Balbach-Oberndorf, Witwe Hörner-Dunzendorf, Gottlob Hesser-Amlishagen, Friedrich Knorr-Niederstetten, Friedrich Klenk-Wermutshausen, Eugen Nörr-Niederstetten.
Familien:
1. Preise à 15 Mk.: Wilhelm Leidig-Rechenhausen, Friedrich Wolz-Niederweiler.
2. Preis à 10 Mk.: Georg Gröner-Oberndorf.
Fohlen (Warmblut):
1. Preis à 15 Mk.: Karl Balbach-Rinderfeld.
2. Preis à 10 Mk.: Gg. Bach-Adolzhausen.
Fohlen (Kaltblut):
2. Preis à 10 Mk.: Gg. Ströbel-Blumweiler.
2. Preise à 5 Mk.: Fritz Rollmann-Streichental, Gg. Gleiter-Oberndorf, Gottlob Hesser-Amlishagen, Johann Hermann-Ermershausen.
Eine Lotterie fand in diesem Jahr nicht statt.(Vaterlandsfreund, Nr. 17, 22. 1. 1932)
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25. Januar 1936. Bericht vom Roßmarkt
Roßmarkt Niederstetten am 23. Januar 1936.
Trotz des nassen Winterwetters erfreute sich der heurige Roßmarkt wieder eines sehr guten Besuchs aus unserer näheren und weiteren fränkisch-hohenloheschen Heimat. Die im Umzug mitgeführten Pferde und Fohlen waren durchweg sehr schöne Tiere. Sie legten Zeugnis ab von dem allgemein guten Pferdematerial, das zum Markt aufgetrieben wurde. Sehr lebhaft war der Handel. Es wurden wohl noch selten so viele Käufe abgeschlossen, als beim heurigen Markt. Die Preise bewegten sich zwischen 600-1500 RM. für Arbeitspferde, je nach Qualität. Im ganzen wurden 65 Pferde und Fohlen zur Prämiierung vorgeführt. Ausnahmsweise stark waren die Händler mit 102 Pferden vertreten. Bei der stattgehabten Prämierung erhielten nachgenannte Landwirte Preise:
Warmblut: Gebrauchspferde:
I. Preis 12.- RM.: Ludwig Münz, Bauer in Herrentierbach, für Rappstute. Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Hellfuchsstute. Peter Kief, Landwirt in Herbsthausen, für Hellbraunstute. Friedrich Hofmann, Bauer in Niederweiler, für Braunstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Rappwallach.
II. Preise a 8.- RM.: Friedrich Grün, Bauer in Eichswiesen, für Braunwallach. Leonhard Streng, Bauer in Rinderfeld, für Fuchsstute. Georg Bach, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Margarete Oberndörfer, Bauers-Witwe in Sichertshausen, für Fuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Dunkelbraunwallachen. Anton Lieb, Bauer in Neuses, für Braunwallachen. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Braunwallachen. Friedrich Reiß, Bauer in Herrentierbach für Braunwallachen.
III. Preise a 5,- RM. Johann Balbach, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute. Georg Bauer, Bauer in Weilerhof, für Rappwallachen.Warmblutfamilienpferde.
II. Preis mit 15.- RM.: Paul Löblein, Siedler im Eichhof, für FuchsstutfamilieKaltblutgebrauchspferde.
I. Preis a 12.- RM.: Jakob Mönikheim, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute.
II. Preise a 8.- RM.: Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Kohlfuchsstute. Leonhard Horn, Bauer in Wermutshausen, für Fuchswallachen. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute.
III. Preise a 5.- RM.: Walter Mönch, Gutspächter in Kreuzfeld, für Fuchsstute. Eugen Nörr, Adlerwirt und Bauer in Niederstetten, für Braunstute. Karl Streitberger, Werksbesitzer in Niederstetten, für Braunstute. Johann Emmert, Bauer in Rinderfeld, für Braunstute. Leonhard Nagel, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Otto Nicklas, Bauer in Naicha, für Braunwallachen. Friedrich Herbst, Bauer in Naicha, für Braunstute. Fr. Stahl, Bauer in Münster, für Kohlfuchsstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Fuchsstute. Joseph Baier, Bauer in Roth, für Fuchswallachen. Johann Schmidt, Bauer in Vorbachzimmern, für Kohlfuchsstute.Fohlen: Warmblut:
I. Preis a 10,- RM. Leonhard Köthmann, Bauer in Niederweiler, für Rapphengst.
II. Preise: a. 7. - RM. Karl Pratz, Bauer in Kälberbach, für Braunstute. Karl Balbach, Bauer in Rinderfeld, für Dunkelbraunwallachen. Friedrich Wolz, Bauer in Niederweiler, für Braunhengst. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Schwarzbraunstute.
III. Preise a 6,- RM. Fritz Ziegler, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute, Fritz Thürauf, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Karl Münz, Bauer in Hollenbach, für Fuchsstute. Georg Weigel, Bauer in Blaufelden, für Braunstute.Kaltblut: Fohlen:
I. Preis a 10.- RM.: Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Kohlfuchshengst.
II. Preis a 7.- RM.: Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Braunstute.
III. Preise 5.- RM.: Joseph Hitzfelder, Bauer in Apfelbach, für Fuchsstute. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute. Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Fuchshengst. Friedrich Wunderlich, Bauer in Herbsthausen, für Fuchsstute.Anläßlich der Preisverteilung dankte Herr Bürgermeister Schroth den Stiftern der Ehrenpreise, den Preisrichtern und allen, die sich am Markte beteiligt haben. Er betonte, daß zur Prämiierung heuer besonders gutes Pferdematerial in Warmblut und Fohlen aufgetrieben wurde und daß es deshalb den Preisrichtern schwer gefallen ist, die Preise zu verteilen. Die im letzten Jahre ausgesprochene Hoffnung auf Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich erfüllt. Der Führer hat uns die Wehrfreiheit wieder geschenkt und damit unser deutsches Volk wieder auf die Lebensgrundlage gestellt, die für ein ges. Gedeihen unserer wirtschaftl. Verhältnisse, insbes. auch in d. Landwirtschaft notwendig ist. - Wir wollen seinen Wahlspruch für 1936, von einem neuen heiligen Eifer zur Arbeit und Eintritt für Volk und Vaterland erfüllen helfen und für die so notwendige Nährfreiheit unseres Volkes mit allen Kräften kämpfen. Bürgermeister Schroth schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer und auf unser deutsches Vaterland.
Der Franke, Nr. 20, 25. 1. 1936
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Kahn, Jette geb. Hirsch
Geb. 23. 5. 1860 in Braunsbach
Hausfrau
Heirat: 30. 10. 1883 in Mergentheim
Ehemann: Lehmann Kahn, geb. 14. 2. 1856 in Hollenbach, gest. 19. 5. 1902 in Niederstetten
Kinder:
Klara, geb. 10. 9. 1884 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
Lina, geb. 23. 5. 1886 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
Sophie, geb. 28. 4. 1889 in Hollenbach verh. mit [?] Mainzer in Frankfurt/Main, Rhönstr. 2
Meta, geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach, gest. in Niederstetten am 15. 8. 1935
Umzug 1935 nach Frankfurt/Main zur Tochter Sofie Mainzer geb. Kahn, Rhönstr. 2
"Durch Hausverkauf der Tochter Meta unter ungünstigen Verhältnissen gelebt zum zum Wegzug nach Frankfurt.
Gest. in Frankfurt/Main
"Die früheren Nachbarn der [?] Kahn Herr Hermann Scharpf, Bückenweiler und Herr Eugen Nörr, Land- u. Gastwirt hier können, wenn nötig, weitere Aussagen machen. Die Familie Lehmann Kahn ist etwa 1900 von Hollenbach hierher gezogen. Sie betrieb ein kleines Ladengeschäft in der Manggasse. Der Ehemann ist 19. 5. 1902 gestorben. Etwa 1930 verkaufte die We. Jette Kahn dieses Geschäft und zog mit der Tochter Meta, welche ein kleineres Wohnhaus Nr. 235 in der langen Straße erwarb, dortin. Sie wohnte bis zum Jahr des Todes 1935 dort u. zog dann zu ihrer Tochter Sofie Mainzer nach Frankfurt/Main u. soll dort gestorben sein. Die Familie Kahn lebte in geordneten Verhältnissen bis 1933. Die Familie war geachtet u. hatte ein gutes Verhältnis mit ihren Mitbürgern."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-200 ff.
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Kahn, Meta
Geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach
Gest. 12. 8. 1935 (Wirbelmetastagen mit Querschnittslähmung laut Leicheschau und Registratur)
Wohnhaus Nr. 235. 1 ar 39 qm in der langen Straße. Brandversicherungswert 5700 M. Steuerwert 4500 RM
Verkauf 24. 3. 1938 an Sofie u. Friederike Pflüger, led. u. vollj. Haustöchter in Niederstetten um 3200 RM. Dieses Gebäude ist am 9. 4. 1945 ganz durch Kriegseinwirkung zerstört worden.
"Herr Hermann Scharpf, Bäckermeister in Niederstetten, Herr Eugen Nörr, Gast- + Landwirt in Niederstetten, welche Nachbarn von Frl. Meta Kahn waren, können erforderlichenfalls weiter Auskünfte machen. Frl. Kahn ist mit ihren Eltern etwa 1900 hierher von Hollenbach umgezogen. Sie führte zunächst mit ihrer Mutter Jette Kahn ein kleines Ladengeschäft (Textilien). Der Vater ist als Handelsmann auswärts gegangen u. hat Ware vertrieben. Er ist am 19. 5. 1902 in Niederstetten gestorben. Etwa 1930 kaufte Frl. Kahn das Wohnhaus Nr. 235. in der langen Straße. Das Ladengeschäft in der Manggasse verkaufte die Mutter u. zog mit der Tochter in die lange Straße.
Frl. Kahn war viel krank u. verstarb nach jahrelangem Leiden am 12. 8. 1935."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-208 ff.