Karl Melber
Karl Melber
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1. Februar 1939. Ortsbauernschaft - Rotes Kreuz - Berufswettkampf - Filmvorführungen
Niederstetten, 1. Febr. Der Sprechabend der hiesigen Ortsbauernschaft, der am letzten Sonntag abend bei Melber stattfand, war besonders von Bauern der hiesigen Teilorte gut besucht. Hauptlehrer Betz von der hiesigen ländlichen Berufsschule führte einige Filme vor, die die notwendige ordnungsgemäße Behandlung des Stallmisters, sowie den Bau der Dunglegen behandelte. Nach den Filmen sprach Herr Betz über den Aufbau und über das Wollen der ländlichen Berufsschule. Das Thema war für die Anwesenden besonders interessant, weil die ländliche Berufsschule ja erst seit kurzer Zeit besteht und mancher sich noch keine Gedanken machte, warum diese Berufsschulung eingeführt wurde. Ortsbauernführer Melber sprach über die Einrichtung einer Gemeinschaftswaschküche. Die Aussprache zeigte, daß wohl Interesse für diese Einrichtung vorhanden ist, daß aber den Frauen bei der in nächster Zeit stattfindenden "Vorsitz" das "letzte Wort"“ in dieser Angelegenheit vorbehalten werden soll. Viel Interesse bestand für die Anschaffung eines gemeinschaftlichen Bulldoges. Der Ortsbauernführer wird in dieser Angelegenheit nähere Erkundigungen bis zum nächsten Sprechabend einziehen. Nach Erledigung verschiedener geschäftlicher Angelegenheiten konnte der Ortsbauernführer mit einem Sieg-Heil auf unsern Führer den anregend verlaufenden Sprechabend schließen. — Kreisbaumwart Bertele war am vergangenen Mittwoch hier, um akute Fragen im Obstbaum zu behandeln. Nachmittags fand ein lehrreicher und gut besuchter Umgang statt, bei dem der Kreisbaumwart an Hand von praktischen Beispielen manchem Obstzüchter gute Winke für die Zukunft mit auf den Weg gab. Abends fand im Anker eine Versammlung statt, in der Herr Bertele besonders über die Baumpflege, die Düngung und über die Schädlingsbekämpfung sprach. Die Aussprache zeigte, daß es im Obstbau, der bisher hier etwas stiefmütterlich behandelt| wurde, noch vieles zu tun gibt, besonders auch in der Schädlingsbekämpfung. Es ist zu hoffen, daß die hiesige Darlehenskasse den Entschluß faßt, neben der vorhandenen Motorspritze noch eine weitere selbstfahrende Motorspritze anzuschaffen. — In den letzten Tagen fand durch den Kreisführer des Roten Kreuzes, Herrn Landrat Dr. Wanner, die Uebernahme des bisherigen Halbzuges der Sanitätskolonne statt, Nach Meldung des Führers Schmidt u. des Arztes Dr. Heller, erfolgte eine Besichtigung des Lokals, der Einrichtungsgegenstände und der Gerätschaften, die zur Zufriedenheit ausfiel. Der Kreisführer ermahnte, auch im Kreis Mergentheim die Pflicht als Männer des Deutschen Roten Kreuzes zu tun. — Der Reichsberufswettkampf innerhalb des Reichsnährstandes wird hier für den Kreis Mergentheim durchgeführt. In einer stattgefundenen Sitzung wurde das Notwendige besprochen und die Vorbereitungen getroffen. Bei dem Wettkampf werden zusammen 140 männliche und weibliche Teilnehmer aus unserem Kreis antreten. Die Ortsbauernschaft wird dafür sorgen, daß den Teilnehmern am Tage des Wettkampfes unentgeltlich eine warme Mahlzeit verabreicht wird. – Die Filmvorführungen der NSDAP. erfreuen sich eines immer größeren Besuches. Bei der letzten Vorführung, die den humorvollen Film "Der Maulkorb" brachte, wurden Omnibusse eingesetzt, um auch den Einwohnern der umliegenden Ortschaften Gelegenheit u geben, hier die Filmveranstaltungen zu besuchen. Es zeigte sich, daß dies notwendig ist, denn wir konnten zahlreiche Besucher aus Oberstetten, Vorbachzimmern, Adolzhausen, Pfitzingen, Bronn, Herrenzimmern und Rüsselhausen bemerken. Die Veranstaltung war mit 500 Besuchern sehr gut besucht. — Der bekannte und immer sehr besuchte Lichtmeßmarkt, mit dem das "Dienstbotentreffen" verbunden ist, muß leider wegen der Maul- und Klauenseuche wieder ausfallen. Dieser Ausfall bedeutet für die hiesigen Geschäftsleute einen großen wirtschaftlichen Schaden.
Der Franke, 1. 2. 1939
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11. Juli 1937. Amtseinsetzung von Bürgermeister Pg. Karl Weber
Niederstetten, 11 Juli. (Amtseinsetzung.) Am Freitag nachmittag erfolgte die feierliche Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters im Sitzungssaale des Rathauses. Der 1. Beigeordnete und stellv. Bürgermeister Melber eröffnete die Sitzung und erteilt und erteilte Pg. Landrat Wöhrle-Gerabronn das Wort. Dieser nahm die Amtseinsetzung des neubestellten Bürgermeisters, Pg. Paul Weber-Adelberg vor, und wies ihn auf die Pflichten eines Ortsvorstehers hin. Hierauf sprach Kreisleiter Seitz-Bad Mergentheim und wünschte eine gute Zusammenarbeit zwischen der Kreisleitung, der Ortsgruppe und dem Rathaus. Pg. Bürgermeister Künzlen-Bad Mergentheim begrüßte ihn als neuen Kollegen im Auftrage der Kreisamtsleitung zur Kommunalpolitik. Stadtpfleger Pflüger wies auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem bisherigen Bürgermeister hin und versprach, zugleich auch im Namen aller Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtgemeinde treue Mitarbeit zu leisten. Als nunmehr scheidender Bürgermeister wünschte Pg. Schroth seinem Nachfolger eine segensreiche Arbeit in seinem neuen Wirkungskreise. Zum Schluß dankte der in sein Amt eingesetzte Pg. Weber allen Rednern für die Willkommgrüße, insbesondere dankte er dem Gemeinderat für die Uebertragung des Amtes und für das ihm geschenkte Vertrauen und erbat sich die Unterstützung des Oberamts, der Kreisleitung und des Gemeinderats in seinen Amtsgeschäften. – Abends fand dann in der dichtbesetzten Turnhalle eine allgemeine Begrüßungsfeier unter der Mitwirkung des Männergesangvereins und der Ortsgruppenkapelle statt. Nachdem der erste Beigeordnete alle erschienenen Gäste begrüßt hatte, übergab er das Wort Pg. Bürgermeister Weber. Dieser dankte in seiner Ausführung für die ihm zuteil gewordene Ehre, Bürgermeister der Stadt Niederstetten sein zu dürfen und gab, unter Darlegung seines Lebenslaufes, ein Bild von seinem bisherigen Tätigkeitsfelde. Er bat die Einwohnerschaft, ihm volles Vertrauen entgegenzubringen und versprach, seine ganze Kraft für das Wohl der Stadt einzusetzen. – Nach der Rede des Pg. Weber begrüßte ihn Ortsgruppenleiter Thomas als neuen Parteigenossen. Gewerbeoberlehrer Sigelen im Namen sämtlicher Schulen und der Lehrerschaft. Bürgermeister Gräter-Hermutshausen sprach als Vorsitzender des Gemeindeverbandes E. W. Hohebach-Ingelfingen. Bürgermeister Herzog-Bartenstein-Riedbach lobte das gute nachbarliche Verhältnis dieser Gemeinden mit Niederstetten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dasselbe auch weiterhin bestehen und noch vertieft werden möge. – Wie sehr Pg. Weber in seiner bisherigen Gemeinde Adelberg geliebt und geachtet war, bewies die Tatsache, daß zwei Vertreter dieser Gemeinde bei der Amtseinsetzung anwesend waren. Ortsbauernführer Seitzer-Adelberg hob das einmütige Zusammenwirken zwischen Rathaus und der ganzen Bürgerschaft hervor und drückte sein lebhaftes Bedauern über den Weggang ihres Bürgermeisters aus und beglückwünschte die Stadtgemeinde Niederstetten zu ihrem neuen Bürgermeister und fügte an, daß die Wahl bestimmt zu ihrem Nutzen ausfallen werde. – Als weitere Redner sprachen noch für die evangelische Kirchengemeinde, Stadtpfarrer Göltenboth, für den Kreis Gerabronn Landrat Wöhrle und der bisherige Bürgermeister Schroth. In längerer Ausführung legte letzterer die Zukunftsaufgaben in der Stadtverwaltung dar.
Der Franke, 12. 7. 1937
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12. Oktober 1938. Anschluß Niederstetten an Kreis Bad Mergentheim
Niederstetten, 12. Okt. Am 1. Oktober wurden die Stadtgemeinde Niederstetten und die Nachbargemeinden Oberstetten und Wildentierbach dem Kreis Bad Mergentheim angeschlossen. Aus diesem Anlasse kamen am Montag Mittag Landrat Dr. Wanner und Kreisleiter Seiz mit einer größeren Anzahl maßgebender Persönlichkeiten des Kreises in diese drei Orte zur Uebernahme. Nach dem Besuche von Oberstetten und Wildentierbach machten die Erschienenen, welche von Bürgermeister Weber, dem ersten Beigeordneten Melber und Ortsgruppenleiter Thomas begrüßt wurden, einen Rundgang durch unsere Stadt, an welchen sich die Besichtigung des Rathauses, der neuen Schule und der Kelter anschloß. Mit Befriedigung wurde seitens der Bevölkerung das Interesse der nunmehr vorgesetzten Behörden wahrgenommen. Wir hoffen u. wünschen, daß die neue Kreiseinteilung für unsere Stadt, welche die drittgrößte Gemeinde im Kreise Bad Mergentheim ist, von Nutzen sein möge.
Der Franke, 12. 10. 1938
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15. Januar 1937. Versammlung der Ortsbauernschaft
Niederstetten. (Versammlung). Am Sonntag fand im Gasthaus Melber die erste diesjährige Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Ortsbauernführer Karl Melber begrüßte die Bauern und gab bekannt, daß das Kontingent für Brotgetreide noch nicht restlos von allen Bauern erfüllt sei, aber unbedingt erfüllt werden müßte. In diesem Sommer sollen wieder Hitlerjungen und -Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahren in die bäuerlichen Betriebe kommen. Vor 2 Jahren waren die Bauern mit dem BdM.-Lager sehr zufrieden. Die: Bauern wurden aufgefordert, in diesem Jahr vom Baumspritzen regen Gebrauch zu machen, wenn auch das Jahr 1936 ein ganz schlechtes Obstjahr gewesen war. Zum Schluß wurden noch Milchangelegenheiten besprochen, worauf ein reger Meinungsaustausch stattfand.
Der Franke, 15. 1. 1937
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19. April 1933, Scheune abgebrannt. Acht Stadträte neu bestimmt
Niederstetten, 19. April. Heute früh etwa um 1/2 4 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Karl Melber – Hausname Ströbel-Melber –, Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Das angebaute Wohnhaus wurde ebenfalls ein Opfer der Flammen. Das Vieh konnten gerettet werden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die eingeäscherte Scheuer wurde erst im Jahre 1932 neu erbaut. - In Anpassung an das Ergebnis der letzten Reichstagswahl wurden für die Gesamtgemeinde Niederstetten acht Stadträte von den einzelnen Parteien bestimmt und zwar für die NSDAP. der Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Sägereibesitzer Karl Streitberger, seith. Gemeinderat, Metzgermeister Friedrich Melber, seith. Gemeinderat, Buchdruckereibesitzer Richard Knenlein, für den Württ. Bauern- und Weingärtnerbund Johann Linder, Landwirt, seith. Gemeinderat, Weingärtner und Landwirt Wollinger, seith. Gemeinderat, und für das Zentrum der Flaschnermeister Karl Keppler, seith. Gemeinderat, für die Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen der Landwirt Herrmann in Ermershausen. Das Ergebnis der Mandatsverteilung wird von der Bevölkerung mit Befriedigung aufgenommen.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 91, 20. 4. 1933, S. 4)
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24. Mai 1937. Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Schroth
Abschiedsfeier für Bürgermeister Schroth
Niederstetten, 24. Mai. In einer am 14. Mai stattgefundenen Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gerabronn haben dieselben von ihrem Kollegen, Bürgermeister Schroth-Niederstetten, welcher als Bürgermeister nach Herrenberg kommt, Abschied genommen. In einer Ansprache des Kreisleiters wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt. Am gestrigen Abend hatte sich nun die Bevölkerung Niederstettens und besonders auch der Teilgemeinden in einer großen Zahl in die festlich geschmückten Turnhalle versammelt, um von ihrem Bürgermeister Abschied zu nehmen, Was Bürgermeister Schroth während seiner 20jährigen Tätigkeit als Amtsvorsteher von Niederstetten geleistet hat, kam in den zahlreichen Reden des Abends zum lebhaften Ausdruck, ebenso seine Verbundenheit und der seiner Familie mit der Bevölkerung. Landrat Wöhrle-Gerabronn und Kreisleiter Niklas-Riedbach waren erschienen, um den Dank abzustatten für die von Bürgermeister Schroth geleistete Arbeit als Kommunalbeamter und in dieser Eigenschaft als Kreisamtswalter der NSDAP. Zum äußeren Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeindewohl überreichte der stellvertretende Bürgermeister Melber ein Gemälde, Niederstetten mit Aussicht auf das Schloß darstellend, von einem Heimatsohne, Kunstmaler Gehring-Stöckenburg. Studienrat Maier sprach für die Lehrer und dankte für die Initiative beim Bau der neuen Schule und übergab als kleines Zeichen des Dankes ein Bild der Schule. - Ortsgruppenleiter Thomas nahm in herzlichen Worten Abschied von seinem Parteigenossen. Herr Gräter-Hermuthausen und Direktor Roesler-Igelfingen sprachen für den Elektrizitäts-Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach und gedachten seiner als dem Gründer desselben. Aus dem gleichen Anlaß dankten die Vorstände der Weingärtnergenossenschaft und der Milchverwertung. Für das volle Verständnis und die entgegenkommende Förderung ihrer Belange dankten die Vorstände des Turn- und Männergesangvereins, sowie des Kyffhäuserbundes. Stadtpfleger Pflüger sprach für die städt. Angestellten und betonte das gute Einvernehmen und verständnisvolle Arbeiten mit ihrem Vorgesetzten. Bürgermeister Striffler-Vorbachzimmern hob die Verdienste des Scheidenden um das nachbarliche gute Einvernehmen in Schulfragen hervor. Stadtpfarrer Göltenboth sprach für die ev. Kirchengemeinde. Die ganze Feier wurde festlich umrahmt durch Darbietungen gesanglicher und musikalischer Art durch den Männergesangverein und die Kreismusikkapelle. Tiefbewegt dankte Bürgermeister Schroth allen Erschienenen und besonders den Rednern für ihre Beweise der Anerkennung seiner Arbeit und bemerkte, wie ungern er aus diesem seinem liebgewordenen Wirkungskreise scheide, sei ihm doch Niederstetten eine zweite Heimat geworden, mit der er auch durch Grund und Boden verbunden sei und bleiben werde. Die ihm dargebrachten Glückwünsche für sein und seiner Familie ferneres Wohlergehen erwiderte er für die ganze Einwohnerschaft .Am Abend zuvor fanden sich auch Aufsichtsrat und Vorstand der Landw.- und Gewerbebank Gerabronn bei Aufsichtsratsmitglied Marquardt z. "Krone", um mit dem scheidenden Herrn Bürgermeister Schroth noch im engeren Kreise etwas beisammen zu sein. Bei dieser Gelegenheit ergriff Bankvorstand Rühling das Wort, um namens der Genossenschaft Herrn Schroth für dessen Tätigkeit und Unterstützung als Vorstandsmitglied seit 1926 den wärmsten Dank zu sagen. Herr Rühling entwarf dabei auch einen recht interessanten Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft und insbesondere der Filiale in Niederstetten. So ist die Zahl der Mitglieder in Niederstetten von 1923-1936 von 71 auf 203 gestiegen und die geführten Konten in Spareinlagen, laufender Rechnung und Darlehen von 217 auf 1511 angewachsen. In seiner Erwiderung betonte der Scheidende starke Verbundenheit mit der Genossenschaft, die er auch gerne als überzeugter Genossenschaftler aufrecht erhalten werde. Auch der Leiter der Bankfiliale in Niederstetten, Herr Willy Schuster brachte in herzlicher Weise seinen Dank für die schöne Zusammenarbeit mit Herrn Bürgermeister Schroth zum Ausdruck. Die an der Feier teilnehmenden Herren der Bank gaben dem Scheidenden ihre besten Wünsche für seinen neuen Wirkungskreis mit auf den Weg.Der Franke, 24. 5. 1937
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30. April 1938. Wechsel in der Leitung der Feuerwehr
Niederstetten, 30 April. (Feuerwehrversammlung). Am Donnerstagabend fand im Gasthaus von Fr. Streng die alljährliche Versammlung der Feuerwehr statt. Vor Beginn der Versammlung erfolgte nach einer kurzen Marschübung ein Vorbeimarsch vor dem letztmals amtierenden Führer der Wehr, Oberbrandmeister Streitberger. Im Lokal angekommen, begrüßte der Führer der Wehr alle Kameraden und den ebenfalls erschienenen Bürgermeister Weber. Der Schrift- und Kassenwart trug die Jahresprotokolle vor; es wurde ihm Entlastung erteilt. Der neu ernannte Führer der Wehr, Oberbrandmeister Knenlein, ergriff dann das Wort und schilderte in markanten Worten die Pflichten eines Feuerwehrmannes. Er hob hervor, daß die Pflichten eines Feuerwehrmannes denen eines Soldaten gleichzuachten sind. Sodann richtete er seine Worte an den aus dem Amt scheidenden Oberbrandmeister Streitberger. Warme Worte des Dankes übermittelte er ihm im Namen der ganzen Wehr und ernannte ihn in Anbetracht seiner großen Verdienste um die hiesige Wehr in seiner 36jährigen Feuerwehrdienstzeit zum Ehrenmitglied der Wehr. Auch Bürgermeister Weber sprach dem Oberbrandmeister Streitberger den Dank der Stadt für seine stets treuen und aufopfernden Dienste aus. In bewegten Worten dankte Oberbrandmeister Streitberger Kamerad Knenlein, Bürgermeister Weber und allen Kameraden der Wehr für die ihm zuteil gewordene Ehrung und die stete Bereitschaft der Mitarbeit und wünschte der Wehr ferneres segensreiches Arbeiten im Dienste der Schadenverhütung.
Der Franke, 30. 4. 1938
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5. August 1939. Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 5. Aug. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Die Nachsommerweide der Markung Sichertshausen wird dem bisherigen Pächter Prümmer-Hornungshof um 240 RM überlassen. — Behandlung und Ablehnung einiger Gesuche um Nachlaß der Feuerwehrabgabe 1939. — Die Waaggebühren werden in der Weise abgeändert, daß für größere Lasten über 40 Ztr. nur noch ein Pfennig pro Ztr. (bisher 2 Pfg.) erhoben wird. — Ortsbauernführer K. Melber beabsichtigt seine Dunglege zu vergrößern und muß teilweise Gemeindeeigentum überbauen. Nach Besichtigung wird gegen das Bauvorhaben nichts eingewendet. — Frau Witwe Grupp beabsichtigt, in das Gebäude Nr. 377 — Remise — eine Garage einzubauen und muß zur Gewinnung einer breiteren Zufahrt teilweise das Bachbett überdecken. Nachdem seitens der Flußpolizeibehörde keine Einwendungen gemacht wurden, hat auch die Stadtgemeinde gegen die Wegverbreiterung nichts einzuwenden. — Die Stadtgemeinde wird Mitglied des Bezirksheimatmuseums. — Für die Schule wird eine vierte Nähmaschine angeschafft. — Für den Platz, auf dem die Pumpstation in Sichertshausen erstellt wurde, wird an die Schneider'schen Erben der verlangte Pacht von jährlich 2 RM bezahlt und ein Pachtvertrag auf die Dauer von 60 Jahren abgeschlossen. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Einkaufskommission bei der Blaufeldener Versteigerung einen Farren der Zuchtwertklasse I zum Preis von 3350 RM gekauft habe. Bei der Kreisrindviehschau in Weikersheim erhielt der Farre Paladin einen 1. und die Farren Axel und Panturus je einen 3. Staatspreis. — Zur Anschaffung der Motorfeuerspritze und der notwendigen Schläuche wurde der Stadtgemeinde ein Beitrag von 2700 RM verwilligt. — Im Anschluß an die Beratung fand eine Besichtigung des städtischen Gutshofes "Rehhof" statt. Verschiedene Verbesserungsarbeiten im Stall usw. wurden als notwendig erachtet und genehmigt. Der Gutshof befindet sich in guten Händen und wird ordnungsgemäß bewirtschaftet.
Der Franke, 5. 8. 1939
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Adreßbuch 1936
Adressbuch für Stadt und Bezirk Gerabronn. 2. Auflage. Druck und Verlag: Rückert's Buchdruckerei Gerabronn 1936.
Niederstetten
mit Ermershausen, Sichertshausen und Eichhof
Einzelwohnsitze: Eulenhof, Frickenmühle, Haltenbergstetten, Kauzenmühle, Rehhof, Schneidemühle, Ziegelmühle, DreischwingenStadt
Einwohnerzahl: 1567, davon prot. 1250, kath. 233, isr. 81, von anderen Bekenntnissen u. religionslos 3
Finanzamt: Bad Mergentheim
Amtsgericht: Langenburg
Autolinie: Mulfingen - Künzelsau
Bahnstation: Niederstetten
Post: Niederstetten
Oeffentliche Sprechstelle: Postamt Niederstetten
Ortsvorsteher: Bürgermstr. Schroth, Fernsprecher 134
Beigeordnete: Melber Friedrich, Thomas Fritz
Ratsherren: Hermann Heinrich, Ermershausen, Knenlein Richard, Linder Johann, Melber Karl, Osiander Otto, Sichertshausen, Streitberger Karl
Gemeindepfleger: Pflüger Friedrich
Ortsgruppenleiter der NSDAP.: Thomas Fritz, Niederstetten
Ortsgruppenwalter der DAF. [Deutsche Arbeitsfront]: Knenlein Eugen
Ortsgruppenamtsleiter der NSV. [Nationalsozialistisch
Volkswohlfahrt]: Thomas Karl
Ortsbauernführer: Melber Karl
Evang. Stadtpfarramt : Stadtpfarrer Göltenboth Ernst Willy
Kath. Stadtpfarramt: Stadtpfarrer Mayer Matthias
Notariat: Niederstetten, Kunkel Eugen, Bezirksnotar.
Aerzte: Heller Sigm. Dr., prakt. Arzt
Tierärzte: Holler Rud., Dr.med.vet.Handel und Gewerbetreibende
Architekten
Baumann, Baumeister
Autovermietung
Färber Willy
Groß Martin
Marquardt R. z. „Krone“Apotheker
Hermann Mayerhausen (siehe Anzeige unten)
Bäckereien
Härterich Johann
Hirsch Wilhelm
Dreher Georg
Federolf Friedrich
Kleinschrot August
Rummler Georg
Scharpf Hermann
Thomas Johann
Wagner KarlBanken
Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn, Filiale Niederstetten
Darlehenskassenverein Niederstetten
Kreissparkasse Gerabronn, Zweigstelle NiederstettenBaugeschäfte (Maurer)
Braungart Josef
Feinauer WilhelmBaumaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer
Baumann, BaumeisterBau- und Möbelschreinereien
Groß Georg
Groß Karl
Kästle Gebrüder
Meider Georg
Ziegel HansBaumschulen
Rüger Karl
Schneider JuliusBildhauer
Schumm Heinrich
Brennereien
Striffler Otto
Buchbindereien und Schreibwaren
Knenlein Eugen
Buchhandlungen — Schreibwaren
Knenlein Eugen
Knenlein Richard
Fleck KarlBuchdruckereien
Knenlein Richard
Brennmaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer (siehe Anzeige unten)
Emmert FriedrichCafés
Benh Alfred
Grießer Georg
Schindwolf HermannDamenschneidereien
Bosack Rösle
Dertinger Anna
Herzog Lilli
Heilmann Katharine
Jung Geschwister
Klenk Elise
Köppel Ida
Markert Katharine
Rupp Wilhelmine
Schuhmacher BertaDreschmaschinenbesitzer
Streitberger Karl
Drechsler
Abendschein Julius
Eisenwarenhandlungen
J. C. Dill, lnh. Carl Bauer
Mayer GeschwisterElektro-Installationsgeschäfte
Elektrizitätswerk Ingelfingen-Hohebach
Fischer Richard
Jäck Marx
Utz ErnstElektrizitätswerke
Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach
Flaschner
Emmert Alfred
Freier Georg
Keppler Karl
Herz EliseFriseurgeschäfte
Müller Fridolin
Schneider Wilhelm
Wild KarlFuhrunternehmer
Hagelstein Leonhard, Güterbeförderer
Gasthöfe
Braun Wolf
Hermann Bick, Metzgerei und Gasthaus zum Anker (siehe Anzeige unten)
Gasthof zur „Post”, Niederstetten (siehe Anzeige unten)
Fleck Berta
Marquardt Reinh., z. „Krone“
Meister Margarete, z. „Hirsch“
Melber Friedrich
Nörr Eugen, z. „Adler“
Pflüger Karl z. „Eisenbahn“
Streng Friedrich
Schindwolf Hermann
Schmidt Frida, z. „Ochsen“
Schürger Heinrich, z. „Löwen“Gärtnereien
Rüger Karl
Schneider JuliusGerbereien
Streitberger Karl
Gipser
Hellmuth Johann
Glaser
Otto Ernst
Gold- und Silberwaren
Dürr Frieda
Fleck KarlHerrenschneidereien
Burkhardt Karl
Dertinger Paul
Menikheim Karl
Schmitt Gottlob
Vogel Fritz
Wagner WillyKaminfeger
Tetloff, Creglingen
Kolonial- u. Gemischtwarenhandlungen
Vent Alfred
Dierolf Otto, Hall, Filiale Niederstetten
Glaser Ida
Grießer Georg
Markert Georg
Melber Anna
Kießecker Friedrich (siehe Anzeige unten)
Nörr Friedrich
Streng Gottlob
Rück WilhelmKorbmacher
Braungart Josef
Dieß Karl
Köhnlein GeorgKonditoreien
Benth Alfred
Grießer GeorgKüfereien
Blumenstock Otto
Schürger Leonhard
Steinmeß GeorgKürschner
Sus Georg Wwe.
Landesprodukten
Ehrenberg Marx
Kießecker Friedrich o. H. G.
Hohenl.-fränkische GetreideverkaufsgenossenschaftLimonade- und Mineralwasserhandlungen
Schürger Leonhard
Maler
Dod Ludwig
Hellmuth JohannManufaktur- und Aussteuerartikel
Kahn Albert
Kirchheimer Max
Löwenstein Julius
Seybold Eugen
Schloßberger Berthold
Wolf David
Zink AugustMechanische Werkstätten, Fahrräder, Nähmaschinen
Färber Willy
Groß Martin
Blumenstock Wilhelm
Keitel Friedrich
Mayer GeschwisterMesserschmiede
Schönemann Heinrich
Metzger
Biek Hermann
Kahn Max
Melber Friedrich
Schmidt Hans Wwe.
Streng FriedrichMolkereien
Milchverwertungsgenossenschaft e. G. m. b. H., Niederstetten
Mühlen
Ziegler Georg, Frickenmühle
ÖIe und Fette
Grupp Hugo Wwe.
Stern MaxPutzgeschäfte
Friederich Gretchen
Kreußmann Geschwister
Knenlein AnnaSattler
Kleinhanß Albert
Kleinschrot Albert
Schmidt Gottlob
Schneider Gottfried Wwe.
Schürger GustavSägewerke
Jung Gebrüder
Streitberger KarlSeifenfabrikation
Grupp Hugo Wwe.
Seiler- und Bürstenwaren
Linder Georg
Müller Eugen
Nörr FriedrichSchuhmacher und Schuhwarenhandel
Baumann Gottlob
Freier Wilhelm
Friedrich Wilhelm
Friedrich Karl
Schmid Gebhard
Schmidt OttoSchlosser
Groß Martin
Fischer Richard
Mayer GeschwisterSchmiede
Hönig Leonhard
Hammer Karl
Jöchner AlbertTerrazo- und Kunststein-Geschäfte
Feinauer Wilhelm
Uhrmacher
Dürr Frieda
Viehhändler
Kirchheimer Simon
Jakob Neu
Schloßberger Julius u. LeopoldWagner
Gögelein Hermann
Schuhmacher HeinrichZahntechniker und Dentisten
Wild Karl, Dentist
Zimmergeschäfte
Jung, Gebrüder
Sonstige Gewerbetreibende
Klein Sofie, Restegeschäft
Friedrich Kiesecker, Malzextrakt
Lüder Kathi, Geschirrhandel
Reichenberger, Restegeschäft
Schürger Heinrich jr., Rundbürstenfabrikation
Wallrauch Helene, StickerinAnzeigen im Text








Vereine und ihre Vorstände
Geflügelzuchtverein Niederstetten. Vorstand: Friedrich Bullinger
Kriegerkameradschaft Niederstetten (Kyffhäuserbund). Kam.-Führer Fritz Knorr
Männergesangverein Niederstetten. Vorstand: Julius Schneider
Sportverein Niederstetten. Vorstand: Karl Wollinger
Turnverein Niederstetten e. V. Vorstand: Karl StreitbergerBauern und Landwirte
* = ErbhofNiederstetten
Abendschein Julius
Bader Johann
*Barthelmäs Friedrich
Bauer August jr.
Blumenstock Elsa
Burkert Karl
Burkert Ludwig
Burkhardt Heinrich
Busch Wilhelm
Dreher Joh., Weingärtner
Frank Ernst Wwe.
Frank Friedrich, Weingärtner
Frank Karl
*Frank Wilhelm Wwe.
Frey Friedrich
Fug August
Fug Friedrich
Gundel Johann
Hagelstein Friedrich
Hagelstein Leonhard
Hammer Friedrich sen.
*Herz Friedrich-Wwe.
Hofmann Wilh., Weingärtner
Hopf Friedrich
Landwirtschaftl. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten e. G. m.b.H.
Hopf Georg
Horn Friedrich
Horn Karl
Jäger Hermann
Jäger Otto
Jäger Johann
Jakob Josef
Keim August
Keim Karl, Weingärtner
*Klein Albert
*Kleinhanß Christian
*Kleinhanß Gottlieb
*Knorr Friedrich
Korder Kaspar
Kostel Johann
Köhnlein Georg, Weingärtner
Krauß Marie Wwe.
Küstner Friedrich
*Lang Heinrich, jetzt Metzger W.
Lang Wilhelm
Leyrer Karl
*Limbacher Heinrich
Linder Barbara Wwe.
Linder Georg
*Linder Johann Fr. sen.
Linder Karl
Markert Georg, Weingärtner
Meder Konrad
Meister Katharine
*Meister Margarete
*Melber Karl
Menikheim Johann
Mittnacht FE
*Mittnacht Stefan
Mündlein Gottlob
*Münz Geschwister
Naser Georg
*Neubert Johann
*Nörr Eugen
Nörr Friedrich, a. Bach
Nörr Wilhelm
Pflüger Johann
Ratz Eduard
Rieger Karl
Rummler Georg
Rummler Georg, Bäcker
Schmidt Andreas
Schmitt Theodor
Schmitt Wilhelm
Schuch Georg
*Schulz Gebrüder
*Schultz Friedrich
Schumann Friedrich
Sinner Johann
*Steinmetz Johann
Streitberger Karl
*Striffler Otto
Thomas Leonhard
Thürauf Gottlob
Waldmann Friedrich
Weber Fr. Wwe., Weingärtner
Weber Albert
*Wollinger Karl
*Ziegler Georg, Frickenmüller
Städt. Hofgut Rehhof, Pächter: Johann PreuningerEichhof
*Dürr Albert
*Gebhardt Heinrich
*Haag Karl
*Hermann Friedrich
*Hermann Wilhelm
*Hermann Adolf
*Kohlschreiber Josef
*Löblein Paul
*Melber FriedrichErmershausen
*Dümmler Georg
*Ehrle Karl Heinz
*Fach Josef, Dreischwingen
*Friedrich Gottlieb
*Friedrich Gottlob
*Haag Albert
*Haag Bernhard
*Hermann Heinrich
*Hermann Johann
*Löber KarlSichertshausen
Albrecht Georg
*Egner Friedrich
*Habel Wilhelm
*Kleider Gottlieb, jezt Metzger Karl
*Korn Georg
*Oberndörffer Wilhelm
*Osiander Otto
*Ruhm Eduard
*Scheuermann Friedrich
*Schneider Friedrich (Erben)
*Waldmann Wilhelm -
Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)