Gauschießen
Gauschießen
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12. Juli 1929. Anzeige Gauschießen
Vaterlandsfreund, Nr. 162, 12. 7. 1929
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15. Juli 1929. Bericht vom Gauschießen
() Niederstetten, 15. Juli. Es war kein großes, aber ein gemütliches und gelungenes Fest, welches gestern der Schützenverein Niederstetten aus Anlaß des Gausschießens der Kleinkaliberschützen hier abhielt. Im Hofgarten sammelte sich der Festzug. Die fremden und hiesigen Vereine zogen, begleitet von den fröhlichen Marschweisen der Stadtkapelle, nach dem im Vorbachtale idyllisch gelegenen Schießplatz. Dort angekommen ergriff der Vorstand des Schützenvereins Niederstetten, Herr Kaminfegermeister Weimer, das Wort. Er begrüßte herzlich die vielen fremden Gäste, darunter die Vertreter der Sportverbände. Im weiteren Verlauf seiner Rede nahm Herr Weimer Bezug auf die Zeitgeschehnisse, besonders auf den Schandfrieden von Versailles. Nach der Begrüßungsrede wurde eifrig dem Schießsport gehuldigt. Zahlreiche schöne Preise boten Anregung zu eifriger Betätigung. Nachstehend einige Resultate: Gruppenschießen: 1. Kirchberg, 128 Ringe, 2. Herrentierbach, 120| Ringe, 3. Billingsbach, 109 Ringe, 4. Wiesenbach, 108 Ringe. Gaufahne: Billingsbach 136 Ringe. Klassenschießen: 1. Saam-Kirchberg, 43 Ringe, 2. Geismann-Schwarzenbronn, 42 Ringe, 3. Kellermann-Schwarzenbronn, 41 Ringe, 4. Gebert-Weikersheim, 40 Ringe. Vergnügungsschießen: 1. Hartmann-Creglingen, 34 Ringe, 2. Hüttner-Wildenthierbach, 33 Ringe, 3. Ruck-Wachbach, 32 Ringe und Fach-Niederstetten, 32 Ringe. Nach der Preisverteilung zogen die Festteilnehmer geschlossen zur Stadt zurück. Abends traf sich die Jugend im Löwensaale, wo eine wohlgelungene musikalische Unterhaltung der Stadtkapelle das Fest beschloß. Das Fest war besonders auch vom Wetter begünstigt. Der Schützenverein, welcher sich außerordentlich um das Gelingen des Festes bemüht und alles auf das Beste vorbereitet hatte, darf auf den schönen Verlauf des Festes mit Stolz zurückblicken.
Vaterlandsfreund, Nr. 165, 16. 7. 1929
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16. Juli 1929. Ergebnisse Gauschießen. Werbeveranstaltung Überlandwerk Ingelfingen-Hohebach
() Niederstetten, 16. Juli. Auf Wunsch tragen wir die 10 ersten Preisträger im Einzelnschießen des Gauschießens vom Sonntag nach: Vergnügungsschießen: Hartmann-Creglingen 34 R., Hütner-Wildentierbach 33 R., Ruck-Wachbach 32 R., Fach-Niederstetten 32 R., Bach.-Adolzhausen 31 R., Hopf-Weikersheim 30 R., Junghans-Niederstetten 30 R., Stapf-Langenburg 30 R., Sigg-Langenburg 30 R.; Klassen-Einzelnschießen: Saam-Kirchberg 43 R., Geymann-Schwarzenbronn 42 R., Kellermann-Billingsbach 41 R., Gebert-Weikersheim 40 R., Kilian-Oberrimbach 39 R., Utz-Wiesenbach 38 R., Meinigheim-Edelfingen 38 R., Hofmann-Kirchberg 38 R., Meinigheim-Ebertsbronn 38 R., Stapf-Langenburg 36 R.
() Niederstetten, 16. Juli. Das Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach hatte gestern unsere Damenwelt zu einem Vortrag über „Elektrisches Kochen mit Vorführungen u. Kostproben“ eingeladen. Zahlreiche Hausfrauen hatten dem Rufe Folge geleistet. Eine verlockende Auswahl von Haushaltungsgeräten war zur Schau gestellt. Mannigfache Einzelkoch- und Bratgeräte, Kochherde verschiedener Systeme, hübsche kleine Warmwasserspeicher für den Waschtisch, Oefen, Bügeleisen, Staubsauger u. a. Herr Ingenieur Rösler begrüßte die Versammlung und gab interessante, allgemeine Ausführungen über das obige Thema. Vor 40 Jahren sei die Hausfrau dem Kochen mit Gas mit der gleichen Zurückhaltung entgegengetreten, wie dies heute dem elektrischen Kochen gegenüber geschehe. Ueber die Reinlichkeit der elektrischen Küche bestehe wohl kein Zweifel. Die wichtigste Frage, welche zu lösen war, sei diejenige der Apparate gewesen. Die Technik habe darin so große Fortschritte aufzuweisen, daß die heutigen Apparate allen Anforderungen an Brauchbarkeit, Billigkeit und Haltbarkeit entsprechen. Grundsatz müsse sein, daß mit der Wärme sparsam umgegangen werde und daß die Wärme sorgfältig ausgenützt werde. Die elektrische Kraft soll Nerven und Arbeitskraft sparen. Die einzige Frage, welche der Lösung harre, sei die Kapitalfrage. Hier komme das Werk durch große Zahlungserleichterung und eine wahrscheinlich in aller Kürze erfolgende Strompreisverbilligung entgegen. An Hand des Verbrauchs an Strom in einigen hiesigen Familien, welche seit Jahren elektrische Küchen und Warmwasserspeicher benützen, wies Herr Ingenieur Rösler die Wirtschaftlichkeit der elektrischen Küchengeräte nach. Frau Dinkel-Freiburg hielt einen interessanten Vortrag über den Kochapparat „Oekonom“. Sie kochte dabei Bouillon, verfertigte Schnitzel, buck Kuchen und durch Ablesen des Zählers konnte sich jedermann von der Billigkeit der elektrischen Küche überzeugen. Daran schloß sich als angenehm empfundene Aufmerksamkeit des Ueberlandwerks eine Verlosung vieler nützlicher Gegenstände. Jedenfalls zeigten die beiden Vorträge, daß das elektrische Kochen verdient, in der bürgerlichen Küche mehr als bisher Beachtung zu finden. Denn es sei ein Irrtum zu glauben, daß die Ausgaben für elektrischen Strom Mehrausgaben sind, welche den Haushaltsetat belasten. Ihnen stehen ja auch wieder Ersparnisse an Holz und Kohlen gegenüber. Die Versammlung hat auch gezeigt, daß das Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach in erfreulicher Weise bestrebt ist, zu seinen Abnehmerkreisen in guten Beziehungen zu stehen.
Vaterlandsfreund, Nr. 166, 17. 7. 1929
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17. Februar 1931. Sanitätskolonne - Generalversammlung des Schützenvereins
() Niederstetten, 17. Febr. Am 16. März findet hier eine Prüfung unserer erst kurz bestehenden Sanitätskolonne durch eine Kommission vom Roten Kreuz statt. Endzweck der Prüfung ist die Aufnahme der Sanitätskolonne in den Verband des Roten Kreuzes. Die Uebung findet in aller Oeffentlichkeit an der Wildentierbacherstraße statt und wird gewiß viele Interessenten hierherbringen. Voraussichtlich kommen auch andere benachbarte Sanitätskolonnen hierher.
() Niederstetten, 17. Febr. (Schützenverein). Am letzten Sonntag hielt der Schützenverein im Gasthaus An Löwen seine Generalversammlung ab. Herr Vorstand Weimer sen. eröffnete die Versammlung mit mahnenden Worten, auch in der gegenwärtigen kritischen Zeit, als deutsche Männer in Wort und Tat das Ansehen des Vereins zu heben und zu stärken. Es folgte der Tätigkeitsbericht. „Festzustellen war, daß die Beteiligung an dem regelmäßigen Schießen sehr abgenommen hat, was auf die Geldknappheit der jungen Leute und die Arbeitslosigkeit. zurückgeführt wurde. Der Verein kann auf eine Reihe schöner Erfolge zurückblicken. Zum drittenmal errang er beim Gauschießen den ersten Preis (silbernen Pokal) zum zweitenmal die Gaufahne, dazu kommen verschied. Reichsauszeichnungen. Bei der Neuwahl lehnte der seitherige, bewährte Vorstand, seine Neuwahl, trotz großer Bemühungen der Versammlung ab. Zum ersten Vorstand wurde hierauf Herr Förster Müller gewählt. Herr Kaminfegermeister Weimer sen. wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach Erledigung mehrerer fachtechnischer Fragen schloß die einmütig verlaufene Versammlung.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 40, 18. 2. 1931
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23. Februar 1930. Hauptversammlung des Schützenvereins
Niederstetten. Am letzten Sonntag, den 23. Februar, fand die diesjährige Hauptversammlung des hies. Schützenvereins im Vereinslokal zur Krone statt. Der Vorstand, Herr Kaminfegermeister Weimer sen., begrüßte die anwesenden Mitglieder und gab seinen Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr bekannt, aus welchem hervorging, daß das verflossene Schießjahr ein arbeitsreiches und auch von Erfolg gekröntes Jahr war, haben wir doch das Gauschießen in unseren Mauern abgehalten, welches vom Wetter sehr begünstigt und auch einen zahlreichen Besuch aufzuweisen hatte. Der Vorstand dankte allen, welche zum Gelingen des Festes beigetragen haben, auch dankte er den Spendern der Ehrengaben. Weiter erzielte der Verein dieses Jahr zum wiederholten Mal beim diesjährigen Landesschießen die Gaumeisterschaft, ferner wurde Mitglied Alfons Fach Bezirksmeisterschütze für 1 Jahr, ebenso hat der Verein den zweitbesten Jungschützen des Landes Robert Zoller zu verzeichnen. Der Vorstand überreichte den Schützen die vom Reichs- und Sportverband verliehenen Auszeichnungen mit den Worten des Dankes und ermahnte die Mitglieder auch fernerhin, dem edlen Schießsport die Treue zu bewahren. Der Kassier Wolff gab hierauf den Kassenbericht bekannt, aus welchem zu entnehmen ist, daß das Vermögen ca. 800 M. beträgt, ein Beweis, daß hier sparsam gewirtschaftet wird. Der Ausschuß wurde neu gewählt und die neugewählten Mitglieder nahmen ihre Aemter an. Die Vorstandschaft wird laut Satzungen nur alle 3 Jahre gewählt. Der übliche Fastnachtsball fällt dieses Jahr der traurigen Lage des Reichs und der Geldknappheit wegen aus, Das Uebungsschießen wird neu geregelt. Nachdem noch verschiedene schießtechnische Fragen erledigt wurden, konnte der Vorstand die in jeder Hinsicht schön verlaufene Versammlung mit Worten des Dankes und zur weiteren Zusammenarbeit des edlen Schießsports schließen, worauf stehend noch von allen Anwesenden das Deutschlandlied gelungen wurde.
Vaterlandsfreund, Nr. 48, 27. 2. 1930