Hausierer

Hausierer

  • 14. September 1931. Betrügerischer Hausierer festgenommen

    () Niederstetten, 14. Sept. Vor etwa 14 Tagen ist in der hiesigen Umgebung ein angeblich stummer Hausierer aufgetreten, welcher Taschentücher verkaufte. Den Leuten zeigte er eine Bescheinigung vor, in der ihm bestätigt wird, daß er durch einen im Kriege erhaltenen Kopfschuß seine Sprache vollständig verloren habe. Außerdem sei er Vater von kleinen Kindern. Die Bescheinigung wies auch einen amtlichen Stempel auf. Um bei den Leuten die Kauflust zu wecken, täuschte er sie dadurch, daß er Namen der Käufer in sein Notizbuch schreiben ließ. Die Stückzahl und den Preis setzte er jedoch selbst ein. So kam es vor, daß Leute, welche nur ein oder gar kein Taschentuch gekauft hatten, als Käufer von einem halben Dutzend Taschentücher aufgeführt waren. Am 2. Sept. gelang es dem hiesigen Landjäger, den Hausierer, der in der Pfalz wohnhaft ist, festzunehmen. Es stellte sich heraus, daß derselbe einen guten und geläufigen Pfälzerdialekt spricht und daß die von ihm vorgezeigte Bescheinigung fälschlicherweise angefertigt und auch mit einem amtlichen Stempel versehen worden ist. Der Festgenommene wurde in das Amtsgerichts-Gefängnis Langenburg eingeliefert.

    Vaterlandsfreund, Nr. 215, 15. 9. 1931

  • 19. September 1931. Einbruchsdiebstahl bei einem Viehhändler

    — Niederstetten, 19. Sept. Am Mittwoch Mittag zwischen 12 Uhr und ¼ 1 Uhr wurde im Hause eines hiesigen Viehhändlers eingebrochen und ein Geldbetrag von über 1600 Mark gestohlen. Der Täter, ein gewisser Hausierer aus München, welcher mit den Verhältnissen anscheinend bekannt war, wußte, daß der Bestohlene bei seinem Sohn zum Mittagessen weilte, benutzte diese Gelegenheit und ging von hinten her an das Haus. Als er die Tat ausgeführt hatte, ließ er sich mit einem Lohnauto zuerst bis Crailsheim und dann noch bis Hall führen. Von hier aus fehlt bis jetzt die weitere Spur. Die Nachforschungen sind aber eingeleitet und dürften wohl bald zur Festnahme führen, da die Person des Täters bekannt ist. Vor zwei Jahren soll der gleiche Gauner ebenfalls in Niederstetten schon einen leichten Diebstahl begangen haben.

    Vaterlandsfreund, Nr. 219, 19. 9. 1931