Fritz Emmert
Fritz Emmert
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Ehrenberg, Max
Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
Kaufmann
Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
Eltern:
Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
Kinder:
Ruth, geb. 19. 5. 1927
Vereine: [?] u. Gesangverein
15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
"Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
1933 Rückgang auf RM 1300.-
1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
In USA:
Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
Dego-Abgabe: 2500 RM."
Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
"Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.
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Schlessinger, Siegfried
Geb. 27. 6. 1897 in Crailsheim
Kaufmann
Heirat: 4. 3. 1923 in Niederstetten
Ehefrau: Cordula geb. Wiesenbacher, geb. 30. 4. 1893 in Niederstetten
"März 1933 mit den anderen jüdischen Männern von Niederstetten auf das Rathaus gebracht und dort von 20 auswärtigen SA-Leuten mit Stahlruten mißhandelt."
Umzug 1. 12. 1933 nach Schwäbisch Gmünd
Auswanderung Juni 1937 mit Ehefrau in die USA
Adresse: 6836 Paxton Avenue, Chicago 49/Ill.
"Die Eheleute Schlessinger betrieben in Niederstetten ein kleines Textilgeschäft. Während die Frau das Ladengeschäft besorgte, ging der Mann auf Hausierhandel.
Nach der Mißhandlung des Ehemannes im März 1933 gaben sie das Geschäft auf und verzogen nach Schwäbisch Gmünd, wo sie ein gleiches Geschäft eröffneten. 1937 mußten sie es ebenfalls aus rassischen Gründen aufgeben.
Sie wanderten nach den USA aus. Dort war Herr Schlessinger zuerst Hilfsarbeiter, nach zwei Jahren nahm er wieder den Reiseverkauf auf. Die Ehefrau versah nur mehr den Haushalt."
Wohnhaus u. Laden Geb. Nr. 38, jetzt 18 - 130 qm in der Hauptstraße. Brandvers.-Wert: 9900 RM. Steueranschlag: 7900 RM.
Verkauf 13. 2. 1933 an Otto Dierolf, Kaufmann in Schwäb. Hall um 10500 RM.
"Fritz Emmert, Kaufmann u. Wilh. Rück, Kaufmann, beide als Nachbarn können allenfalls weitere Aussagen machen.
Die Familie Schlessinger betrieb hier ein mittleres Textilgeschäft. Der Ehemeann ging fast täglich auf Reisen, während die Ehefrau den Laden u. Haushalt besorgte. Das Geschäft ging schon in den Jahren vor 1933 sehr zurück. Aus diesem Grund dürfte auch der Verkauf desselben erfolgt sein.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren nicht günstig. Unter den Mitbürgern waren sie geachtet.
Über das weitere Schicksal der Familie ist hier nichts bekannt."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-386 ff.