Generalversammlung
Generalversammlung
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17. Februar 1931. Sanitätskolonne - Generalversammlung des Schützenvereins
() Niederstetten, 17. Febr. Am 16. März findet hier eine Prüfung unserer erst kurz bestehenden Sanitätskolonne durch eine Kommission vom Roten Kreuz statt. Endzweck der Prüfung ist die Aufnahme der Sanitätskolonne in den Verband des Roten Kreuzes. Die Uebung findet in aller Oeffentlichkeit an der Wildentierbacherstraße statt und wird gewiß viele Interessenten hierherbringen. Voraussichtlich kommen auch andere benachbarte Sanitätskolonnen hierher.
() Niederstetten, 17. Febr. (Schützenverein). Am letzten Sonntag hielt der Schützenverein im Gasthaus An Löwen seine Generalversammlung ab. Herr Vorstand Weimer sen. eröffnete die Versammlung mit mahnenden Worten, auch in der gegenwärtigen kritischen Zeit, als deutsche Männer in Wort und Tat das Ansehen des Vereins zu heben und zu stärken. Es folgte der Tätigkeitsbericht. „Festzustellen war, daß die Beteiligung an dem regelmäßigen Schießen sehr abgenommen hat, was auf die Geldknappheit der jungen Leute und die Arbeitslosigkeit. zurückgeführt wurde. Der Verein kann auf eine Reihe schöner Erfolge zurückblicken. Zum drittenmal errang er beim Gauschießen den ersten Preis (silbernen Pokal) zum zweitenmal die Gaufahne, dazu kommen verschied. Reichsauszeichnungen. Bei der Neuwahl lehnte der seitherige, bewährte Vorstand, seine Neuwahl, trotz großer Bemühungen der Versammlung ab. Zum ersten Vorstand wurde hierauf Herr Förster Müller gewählt. Herr Kaminfegermeister Weimer sen. wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach Erledigung mehrerer fachtechnischer Fragen schloß die einmütig verlaufene Versammlung.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 40, 18. 2. 1931
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18. März 1931. Generalversammlung des Gewerbevereins - Bezirksnotar Kochendörfer gestorben
() Niederstetten, 18. März. In der Schindwolf'schen Wirtschaft fand gestern abend die Generalversammlung des Gewerbevereins statt. Die Versammlung wies eine guten Besuch auf, aber mit Rücksicht auf die große Mitgliederzahl wäre es doch erwünscht, daß die Gewerbetreibenden ihrer Organisation ein größeres Interesse entgegenbrächten. Die Versammlung wurde vom Vorstand, Herrn. Bäckermeister Hirsch, eröffnet. Einleitend wies dann Herr Hirsch auf die Bedeutung der Handwerkswoche hin, bei welcher alle Stände, beim Reichspräsidenten angefangen, sich zusammentun, um dem Handwerk in seinem schweren wirtschaftlichen Kampfe zu helfen. Die Handwerkswoche soll durch geeignete Propaganda dazu helfen, das Handwerk zu heben. Durch sie soll auch die Regierung darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Steuern und sozialen Lasten, welche auf dem Handwerk ruhen, gemindert werden müssen. Der Ansprache des Vorstandes folgte die Verlesung der Protokolle und des Kassenberichtes. Nachdem Vorstandschaft und Ausschuß erklärt hatten, eine Wiederwahl anzunehmen, wurde die Wiederwahl derselben durch Zuruf vollzogen. Dann fand die weitere, umfangreiche Tagesordnung Erledigung. Der Gewerbeschule wurde ein Beitrag zu ihrer Schlußfeier bewilligt. Auf eine Eingabe des Gewerbevereins Enzberg, mit Nachdruck auf eine Ermäßigung der diesjährigen Schätzungen hinzuwirken, wurde beschlossen, eine abwartende Stellung einzunehmen. Lebhaftes Interesse erweckten Mitteilungen über eine in Crailsheim stattgehabte Besprechung von Vertretern des Handwerkes (Schmiede, Wagner, Sattler) mit Vertretern der Landwirtschaft. Die letzteren verlangten einen allgemeinen Preisabbau von 20 Prozent. Diesem Verlangen konnte aber das Handwerk bei der Verschiedenheit der Arbeiten und dem in diesen Dingen schon jetzt in Berechnung gezogenen Preisabbau nicht entsprechen. Es wäre schließlich bei 10 Prozent fast zu einer Einigung gekommen, als durch eine Bemerkung eines Vertreters der Landwirtschaft die Verhandlungen scheiterten. Die Handwerkskammer Heilbronn berichtet ausführlich über eine neue Gründung innerhalb des württ. Handwerks, eines Landesverbandes des württ. u. hohenz. Handwerkes. Diese Gründung wurde nach diesem Bericht hauptsächlich von der Handwerkskammer Stuttgart, unter Beiseitesetzung der anderen Handwerkskammern und sonstiger wichtiger Handwerksorganisationen, in das Leben gerufen. Handwerkskammer Heilbronn nimmt eine ablehnende Haltung ein. Die Handwerkerkrankenkasse beschwert sich über die Konkurrenz anderer Krankenkassen. Von Mitgliederseite wurde verlangt, daß sich die Leistungen der Handwerkerkrankenkasse den privaten Krankenkassen anpassen solle. Insbesondere wurde verlangt, daß Mitglieder, bei Nichtanspruchnahme der Kasse Zurückvergütung erhalten. Der Betrag für Zahnhilfe sei nicht genügend. Kritik wurde auch an der Abholegebühr von 10 Pf. geübt.
() Niederstetten, 18. März. In Ellwangen starb Herr Bezirksnotar Kochendörfer. Herr Kochendörfer war auch 12 Jahre hier als Notar tätig. Mit reichen Gaben des Geistes und des Herzens versehen, erwarb er sich hier hohe Achtung und erfreute er sich allseitiger Beliebtheit. Hr. Notar Kochendörfer wurde in seiner Heimat Michelbach a. L. zur letzten Ruhe gebettet.
Vaterlandsfreund, Nr. 65, 19. 3. 1931
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19. Februar 1930. Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr. - Vorführung von Feuerlöschfahrzeugen
() Niederstetten, 19. Febr. Am letzten Samstag fand im Saale des Gasthofes zum „Ochsen“ die Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr statt. Herr Kommandant Karl Streitberger richtete an die Mannschaft herzliche Begrüßungsworte. Nach Verlesung des Tätigkeits- und Kassenberichtes wurde in die Beratungen eingetreten. Beschlossen wurde die Beschaffung von Dienströcken für die Hydrantenmannschaft. Kenntnis genommen wurde von einem Schreiben der Reichsbahn, nach welchem der hiesigen Feuerwehr zur Hilfeleistung bei Eisenbahnunfällen die Strecke Schrozberg-Weikersheim zugeteilt wurde. Ferner lag ein Schreiben der Firma Magirus-Ulm vor, welche mitteilte, daß sie am heutigen Tage ihre Motorspritzen und mechanischen Leitern vorführen werde. Die Generalversammlung war vom Geiste der Kameradschaft und der Nächstenhilfe getragen und verlief sehr harmonisch.
() Niederstetten, 19. Febr. Seit Ford seine großen Automobilreklamezüge in die Welt sandte, hat das Wort „Karawane“ Weltbedeutung erlangt. Heute war hier eine „Magirus-Karawane“. Vier, dem Feuerlöschdienst dienende Gefährte, eines schöner als das andere, wurden von der Fabrik Magirus-Ulm vorgeführt. Zunächst war dies bei einer mechanischen Automobilleiter der Fall. Mit überraschender Schnelligkeit war die Spitze auf 20 Meter hochgeklettert und mancher unserer in Reih und Glied stehender Feuerwehrleute, erklärte offen, da steige er nicht hinauf. Ebenso leicht wurde die Leiter nach allen Seiten und in verschiedene Winkelhöhen gedreht. Alle Bewegungen waren fast elegant zu nennen. Selbstverständlich wurden alle Manöver durch Motorkraft bewirkt. Der Preis dieser schönen Leiter ist mit 18 000 M an sich nicht hoch, aber kleine Landgemeinden werden sich das schöne Gerät doch versagen müssen. Ferner fand eine „Goliath“- Kleinmotorspritze Vorführung. Es wurden einer bis vier Schläuche angelegt und die Leistung war erstaunlich. Die Motorspritze ruht auf einem Handwagen, welcher leicht transportabel ist und sich auch an andere Gefährte ankuppeln läßt. Der Preis der „Goliath“-Motorspritze mit Wagen stellt sich auf etwa 3 000 M. Bei den von der Landesfeuerkasse und der Korporation geleisteten Beiträgen, verbleibt für die Gemeinden nur ein kleiner Teil dieser Summe. Es ist also größeren Landgemeinden die Möglichkeit gegeben, dieses moderne Feuerlöschgerät anzuschaffen. Ein Vertreter der Firma Magirus gab über die technischen und finanziellen Einzelheiten erschöpfende Auskunft. Von hier aus fuhr die Magiruskarawane nach Weikersheim, wo sie gewiß auch Interesse gefunden hat.
Vaterlandsfreund, Nr. 42, 20. 2. 1930
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23. März 1930. Generalversammlung des Gewerbevereins
() Niederstetten, 23. März. Es ist bedauerlich, daß die Versammlungen des Gewerbevereins nicht die Beachtung in den Gewerbekreisen finden, welche sie verdienen. Denn die zur Sprache gebrachten Angelegenheiten des Gewerbes und auch der Gemeinde veranlassen immer fruchtbare Redegefechte. Es scheint aber, daß die Teilung der Interessen des Handwerks in organisierte Einzelinnungen, den Gewerbevereinen schadet. Die gestrige Generalversammlung des Gewerbevereins wies denn einen im Verhältnis zur Mitgliederzahl recht schwachen Besuch auf. Herr Vorstand Hirsch eröffnete die Versammlung. Er entwarf einen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung des letzten Jahres, welches auch für das Handwerk kein gutes Jahr war. Doch dürfe auch der Handwerker den Mut nicht sinken lassen. Den Schluß der Rede des Vorsitzenden bildete eine Ehrung der Toten des vergangenen Jahres, zu deren Ehre sich die Mitglieder der Versammlung von den Sitzen erhoben. Hierauf erstattete Herr Schriftführer Glasermeister Otto den Tätigkeitsbericht des Vereins. Die Mitgliederzahl beträgt 91. Herr Richard Knenlein verlas den Kassenbericht. Besonders bemerkenswerte Einnahmen oder Ausgaben waren nicht vorhanden. Die Filmvorführungen erbrachten dem Verein ein wesentliches Manko. Bei den Neuwahlen wurden Herr Gastwirt und Metzgermeister Bieck und Hr. Schneidermeister Schmidt dem Ausschuß zugewählt. Von einer Einladung zu der Gewerbeschau nach Schrozberg (4. bis 11. Mai) wurde Kenntnis genommen. Eine lebhafte Debatte entspann sich über ein Schreiben des Verbandes der württ. Gewerbevereine und Handwerkerverbände, wegen der Haltung des Vorstandes gegenüber der Krankenkasse des Verbandes. Während einerseits betont wurde (aus den Kreisen der Versammlung heraus), daß diese Krankenkasse als Fürsorgeinstitut des Verbandes unterstützt werden müsse, wurde andererseits dargelegt, daß diese Einrichtungen an sich mit den Bestrebungen der Gewerbevereine nichts zu tun haben und daß es jedem Mitglied freistehen müsse, wie es sich dazu stellen will. Recht lebhaft wurde über den kommenden Schulhausbau und die Vergebung der Arbeiten debattiert und die anwesenden Gemeinderäte hatten einen harten Stand. Einzelne Handwerker verlangten, daß die Arbeiten nur unter hiesigen Handwerkern ausgeschrieben werden sollen. Auswärtige Handwerker würden aus persönlichen Gründen besonders niedere Angebote einreichen. Dagegen wurde geltend gemacht, daß das Gebäude auch mit Staatsbeitrag gebaut würde und daß auch die Interessen der Steuerzahler verlangen, daß die Kosten des Gebäudes möglichst niedrig bleiben. Selbst wenn die Arbeiten nur unter hiesigen Handwerkern ausgeschrieben würden, könnte es in den Branchen, wo mehrere Meister vorhanden sind, Mißstimmung geben. Bestmögliche Berücksichtigung der ortsansässigen Gewerbe sei selbstverständlich und, sei immer vom Gemeinderat geübt worden. Aber auch diese Debatte verlief ohne jede Schärfe, sodaß der Vorstand mit dem Ausdruck des Dankes die Versammlung schließen konnte.
Vaterlandsfreund, Nr. 69, 24. 3. 1930
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26. Januar 1931. Tanzkurs-Schlußball - Generalversammlung des Turnvereins - Erste-Hilfe-Vortrag
() Niederstetten, 26. Jan. Ueber einen Schlußball eines Tanzkurses berichten wir im allgemeinen nicht. Wenn ein Tanzkurs aber 23 Paare hat und diese 23 Paare andere 92 Paare aus allen Teilen der Bürgerschaft zum Schlußball einladen, dann wird dieser Schlußball auch für eine kleine Stadt ein gesellschaftliches Ereignis. Das war denn auch der am Samstag stattgehabte Schlußball der Tanzschule Geiger-Mergentheim in den Löwensälen. An der Mitteltafel ein Kranz lieblicher Jugend, gehoben durch die zahlreichen Sträuße herrlicher Blumen, rings herum die Ballmütter und Ballväter und noch viele tanzlustige Jugend. Die jungen Leute zeigten auch, daß sie vorzüglich tanzen gelernt hatten — ihr erstes Debut auf dem Parkett (eigentlich Pitch-pin) der Gesellschaft verlief recht erfolgreich u. hoffentlich gelingt es ihnen auf dem Parkett des Lebens ebenso erfolgreich zu werden. Der Jugend gehört ja die Zukunft. Erfreulich war auch zu sehen, daß der alte Walzer wieder hoch in Ehren steht. Herr Oberndörfer-Sichertshausen begrüßte recht nett die Gäste, das Tanzlehrerehepaar Greiner-Geiger, die Tanzschüler des Tanzkurses „Liebeswalzer“ und überreichte dem Tanzlehrerehepaar ein schönes Geschenk. Die Musik stellte Herr Fleckenstein-Mergentheim und er wirkte selbst mit. Daß das eine gute und keine gewöhnliche Tanzmusik war, kann man sich denken. Von allen Stücken sei nur die glänzend gespielte Francaise aus der „Fledermaus“ genannt.
() Niederstetten, 26. Jan. Der Turnverein hielt gestern im Melber'schen Saale seine Generalversammlung ab. In Hinsicht auf die Größe und Bedeutung des Vereins wäre eine bessere Beteiligung zu wünschen gewesen. Wohl zum ersten Male war auch die Frauenriege vertreten. Herr Vorstand Streitberger begrüßte die Versammlung und gedachte der Toten des Vereins. Der Jahresbericht des Schriftführers gab ein schönes Bild von erfolgreichem turnerischen Schaffen des Vereines und von gelungenen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Bericht des Kassierers zeigte, daß der Verein auch finanziell gut gearbeitet hat. Besonders durch die Durchführung der Wirtschaft in eigener Regie konnte ein weiterer Teil der Bauschulden abgetragen werden, Aus den Berichten der Turnwarte ist hervorzuheben: Die Zahl der Jugendturner hat sich nach der letzten Jugendveranstaltung fast verdoppelt. Es wird über mangelnde Beteiligung seitens der aktiven Turner an den Turnstunden geklagt. Der Oberturnwart bemerkte sehr richtig, daß wer turnt, dies nicht dem Verein, sondern sich selbst zu Liebe tut. Die Wahlen ergaben: 1. Vorstand: Streitberger, 2. Vorstand: Hauptlehrer Gerheißer (neu), Kassier: Rüger, Schriftführer: Kreutzmann, Oberturnwart: Kleinhanß, Turnwart: Stadtpfleger Pflüger, Jugendturnwart: Keppler, Frauenturnwart Kleinhanß. Hr. Vorstand Streitberger dankte für die Wiederwahl und dankte zugleich allen Funktionären, der Wirtschaftskommission und den Damen des Vereines, welche sich dieser zur Verfügung gestellt hatten. In der sich anschließenden Aussprache regte Oberturnwart A. Kleinhanß an, die Monatsversammlungen sollten durch gebotene geistige Darbietungen auf turnerischen und allgemeinen Gebieten anregender gestaltet werden. Herr Bürgermeister Schroth regte an, durch Schaffung eines Aufenthaltsraumes mit guter Lesegelegenheit, Gelegenheit zu musikalischer Betätigung und sonstiger geistiger Anregung die Jugend von der Straße fernzuhalten. Die Versammlung nahm einen harmonischen Verlauf.
() Niederstetten, 26. Jan. Der landw. Hausfrauenverein hatte gestern einen Vortragsabend im Postsaale veranstaltet. Frl. Siebert von der württ. Landwirtschaftskammer hielt einen Lichtbildervortrag über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“. Der Vortrag war durch eine Reihe erklärender Lichtbilder unterstützt. Der Besuch war nicht sehr zahlreich.
Vaterlandsfreund, Nr. 21, 27. 1. 1931
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26. Mai 1934. Generalversammlung des Männergesangvereins
Niederstetten, 26. Mai. Der Männergesangverein hielt am gestrigen Abend im Postsaal seine Generalversammlung ab. Die Sängerschar war dem Vereinsbericht zufolge am Laufe des Jahres sehr rührig. Besondere Höhepunkte waren die im Sommer und zur Weihnachtszeit veranstalteten Gesangskonzerte, bei denen d. Sänger jeweils glänzende Proben ihres Könnens ablegten, was der Verein insonderheit der sechsjährigen Arbeit des Chormeisters Fleckenstein zu danken hat. Der Kassier konnte noch einen bescheidenen Ueberschuß aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr auf neue Rechnung vortragen. Zu Ehrensängern wurden für über 25jährige Sängerzeit die Herren Fischer und Meider ernannt. Weiterhin wurden für über 25jährige Sängerzeit die Herren Emmert, Hermann, Hönig, Melber und Schneider Julius mit der silbernen Ehrennadel geehrt. Vom Vorsitzenden des Hohenloher Sängerkreises wurde der seitherige Vorstand Julius Schneider wieder ernannt, dieser wiederum berief seine bisherigen Mitarbeiter als Vorstands- und Beiratsmitglieder. Die Satzungen d. DSB. wurden für den Verein für verbindlich erklärt. Das Hauptziel der Sänger für diesen Sommer ist das Landessängerfest in Heilbronn, bei dem sie sich die Aufgabe gestellt haben, mit dem Chor „Matrosenblut“ von Neumann am Gesangswettstreit im gehobenen Volksgesang teilzunehmen. Möge ihre Mühe von gutem Erfolg begleitet sein. Auf Vorschlag des Vereinsvorstandes wird der seitherige Männergesangverein den Namen „Liederkranz" führen, und zwar mit der Begründung, daß vor über 90 Jahren in hiesiger Stadt ein Gesangverein unter diesem Namen ins Leben gerufen wurde, dessen Fahne dem heutigen Verein — der aus den beiden früheren Vereinen Liederkranz und Harmonie nach dem Weltkrieg gebildet wurde — noch voran weht, so daß es ein Akt der Pietät an längst Vergängenes ist. T[au]b[er]z[eitung].
Der Franke, Nr. 121, 29. 5. 1934
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30. Januar 1934. Generalversammlung des Schützenvereins
Niederstetten, 30. Jan. (Generalversammlung des Schützenvereins.) Unter dem Vorsitz des seitherigen Vorstandes, Schreinermeister Julius Wolf, fand am 21. Januar im Lokal „Ochsen” die diesjährige Hauptversammlung statt. Aus dem Kassenbericht war zu entnehmen, daß im abgelaufenen Jahr sparsam gewirtschaftet wurde und dem Verein heute noch Barmittel zur Verfügung stehen. Den Aufzeichnungen des Schriftführers ist zu entnehmen, daß der Schießbetrieb des abgelaufenen Jahres zu wünschen übrig ließ. Grund hiefür war jedoch die außerordentliche Inanspruchnahme der Mitglieder im Jahre der nationalen Erhebung. Schriftführer und Ehrenvorstand Weimer gab der Hoffnung Ausdruck, daß das bevorstehende Schießjahr für unseren Verein einen erheblichen Auftrieb bringen möchte. Der seitherige Vorstand Wolf erklärte eine Neuwahl nicht mehr annehmen zu können. Zum letzten Mal wurde nun die seither übliche Wahl durch Abstimmung angenommen und zum Führer des Vereins Josef Fach-Dreischwingen gewählt. Dieser übernahm hierauf den Vorsitz. Er sprach seinen Dank allen im Vereinswesen tätig gewesenen und im Besonderen dem seitherigen Vorstand Wolf aus. Als seine Mitarbeiter bestimmte er: Kassier wie bisher, Bankleiter Willy Schuster, Schriftführer wie bisher, Ehrenvorstand Weimer. Als stellv. Führer wurde Ortsgruppenleiter Thomas, als erster Schießleiter wie seither, Truppführer Neubert, und als Ersatz Hermann Scharpf und Gottlob Linder und als weitere Mitarbeiter wurden die seitherigen Ausschußmitglieder bestimmt. Im neuen Jahr soll vor allen Dingen der weitere Ausbau der Schießanlage durchgeführt werden. So im Besonderen die Anbringung von Zugscheiben. Den Formationen der SA. wurde die Schießanlage zur Verfügung gestellt. Jedoch sind mit diesen noch besondere Verhandlungen wegen der Benützung zu pflegen. Der Führer des Vereins schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß das neue Schießjahr im erwachten Deutschland auch mit Hinsicht auf die Wichtigkeit des Schießsportes seinen Aufstieg zeigen möge. Mit einem Sieg Heil auf den Führer schloß die Versammlung.
Der Franke, Nr. 24, 30. 1. 1934
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31. Januar 1933, Generalversammlung des Turnvereins
Niederstetten, 31. Jan. (Generalversammlung des T.- V.). Bei guter Beteiligung nahm die Generalversammlung des Turnvereins einen harmonischen Verlauf. Vorstand Streitberger eröffnete die Versamlung [!] mit einem Gedenken der Toten des Vereins. Die anschließend folgenden Berichte der Vereinswarte ließen noch einmal die Erfolge des Vereins im abgelaufenen Turnjahr an uns vorüberziehen und zeugten von ihrer aufopfernden Hingabe an die Turnsache. In jedem Bericht wurde ein Problem, nämlich die Erfassung und Eingliederung der Jugend in den Turnbetrieb, von verschiedenen Seiten beleuchtet. Bürgermeister Schroth regte als Ueberparteiischer eine Verschmelzung von Turn- und Sportverein an. Oberturnwart A. Kleinhanß erklärte die Bereitwilligkeit des Turnvereins zu diesem Schritt und gab auch noch Fingerzeige für die Durchführung. Schließlich konnte noch eine das Jugendturnen betreffende Angelegenheit geklärt werden. Die nun folgenden Wahlen brachten folgende Aenderung: Fr. Pflüger übernimmt die Leitung der Turnerinnenabteilung, W. Keppler wird 1. Turnwart. Mit einigen Turnerliedern wurde die Versammlung beschlossen.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 26, 1. 2. 1933, S. 4)
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9. März 1930. Generalversammlung des Männergesangvereins
* Niederstetten, 9. März. Der Männergesangverein hielt am Samstag abend im Melberschen Saal seine Generalversammlung ab. Vorstand Julius Schneider eröffnete und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Den Tätigkeitsberichten ist zu entnehmen, daß der Verein 65 Singproben, die von den Sängern sehr zahlreich besucht waren, abgehalten hat. Oeffentlich ließ sich der Verein in 3 Konzerten hören. Seine Hauptarbeit galt dem Wertungsgesang beim Schwäbischen Liederfest in Ulm, bei dem die Sängerschar im erschwerten Volksgesang einen sehr guten Erfolg hatte. Der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 170, davon sind 50 aktive Sänger. Im abgelaufenen Vereinsjahr hatte die Kasse einen Umsatz von 1 900 M. Ein Piano kann der Verein sein eigen nennen. Als nächstes Ziel sieht der Arbeitsplan ein Konzert im hiesigen Löwensaale vor und am 18. Mai die Beteiligung der Sänger mit den Vereinen Sängerkranz Mergentheim und Lauda zusammen bei einem Konzert in Bad Mergentheim. Der Verein hat sich unter der tüchtigen Leitung von Chormeister Fleckenstein auf eine gesangliche Höhe gearbeitet, die er zuvor noch nicht erreicht hatte.
Vaterlandsfreund, Nr. 58, 11. 3. 1930