Horst-Wessel-Lied
Horst-Wessel-Lied
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11. März 1933, Versammlung, Hakenkreuzfahne und Fahne schwarz-weiß-rot und Fahne der Stadt gehißt
Niederstetten. Unter großer und begeisterter Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung wurde am Samstag [11. März 1933] nachmittags um 2 Uhr in feierlicher Weise die Fahne schwarz-weiß-rot, die Hakenkreuzflagge und die Fahne der Stadt Niederstetten auf dem Rathaus und Postamt gehißt. Die SA und eine Abteilung Freiwilliger des nationalen Arbeitsdienstes von der Albrechtshöhe hatte sich aus diesem Anlaß auf dem Marktplatz versammelt und marschierte unter schneidigen Marschklängen der SA.-Kapelle Oberstetten zum Rathaus. Ein SA-Mann sprach einen Prolog. Alsdann ertönte das Kommando: "Fahne heraus!" Als sich die Hakenkreuzflagge entfaltete, sang die Menge ergriffen und begeistert das Horst-Wessel-Lied. Pg. [Hermann] Fischer von hier hielt eine kurze, markante und sinnvolle Rede, in welcher er auch derer gedachte, die im Weltkrieg für das Vaterland und für die innere Befreiung ihr Leben hingaben. Zum Zeichen des Gedenkens spielte die SA-Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Am Schluß seiner Rede brachte Pg. Fischer auf den greisen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg Heil aus, das aus hunderten von Kehlen begeistert erwidert wurde. Zum Schluß wurde das Deutschlandlied gesungen. Es darf ruhig gesagt werden, daß Niederstetten seit langem eine solch' erhebende Feier nicht erlebt hat.
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12. Juni 1934. Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher
Niederstetten, 12. Juni. (Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher). Die Ortsgruppe der NSDAP. Niederstetten lud die Einwohnerschaft auf Samstag abend zu einer Versammlung in der Turnhalle ein, in welcher Pg. Mosmann, Stuttgart, über das Thema „Nörgler und Miesmacher“ reden sollte. Da wir in Niederstetten aber diese Gattung Volksgenossen nicht haben, so war schon im Voraus mit einem schlechten Besuch zu rechnen, was sich auch prompt einstellte und dem Ortsgruppenleiter Thomas gleich zu einer scharfen Vorrede Anlaß gab, denn wenn nicht einmal die neuen Pg. und SA.-Männer es für nötig halten, eine solche. wichtige Versammlung zu besuchen, was kann dann am dürren Holz geschehen. Was Pg. Mosmann in seiner zweistündigen Rede klarlegte, war wirklich wert gehört zu werden, vor allen Dingen vergaß er nicht, die wahren Volksschädlinge in mitreißenden Darstellungen zu kennzeichnen. Ueber die alte Partei-Mißwirtschaft sprach er, von den geheimen und offenen Feinden Deutschlands in allen Lagern und dann über dem allem turmhoch stehend das grandiose Aufbauwerk des Nationalsozialismus, wer das alles mit offenen Augen prüft, kann der ein Nörgler, kann der ein Miesmacher sein? Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand, auf den sich diese Leute soviel einbilden; mit der Faust möchte man darein schlagen und diese naturhaften Anreden für dieselben gebrauchen wie der Redner des Abends. Denn ist das alles nichts, wenn nicht mehr 6 Millionen Volksgenossen auf der Straße liegen und man sieht, daß es vorwärts geht, aufwärts; Arbeitsbeschaffung in größtem Ausmaße, welche sich auf alle Branchen erstreckt und Verdienst und Brot gibt. Den Volksgenossen aber machte es der Redner zur ersten Pflicht, mitzuwirken am Aufbau des dritten Reiches und die Besserwisser ruhig zu belehren, denn nationalsozialistisches Denken und Fühlen muß Allgemeingut werden. Von Herzen kommender, langanhaltender Beifall lohnte dem Redner für seine Mühe und es kann nur gewünscht werden, daß, wenn Pg. Mosmann im Herbst wiederkommt, er mehr Zuhörer vorfindet. Mit einem dreifachen Siegheil auf unseren Führer und dem Horst Wessellied schloß Ortsgruppenleiter Thomas die Versammlung.
Der Franke, Nr. 133, 12. 6. 1934
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25. Juni 1933, Fest der Jugend
* Niederstetten, 25. Juni. Beim "Fest der Jugend" herrschte in den frühen Morgenstunden auf unserer "Jahnwiese" munteres Treiben. Die ganze Schuljugend der Stadt war versammelt, die Schüler der Oberklasse zur Austragung der Wettkämpfe, die in zwei Altersklassen durchgeführt wurden, die Schüler der Grundschule zu fröhlichem Tummeln auf der Wiese. Sieger wurde je die 1. Altersklasse sowohl bei den Knaben wie bei den Mädchen. Für gute Einzelleistungen wurden außerdem noch Preise von Seiten der Stadt zur Verfügung gestellt. Der Nachmittag gehörte dem freiw. Arbeitsdienst vom Lager Eichhof. Neben turnerischen Wettkämpfen wurde ein Fußballspiel mit dem Sportverein ausgetragen. Mit einer Sonnenwendfeier am Abend fand das "Fest der Jugend" seinen Abschluß. Von der Adolf Hitler-Straße aus setze sich ein langer Zug, voran die H.-J., J.-V. und B. d. M. in Bewegung hinauf zur "Hohen Buche”, einem der höchsten Punkte auf der rechten Vorbachseite in der Umgebung von Niederstetten. Auf der Höhe angekommen, entzündeten SA-Männer d. aufgeschichteten Holzstoß. Mit den steigenden Flammen wuchs auch die Begeisterung der Jugend trotz strömenden Regens. In verschiedenen Feuersprüchen tat die Jugend kund, daß die Flamme ihre Symbol für Freiheit, Reinheit und Treue zum neuen deutschen Reich u. seinem Führer Adolf Hitler sei. Dieser Schwur klang aus in dem Lied "Flamme empor!" Darauf sprach der Standortführer der Hitlerjugend, Hermann Fischer, zur Jugend. Mit begeisterten Worten knüpfte er zunächst an den Brauch unserer Vorfahren an, d. Sonnenwende zu feiern. Wenn wir heute diese Sitte wieder aufgreifen, so müssen wir zunächst derer gedenken, die ihre Treue und Hingabe zum Vaterland mit der Tat bewiesen haben, nämlich derjenigen, die für Deutschland den Heldentod gestorben sind. Ihnen zu Ehren wurde das Lied vom guten Kameraden angestimmt. Nun fuhr Standortführer Fischer fort, wie die Flamme alles verzehre, so möge auch der letzte Rest undeutschen Geistes, des Geistes, der in den letzten 14 Jahren in unserem geliebten deutschen Vaterland geherrscht habe, vollends verzehrt werden. Die Jugend aber ermahne er, sich rein zu halten wie die Flamme, zu glühen für das neue Deutschland, dessen Träger sie einst sein werden. Ein Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Führer Adolf Hitler leitete über zum Horst Wessel-Lied. Nach einem schönen Feuerreigen der Mädchen fand die Feier ihren Abschluß mit dem Deutschlandlied. Am erlöschenden Feuer wurden die Fackeln entzündet und in langem Fackelzug gings hinab zum Städtchen. Noch ein erhebendes Gefühl brachte der Rückmarsch. Auf benachbarten Höhen über dem Vorbachtal und in weiter Ferne, überall loderten Feuer, überall das gleiche Wollen der Jugend - ein neues deutsches Vaterland mit einer geeinigten Jugend!
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 146, 27. 6. 1933, S. 3)
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26. September 1933. Weihetage
Weihetage in Niederstetten.
Strahlender Himmel wölbte sich über der Feststadt, als in den frühen Morgenstunden der Weckruf der SA-Kapelle Blaufelden erschallte. Die braunen Sturmscharen sammelten sich und zogen vors Städtchen, um die Zeit bis zum Feldgottesdienst zu Uebungen, Appellen usw. zu benützen. Der Hofgarten gab einen würdigen Rahmen für den Festgottesdienst, der von Stadtvikar Leihenseder abgehalten wurde. Anschließend marschierten die SA-Abteilungen zum Eichhof. Für Zuschauer bei der Uebergabefeier war Pendelverkehr mit Autos eingerichtet worden, sodaß es jedermann möglich war, an dieser Feier teilzunehmen. Inzwischen waren auch die Vertreter der Regierung, Staatssekretär Waldmann und Ministerialrat Dr. Dill, sowie die Vertreter der "württ. Landessiedlung G. m. b. H." eingetroffen. Geschäftsführer Herter konnte die Feier mit der Begrüßung der Ehrengäste eröffnen. Er bat um gerechte Beurteilung des Siedlungswerkes. Es folgte nun ein ausführlicher Bericht über die Entstehung und Einteilung der Siedlung. Auf der 80 Hektar großen fürstlichen Domäne wurden 9 Siedlungsstellen geschaffen, und zwar 3 große Stellen mit je 43 Morgen und 6 kleinere Stellen mit je 30 Morgen Land. 25 Unternehmer und rund 100 Arbeiter waren beschäftigt. Die gesamten Kosten belaufen sich auf 165 000 RM., sodaß eine Siedlerstelle auf 23 400 RM. bezw. 16 000 RM. kommt. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter übergab er dann den neuen Weiler in die Obhut der Stadt Niederstetten. Hierauf ergriff Bürgermeister Schroth das Wort. Im Namen der Stadt begrüßte er die hohen Gäste, insbesondere unseren Landsmann Ministerialdirektor Dr. Dill. Die gesamte Gemeinde sei stolz darauf, die erste württ. Bauernsiedlung, die ja für kommende Siedlungen als Muster gelte, zu besitzen und so auch am Wiederaufbauwerk Adolf Hitlers mitgearbeitet zu haben. Mit der Versicherung, die Siedlung gewissenhaft zu betreuen, übernahm Bürgermeister Schroth dieselbe in die Obhut der Stadt. Für seine Kollegen sprach der Siedler Hermann (v. d. Siedlungstelle IV). Der heutige Tag, an dem sie ihre neue Heimat übernehmen, sei für sie ein Ehrentag. Mit den Grundsätzen: "Einer für alle, alle für einen" und "Treue um Treue" wollen sie ihren neuen Lebensabschnitt beginnen. Landrat Wöhrle überbrachte die Glückwünsche des Bezirkes. Die Bevölkerungsziffern des Bezirks in den letzten Jahrzehnten streifend, begrüßte er es, daß dem flachen Lande wieder aufgeholfen werden sollte und daß bereits eine 2. Siedlung im Bezirk in Angriff genommen worden sei. Kreisbauernführer Philipp erinnerte an das Rettungswerk Adolf Hitlers, durch das es ja eigentlich erst möglich war, zu siedeln, das Volk wieder zurückzuführen zu Blut und Boden. Auch den 2. und 3. Bauernsöhnen muß wieder Gelegenheit zur Selbständigmachung gegeben sein. D. Haffa sprach im Auftrag des Landesarbeitsamts Südwestdeutschland. Darauf ergriff Staatssekretär Waldmann das Wort. Er übermittelte die Grüße des leider verhinderten Reichsstatthalters Murr. Als er heute morgen hierher fuhr, sei ihm der Unterschied zwischen Franken und Schwaben so recht zum Bewußtsein gekommen. Begeisterung und Freude sei den Bewohnern des Frankenlandes von den Gesichtern abzulesen gewesen. Dank der guten Vorarbeit von Gauleiter Schmidt und Bürgermeister Stümpfig sei das Hohenloher Land und besonders der Bezirk Gerabronn zu einer Hochburg der NSDAP. geworden. Die Hohenloher seien ja auch sehr zahlreich in der neuen Regierung vertreten. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung mußte auch bei uns in Württemberg der Gedanke der Siedlung aufgegriffen werden. Auf der Suche nach Siedlungsmöglichkeiten kam man auf den Eichhof. Er soll Mustersiedlung für unser Land sein. Hessen führe zur Zeit eine großzügige Landesplanung durch. Die werde vielleicht auch Vorbild für uns werden. Nur durch wirtschaftliche Stärkung kann unser Volk wieder zu seiner äußeren Freiheit gelangen. Ministerialdirektor Dr. Dill gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er als geborener Niederstettener der Uebergabe des Eichhofes, auf dem er schon als Kind spielte, beiwohnen dürfe. Eine herrliche Anlage sei aus dem früher so einsamen Hof geworden. sein Dank galt dem tatkräftigen Bürgermeister von Niederstetten und dem Freiwilligen Arbeitsdienst, der hier etwas Vorbildliches geschaffen hätte. Siedeln sei eine Schicksalsfrage des deutschen Volkes. Durch die Besiedelung des deutschen Ostens werden die Polen bei ihren Ausdehnungsbestrebungen nach Westen einen starken Wall deutscher Bauern finden. Er grüßte auch im Namen des Innenministers die 9 Siedler, auf die er ein Sieg-Heil ausbrachte. Nach Direktor Jäckle, der die Grüße und Wünsche des dienstlich verhinderten Landesbauernführers überbrachte, ergriff unter stürmischen Beifallkundgebungen der stellvertr. Gauleiter Schmidt das Wort. Der Hohenloher Bauer marschiere immer an der Spitze z. B. einst im Bauernkrieg, heute in der Bewegung Adolf Hitlers. Deshalb hatte der Hohenloher Bauer auch ein gewisses Vorrecht, die erste württembergische Siedlung zu bekommen, er habe auch als erster alte Parteipfähle zum Wanken gebracht. Der Nationalsozialismus sorgt dafür, daß die bäuerliche Existenz gesichert sei. Auch württ. Bauernsöhne sollen bei den 15 000 Siedlungsstellen im Norden und Osten des Reichs entsprechende Berücksichtigung finden. Ein Volk kann nur leben, wenn es einen gesunden Bauernstand hat. Deshalb ist beim Bauer [?] ständische Vertretung durchgeführt worden. Er [?] ein Sieg-Heil auf den schwäbischen Bauern aus. Bürgermeister Schroth dankte allen Rednern und allen, die an der ersten württ. Bauernsiedlung mitgeholfen haben. Voll Zuversicht wollen wir kommenden Zeiten entgegensehen. Mit dem Deutschlandlied fand die Feier ihren Abschluß. Es folgte nun ein Rundgang durch die Siedlung. Eine dichte Menschenmenge wartete inzwischen auf dem Marktplatz auf die Weihe des Horst-Wessel-Brunnens, die Kreisleiter Stümpfig vornahm. Niederstetten gleiche einer neu erwachten Stadt. Ueberall sehe man frohe Gesichter, buntes Leben herrsche in den reich beflaggten Straßen, die nach den Führern des dritten Reiches benannt seien und deren eine ab heute ab den Namen des württ. Führers Wilhelm Murr trage. Auch die Hülle dieses Brunnens möge nun fallen, der den Namen Horst Wessels trage. Durch sein Opfer sei neues Leben in unser Volk gekommen. Von jedem Einzelnen müsse dieselbe Hingabe verlangt werden. Dann übergab Kreisleiter Stümpfig den Brunnen in die Obhut der Stadt. Das Horst Wessellied klang über den Marktplatz. Bürgermeister Schroth dankte dem Kreisleiter für die Uebergabe des Brunnens. Im Sinne Wessels soll er gepflegt u. behütet werden. Pg. Kraushaar, der erste Leiter der hiesigen Ortsgruppe d er NSDAP, wandte sich an die Jugend. Wer den Brunnen schändet, schändet Blut und Boden. Nach dem Lied "Deutscher Glaube" schritt Bürgermeister Schroth zur Ehrung unseres Reichsstatthalters. Als Gegenleistung für die beiden Wahrzeichen, Eichhofsiedlung und heute Wessel-Brunnen, die unserer Stadt heute geschenkt worden seien, wurde Reichsstatthalter Murr zum Ehrenbürger der Stadt ernannt und die künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde an dessen Stellvertreter, Staatssekretär Waldmann, übergeben. Bürgermeister Schroth brachte ein Sieg-Heil auf unseren schwäbischen Führer aus. Die Feier klang mit dem Deutschlandlied aus Am Nachmittag war ein eindrucksvoller Propagandamarsch durch die Straßen der Stadt. 1500 Mann SS, SA, HJ und der freiw. Arbeitsdienst nahmen daran teil. Auf der Jahnwiese erfolgte der Aufmarsch. Es folgte zunächst eine Gefallenengedenkfeier. Kreisleiter Stümpfig eröffnete dann den Kreismitglieder-Kongreß [?] der Spitze z. B. einst im Bauernkrieg, heute in der [?]stellv. Gauleiter Schmidt und Ministerialrat Dr. Dill sprachen über die wichtigsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Den Abschluß der Feierlichkeiten bildete die Landung eines Segelflugzeuges, das von Ing. Höges Ingelfingen gesteuert wurde und der historische Winzertanz unter Leitung von Rich. Knenlein. Der Winzertanz fand die besondere Aufmerksamkeit der vielen Zuschauer.Vaterlandsfreund, 26. 9. 1933
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27. Mai 1933, Schlageter-Feier
Niederstetten, 27. Mai. Zur Erinnerung an das heldenhafte Sterben des unerschrocken, mutigen Kämpfers für Recht, deutsche Freiheit und deutsche Ehre, Albert Leo Schlageter - die Stadt war aus diesem Anlaß reich beflaggt - veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. eine würdige Schlageter-Feier. Es beteiligten sich daran[,] SA., HJ., der freiwillige Arbeitsdienst vom Lager Eichhof, der Gesangverein, die Sanitätskolonne sowie je eine Fahnensektion der übrigen Vereine und der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Kirchenglocken läuteten die Feier ein. Im Schein der Fackeln, unter den Klängen der Stadtkapelle, setzte sich ein langer Zug zum Kriegerdenkmal in Bewegung. Der Gesangverein eröffnete die Feier mit dem Chor: "Das Land meiner Väter". Nun ergriff der Führer der Ortsgruppe der NSDAP, Fr. Thomas, das Wort. Adolf Hitler wolle nicht, daß es den Toten des dritten Reiches gerade so gehe wie den Toten des Weltkrieges, daß ihre Heldentaten vergessen und nicht gewürdigt würden. Horst Wessels Geisterdivision, deren erster einer Albert Schlageter ist, soll nicht umsonst gekämpft haben. Die 10jährige Wiederkehr des Tages, an dem Albert Leo Schlageter auf der Golzheimer Heide starb, sei für uns eine Gelegenheit, ein neues Treuegelöbnis für die Helden des 3. Reiches abzulegen. In diesem Sinne legte er den für Schlageter gewidmeten Kranz nieder. Die Fahnen senkten sich und die Stadtkapelle stimmte das Lied vom guten Kameraden an. Mit dem Horst Wessel-Lied fand die Feier am Kriegerdenkmal ihren Abschluß. In geschlossenem Zug gings zurück zum Marktplatz, wo der Gesangverein unter Leitung von Chormeister Fleckenstein[,] noch verschiedene vaterländische Lieder in gewohnt vorzüglicher Weise zum Vortrag brachte.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 122, 29. 5. 19 1933, S. 4)
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5. Februar 1934. Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe der NSDAP. Konzertbericht
Niederstetten, 5. Febr. (Konzert der Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe Niederstetten.) Die neugegründete Kreismusikkapelle veranstaltete am Sonntag in der Turnhalle unter Leitung von Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, ihr erstes Konzert. Das Konzert nahm mit militärischer Pünktlichkeit seinen Anfang mit drei flott gespielten Märschen. Die in das Programm eingeflochtenen Gesangsvorträge des Männergesangvereins Niederstetten, ebenfalls unter der bewährten Leitung seines Chormeisters Fleckenstein, weiteten das Konzert zu einem vollen Erfolge aus, was sich auch äußerlich durch den spontanen Beifall, den die Vortragenden erzielten und durch die wiederholten Hervorrufe, auswies. Ortsgruppenleiter Fr. Thomas begrüßte in einer Ansprache die seiner Einladung so überaus zahlreich gefolgten Volks- und Parteigenossen und deutete darauf hin, wie die Kreismusikkapelle entstanden sei aus der Sturmkapelle Oberstetten, zum Danke für ihre geleistete Arbeit in den Kampfjahren, auf besonderen Wunsch des stellv. Gauleiters Schmidt. Zum Gedenken des ersten Jahrestages der Machtübernahme der nationalsozialistischen Bewegung sangen die Anwesenden das Deutschland- und das Horst Wessel-Lied. Den Besuchern des Konzertes, besonders auch den vielen Gästen aus nah und fern, wird der Abend lange Zeit in Erinnerung bleiben und gerne werden sie den ferneren Einladungen zu Konzertbesuchen der Kreismusikkapelle Folge leisten. Als letzte Programmnummer folgte eine Tanzunterhaltung. Auch hier bewies die Kapelle ihr Können und lud damit zahlreiche Tanzlustige zu längerem Verweilen ein.
Der Franke, Nr. 30, 6. 2. 1934
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9. Oktober 1934. Kelterweihe mit Herbstfeier
Kelterweihe mit Herbstfeier in Niederstetten
Bei schönstem Herbstwetter beging die Stadtgemeinde Niederstetten am Sonntag die Einweihung der Kelteranlage der neugegründeten Weingärtnergenossenschaft. Wie die Tbztg. hierüber berichtet, gestaltete sich die Einweihung zu einer rechten Herbstfeier und zu einem freudigen festlichen Ereignis für die ganze Stadt und für alle, die von auswärts daran teilnahmen. Am Nachmittag um 2 Uhr bewegte sich vom Bahnhof aus ein Festzug durch die reich beflaggten Straßen zum schmucken Keltergebäude. Außer Musik, SA., HJ., BdM., Fliegersturm und Vereinen mit ihren Fahnen gaben Winzer und Winzerinnen und eine Bauernhochzeit in Hohenloher Tracht beim Festzug ein recht farbenreiches Gepräge. Auch Festwagen, eine Weinkelterei und eine Heckenwirtschaft darstellen, wurden mitgeführt.
Auf dem Festplatze begrüßte Bürgermeister Schroth im Namen der Stadt und der Weingärtnergenossenschaft die Teilnehmer am Feste herzlich. Er begrüßte insbesondere die Herren Vertreter der Regierung und Behörden und der Firmen, die am Bau und der Einrichtung der Keltereianlage beteiligt waren, Wirtschaftsminister Lehnich, Landesbauernführer Arnold und Stabsleiter Jäckle mit anderen Herren der Regierung seien mit dem Kreisbauernführer schon am Samstag nachmittag hier gewesen, um die Einrichtung zu besichtigen u. ihre Glückwünsche zu überbringen. Wegen anderer Verpflichtungen könnten sie an der heutigen Feier leider nicht teilnehmen. Die Herren haben auch die neue Schule besichtigt und sprachen sich über diese sowohl, als über die Keltereinanlage sehr anerkennend aus.
Bürgermeister Schroth gab dann ein Bild über die Entstehung der Genossenschaft und den Bau und die Einrichtung der Keltereianlage und führte dazu u. a. aus: Die Genossenschaft wurde bereits im Jahre 1932 theoretisch gebildet. Sie konnte aber ihre praktische Tätigkeit deshalb nicht aufnehmen, weil der für die Einrichtung einer Kelter notwendige Keller- und sonstige Gebäuderaum fehlte und weil der Neubau einer Kelter für die am Rande des Weinbaugebiets gelegene Genossenschaft zu hohe Kosten und damit ein zu hohes Risiko verursacht hätte. Mit der Einrichtung dieser Kelter konnten wir nicht nur dem langgehegten Wunsche der Weingärtnergenossenschaft Rechnung tragen, sondern es ging damit auch ein wesentlicher Teil der Forderung des dritten Reichs und unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Erfüllung. dadurch, daß wir mit diesem Bau zur Arbeitsbeschaffung wesentlich beitrugen. In der Gründungsversammlung 1932 hat insbesondere unser allverehrter Herr Landesökonomierat Mährlen aus seiner reichen Berufs- und Lebenserfahrung im Weinbau heraus es verstanden, die Herzen unserer Weingärtner für eine Genossensaft zu gewinnen. In der sich daran anschließenden Aussprache drehte es sich hauptsächlich darum, ob eine Genossenschaft mit beschränkter oder unbeschränkter Haftpflicht errichtet werden soll. Die große Mehrheit entschied sich für die letztere Form. Nachdem nun die Genossenschaft als solche gegründet und die Verwaltungsorgane berufen waren, konnte an ernstliche Kaufsverhandlungen gegangen werden. Diese wurden dann im Verlauf des Jahres 1933 mit dem fürstlichen Rentamt hier getätigt, und es kam im Frühjahr 1934 zum Abschluß des Kaufvertrags um den Kaufpreis von 15 000 RM für Gebäude und Keller. Als auf 1. 5. ds. Js. die seitherigen Pächter von Scheune u. Keller die Räume um großen Teil freigemacht hatten, gingen Vorstand und Aufsichtsrat dazu über, die Einrichtung der Genossenschaft zu beschaffen. Es würden deshalb von den in Betracht kommenden, uns bekannten, führenden Firmen unter dankbarer Unterstützung der Bauernberatungsstelle des Verbandes landw. Genossenschaften die erforderlichen Maschinen und Einrichtungsgegenstände vergeben. Die Maischbottiche, soweit sie neu sind, wurden von den hiesigen Küfermeistern geliefert. Eine Hauptfrage der Einrichtung war sodann die Beschaffung des Faßraums. Auch hier haben wir wohl das für unsere Verhältnisse geeignetste und finanziell günstigste Angebot vorgezogen. Die sonstige bauliche Einrichtung sowohl des Kelter- als auch des Kellerraums lag in den Händen von Herrn Baumeister Baumann hier und wurde zu unserer vollsten Zufriedenheit in gemeinsamer Arbeit gelöst. Allen denjenigen, welche an diesem Kelterbau in irgend einer Form sich beteiligt haben, sage ich hiermit namens der Weingärtnergenossenschaft für ihre durchweg vorzügliche Arbeitsleistung herzlichen Dank, besonders auch den sämtlichen an diesem Bau beschäftigten Arbeitern. Ihnen wollten wir an Stelle des sonst üblichen Richtschamuses, da es sich ja um keinen Neubau handelt, von unserem sorgfältigst sortierten, naturreinen "Niederstetter" je einen Schoppen gratis verabreichen. Dank sage ich besonders noch allen den Mitgliedern der Genossenschaft und ihrer Organe, die sich während des Baues, während der Kelterzeit und auch jetzt noch manche Unannehmlichkeiten gefallen lassen mußten, voran unserem Vorstand Linder.
Nun muß ich Ihnen noch darüber Aufschluß geben, was unsere Anlage gekostet hat und wie sie finanziert wurde. Das Gebäude mit Keller kostete uns, wie bereits erwähnt, 15 000 RM., die maschinelle Anlage einschließlich Maischschläuche 12 000 RM., der Faßraum und die Bottiche 14 000 RM., und der sonstige durch bauliche Veränderungen, Anlage der Zufahrt, des Ablieferungsraums usw. notwendige Aufwand beträgt 9.—10 00 RM. (derselbe ist noch nicht ganz abgerechnet), so daß sich also die Gesamtkosten der Genossenschaft, wie vorgesehen, auf ca. 50 000 RM. belaufen, deren Finanzierung in folgender Weise sichergestellt wurde: von der Zentralstelle für die Landwirtschaft bewilligter und bereits bezahlter Kredit aus Reichsweingärtnerkrediten 20 000 RM. Hiefür sei der Zentralstelle ganz besonderer Dank gesagt. Sie hat den Löwenanteil am Verdienst des Zustandekommens unserer Genossenschaft und ihres Kelterbaues. Aus Reichsmitteln wurden 5 000 RM. als Zuschuß verwilligt, welcher bereits bezahlt ist. Rest mit 25 000 RM. wurde durch die Genehmigung eines Kredits in dieser Höhe durch die Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn finanziert. Die Genossenschaft hofft mit dieser Lösung ihren Mitgliedern und dem Niederstetter Weinboa gedient zu haben und in Zukunft dadurch zu dienen, daß sie durch sorgfältigste Behandlung der Trauben und des Weins die harte Arbeit und Mühe des Weingärtners durch Erzielung besserer Preise lohnt. Das Jahr 1934 war uns zur Verwirklichung dieser Absicht zugetan und wir sind überzeugt, daß alle diejenigen. welche von unserer Genossenschaft ihre Weinbedürfnisse befriedigen, ständige Kunden werden. Auch können wir im Hinblick auf die verhältnismäßig günstige finanzielle Lösung des ganzen Baues mit Ruhe in die Zukunft blicken. Möge allezeit so wie bisher Gottes Segen auf dem Werke ruhen. Heil Hitler!
Die Anwesenden sangen dann das von der Musik intonierte Horst Wessel- und das Deutschlandlied. Darnach überbrachte Landrat Wöhrle die Glückwünsche des Kreises. Er bezeichnete den heutigen Tag der Kelterweihe als einen Merkstein in der Geschichte des Weinbaus des Kreises Gerabronn, wünschte, daß die Weinbaufläche noch weiter zunehme und der Weinbau mit der Genossenschaft weiterhin wachse, blühe und gedeihe. Ein Vertreter der Faßlieferfirma überbrachte ebenfalls beste Glückwünsche und erklärte, daß sich die Weingärtnergenossenschaft Niederstetten mit ihrer modernen und guten Einrichtung den großen Genossenschaften am Rhein und in der Pfalz ebenbürtig zur Seite stellen könne. Die ganze Stadtgemeinde dürfe mit der Genossenschaft stolz sein auf diese Anlage. — Johann Reiß brachte dann ein von ihm selbst verfaßtes Gedicht zum Vortrag mit humorvollem Inhalt über die Weingärtnergenossenschaft und die Einrichtung der Kelterei . In seiner Schlußansprache hob Bürgermeister Schroth noch hervor, daß man den Gedanken, mit der Kelterei-Anlage auch die Milchverwertung zu verbinden, fallen ließ, da sich ja Milch und Wein nicht gut vertragen. Er wies dann noch darauf hin, daß sich erst jetzt nach Einrichtung der Genossenschaftskelterei gezeigt habe, wie bedeutend der Weinbau in und bei Niederstetten doch ist. Niederstetten hat eine Weinanbaufläche von rund 80 Hektar. Zu diesem Jahre erhielt die Genossenschaft annähernd 1 500 Hektoliter Wein. Dabei erklären die Weingärtner, daß man nicht einmal einen starken halben Herbst hatte. Man habe außerdem begründete Hoffnung, daß noch neue Flächen mit Wein bepflanzt werden; man beabsichtige auch Drahtanlagen zu machen. Der Weingärtnergenossenschaft von Niederstetten gehören bis heute 118 Weingärtner aus den Gemeinden Niederstetten mit Eichhof, Oberstetten, Pfitzingen und Wildentierbach an. Zum Schluß wünscht der Herr Bürgermeister noch einige frohe Stunden beim Niederstettener Neuen, her an alle Gäste heute 100gradig ausgeschenkt werde. An den Tischen und Bänken, die um und im Kellereigebäude aufgestellt waren, wurde dann auch der vorzügliche Niederstetter ausgiebig probiert. Mit großem Interesse besichtigte in Teil des Publikums die prächtige und moderne Kellerei-Einrichtung und den geräumigen schönen Keller mit den vielen großen Fässern, die bis zu 50 Hektoliter Wein fassen, der – dank der vorzüglichen Einrichtung der Kelterei – nach Graden sortiert (amtlich festgestellte höchste Gradzahl 105,6) eingelagert werden konnte. Mit dem Winzertanz, der um halb 5 Uhr wohlgelungen zur Vorführung kam, wurde den Festteilnehmern eine weitere Freude bereitet. Die Jugend machte am Abend vom Tanze ausgiebigen Gebrauch. So gestaltete sich die Keltereinweihung zu einer frohen Herbstfeier, an die alle Teilnehmer gerne zurückdenken werden.
Der Franke, Nr. 235, 9. 10. 1934
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Horst-Wessel-Brunnen
"Nationalsozialistische Kundgebung und Einweihung des Horst-Wessel-Brunnens"
auf dem Marktplatz" (23. und 24. März 1933)" - vermutlich 26. September 1933?
Aus: 650 Jahre Stadt Niederstetten, 1991
(Vergrößern durch Anklicken des Bildes)"Eine dichte Menschenmenge wartete inzwischen auf dem Marktplatz auf die Weihe des Horst-Wessel-Brunnens, die Kreisleiter Stümpfig vornahm. Niederstetten gleiche einer neu erwachten Stadt. Ueberall sehe man frohe Gesichter, buntes Leben herrsche in den reich beflaggten Straßen, die nach den Führern des dritten Reiches benannt seien und deren eine ab heute ab den Namen des württ. Führers Wilhelm Murr trage. Auch die Hülle dieses Brunnens möge nun fallen, der den Namen Horst Wessels trage. Durch sein Opfer sei neues Leben in unser Volk gekommen. Von jedem Einzelnen müsse dieselbe Hingabe verlangt werden. Dann übergab Kreisleiter Stümpfig den Brunnen in die Obhut der Stadt. Das Horst Wessellied klang über den Marktplatz. Bürgermeister Schroth dankte dem Kreisleiter für die Uebergabe des Brunnens. Im Sinne Wessels soll er gepflegt u. behütet werden. Pg. Kraushaar, der erste Leiter der hiesigen Ortsgruppe d er NSDAP, wandte sich an die Jugend. Wer den Brunnen schändet, schändet Blut und Boden." (Vaterlandsfreund, 26. 9. 1933)
Heute befindet sich auf dem Marktplatz der Schweinemarktbrunnen von Karl Ulrich Nuß, den der Niederstettener Audioguide kurz erklärt. (Den Vorgängerbrunnen verschweigt er wohlweislich.)