Gebrüder Jung

Gebrüder Jung

  • 14. Februar 1938. Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 14. Febr. (Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren.) Der Bürgermeister berichtete in der letzten Sitzung über das Ergebnis der Güterverpachtung. Der erzielte jährliche Pachtpreis mit rund 2600 RM. bleibt 1100 RM. gegenüber dem bisherigen Pachterlös zurück. Der Grund hiefür ist, daß einerseits der Pacht für die "Burgwiesen", die bisher zu teuer waren, um 50 Prozent zurückgegangen ist, und daß andererseits für die Heftenteile, die bisher um 15 RM. durchschnittlich jährlich verpachtet waren, nur noch durchschnittlich 8 RM. geboten wurden. Die Güterverpachtung wird vom Bürgermeister nicht genehmigt. Es erfolgt eine neue Verpachtung der Heftenteile und zwar in der Weise, daß wegen einer künftigen günstigeren Bewirtschaftung immer 2 Teile miteinander verpachtet werden. Bisher hatten die Pächter schon zum größten Teil 2 Teile gepachtet, die allerdings oft nicht. beieinander gelegen sind. — Im letzten Jahr hat die Stadtgemeinde die Kosten für den bei der Frühjahrsspritzung, der Obstbäume mitwirkenden Baumwart getragen. Auch in diesem Jahr werden diese Kosten wieder auf die Stadtkasse übernommen, künftig haben jedoch die Obstbaumbesitzer für diese Kosten selbst aufzukommen. — Der Pächter des städt. Gutshofes "Rehhof" hat den Antrag gestellt, die Dunglege entsprechend den heutigen Anforderungen zu vergrößern. Nachdem feststeht, daß die Dunglege viel zu klein ist, wird dieselbe unter gewissen Bedingungen, die der Pächter zu erfüllen hat, vergrößert. Eine Besichtigung des Gutshofes durch die Beigeordneten und Ratsherren wird in nächster Zeit stattfinden. — Zur Vergrößerung des Holzlagerplatzes und zur Schaffung einer besseren Zufahrt benötigen die Gebr. Jung das zwischen dem Lagerplatz und der Oberstetterstraße gelegene Grundstück des K. Blumenstock mit zusammen 3 Ar. Blumenstock ist zur Abtretung bereit, verlangt jedoch als Ersatz ein anderes Grundstück. Die Stadtgemeinde wird an Blumenstock von der Parz. Nr. 761/1 am Wehrkanal ein Grundstück in gleicher Größe abtreten. Den Kaufpreis mit 1 RM. pro Quadratmeter haben die Gebr. Jung zu tragen. — Anschließend wurden Verwaltungsangelegenheiten und Kenntnisnahmen erledigt.

    Der Franke, 14. 2. 1938

  • 22. April 1938. Beratungen mit Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 22, April. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Bisher wurde in der Pumpstation ein Rohölmotor verwendet, künftig wird zu Pumpzwecken der verbilligte Nachtstrom Verwendung finden. Zu diesem Zweck erfolgt der Einbau eines Ventilschalters mit Schnellschlußventil. Mit Rücksicht auf die Kosten, die durch den Milcherhitzungszwang entstehen, sucht die Milchverwertungsgenossenschaft um Nachlaß ihres Wasserzinses nach. Ein völliger Nachlaß des Wasserzinses ist nicht möglich, dagegen wird der angesetzte Wasserzins auf 50 Prozent ermäßigt. Nachdem die Wasserentnahme künftig eine geringere sein wird, kommt in Zukunft eine Ermäßigung des Wasserzinses nicht mehr in Frage. Die Zuführung der Wasserleitung in den Schulgarten wird genehmigt. In der Nachlaßsache H. Ney wird als Nachlaßpfleger Stadtpfleger Pflüger vorgeschlagen. Gegen die Errichtung einer Einfahrt von der Oberstettenerstraße zum Holzlagerplatz durch die Firma Gebrüder Jung wird nichts eingewendet. Der Wert des zu entfernenden Apfelbaumes wird auf 60 RM. festgesetzt. Die Abrechnung über die letzte Vorstellung der Landesbühne: "Kleiner Mann, ganz groß", wird bekanntgegeben. Die Vorstellung war mit über 500 Besuchern sehr gut besucht. Die NS.-Kulturgemeinde beabsichtigt, die Hälfte der Sitzplätze in der Turnhalle zu erhöhen und wird später nach Gründung des Besucherrings wegen einem Beitrag, der allerdings wieder zurückbezahlt wird, an die Stadtgemeinde herantreten. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Farreneinkaufskommission bei der Versteigerung in Hall einen Jungfarren um den Preis von 2020 RM. gekauft hat. — An dem Brunnen im Eichhof wird eine Pflasterung durchgeführt. Der von dem Juden Bernheimer früher gestiftete Brunnen bei der Apotheke (sogenannter Heimatbrunnen) verschandelt das Ortsbild, er wird deshalb in nächster Zeit entfernt und durch einen neuen Brunnen ersetzt. Soweit das Wasser des Röhrenbrunnens nicht für den neuen Brunnen benötigt wird, wird dasselbe der Milchverwertungsgenossenschaft zur Ergänzung ihrer Brunnenanlage zur Verfügung gestellt. — Anläßlich der Goldenen Hochzeit der Ehepaare Dod und Käser wird den Jubelpaaren das übliche Geschenk aus der Stadtkasse verwilligt. — Mit Wirkung vom 1. April d. Js. wird der Stundenlohn für Pferdegespanne wie folgt erhöht, Zweispänner von 1,10 RM. auf 1,30 RM,, Einspänner von 70 Pfg. auf 85 Pfg. — Der bisherige Führer der freiw. Feuerwehr, Ratsherr Streitberger, hat altershalber sein Amt als Oberbrandmeister niedergelegt. Der Bürgermeister spricht dem aus dem Amt Scheidenden den Dank der Stadtverwaltung aus. Als Nachfolger wird dem Oberamt vorgeschlagen der bisherige Brandmeister Ratsherr R. Knenlein, als dessen Stellvertreter der bisherige Löschmeister Alb. Kleinhanß, Sattlermeister. — Bürgersteuer — und Wasserzinsangelegenheiten.

    Der Franke, 23. 4. 1938