Karl Streitberger
Karl Streitberger
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1. August 1933, Teilnehmer am 15. Deutschen Turnfest kehren nach Niederstetten zurück
* Niederstetten, 1. Aug. Gestern abend kehrten die Teilnehmer vom 15. Deutschen Turnfest heim. Ein großer Teil der Bevölkerung fand sich am Bahnhof ein, um dem Verein einen festlichen Empfang zu bereiten; denn die Vereinsriege hatte sich auf dem Fest einen 1. Preis errungen. Von der Turnerjugend wurden den Teilnehmern Blumen verehrt. Mit Gesang gings zum Lokal "Melber", wo eine kurze Begrüßung und Beglückwünschung durch Vorstand Streitberger und Bürgermeister Schroth stattfand.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 177, 2. 8. 1933, S. 4)
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1. Oktober 1938. Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 1 Oktober. (Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren am 16 September 1938) Martin Groß, Zimmermeister hier, beabsichtigt an der Bahnhofstraße neben Dertinger und Kirchheimer ein Werkstattgebäude zu erstellen und sucht um Aufhebung der für die geplante Gartenstraße bestehenden Baulinien nach. Der Aufhebung der Baulinie wird zugestimmt, soweit diese bei dem Neubau in Frage kommt. Von dem Antragsteller wird jedoch verlangt, daß er zwischen dem geplanten Neubau und seinem Gebäude einen Fußweg freiläßt. Die Baulinie für die geplante Gartenstraße wurde bereits vor ca. 70 Jahren festgelegt. Die Durchführung der Gartenstraße war bisher noch kein Bedürfnis. – Nach dem Erlaß der Zentralkasse für das Feuerlöschwesen wird der Stadtgemeinde für die Anschaffung einer Motorlöschspritze ein Zuschuß von 33 1/3 Prozent gewährt. Die Anschaffung wird beschlossen und zum Einkauf eine Kommission bestimmt, der neben dem Bürgermeister und den Beigeordneten der Oberbrandmeister Ratsherr Knenlein und dessen Vorgänger Ratsherr Streitberger angehören. Die Kriegerkameradschaft hier beabsichtigt einen neuen, modernen Schießstand zu erstellen und bittet um Ueberlassung eines geeigneten Platzes, sowie um sonstige Unterstützung bei der Erstellung des Schießstandes. Ehe dem Gesuch näher getreten wird, will der Bürgermeister mit dem Vorstand des Schützenvereins wegen eines Zusammengehens der beiden schießsporttreibenden Vereine verhandeln. – Die Modelle für den Brunnen bei der Apotheke werden besichtigt. Als geeignet wird das von Gewerbelehrer Reiber hier gewählt. Die Ausführung der Arbeit wird dem Bildhauermeister Seelig-Laudenbach übertragen. Eine allgemeine Befreiung der Mitglieder der hiesigen Sanitätskolonne von der Feuerwehrabgabe kann nicht stattfinden, da mit der gleichen Begründung auch die Angehörigen der SA., NSKK. sowie die Politischen Leiter von der Abgabe befreit werden müßten. — Die Abrechnung der Gewerbeschule 1937/38 wird ohne Einwendung zur Kenntnis gebracht. Vom Nutzungsplan und von der Fällungsnachweisung 1938/39 wird Kenntnis genommen. Eine Besichtigung der städt. Wälder durch die Beigeordneten und Ratsherren wird nach Beendigung der Herbstarbeiten stattfinden. – Den im Ausland wohnenden Niederstettener wird der schwäbische Heimatkalender 1929. von Hans Reyhing als Heimatgruß übersandt, Die Angehörigen werden ersucht, beim Bürgermeister die Adressen abzugeben. — Der Bürgermeister berichtet über den Finanzausgleich und über den Stand der Voranschlagsarbeiten.
Der Franke, 1. 10. 1938
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14. Dezember 1931. Ergebnis der Gemeinderatswahl
() Niederstetten, 14. Dez. Nun liegt die mit großer Spannung erwartete Gemeinderatswahl hinter uns. Sie hat in der Zusammensetzung des Gemeinderats fast keine Aenderung gebracht. Von sieben ausscheidenden Gemeinderäten haben nur sechs wieder kandidatiert. Alle wurden mit ansehnlicher Stimmenzahl wiedergewählt und man kann sich dieser: Einigkeit der Wählerschaft mit dem Gemeinderat freuen. Zum erstenmale in der Nachkriegszeit wurde nach dem System der einfachen Mehrheitswahl gewählt. Bemerkenswert war an der Wahl die Zersplitterung der Stimmen, welche sich auf 86 Namen verteilten, wodurch die Feststellung der Wahlresultate sehr verzögert wurde. Ein poetisch- angehauchter Wähler machte seinem Herzen in folgenden Versen Luft:
„Weil ich halt nicht einen find,
der etwas zustande bringt
wieder diese Wählernot,
wähl ich unsern Herr und Gott.
Sein Programm ist jederzeit
Nächstenlieb — Gerechtigkeit
wer die übt und hält es ein,
nur der ist wert gewählt zu sein".
Das Wahlresultat ist: Stimmberechtigte 1041, abgestimmt haben 649 Stimmberechtigte. Ungültig waren 6 Zettel bezw. leere Umschläge. Es erhielten die seitherigen Gemeinderäte: Werkbesitzer Karl Streitberger 502, Fr. Knorr, Landwirt 393, Johann Linder 392, Friedrich Kießecker sr, Kaufmann 365, Karl Keppler, Flaschnermeister 291, Georg Striffler, Landwirt 271 Stimmen. Neu gewählt wurde Friedrich Melber, Gastwirt u. Metzgermeister mit 473 Stimmen. Auffallend viele Wähler haben das Mehrheitswahlsystem nicht erfaßt und haben Kandidaten kumuliert, und andere dafür gestrichen. Der Wahlkampf wurde durchweg in der anständigsten Form geführt.Vaterlandsfreund, Nr. 293, 15. 12. 1931
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17. Juni 1939. Hauptversammlung der Landw. Bezugs- u. Verwertungsgenossenschaft
Niederstetten, 17. Juni. (Hauptversammlung der Landw. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten). Die Hauptversammlung des hiesigen Lagerhauses fand am vergangenen Sonntag im Gasthaus zum "Löwen" statt. Vorsteher Osiander-Sichertshausen eröffnete die Versammlung und konnte 200 erschienene Mitglieder aus den umliegenden Gemeinden begrüßen. Er wies darauf hin, daß die heutige Hauptversammlung zwei Geschäftsjahre zu erledigen hätte, nachdem im vergangenen Jahr wegen der Maul- und Klauenseuche die Hauptversammlung hatte ausfallen müssen. Geschäftsführer Schürger gab den Bericht über die Geschäftsjahre 1936/37 und 1937/38 bekannt, ebenso die Bilanzen für die beiden Jahre. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß sich der Umsatz Jahr für Jahr gesteigert hat. Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 1937/38 rund 2,96 Millionen, der Warnumsatz bei 43 000 Dz. 710 000 Mk. Die Zahl der Mitglieder beträgt rund 500. Die Bilanz schließt mit einem Gewinn von 5700 Mark ab, für beide Geschäftsjahre werden je 5 Prozent Dividende ausgeworfen, der Rest wird dem Reservefond zugewiesen. Die Berichte und die Bilanzen werden von der Hauptversammlung für gut geheißen und den Verwaltungsorganen wird Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder werden wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Otto Osiander-Sichertshausen (Vorsteher), K. Streitberger-Niederstetten (stellv. Vorst.), Bernhard Schmieg-Ochsental, Wilhelm Markert-Pfitzingen, Adolf Thürrauch-Adolzhausen, Heinrich Schürger-Niederstetten. Dem Aufsichtsrat gehören an: K. Löber-Ermershausen (Vors.), J. Hörner-Herrenzimmern (Stellv.), Joh. Haag-Oberstetten, L. Klein-Hirchbronn, K. Schaffert-Reichertswiesen, F. Scheuermann-Herbsthausen, A. Hammel-Vorbachzimmern, Friedr. Münz-Hollenbach, Al. Jakob-Zaisenhausen, R. Beck-Wildentierbach, E. Ziegler-Gütbach, W. Abendschein-Eichswiesen, J. Lüllig-Simprechtshausen, A. Schneider-Riedbach, Friedr. Albrecht-Wittmersklingen. Unter Punkt Verschiedenes fand eine Aussprache über Sacklieferung, Gerstenablieferung, Kartoffeldämpfkolonne usw. statt. Beschlossen wurde, daß zwischen der Heu- und Getreideernte das Lagerhaus einen Sonderzug nach Stuttgart es Besuch der Reichsgartenschau laufen läßt. Vorsteher Osiander sprach zum Schluß dem Geschäftsführer, den Angestellten und den Arbeitern sowie allen Mitgliedern den Dank für ihre im Interesse der Genossenschaft geleistete Arbeit aus, er bat die Mitglieder alles daran zu setzen, daß auch künftighin eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und den Mitgliedern herrschen möge wie dies bisher der Fall war zum Segen der Genossenschaft. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler schloß der Vorsteher die anregend verlaufene Hauptversammlung.
Der Franke, 17. 6. 1939
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18. Februar 1935. Generalversammlung des Turnvereins
Niederstetten, 18. Febr. Am gestrigen Sonntag hielt der Turnverein Niederstetten, im Vereinslokal, Gasthaus Melber, seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Streitberger begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und erteilte nach einer kurzen Weihestunde dem Schriftführer Kreutzmann zu seinen Protokollvorlesungen das Wort. Anschließend erstattete Kassier Rüger Bericht über die finanzielle Lage des Vereins, welche einen ganz erfreulichen Stand aufweist. Oberturnwart Keppler gab einen Ueberblick über das verflossene Turnjahr, die Leistungen und die erzielten Preise, aus welchen man ersehen konnte, daß der Verein immer auf der Höhe war, wenn auch noch viel zu viel junge Leute der für die Körperertüchtigung so überaus wichtigen Turnsache aus Bequemlichkeit noch fernstehen. Er wünsche, daß der Verein seine Unterstützung gewähre, um mit einer Riege das diesjährige Gauturnfest in Schwenningen besuchen zu können. Frauenturnwart Pflüger gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Familienväter ihre schulentlassenen Töchter doch zum Turnen schicken möchten, denn gerade das Turnen trage für den weiblichen Körper bei, ein gesundes Volk zu erhalten. Der Vereinsführer dankte den Vortragenden für ihre Mühewaltung im Dienste des Vereins und erteilte ihnen Entlastung. Für den seitherigen langjährigen Schriftführer Kreutzmann übernimmt Turnfreund Scholl dieses Amt. Den Teilnehmern an der Saartreuestaffel wurden Urkunden überreicht. Bürgermeister Schroth dankte dem Vereinsführer für seine Verdienste um den Verein, besonders auch dafür, daß er auch im neuen Jahre die Geschäfte weiter führen wolle, denn es sei doch selten jemand so für diesen Posten geeignet. Den Abschluß der Versammlung bildete ein Lichtbildervortrag über die Ostlandfahrt 1934 des Turngaues Württemberg. In überaus klaren Worten schilderte Frauenturnwart Rüger, unterstützt von zahlreichen prächtigen Lichtbildern eines Fahrtteilnehmers, seine Reiseeindrücke auf der fast 14tägigen Fahrt, welche über Berlin bis nach Königsberg u. Danzig führte und wurde vor unseren Augen ein gutes Stück unseres geliebten Vaterlandes entrollt, besonders auch der Ostsee in ihrer ganzen Schönheit. Noch manches kernige Turnerlied erscholl aus dem Munde der Anwesenden und beendete den kameradschaftlichen Abend.
Der Franke, Nr. 43, 20. 2. 1935
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18. Mai 1931. Gauwanderung der Turner - Eröffnung des städt. Freibades
() Niederstetten, 18. Mai. Ueber Höhen und Täler, durch das grünende und blühende Hohenlohe-Franken führte am Sonntag der Weg die Scharen munterer Turner und Turnerinnen in das Vorbachtal nach Niederstetten. Veranlassung war die Gauwanderung des oberen Hohenloher Gaues, welche unsere Stadt zum Ziele hatte. Von allen Seiten kamen die fröhlichen Züge, frisch und munter, ohne eine Spur von den gehabten Anstrengungen hierher, mit Gesang, mit Zupfgeigen und Violinen, mit Trommlern und Pfeifern, mit eigener Musikkapelle. Hier wurde ihnen ein turnerischer Willkommgruß entboten und dann fanden die Wanderer in ihren Quartieren kurze Rast. Denn der Tag stellte ihnen auch turnerische Anforderungen. Gegen 2 Uhr zog ein anmutiger, jugendfrischer Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Der musikalische Teil des Tages war vom hiesigen Turnverein der Stadtkapelle Schmid übertragen, welche ihre Aufgabe sehr gut erfüllte. Auf dem Festplatz ging ein kurzer rednerischer Festakt dem Turnen voraus. Der Vorstand des Männerturnvereins Niederstetten, Herr K. Streitberger, entbot den Willkomm des hiesigen Vereins. Besonders begrüßte Herr Streitberger die Gauleitung, vertreten durch Gaumännerturnwart Heck-Laudenbach, Gaupressewart Hauptlehrer Gerheißer-Niederstetten und Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerabronn. sowie alle sonstigen Gäste. Turnerinnen u. Turnern und Turnfreunden galt der Gruß der Stadt, entgegenbracht durch Herrn Bürgermeister Schroth. Dieser drückte seine Freude darüber aus, auch so viele alte Turnfreunde, darunter unseren turn- und wanderbegeisterten Herrn Landrat Wöhrle, hier zu sehen. Das Wandern am schönen Maientag sei geeignet, die Jugend mit gesundem Geist zu erfüllen. Das Turnen habe ja den Lebenszweck, die Jugend zu körperlicher Kraft und zu geistiger Höhe heranzuziehen. Hr. Bürgermeister Schroth sprach die Hoffnung aus, daß alle Gäste Niederstetten mit gutem Andenken verlassen mögen. Für die Gauleitung sprach Herr Gaupressewart Gerheißer. Das Wandern habe für den Turner dreifache Bedeutung, sportlich, historisch und erzieherisch. Schon Turnvater Jahn habe ganz Deutschland durchwandert und sei an schönen Tagen mit seiner Jugend aufs Land gezogen. Die Wanderfahrt sei der Bienenflug zum Tau des Lebens. Die Natur sei der Urquell aller Kraft und durch das Wandern komme man zu dieser Quelle. Die Wanderung habe auch das Ziel der sportlichen Kräftigung. Schließlich verlas Hr. Hauptlehrer Gerheißer eine Kundgebung der Gauleitung. Diese bemerkenswerte Kundgebung besagte inhaltlich: Turner und Turnerinnen mögen immer treu zu ihrer Sache stehen. Turnen sei nicht allein als Körpersport und Leistungssteigerung zu betrachten, sondern auch als feines Mittel zur Bildung offener und ehrlicher, deutscher Gesinnung, die unter Verzicht auf eigene, ehrgeizige Ziele und ohne politische Bindung nur an das große deutsche Volksbewußtsein denkt. Der Jugend soll es unbenommen bleiben auf eigenen Wegen ihre guten Ziele zu erreichen, sie wird aber auch der größeren Reife und Erfahrung der Aelteren nicht entraten können. Die Kräfte können ruhig in verschiedener Weise wirksam sein, wenn sie sich nur zum Schlusse in einem Punkte finden. Frohsinn ist die Seele jeder gedeihlichen Arbeit. Die Maiensonne soll in die Herzen strahlen, damit der Glaube an ein Wiederaufwärtskommen uns bleibe. Die Kundgebung schloß mit einem Aufruf, daß bei der kommenden Gauturnfahrt nach Crailsheim jeder Turner und jede Turnerin ein Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft ablegen solle. Nach dem Begrüßungsakt gab es auf allen Seiten unseres großangelegten Sportplatzes viele turnerische und sportliche Leistungen zu bewundern. An den Geräten zeigten die besten Turner unseres oberen Gaues ihr Können. Die Turnerinnen führten die Freiübungen vor, welche für die Gauturnfahrt vorgeschrieben sind. Großes Interesse fand das hier zum erstenmale gezeigte Florettfechten der Gruppen der Männerturnvereine Bad Mergentheim u. Weikersheim. (Auch Turnerinnen waren daran beteiligt). Fechtwart Jäger-Weikersheim wußte diese Uebung dadurch besonders interessant zu gestalten, daß er vor Beginn sowohl über das Fechtinstrument selbst als auch über die Art der Anwendung Aufschluß gab. Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerobronn brachte mit seinen Gerabronner u. hies. Turnerinnen Volkstänze zur Aufführung. Zwischen verschiedenen Vereinen kamen Faustballspiele zur Durchführung und die Handballmannschaft des Männerturnvereins Niederstetten spielte gegen eine kombinierte Mannschaft mit dem Erfolg 8:0 für Niederstetten. Die Stadtkapelle konzertierte daneben unermüdlich und unsere Gäste konnten nicht oft genug [beweisen?] wie gut es ihnen hier gefalle. Die turnerische [Leitung?] des Tages hatte Herr Männerturnwart [Heck-Lauden]bach inne, welchem für die ruhige turnerische und [?]lich vorzügliche Durchführung besonderer Dank [gebührt?]. Den Dank der Gäste brachte Herr Gauauschußehrenmitglied Fritz-Gerabronn in warmherzigen Worten zum Ausdruck. Den Beschluß des Nachmittags bildete ein Ball in der Turnhalle. Der hiesige Männerturnverein hatte seine Wanderung am Himmelfahrtstage durch den Gemeindewald nach Wermutshausen unternommen. An der gestrigen Wanderung hatten teilgenommen: [?] Männer, 153 Frauen, 93 Jugendl., zurückgelegt wurden insgesamt 267 Kilometer.
() Niederstetten, 18. Mai Das Frühjahr gibt dem Berichterstatter immer einigen Anlaß, sich zu [besinnen?]. Die ersten Staren und Schwalben, die die Besc[hälplatte?] beziehenden Hengste, die ersten Bienenschwärme (in Wildentierbach Gutsbesitzer Schürger, in Niederstetten [Gärt?]nereibesitzer Striffler), die wunderbare Obstbaumblüte, wie sie gerade in diesen Tagen das Auge entzückt - alles das sind Veranlassungen genug, größere oder kleinere Berichte zu schreiben und den Leser der Zeitung auf den erwachenden oder erwachten Frühling hinzuweisen. Als ein Zeichen, daß es wirklich Frühling geworden ist, auf das viele gewartet haben, ist die Eröffnung des herrlichen Niederstettener Städtischen Freibades. Schon gestern am Eröffnungstage haben viele fremde Turner u. Turnerinnen das Städt. Freibad benützt, um sich von den Mühen der Wanderung zu erholen. Die Stadtverwaltung ist andauernd bemüht, die Einrichtungen des Bades zu verbessern und zu verschönern. Es ist daher zu hoffen, daß sich auch in diesem Jahre der Badebetrieb lebhaft gestalten wird. Vaterlandsfreund, Nr. 114, 19. 5. 1931
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19. April 1933, Scheune abgebrannt. Acht Stadträte neu bestimmt
Niederstetten, 19. April. Heute früh etwa um 1/2 4 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Karl Melber – Hausname Ströbel-Melber –, Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Das angebaute Wohnhaus wurde ebenfalls ein Opfer der Flammen. Das Vieh konnten gerettet werden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die eingeäscherte Scheuer wurde erst im Jahre 1932 neu erbaut. - In Anpassung an das Ergebnis der letzten Reichstagswahl wurden für die Gesamtgemeinde Niederstetten acht Stadträte von den einzelnen Parteien bestimmt und zwar für die NSDAP. der Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Sägereibesitzer Karl Streitberger, seith. Gemeinderat, Metzgermeister Friedrich Melber, seith. Gemeinderat, Buchdruckereibesitzer Richard Knenlein, für den Württ. Bauern- und Weingärtnerbund Johann Linder, Landwirt, seith. Gemeinderat, Weingärtner und Landwirt Wollinger, seith. Gemeinderat, und für das Zentrum der Flaschnermeister Karl Keppler, seith. Gemeinderat, für die Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen der Landwirt Herrmann in Ermershausen. Das Ergebnis der Mandatsverteilung wird von der Bevölkerung mit Befriedigung aufgenommen.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 91, 20. 4. 1933, S. 4)
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19. Februar 1930. Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr. - Vorführung von Feuerlöschfahrzeugen
() Niederstetten, 19. Febr. Am letzten Samstag fand im Saale des Gasthofes zum „Ochsen“ die Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr statt. Herr Kommandant Karl Streitberger richtete an die Mannschaft herzliche Begrüßungsworte. Nach Verlesung des Tätigkeits- und Kassenberichtes wurde in die Beratungen eingetreten. Beschlossen wurde die Beschaffung von Dienströcken für die Hydrantenmannschaft. Kenntnis genommen wurde von einem Schreiben der Reichsbahn, nach welchem der hiesigen Feuerwehr zur Hilfeleistung bei Eisenbahnunfällen die Strecke Schrozberg-Weikersheim zugeteilt wurde. Ferner lag ein Schreiben der Firma Magirus-Ulm vor, welche mitteilte, daß sie am heutigen Tage ihre Motorspritzen und mechanischen Leitern vorführen werde. Die Generalversammlung war vom Geiste der Kameradschaft und der Nächstenhilfe getragen und verlief sehr harmonisch.
() Niederstetten, 19. Febr. Seit Ford seine großen Automobilreklamezüge in die Welt sandte, hat das Wort „Karawane“ Weltbedeutung erlangt. Heute war hier eine „Magirus-Karawane“. Vier, dem Feuerlöschdienst dienende Gefährte, eines schöner als das andere, wurden von der Fabrik Magirus-Ulm vorgeführt. Zunächst war dies bei einer mechanischen Automobilleiter der Fall. Mit überraschender Schnelligkeit war die Spitze auf 20 Meter hochgeklettert und mancher unserer in Reih und Glied stehender Feuerwehrleute, erklärte offen, da steige er nicht hinauf. Ebenso leicht wurde die Leiter nach allen Seiten und in verschiedene Winkelhöhen gedreht. Alle Bewegungen waren fast elegant zu nennen. Selbstverständlich wurden alle Manöver durch Motorkraft bewirkt. Der Preis dieser schönen Leiter ist mit 18 000 M an sich nicht hoch, aber kleine Landgemeinden werden sich das schöne Gerät doch versagen müssen. Ferner fand eine „Goliath“- Kleinmotorspritze Vorführung. Es wurden einer bis vier Schläuche angelegt und die Leistung war erstaunlich. Die Motorspritze ruht auf einem Handwagen, welcher leicht transportabel ist und sich auch an andere Gefährte ankuppeln läßt. Der Preis der „Goliath“-Motorspritze mit Wagen stellt sich auf etwa 3 000 M. Bei den von der Landesfeuerkasse und der Korporation geleisteten Beiträgen, verbleibt für die Gemeinden nur ein kleiner Teil dieser Summe. Es ist also größeren Landgemeinden die Möglichkeit gegeben, dieses moderne Feuerlöschgerät anzuschaffen. Ein Vertreter der Firma Magirus gab über die technischen und finanziellen Einzelheiten erschöpfende Auskunft. Von hier aus fuhr die Magiruskarawane nach Weikersheim, wo sie gewiß auch Interesse gefunden hat.
Vaterlandsfreund, Nr. 42, 20. 2. 1930
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2. September 1929. Abturnen. Abends Aufführung von zwei Einaktern. Herrliche Witterung
() Niederstetten, 2. Sept. Den schönen Sonntag benutzte der Turnverein zur Abhaltung seines Abturnens. Auf dem schönen Sportplatz hatten zahlreiche Freunde der Turnerei sich versammelt, um sich die turnerischen Leistungen anzusehen. In der Tat wetteiferten Turner und Turnerinnen, Jungturner und Jungturnerinnen in edlem Wettstreit. So kam es, daß auf fast allen turnerischen Gebieten ausgezeichnete Leistungen geboten wurden. Die Turnerinnen boten außerdem einen anmutigen Reigen. Am Abend fand eine Theatervorstellung in der Turnhalle statt. Zwei lustige Einakter „Die Wahl“ von Jüttner und „Die Hochzeitsreise“ von Roderich Bendix, wurden gespielt. Es war erfreulich, daß diese Theaterstücke über den gewöhnlichen Schwänken standen. Besonders das Spiel „Die Hochzeitsreise“ gab manchen Anlaß zum Nachdenken. Der Gelehrte, welcher bis zu seiner Heirat nur den alten Griechen und Römern lebte, beansprucht mit Rücksicht auf deren Lebensweise, das absolute Regiment im Hause. Seine kluge Fran weiß ihn aber davor zu überzeugen, daß wir heute in einer anderen Zeit leben und daß jede Zeit ihre eigenen Gesetze hat. So wird aus dem anfänglichen Haustyrannen ein liebender und sogar gefügiger Ehemann. Gespielt wurde ganz: hervorragend. Darsteller und Darstellerinnen gaben sich vollkommen natürlich und spielten flott, das ungelenke Hersagen fiel ganz weg. Es war wirklich eine Freude zuzusehen und zuzuhören. Ich will es unterlassen, einzelne Namen zu nennen, nur das Verdienst des Herrn Wallrauch um die Einstudierung der Stücke in der kurzen Zeit, soll hervorgehoben werden. Die Pausen verkürzte der Musikverein durch eine Reihe gut gespielter Musikstücke. Herr Vorstand Streitberger hatte allen Anwesenden den Gruß des Turnvereins entboten und verteilte an die Sieger die errungenen Diplome.
() Niederstetten, 2. Sept. Am hiesigen Bahnhof ist blühender Flieder zu sehen. Die herrliche Witterung der letzten Wochen hat in unserem städt. Freibad einen Hochbetrieb verursacht. Von hier und auswärts suchen täglich viele Badelustige Erfrischung. Es ist erfreulich zu sehen, wie unsere ganze Jugend, sogar weit unter dem schulpflichtigen Alter, Fortschritte im Schwimmen gemacht hat Aber auch die reiferen Jahrgänge bleiben nicht zurück. Das dem Freibad angegliederte Licht- und Luftbad bietet reichlich Gelegenheit zur Ruhe oder zu rhythmischen Uebungen nach dem Bade.
Vaterlandsfreund, Nr. 207, 3. 9. 1929
Benedix, Roderich (1811-1873): Die Hochzeitsreise. Lustspiel in zwei Aufzügen. Bühneneinrichtung mit einem Dekorationsplan. Leipzig: Reclam [1927]. 48 S. (Reclams Universal-Bibliothek. 4534)
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20. Dezember 1934. Vortrag der NSDAP - Kreisgeflügelausstellung
Niederstetten, 20. Dez. (Vortrag der NSDAP.) Am 14. Dezember sprach Gaufunkwart Oberstleutnant v. Stockmayer im Löwensaal über die z. Zt. brennenden Fragen. Die gut besuchte Versammlung spendete dem hier wohlbekannten Redner nach seinen präzisen, zu Herzen gehenden Ausführungen wohlverdienten Beifall.
Niederstetten, 20. Dez. (Kreisgeflügelausstellung.) Am 16. und 17. Dezember fand in der Turnhalle die Kreisgeflügelausstellung statt. Ausgestellt waren: 58 Nummern Einzeltiere (Hühner, Enten und Gänse), 55 Stämme zu 1,2 und 1,3 (Hühner, Enten und Gänse). 125 Nummern Tauben. Die Qualität der Tiere war nach Ansicht der Preisrichter als sehr gut zu bezeichnen. Der Aufbau der Ausstellung war sehr schön. Der Besuch derselben gut und auch der Nichtfachmann konnte sich an den prächtigen Tieren erfreuen. Preise erhielten:
1 Zuchtpreis der Reichsfachgruppe: Fr. Bullinger-Niederstetten auf Hühner (Barnefelder).
1 Reichsfachgruppenehrenpreis: Fr. Bullinger-Niederstetten, auf Barnefelder Hahnen; G. Kühner-Bartenstein auf Tauben (0,1 Silberschuppen)
Landesfachgruppenpreis auf Hühner: Fr. Ehrmann-Gerabronn, (1,3 Leghorn, weiß); Fr. Ley-Eichenau, (1,0 Italiener, silberf.).
Auf Tauben: K. Streitberger-Niederstetten, (1,0. Türken); R. Kammleiter-Schrozberg, (0,1 Schönheitsbrieftauben).
Außerdem wurden noch an die Aussteller vergeben: 2 Ehren-Preise zu je 10 RM., 6 Zuschlagspreise zu 5 RM., 9 Zuschlagspreise zu 3 RM. und 10 zu 2 RM. Für die Qualität der ausgestellten Tiere spricht das Vorhandensein von 88 „sehr gut" Tieren. Als Abschluß fand eine Tauben- und Kleintierbörse statt, bei welcher sich lebhaftes Interesse zeigte.Der Franke, Nr. 296, 20. 12. 1934
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22. April 1938. Beratungen mit Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 22, April. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Bisher wurde in der Pumpstation ein Rohölmotor verwendet, künftig wird zu Pumpzwecken der verbilligte Nachtstrom Verwendung finden. Zu diesem Zweck erfolgt der Einbau eines Ventilschalters mit Schnellschlußventil. Mit Rücksicht auf die Kosten, die durch den Milcherhitzungszwang entstehen, sucht die Milchverwertungsgenossenschaft um Nachlaß ihres Wasserzinses nach. Ein völliger Nachlaß des Wasserzinses ist nicht möglich, dagegen wird der angesetzte Wasserzins auf 50 Prozent ermäßigt. Nachdem die Wasserentnahme künftig eine geringere sein wird, kommt in Zukunft eine Ermäßigung des Wasserzinses nicht mehr in Frage. Die Zuführung der Wasserleitung in den Schulgarten wird genehmigt. In der Nachlaßsache H. Ney wird als Nachlaßpfleger Stadtpfleger Pflüger vorgeschlagen. Gegen die Errichtung einer Einfahrt von der Oberstettenerstraße zum Holzlagerplatz durch die Firma Gebrüder Jung wird nichts eingewendet. Der Wert des zu entfernenden Apfelbaumes wird auf 60 RM. festgesetzt. Die Abrechnung über die letzte Vorstellung der Landesbühne: "Kleiner Mann, ganz groß", wird bekanntgegeben. Die Vorstellung war mit über 500 Besuchern sehr gut besucht. Die NS.-Kulturgemeinde beabsichtigt, die Hälfte der Sitzplätze in der Turnhalle zu erhöhen und wird später nach Gründung des Besucherrings wegen einem Beitrag, der allerdings wieder zurückbezahlt wird, an die Stadtgemeinde herantreten. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Farreneinkaufskommission bei der Versteigerung in Hall einen Jungfarren um den Preis von 2020 RM. gekauft hat. — An dem Brunnen im Eichhof wird eine Pflasterung durchgeführt. Der von dem Juden Bernheimer früher gestiftete Brunnen bei der Apotheke (sogenannter Heimatbrunnen) verschandelt das Ortsbild, er wird deshalb in nächster Zeit entfernt und durch einen neuen Brunnen ersetzt. Soweit das Wasser des Röhrenbrunnens nicht für den neuen Brunnen benötigt wird, wird dasselbe der Milchverwertungsgenossenschaft zur Ergänzung ihrer Brunnenanlage zur Verfügung gestellt. — Anläßlich der Goldenen Hochzeit der Ehepaare Dod und Käser wird den Jubelpaaren das übliche Geschenk aus der Stadtkasse verwilligt. — Mit Wirkung vom 1. April d. Js. wird der Stundenlohn für Pferdegespanne wie folgt erhöht, Zweispänner von 1,10 RM. auf 1,30 RM,, Einspänner von 70 Pfg. auf 85 Pfg. — Der bisherige Führer der freiw. Feuerwehr, Ratsherr Streitberger, hat altershalber sein Amt als Oberbrandmeister niedergelegt. Der Bürgermeister spricht dem aus dem Amt Scheidenden den Dank der Stadtverwaltung aus. Als Nachfolger wird dem Oberamt vorgeschlagen der bisherige Brandmeister Ratsherr R. Knenlein, als dessen Stellvertreter der bisherige Löschmeister Alb. Kleinhanß, Sattlermeister. — Bürgersteuer — und Wasserzinsangelegenheiten.
Der Franke, 23. 4. 1938
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25. Januar 1936. Bericht vom Roßmarkt
Roßmarkt Niederstetten am 23. Januar 1936.
Trotz des nassen Winterwetters erfreute sich der heurige Roßmarkt wieder eines sehr guten Besuchs aus unserer näheren und weiteren fränkisch-hohenloheschen Heimat. Die im Umzug mitgeführten Pferde und Fohlen waren durchweg sehr schöne Tiere. Sie legten Zeugnis ab von dem allgemein guten Pferdematerial, das zum Markt aufgetrieben wurde. Sehr lebhaft war der Handel. Es wurden wohl noch selten so viele Käufe abgeschlossen, als beim heurigen Markt. Die Preise bewegten sich zwischen 600-1500 RM. für Arbeitspferde, je nach Qualität. Im ganzen wurden 65 Pferde und Fohlen zur Prämiierung vorgeführt. Ausnahmsweise stark waren die Händler mit 102 Pferden vertreten. Bei der stattgehabten Prämierung erhielten nachgenannte Landwirte Preise:
Warmblut: Gebrauchspferde:
I. Preis 12.- RM.: Ludwig Münz, Bauer in Herrentierbach, für Rappstute. Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Hellfuchsstute. Peter Kief, Landwirt in Herbsthausen, für Hellbraunstute. Friedrich Hofmann, Bauer in Niederweiler, für Braunstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Rappwallach.
II. Preise a 8.- RM.: Friedrich Grün, Bauer in Eichswiesen, für Braunwallach. Leonhard Streng, Bauer in Rinderfeld, für Fuchsstute. Georg Bach, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Margarete Oberndörfer, Bauers-Witwe in Sichertshausen, für Fuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Dunkelbraunwallachen. Anton Lieb, Bauer in Neuses, für Braunwallachen. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Braunwallachen. Friedrich Reiß, Bauer in Herrentierbach für Braunwallachen.
III. Preise a 5,- RM. Johann Balbach, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute. Georg Bauer, Bauer in Weilerhof, für Rappwallachen.Warmblutfamilienpferde.
II. Preis mit 15.- RM.: Paul Löblein, Siedler im Eichhof, für FuchsstutfamilieKaltblutgebrauchspferde.
I. Preis a 12.- RM.: Jakob Mönikheim, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute.
II. Preise a 8.- RM.: Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Kohlfuchsstute. Leonhard Horn, Bauer in Wermutshausen, für Fuchswallachen. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute.
III. Preise a 5.- RM.: Walter Mönch, Gutspächter in Kreuzfeld, für Fuchsstute. Eugen Nörr, Adlerwirt und Bauer in Niederstetten, für Braunstute. Karl Streitberger, Werksbesitzer in Niederstetten, für Braunstute. Johann Emmert, Bauer in Rinderfeld, für Braunstute. Leonhard Nagel, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Otto Nicklas, Bauer in Naicha, für Braunwallachen. Friedrich Herbst, Bauer in Naicha, für Braunstute. Fr. Stahl, Bauer in Münster, für Kohlfuchsstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Fuchsstute. Joseph Baier, Bauer in Roth, für Fuchswallachen. Johann Schmidt, Bauer in Vorbachzimmern, für Kohlfuchsstute.Fohlen: Warmblut:
I. Preis a 10,- RM. Leonhard Köthmann, Bauer in Niederweiler, für Rapphengst.
II. Preise: a. 7. - RM. Karl Pratz, Bauer in Kälberbach, für Braunstute. Karl Balbach, Bauer in Rinderfeld, für Dunkelbraunwallachen. Friedrich Wolz, Bauer in Niederweiler, für Braunhengst. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Schwarzbraunstute.
III. Preise a 6,- RM. Fritz Ziegler, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute, Fritz Thürauf, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Karl Münz, Bauer in Hollenbach, für Fuchsstute. Georg Weigel, Bauer in Blaufelden, für Braunstute.Kaltblut: Fohlen:
I. Preis a 10.- RM.: Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Kohlfuchshengst.
II. Preis a 7.- RM.: Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Braunstute.
III. Preise 5.- RM.: Joseph Hitzfelder, Bauer in Apfelbach, für Fuchsstute. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute. Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Fuchshengst. Friedrich Wunderlich, Bauer in Herbsthausen, für Fuchsstute.Anläßlich der Preisverteilung dankte Herr Bürgermeister Schroth den Stiftern der Ehrenpreise, den Preisrichtern und allen, die sich am Markte beteiligt haben. Er betonte, daß zur Prämiierung heuer besonders gutes Pferdematerial in Warmblut und Fohlen aufgetrieben wurde und daß es deshalb den Preisrichtern schwer gefallen ist, die Preise zu verteilen. Die im letzten Jahre ausgesprochene Hoffnung auf Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich erfüllt. Der Führer hat uns die Wehrfreiheit wieder geschenkt und damit unser deutsches Volk wieder auf die Lebensgrundlage gestellt, die für ein ges. Gedeihen unserer wirtschaftl. Verhältnisse, insbes. auch in d. Landwirtschaft notwendig ist. - Wir wollen seinen Wahlspruch für 1936, von einem neuen heiligen Eifer zur Arbeit und Eintritt für Volk und Vaterland erfüllen helfen und für die so notwendige Nährfreiheit unseres Volkes mit allen Kräften kämpfen. Bürgermeister Schroth schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer und auf unser deutsches Vaterland.
Der Franke, Nr. 20, 25. 1. 1936
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26. Januar 1931. Tanzkurs-Schlußball - Generalversammlung des Turnvereins - Erste-Hilfe-Vortrag
() Niederstetten, 26. Jan. Ueber einen Schlußball eines Tanzkurses berichten wir im allgemeinen nicht. Wenn ein Tanzkurs aber 23 Paare hat und diese 23 Paare andere 92 Paare aus allen Teilen der Bürgerschaft zum Schlußball einladen, dann wird dieser Schlußball auch für eine kleine Stadt ein gesellschaftliches Ereignis. Das war denn auch der am Samstag stattgehabte Schlußball der Tanzschule Geiger-Mergentheim in den Löwensälen. An der Mitteltafel ein Kranz lieblicher Jugend, gehoben durch die zahlreichen Sträuße herrlicher Blumen, rings herum die Ballmütter und Ballväter und noch viele tanzlustige Jugend. Die jungen Leute zeigten auch, daß sie vorzüglich tanzen gelernt hatten — ihr erstes Debut auf dem Parkett (eigentlich Pitch-pin) der Gesellschaft verlief recht erfolgreich u. hoffentlich gelingt es ihnen auf dem Parkett des Lebens ebenso erfolgreich zu werden. Der Jugend gehört ja die Zukunft. Erfreulich war auch zu sehen, daß der alte Walzer wieder hoch in Ehren steht. Herr Oberndörfer-Sichertshausen begrüßte recht nett die Gäste, das Tanzlehrerehepaar Greiner-Geiger, die Tanzschüler des Tanzkurses „Liebeswalzer“ und überreichte dem Tanzlehrerehepaar ein schönes Geschenk. Die Musik stellte Herr Fleckenstein-Mergentheim und er wirkte selbst mit. Daß das eine gute und keine gewöhnliche Tanzmusik war, kann man sich denken. Von allen Stücken sei nur die glänzend gespielte Francaise aus der „Fledermaus“ genannt.
() Niederstetten, 26. Jan. Der Turnverein hielt gestern im Melber'schen Saale seine Generalversammlung ab. In Hinsicht auf die Größe und Bedeutung des Vereins wäre eine bessere Beteiligung zu wünschen gewesen. Wohl zum ersten Male war auch die Frauenriege vertreten. Herr Vorstand Streitberger begrüßte die Versammlung und gedachte der Toten des Vereins. Der Jahresbericht des Schriftführers gab ein schönes Bild von erfolgreichem turnerischen Schaffen des Vereines und von gelungenen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Bericht des Kassierers zeigte, daß der Verein auch finanziell gut gearbeitet hat. Besonders durch die Durchführung der Wirtschaft in eigener Regie konnte ein weiterer Teil der Bauschulden abgetragen werden, Aus den Berichten der Turnwarte ist hervorzuheben: Die Zahl der Jugendturner hat sich nach der letzten Jugendveranstaltung fast verdoppelt. Es wird über mangelnde Beteiligung seitens der aktiven Turner an den Turnstunden geklagt. Der Oberturnwart bemerkte sehr richtig, daß wer turnt, dies nicht dem Verein, sondern sich selbst zu Liebe tut. Die Wahlen ergaben: 1. Vorstand: Streitberger, 2. Vorstand: Hauptlehrer Gerheißer (neu), Kassier: Rüger, Schriftführer: Kreutzmann, Oberturnwart: Kleinhanß, Turnwart: Stadtpfleger Pflüger, Jugendturnwart: Keppler, Frauenturnwart Kleinhanß. Hr. Vorstand Streitberger dankte für die Wiederwahl und dankte zugleich allen Funktionären, der Wirtschaftskommission und den Damen des Vereines, welche sich dieser zur Verfügung gestellt hatten. In der sich anschließenden Aussprache regte Oberturnwart A. Kleinhanß an, die Monatsversammlungen sollten durch gebotene geistige Darbietungen auf turnerischen und allgemeinen Gebieten anregender gestaltet werden. Herr Bürgermeister Schroth regte an, durch Schaffung eines Aufenthaltsraumes mit guter Lesegelegenheit, Gelegenheit zu musikalischer Betätigung und sonstiger geistiger Anregung die Jugend von der Straße fernzuhalten. Die Versammlung nahm einen harmonischen Verlauf.
() Niederstetten, 26. Jan. Der landw. Hausfrauenverein hatte gestern einen Vortragsabend im Postsaale veranstaltet. Frl. Siebert von der württ. Landwirtschaftskammer hielt einen Lichtbildervortrag über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“. Der Vortrag war durch eine Reihe erklärender Lichtbilder unterstützt. Der Besuch war nicht sehr zahlreich.
Vaterlandsfreund, Nr. 21, 27. 1. 1931
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28. April 1930. Frühlingsfeier des Turnvereins
() Niederstetten, 28. April. Gestern abend hielt der Turnverein seine diesjährige Frühlingsfeier ab. Die Veranstaltung war gut besucht. Den Abend leiteten einige flotte Weisen der Stadtmusik ein. Hierauf begrüßte Herr Vorstand Streitberger im Namen des Turnvereins die Erschienenen. Alsdann wurde eine sehr schöne Humoreske „Der Erbonkel“ von E. Henle aufgeführt. In wahrhaft vorzüglicher Weise haben alle Spieler hier gewirkt. Besonders zu erwähnen ist noch die neue Bühnenausstattung, die die Wirkung des Stückes noch wesentlich erhöhte. Nach der so schön verlaufenen Feier wurde noch bis früh in den Morgen hinein getanzt. Mit dieser Feier hat uns der Turnverein gezeigt, daß er nicht nur in turnerischen Sachen auf der Höhe steht, sondern daß er auch in mustergiltiger Weise die Geselligkeit pflegt.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 98, 29. 4. 1930
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28. Dezember 1931. Weihnachtsfeier des Turnvereins
() Niederstetten, 28. Dez. Eine erwartungsfreudige Menge füllte vorgestern unsere große Turnhalle bis auf den legten Platz, um im Turnverein Weihnachten zu feiern. Von vornherein herrschte die beste Stimmung und die Hauskapelle des Turnvereins verstand mit einer „Weihnachtsliederfantasie“ diese Stimmung zu heben. Vorstand Karl Streitberger sprach namens des Vereins herzliche Begrüßungsworte. Seine besondere Begrüßung galt Se. Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe Jagstberg und Se. Durchlaucht Prinz Friedrich zu Hohenlohe. Dann nahm eine Vortragsfolge ihren Anfang, wie sie an Abwechslung und an turnerischer und künstlerischer Güte schon lange nicht mehr geboten wurde. Damit soll nicht etwa eine Kritik vergangener Festlichkeiten gegeben sein. Es soll vielmehr gesagt sein, daß der Turnverein unermüdlich bestrebt ist, seine Leistungen zu verbessern und diese Fortschritte bei seinen Veranstaltungen zum Ausdruck zu bringen. Zunächst das Turnerische. Da waren die Freiübungen der Turnerinnen, welche durch allergrößte Pünktlichkeit gefielen. Das war auch bei den Stabübungen der Turner der Fall. Die mit körperlicher Kraft, Gewandtheit und Pünktlichkeit durchgeführten schweren Uebungen am Pferd und am Reck waren bewundernswert. Schön wirkten auch die mit viel Geschick gestellten Pyramiden. Ueber alles Lob erhaben waren die Leistungen der Turnerinnen auf dem Gebiete des Tanzes, rhythmische Uebungen und bildlicher Tanz ideal verkörpert. Nach einer geistreichen Ansage (sehr gut von einer Turnerin vorgetragen), schwebten vier Elfen über eine Waldwiese. Die „flotten Zehn“, Tillergirls, wie aus einer Berliner Revue, gefielen wie die Elfen ausgezeichnet. Den Höhepunkt des Kunsttanzes bildete die Tanzstudie „Der Falter“ von einer Turnerin mit vollendeter Grazie und sinngemäßer Anpassung an die Musik durchgeführt. Den Schluß der Darbietungsfolge bildete ein Einakter, „Die Zähmung der Widerspenstigen“, der recht gut gespielt wurde. Aus einem Pantoffelhelden wird ein Hausherr und aus zwei jungen Leuten ein glückliches Paar. Lotterie und Gewinnverteilung mit den herkömmlichen komischen Zwischenfällen waren der Darbietungsfolge eingeschlossen. Dann wurde getanzt. Wenn an dieser Stelle mit vollem Recht der an Zusammenstellung u. Durchführung ausgezeichneten Darbietungsfolge und damit den Turnern und Turnerinnen Lob gespendet wird, so soll die gedankenreiche, mühevolle Vorarbeit der Turnleitung nicht vergessen werden. Eine Darbietungsreihe, wie sie uns gestern geboten wurde, erfordert zu ihrer Zusammenstellung Geist, zu ihrer Vollendung unendlich viele Kleinarbeit. Der nach jeder Darbietung stürmische Beifall hat der turnerischen Leitung, den Turnern u. Turnerinnen — kurz allen tätig Beteiligten, gezeigt, daß ihre Leistungen nicht nur befriedigt, sondern daß sie sogar begeistert haben. Gut Heil!
Vaterlandsfreund, Nr. 303, 29. 12. 1931
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28. Juli 1933, Hauptübung der Feuerwehr mit Ehrungen
Níederstetten, 28. Juli. (Hauptübung der Feuerwehr). Am letzten Montag, den 24: Juli 1933, abends 6 Uhr, marschierte die Freiw. Feuerwehr der Stadtgemeinde Niederstetten in flottem Tempo zur Siedlung Albrechtshöhe (Bauernsiedlung Eichhof), wo zusammen mit dem Freiw. Arbeitsdienst und der Feuerwehr Ermershausen eine Hauptübung stattfand. Sofort nach Ankunft wurde ohne jede Vorbereitung alarmiert, daß in Siedlung I mit der angebauten Siedlung II Feuer ausgebrochen ist, welches durch den herrschenden starken Westwind die Siedlung III besonders gefährdete. Kommandant Streitberger erteilte sofort seine Befehle, welche von Kommandant-Stellvertreter Knenlein sofort an die einzelnen Züge weitergegeben und prompt ausgeführt wurden. Während die Gefahr des Brandobjektes der Siedlung I und II als beseitigt erklärt wurden, entstand durch Funkenflug in Siedlung VII Feuer. Bei der Brandstelle I blieb eine Feuerwache zurück, alle anderen verfügbaren Kräfte eilten zum neuen Brandherd. Es war eine besondere Freude, zu sehen, wie die Freiw. Feuerwehr Niederstetten, die Feuerwehr Ermershausen und der Freiw. Arbeitsdienst Hand in Hand arbeiteten und so die gestellten Aufgaben zur allgemeinen Zufriedenheit lösten. Nach 2stündiger harter Arbeit ertönte das Signal "Sammeln". Bürgermeister Schroth erklärte in einer Ansprache den Anwesenden Siedlern den Zweck der Uebung und gab ihnen zu verstehen, daß auch sie unter dem Schutz der gesamten Feuerwehr der Stadtgemeinde Niederstetten stehen.
Hierauf ehrte Bürgermeister Schroth folgende Kameraden mit dem Feuerwehrverdienstehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit: Kommandant-Stellvertreter Richard Knenlein, Feuerwehrmann Wilhelm Hofmann, Albert Kleinschrot, Johann Linder, Otto Reis. - Inzwischen hatte ein ungenannter Spender jedem Teilnehmer an der Uebung eine Flasche Bier gestiftet. Nach eigenen, vom Freiw. Arbeitsdienst vorgetragenen Liedern dankte Lagerführer Weinmann der Feuerwehr, daß durch diese Uebung seinem Wunsche Rechnung getragen worden sei und versprach, daß er bei nächster Gelegenheit mit seiner Mannschaft einer Uebung in der Stadtgemeinde Niederstetten beiwohnen werde. Ein kräftiges Heil Hitler beschloß die Uebung und die Feuerwehren marschierten mit frischem Gesang ihren Standorten zu.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 173, 28. 7. 1933, S. 4)
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29. Juli 1936. Kreisfeuerwehrtag
Niederstetten 29. Juli. (Kreisfeuerwehrtag.) Am letzten Sonntag hielt der Bezirksfeuerwehrverband Gerabronn hier seinen Kreisfeuerwehrtag ab. Aus dem ganzen Kreise waren die Kommandanten der Ortsfeuerwehren erschienen, desgleichen größere Abteilungen der Feuerwehren Blaufelden, Bartenstein und Kirchberg; letztere mit ihrer Motorspritze. Die Tagung begann um 9 Uhr mit einer Sitzung des Ausschusses im Gasthaus zur "Post". Nach einem Vorbeimarsch der Feuerwehren vor Herrn Kreisfeuerlöschinspektor Kellermann-Gerabronn, begannen die Geräteübungen der freiwilligen Feuerwehr Niederstetten, welche durch disziplinierte Haltung u. exakte Ausführung ungeteilten Beifall der sehr zahlreichen Zuschauer erfuhr. Anschließend endigte eine Hauptübung bei einem angenommenen Brandobjekt, mit Unterstützung der Motorspritze Kirchberg, welche mit einem Hauptrohr und drei Nebenrohren arbeitete und ihr Wasser aus dem Vorbach holte. Auch für diese Uebung wurde großes Interesse gezeigt. Der Vormittag schloß mit der Vorführung einer Motorspritze durch die Magiruswerke Ulm a. D., welche abwechselnd mit Wasser und Schaum, sowie mit einem und sechs Rohren arbeitete. — Um 13 1/2 Uhr fand die Tagung in- der Turnhalle ihren Fortgang. Herr Kreisfeuerlöschinspektor Kellermann begrüßte die Anwesenden, worauf Herr Bürgermeister Schroth das Wort ergriff. Er betonte besonders auch, daß es dieses Jahr zehn Jahre seien, seit die freiw. Feuerwehr Niederstetten gegründet worden wäre und hätte die Feuerwehr im Jahre 1925 dreihundert Feuerwehrpflichtige gezählt, so wurde sie darauf auf 120 reduziert. In seinen weiteren Ausführungen berichtete Herr Bürgermeister Schroth über die Bandfälle dieser zehn Jahre, in welcher sich die freiw. Feuerwehr Niederstetten ganz hervorragend bewährt habe. Als besondere Ehrung für treue Pflichterfüllung konnte er dem Kommandanten Karl Streitberger das Verdienstkreuz überreichen. Herr Feuerlöschinspektor Kellermann erläuterte in einer längeren Ausführung die Einheitsfeuerwehr in ihrer Einteilung nach neuen Gesichtspunkten und führte als Beispiel die freiw. Feuerwehr Niederstetten an, welche schon vollständig als Einheitsfeuerwehr aufgestellt sei und ihre Uebungen in diesem Sinne heute ausgeführt habe. Bei der früheren Einteilung gab es Steiger-, Retter-, Schlauchleger-, Hydranten-, Spritzen- und Wachmannschaften, während heute jeder Feuerwehrmann an allen Geräten ausgebildet wird, um so überall eingesetzt werden zu können. Protokollführer Rühling-Gerabronn verlas die Berichte über die letzten Jahre und Kassenleiter Maurer gab Rechenschaftsbericht. Nun ergriff Obertruppmeister Müller vom Reichsluftschutzbund zu seinem Vortrag über: Luftschutz und Feuerwehr im Luftschutz, das Wort. Seine packenden Ausführungen brachten lebhaften Beifall und überzeugten die Zuhörer davon, daß der Luftschutz eine Lebensfrage für das deutsche Volk geworden ist, denn Deutschland sei das luftempfindlichste Land Europas und besonders für eine Zermürbung der Zivilbevölkerung durch Luftangriffe geeignet und darum der zivile Luftschutz, zu welchem jeder Deutsche und jede Deutsche verpflichtet sei, zum Schutze der Heimat und besonders wir auf dem Lande sind der Zerstörung der Ernährungsgrundlage ausgesetzt, denn im Ernstfalle wird jeder lebendwichtige Betrieb aus der Luft angegriffen werden. In seiner Rede erklärte Herr Müller die Kampfmittel in einem zukünftigen Kriege, besonders die Wirkungen der Brandbomben und in dieser Beziehung die Arbeit der Hausfeuerwehren und des Feuerwehrtrupps im Luftschutz. Mit einem dreifaden Sieg-Heil auf unseren Führer schloß die Tagung in der Turnhalle. — Unterdessen hatte sich vor der Turnhalle eine große Anzahl Volksgenossen versammelt, um die Luftschutzübungen unter der Leitung von Herrn Obertruppmeister Müller (Alarm, Angriff, Einsatz der Selbstschutzkräfte unter Verwendung der Luftschutzgemeinschaft), anzusehen. Die bei der Uebung eingesetzten Teilnehmer des ersten Luftschutzkurses in Niederstetten konnten hier zeigen, daß sie nicht umsonst diesen Kurs besucht hatten. Mit Gasmasken ausgerüstet, führten sie die ihnen gestellten Aufgaben bei einem angenommenen Luftangriff mit Ruhe und Sicherheit aus. Es folgte hieran noch die Vorführung von Brandsätzen und das Ablöschen eines mit leicht brennbaren Stoffen, wie Stroh und Reisig gefüllten Dachstockes, welches durch einen Brandsatz angezündet wurde. Lebhaftestes Interesse wurde allen diesen Vorführungen von Seiten der Zivilbevölkerung und der Feuerwehrleute entgegen gebracht.
Der Franke, Nr. 174, 29. 7. 1936
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30. April 1938. Wechsel in der Leitung der Feuerwehr
Niederstetten, 30 April. (Feuerwehrversammlung). Am Donnerstagabend fand im Gasthaus von Fr. Streng die alljährliche Versammlung der Feuerwehr statt. Vor Beginn der Versammlung erfolgte nach einer kurzen Marschübung ein Vorbeimarsch vor dem letztmals amtierenden Führer der Wehr, Oberbrandmeister Streitberger. Im Lokal angekommen, begrüßte der Führer der Wehr alle Kameraden und den ebenfalls erschienenen Bürgermeister Weber. Der Schrift- und Kassenwart trug die Jahresprotokolle vor; es wurde ihm Entlastung erteilt. Der neu ernannte Führer der Wehr, Oberbrandmeister Knenlein, ergriff dann das Wort und schilderte in markanten Worten die Pflichten eines Feuerwehrmannes. Er hob hervor, daß die Pflichten eines Feuerwehrmannes denen eines Soldaten gleichzuachten sind. Sodann richtete er seine Worte an den aus dem Amt scheidenden Oberbrandmeister Streitberger. Warme Worte des Dankes übermittelte er ihm im Namen der ganzen Wehr und ernannte ihn in Anbetracht seiner großen Verdienste um die hiesige Wehr in seiner 36jährigen Feuerwehrdienstzeit zum Ehrenmitglied der Wehr. Auch Bürgermeister Weber sprach dem Oberbrandmeister Streitberger den Dank der Stadt für seine stets treuen und aufopfernden Dienste aus. In bewegten Worten dankte Oberbrandmeister Streitberger Kamerad Knenlein, Bürgermeister Weber und allen Kameraden der Wehr für die ihm zuteil gewordene Ehrung und die stete Bereitschaft der Mitarbeit und wünschte der Wehr ferneres segensreiches Arbeiten im Dienste der Schadenverhütung.
Der Franke, 30. 4. 1938
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31. Januar 1933, Generalversammlung des Turnvereins
Niederstetten, 31. Jan. (Generalversammlung des T.- V.). Bei guter Beteiligung nahm die Generalversammlung des Turnvereins einen harmonischen Verlauf. Vorstand Streitberger eröffnete die Versamlung [!] mit einem Gedenken der Toten des Vereins. Die anschließend folgenden Berichte der Vereinswarte ließen noch einmal die Erfolge des Vereins im abgelaufenen Turnjahr an uns vorüberziehen und zeugten von ihrer aufopfernden Hingabe an die Turnsache. In jedem Bericht wurde ein Problem, nämlich die Erfassung und Eingliederung der Jugend in den Turnbetrieb, von verschiedenen Seiten beleuchtet. Bürgermeister Schroth regte als Ueberparteiischer eine Verschmelzung von Turn- und Sportverein an. Oberturnwart A. Kleinhanß erklärte die Bereitwilligkeit des Turnvereins zu diesem Schritt und gab auch noch Fingerzeige für die Durchführung. Schließlich konnte noch eine das Jugendturnen betreffende Angelegenheit geklärt werden. Die nun folgenden Wahlen brachten folgende Aenderung: Fr. Pflüger übernimmt die Leitung der Turnerinnenabteilung, W. Keppler wird 1. Turnwart. Mit einigen Turnerliedern wurde die Versammlung beschlossen.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 26, 1. 2. 1933, S. 4)
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6. Februar 1935. Hausangestellte Sofie Hain geehrt - Kriegsehrenkreuze übergeben
Niederstetten, 6. Febr. Dieser Tage waren es 40 Jahre, daß die Hausangestellte Sofie Hain im Hause der Familie Streitberger becchäftigt ist. Es ist dies ein schöner Beweis des gegenseitigen Vertrauens und der Treue. — Am Samstag wurden in Verbindung mit einem Kameradschaftsabend des hiesigen Gesangvereins und der Chorleiter des Hohenlohe-Sängerkreises etwa 130 Kriegsehrenkreuze an ehemalige Frontsoldaten und an Hinterbliebene von Gefallenen in würdiger Weise übergeben. Herr Bürgerm. Schroth sprach einleitende Worte der Begrüßung und gedachte hiebei des Stifters des Ehrenkreuzes und der Gefallenen. Der erste Kreisführer Hummel erwiderte dankend und betonte besonders die Verbundenheit von Gesang und Soldat. Der Abend war durch Liedvorträge des "Liederkranzes" angenehm ausgestaltet.
Der Franke Nr. 31, 6. 2. 1935
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