Karl Weber

Karl Weber

  • 12. Oktober 1938. Anschluß Niederstetten an Kreis Bad Mergentheim

    Niederstetten, 12. Okt. Am 1. Oktober wurden die Stadtgemeinde Niederstetten und die Nachbargemeinden Oberstetten und Wildentierbach dem Kreis Bad Mergentheim angeschlossen. Aus diesem Anlasse kamen am Montag Mittag Landrat Dr. Wanner und Kreisleiter Seiz mit einer größeren Anzahl maßgebender Persönlichkeiten des Kreises in diese drei Orte zur Uebernahme. Nach dem Besuche von Oberstetten und Wildentierbach machten die Erschienenen, welche von Bürgermeister Weber, dem ersten Beigeordneten Melber und Ortsgruppenleiter Thomas begrüßt wurden, einen Rundgang durch unsere Stadt, an welchen sich die Besichtigung des Rathauses, der neuen Schule und der Kelter anschloß. Mit Befriedigung wurde seitens der Bevölkerung das Interesse der nunmehr vorgesetzten Behörden wahrgenommen. Wir hoffen u. wünschen, daß die neue Kreiseinteilung für unsere Stadt, welche die drittgrößte Gemeinde im Kreise Bad Mergentheim ist, von Nutzen sein möge.

    Der Franke, 12. 10. 1938

  • 14. März 1938. Heldengedenktag

    Niederstetten. Am Heldengedenktag beging der Kyffhäuserbund am Kriegerdenkmal eine würdige Feier, an welcher sich auch die Ortsgruppe der NSDAP. und alle Formationen beteiligten. Pg. Richard Knenlein gedachte in markanten Worten unserer gefallenen Helden des Weltkrieges und verlas unter dumpfem Trommelwirbel die Namen der Gefallenen unserer Gemeinde. - Pg. Bürgermeister Weher legte im Namen der Stadt einen Lorbeerkranz zum Zeichen der Dankbarkeit am Ehrenmale nieder.

    Der Franke, 14. 3. 1938

  • 17. Februar 1939. Ergebnis Reichsberufswettbewerb

    Niederstetten, 17. Febr. Zum Abschlusse des Reichsberufswettbewerbes für den Nährstand versammelten sich die 145 Teilnehmer mit einer größeren Anzahl Gäste am Mittwoch abend in der Turnhalle. Gefolgschaftsführer Keppler begrüßte die Anwesenden und. sprach über die Bedeutung des Wettkampfes. Hierauf wurden in bunter Reihenfolge von der HJ. und BdM. sportliche Darbietungen und Volkstänze gezeigt, unterbrochen von Gemeinschaftsgesängen, Vorträgen der Singschar der HJ. und heiteren Zwiegesängen von Angehörigen des Landlagers Neubronn. Wettkampfleiter Klein, Vorbachzimmern, nahm zum Schlusse die Siegerehrung vor und bedankte sich in warmen Worten für die aufopfernde Arbeit der Prüfer, besonders auch der Lehrerschaft. Der Stadtgemeinde und Bürgermeister Weber dankte er für ihr bewiesenes Entgegenkommen, ebenso den Spendern der Mittagessen für die Wettkampfteilnehmer; man hätte keine bessere Gemeinde als Wettkampfort finden können. — Als. Sieger gingen hervor: Leistungsklasse III: Ferdinand Walz, Adolzhausen mit 86 Punkten, Leistungskasse II: Adolf Herrmann, Eichhof mit 97 P., Georg Hopf, Oberstetten mit 88 P.; Leistungsklasse I: Helmut Wenzelburger, Wermutshausen mit 103 P., Ernst Schulz, Adolzhausen mit 102 P., Franz Rießler, Landlager, Neubronn mit 101 P., Hans Staiger, Landlager, Wermutshausen mit 100 P., Ernst Emmert, Herrenzimmern mit 100 P., Elfriede Wunderlich, Herbsthausen mit 133 P., Hilde Striffler, Adolzhausen mit 131 P., Helene Walz, Adolzhausen mit 128 P., Lina Guttensohn, Sichertshausen mit 123 Punkten.

    Der Franke, 17. 2. 1939

  • 23. August 1937. Ehrenbürgerschaft für Albert Sammt

    Niederstetten, 23. Aug. (Luftschiffkapitän Sammt Ehrenbürger seiner Vaterstadt.) Die höchste Ehrung, die eine Gemeinde einem Volksgenossen erteilen kann, ist das Ehrenbürgerrecht. Mit dieser Auszeichnung wollte die Stadt Niederstetten auch ihren Sohn, Luftschiffkapitän Albert Sammt-Frankfurt am Main für seine Verdienste um die Luftschiffahrt und damit für das Vaterland, ehren. Die reich geschmückte Turnhalle faßte am Samstagabend kaum die erschienenen Gäste, welche Zeugen der Uebergabe des Ehrenbürgerbriefes sein wollten. Unter den Anwesenden, welche sich aus Volksgenossen der Gesamtgemeinde, sowie dem näheren Umgebung zusammensetzten, bemerkte man auch Kreisleiter Seiz-Bad Mergentheim, den älteren Bruder und eine Schwester von Luftschiffkapitän Sammt. Eine Streichkapelle der SS.-Standartenkapelle "Deutschland"-Ellwangen leitete die Feierstunde ein und trug einen erheblichen Teil zur Ausgestaltung des Abends bei, gut unterstützt vom Männergesangverein Niederstetten. Bei der Uebergabe des von Künstlerhand ausgeführten Ehrenbürgerbriefes durch Bürgermeister Weber an Luftschiffkapitän Sammt, welcher mit seiner Frau erschienen war, brachte ersterer zum Ausdruck, daß diese Ehrung einem verdienten Sohne der Stadt zuteil werde und daß sie Anlaß sein möge, die Verbundenheit mit ihr noch zu stärken, besonders gedachte er seiner glücklichen Errettung bei der Katastrophe des Luftschiffes "Hindenburg" und wünschte ihm noch volle Genesung von seiner hierbei erlittenen Verwundung. Luftschiffkapitän Sammt dankte in herzlichen Worten für die erhaltene Auszeichnung, die er voll würdige. Richard Knenlein sprach im Namen der gleichaltrigen Jugendgenossen von Albert Sammt und. seine Ausführungen zeigten, wie stolz sie alle auf ihren Gefährten aus der Jugendzeit seien. Der mit seinem Freunde Albert Sammt und dessen anwesenden Bruder Fritz verlebten Jahre in Niederstetten gedachte Bürgermeister Schroth und hob hervor, wie Sammt sich vom einfachen Handwerker durch zähen Fleiß und Einsatzbereitschaft sich seine heutige Stellung bei der Zeppelinluftschiff-Reederei errungen habe und wie die ganze Gemeinde gebangt hätte um ihren Heimatsohn, als die Nachricht von der Luftschiffkatastrophe eintraf und wie die Anwesenden wohl nun zum erstenmale in unserem Vaterlande aus berufenem Munde Einzelheiten darüber erfahren werden. In einer längeren Ausführung schilderte dann Luftschiffkapitän Sammt, ausgehend von seinem letzten Vortrage mit Film und Lichtbildern, den er hier im Jahre 1930 hielt, die Entwicklung des Luftschiffbaues und dann besonders eindringlich mit beredten Worten seine letzte Fahrt, welche zugleich auch die Katastrophenfahrt des Luftschiffes "Hindenburg" war. Gespannt lauschten die Zuhörer der ergreifenden Schilderung der 37 Vernichtungssekunden und der glücklichen Rettung aus dem brennenden Luftschiff, wenn auch mit schweren Brandwunden. Gegen Schluß des Abends erschien überraschend und freudig begrüßt ein Kamerad unseres Ehrenbürgers Albert Sammt, Luftschifführer Ladewig, der bei seinem Ferienaufenthalt in Rothenburg o. Tauber von der heutigen Ehrung erfuhr.

    Der Franke, 24. 8. 1937

  • 25. Februar 1938. Bürgermeister Weber kauft Villa Sieger

    Niederstetten, 25. Febr. (Hausverkauf). Die Villa Sieger ging durch Kauf in den Besitz von Bürgermeister Weber über.

    Der Franke, 26. 2. 1938

  • 3. Februar 1938. Altenfeier - Selbstmordversuch eines jungen Mannes

    Niederstetten, 3. Febr. (Altenfeier). Die Stadtverwaltung hat die hiesigen "Alten", d. h. Einwohner, die 70 und mehr alt sind, am vergangenen Sonntag nachmittag in die Turnhalle zu einer Altenfeier eingeladen. Bürgermeister Weber konnte trotz des schlechten Wetters von 93 "Alten" 60 mit ihren Angehörigen begrüßen. Der BdM. führte ein leicht verständliches Theaterstück vor und verschönte die Feier mit Volkstänzen, während Frl. Huß mit ihren Harmonikaspielern den musikalischen Teil übernommen hatte. Zur Betreuung der "Alten" war die NS.-Frauenschaft da. Auch für das leibliche Wohl hatte die Stadtverwaltung gut gesorgt: Kaffee, Kuchen, Wein, Zigarren. Man schied voneinander mit dem Gedanken, daß es schön war und daß man bei der nächsten Altenfeier wieder dabei sein. will.  Am vergangenen Dienstag hat sich bei der Haltestelle im nahen Vorbachzimmern ein hier beschäftigter junger Mann vor die Lokomotive eines Personenzuges geworfen, um Selbstmord zu verüben. Er wurde jedoch lediglich am Fuß schwer verletzt.

    Der Franke, 4. 2. 1938

  • 30. April 1938. Wechsel in der Leitung der Feuerwehr

    Niederstetten, 30 April. (Feuerwehrversammlung). Am Donnerstagabend fand im Gasthaus von Fr. Streng die alljährliche Versammlung der Feuerwehr statt. Vor Beginn der Versammlung erfolgte nach einer kurzen Marschübung ein Vorbeimarsch vor dem letztmals amtierenden Führer der Wehr, Oberbrandmeister Streitberger. Im Lokal angekommen, begrüßte der Führer der Wehr alle Kameraden und den ebenfalls erschienenen Bürgermeister Weber. Der Schrift- und Kassenwart trug die Jahresprotokolle vor; es wurde ihm Entlastung erteilt. Der neu ernannte Führer der Wehr, Oberbrandmeister Knenlein, ergriff dann das Wort und schilderte in markanten Worten die Pflichten eines Feuerwehrmannes. Er hob hervor, daß die Pflichten eines Feuerwehrmannes denen eines Soldaten gleichzuachten sind. Sodann richtete er seine Worte an den aus dem Amt scheidenden Oberbrandmeister Streitberger. Warme Worte des Dankes übermittelte er ihm im Namen der ganzen Wehr und ernannte ihn in Anbetracht seiner großen Verdienste um die hiesige Wehr in seiner 36jährigen Feuerwehrdienstzeit zum Ehrenmitglied der Wehr. Auch Bürgermeister Weber sprach dem Oberbrandmeister Streitberger den Dank der Stadt für seine stets treuen und aufopfernden Dienste aus. In bewegten Worten dankte Oberbrandmeister Streitberger Kamerad Knenlein, Bürgermeister Weber und allen Kameraden der Wehr für die ihm zuteil gewordene Ehrung und die stete Bereitschaft der Mitarbeit und wünschte der Wehr ferneres segensreiches Arbeiten im Dienste der Schadenverhütung.

    Der Franke, 30. 4. 1938

  • 31. März 1938. Schulschlußfeier

    Niederstetten, 31. März. (Schulschlußfeier). Einen wohlgelungenen und gut besuchten Schüler- und Elternabend veranstaltete gestern abend die deutsche Volks- und Realschule im Rahmen einer Schulschlußfeier in der Turnhalle. Nach einer Begrüßungsansprache durch Schulvorstand, Oberlehrer Gerheiser, brachten die Schüler das Spiel zur Schulentlassung "Wir geloben" in feierlicher Art zur Aufführung und das in eindringlicher Weise zu den Anwesenden sprach. Im Namen der Stadtverwaltung überreichte Bürgermeister Weber jedem der zur Schulentlassung kommenden Knaben und Mädchen mit herzlichen Worten einen Ahnenpaß. Im zweiten Teil des Abends wurde ein Spiel "Die Gänsehirtin am Brunnen" gezeigt, welches ebenfalls lebhaften Beifall hervorrief. Umrahmt und angenehm unterbrochen wurden die Darbietungen durch exakt vorgetragene Musikstücke des Harmonika-Klubs unter der Leitung von Musiklehrerin Frl. K. Huß. Ebenso fanden die Schülerchöre, welche von Hauptlehrer Huß dirigiert. wurden, starke Beachtung. Studienrat Maier schloß den eindrucksvollen Abend und dankte allen Lehrern und Schülern für ihre Mitwirkung am Gelingen der Feier.

    Der Franke, 1. 4. 1938

  • 5. August 1937. Begrüßung des neuen Bürgermeisters, Karl Weber

    Niederstetten, 5. Aug. Die Ortsgruppenleitung der NSDAP., die Politischen Leiter und die Formationen ließen es sich nicht nehmen, gestern Abend den am ersten August aufs gezogenen neuen Parteigenossen, Bürgermeister Weber mit seiner Familie in ihrer Wohnung zu begrüßen. Ortsgruppenleiter Thomas sprach den Willkommgruß, für welchen sich Bürgermeister Weber herzlich bedankte und die Gewißheit aussprach, daß seine Familie und er sich bald in Niederstetten heimisch fühlen werden, wenn auch der Abschied von Adelberg noch nachklinge, nachdem ihnen in der kurzen Zeit schon so viele Beweise aufrichtiger Zuneigung zuteil geworden seien und besonders auch für die heutige Ehrung. Die Ortsgruppenkapelle brachte noch ein kurzes Ständchen, in welches Chöre der HJ. eingeflochten waren und welchem zahlreiche Volksgenossen beiwohnten.

    Der Franke, 6. 8. 1937

  • Oberndörfer, Isak

    Geb. 27. 1. 1866 in Creglingen
    Lehrer
    Heirat: 30. 8. 1897 in Bad Mergentheim
    Ehefrau: Helene geb. Oberndörfer, geb. 14. 3. 1866 in Creglingen
    Kinder:
    Lazarus, geb. 14. 6. 1901 in Braunsbach
    Gertrud, geb. 24. 6. 1903 in Braunsbach
    Gitta, 22. 11. 1905 in Braunsbach
    Umzug 24. 10. 1933 nach Frankfurt/Main
    "Herr Lehrer Oberndörfer ist von Braunsbach Kreis Künzelsau als Lehrer an die hiesige Isrealitische Schule im Jahr 1914 berufen worden. Er war ein tüchtiger Lehrer. Seine Familie Ehefrau und 3 Kinder befand sich in recht geordneten Verhältnissen u. genoß in der ganzen Gemeinde Achtung und Ansehen. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet. Karl Fetzer, Bahnangestellter a.D. u. Geschwister Mayer, Schlosserei hier, bei denen die Familie Oberndörfer während ihres Hierseins wohnte, können erforderlicherseits weitere Auskunft geben.
    Das Schicksal der Familie nach 24. 10. 1933 des Wegzugs nach Frankfurt/Main ist hier nicht bekannt."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-335

  • Weber, Karl

    Karl (Carl) Weber (20. 3. 1903 - 22. 4. 1986)

    war seit 1937 Bürgermeister in Niederstetten

    Grabstein auf den Niederstettener Friedhof (2021)

    24. August 1937, Bürgermeister Karl Weber an W. Färber

    17. September 1946. Ersteigerung von "Sachen von Juden" durch Bürgermeister Karl Weber

    27. September 1946. Friedrich Krummrein zur Versteigerung jüdischen Eigentums

    27. Dezember 1946. Bürgermeister Weber und die hiesigen Juden

    3. November 1947. Gendarmeriemeister Bergdolt über Bürgermeister Weber (Zwangsarbeiter, Deportation usw.)

    20. November 1947, Vernehmung Karl Weber, Erwerb jüdischen Eigentums bei Versteigerung

    22. November 1947. Güterbeförderer Leonhard Hagelstein zur Deportation der Juden

    16. April 1948, "Bescheinigung" des Stadtpflegers Pflüger für Bürgermeister Karl Weber

    25. Mai 1948, Rechtsanwalt Dr. Thierley an Spruchkammer Mergentheim

    Spruchkammer Bad Mergentheim, Protokoll der öffentlichen Sitzung am 15. 6. 1948

    Spruchkammer Mergentheim, Spruch, 15. 6. 1948


    Für weitere Informationen zur Person hier klicken!

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.