Hermann Scharpf

Hermann Scharpf

  • 30. Januar 1934. Generalversammlung des Schützenvereins

    Niederstetten, 30. Jan. (Generalversammlung des Schützenvereins.) Unter dem Vorsitz des seitherigen Vorstandes, Schreinermeister Julius Wolf, fand am 21. Januar im Lokal „Ochsen” die diesjährige Hauptversammlung statt. Aus dem Kassenbericht war zu entnehmen, daß im abgelaufenen Jahr sparsam gewirtschaftet wurde und dem Verein heute noch Barmittel zur Verfügung stehen. Den Aufzeichnungen des Schriftführers ist zu entnehmen, daß der Schießbetrieb des abgelaufenen Jahres zu wünschen übrig ließ. Grund hiefür war jedoch die außerordentliche Inanspruchnahme der Mitglieder im Jahre der nationalen Erhebung. Schriftführer und Ehrenvorstand Weimer gab der Hoffnung Ausdruck, daß das bevorstehende Schießjahr für unseren Verein einen erheblichen Auftrieb bringen möchte. Der seitherige Vorstand Wolf erklärte eine Neuwahl nicht mehr annehmen zu können. Zum letzten Mal wurde nun die seither übliche Wahl durch Abstimmung angenommen und zum Führer des Vereins Josef Fach-Dreischwingen gewählt. Dieser übernahm hierauf den Vorsitz. Er sprach seinen Dank allen im Vereinswesen tätig gewesenen und im Besonderen dem seitherigen Vorstand Wolf aus. Als seine Mitarbeiter bestimmte er: Kassier wie bisher, Bankleiter Willy Schuster, Schriftführer wie bisher, Ehrenvorstand Weimer. Als stellv. Führer wurde Ortsgruppenleiter Thomas, als erster Schießleiter wie seither, Truppführer Neubert, und als Ersatz Hermann Scharpf und Gottlob Linder und als weitere Mitarbeiter wurden die seitherigen Ausschußmitglieder bestimmt. Im neuen Jahr soll vor allen Dingen der weitere Ausbau der Schießanlage durchgeführt werden. So im Besonderen die Anbringung von Zugscheiben. Den Formationen der SA. wurde die Schießanlage zur Verfügung gestellt. Jedoch sind mit diesen noch besondere Verhandlungen wegen der Benützung zu pflegen. Der Führer des Vereins schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß das neue Schießjahr im erwachten Deutschland auch mit Hinsicht auf die Wichtigkeit des Schießsportes seinen Aufstieg zeigen möge. Mit einem Sieg Heil auf den Führer schloß die Versammlung.

    Der Franke, Nr. 24, 30. 1. 1934

  • Kahn, Jette geb. Hirsch

    Geb. 23. 5. 1860 in Braunsbach
    Hausfrau
    Heirat: 30. 10. 1883 in Mergentheim
    Ehemann: Lehmann Kahn, geb. 14. 2. 1856 in Hollenbach, gest. 19. 5. 1902 in Niederstetten
    Kinder:
    Klara, geb. 10. 9. 1884 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
    Lina, geb. 23. 5. 1886 in Hollenbach, ausgewandert nach New York
    Sophie, geb. 28. 4. 1889 in Hollenbach verh. mit [?] Mainzer in Frankfurt/Main, Rhönstr. 2
    Meta, geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach, gest. in Niederstetten am 15. 8. 1935
    Umzug 1935 nach Frankfurt/Main zur Tochter Sofie Mainzer geb. Kahn, Rhönstr. 2
    "Durch Hausverkauf der Tochter Meta unter ungünstigen Verhältnissen gelebt zum zum Wegzug nach Frankfurt.
    Gest. in Frankfurt/Main
    "Die früheren Nachbarn der [?] Kahn Herr Hermann Scharpf, Bückenweiler und Herr Eugen Nörr, Land- u. Gastwirt hier können, wenn nötig, weitere Aussagen machen. Die Familie Lehmann Kahn ist etwa 1900 von Hollenbach hierher gezogen. Sie betrieb ein kleines Ladengeschäft in der Manggasse. Der Ehemann ist 19. 5. 1902 gestorben. Etwa 1930 verkaufte die We. Jette Kahn dieses Geschäft und zog mit der Tochter Meta, welche ein kleineres Wohnhaus Nr. 235 in der langen Straße erwarb, dortin. Sie wohnte bis zum Jahr des Todes 1935 dort u. zog dann zu ihrer Tochter Sofie Mainzer nach Frankfurt/Main u. soll dort gestorben sein. Die Familie Kahn lebte in geordneten Verhältnissen bis 1933. Die Familie war geachtet u. hatte ein gutes Verhältnis mit ihren Mitbürgern."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-200 ff.

  • Kahn, Meta

    Geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach
    Gest. 12. 8. 1935 (Wirbelmetastagen mit Querschnittslähmung laut Leicheschau und Registratur)
    Wohnhaus Nr. 235. 1 ar 39 qm in der langen Straße. Brandversicherungswert 5700 M. Steuerwert 4500 RM
    Verkauf 24. 3. 1938 an Sofie u. Friederike Pflüger, led. u. vollj. Haustöchter in Niederstetten um 3200 RM. Dieses Gebäude ist am 9. 4. 1945 ganz durch Kriegseinwirkung zerstört worden.
    "Herr Hermann Scharpf, Bäckermeister in Niederstetten, Herr Eugen Nörr, Gast- + Landwirt in Niederstetten, welche Nachbarn von Frl. Meta Kahn waren, können erforderlichenfalls weiter Auskünfte machen. Frl. Kahn ist mit ihren Eltern etwa 1900 hierher von Hollenbach umgezogen. Sie führte zunächst mit ihrer Mutter Jette Kahn ein kleines Ladengeschäft (Textilien). Der Vater ist als Handelsmann auswärts gegangen u. hat Ware vertrieben. Er ist am 19. 5. 1902 in Niederstetten gestorben. Etwa 1930 kaufte Frl. Kahn das Wohnhaus Nr. 235. in der langen Straße. Das Ladengeschäft in der Manggasse verkaufte die Mutter u. zog mit der Tochter in die lange Straße.
    Frl. Kahn war viel krank u. verstarb nach jahrelangem Leiden am 12. 8. 1935."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-208 ff.