Kaufmann

Kaufmann

  • 31. Oktober 1931. Verkehrsunfall in der Frickentalstraße

    () Niederstetten, 31. Okt. Ein Unfall, welcher leicht hätte schlimme Folgen haben können, trug sich im Durchlaß unter der Eisenbahn in der Frickentalstraße zu. Ein hiesiger Kaufmann kam mit seinem Fuhrwerk von auswärts. Als er die abschüssige Straße durch den Durchlaß hereinfuhr, kam von der Stadt her ein Automobil. Im Durchlaß begegneten sich beide Fahrzeuge. Das Automobil blieb mit dem Kotflügel am Wagscheit des Fuhrwerks hängen, wodurch das Fuhrwerk umfiel und der Insasse herausgeschleudert wurde. Glücklicherweise trug der Lenker des Fuhrwerks nur leichtere Verletzungen davon. Das Automobil und das Fuhrwerk wurden beschädigt.

    () Niederstetten, 31. Okt. Der Gemeinderat hat den Mittelpreis (Schlag) für den diesjährigen Weinmost auf 87 M per Eimer (300 Liter) festgesetzt.

    Vaterlandsfreund, Nr. 256, 2. 11. 1931

  • Bernheim, Wilhelm

    © Günther Emig

    18. 2. 1874 Nagelsberg - 15. 12. 1953 St. Gallen

    Kaufmann

    Eltern:
    Lazarus Bernheim, geb. 22. 1. 1837 in Laupheim, 1872-1878 Lehrer in Nagelsberg, von 1878 bis 1901 Lehrer in Niederstetten
    Sophie geb. Bernheim, geb. 23. 10. 1836

    Nachkommen von Lazarus Bernheim, pdf-Datei

    Seit 11. 2. 1904 wohnhaft in St. Gallen
    Heirat 1934 mit Josefa Narnhammer, geb. 28. 4. 1893
    1921 Schweizer Staatsbürgerschaft unter Beibehaltung der württ. Staatsbürgerschaft
    Lt. Steueramt St. Gallen Vermögen 150.000 Fr.
    1924 Niederstettener Ehrenbürger, Ehrenbürgerrecht 1933 (oder danach?) aberkannt, Antrag auf Erneuerung der Ehrenbürgerschaft vom Niederstettener Stadtrat mit Schreiben vom 28. 6. 2022 abgelehnt

    Inzwischen erschienen: Günther Emig, Albert Sammt (1889–1982) und Wilhelm Bernheim  (1874–1953), zwei Niederstettener Ehrenbürger. In: Württembergisch Franken. Herausgegeben vom Historischen Verein für Württembergisch Franken. Band 107. Schwäbisch Hall 2023, S. 281-296


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  • Braun, Hirsch gen. Hermann

    Geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
    Kaufmann
    Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
    Ehefrau: Clara geb. Braun, geb. 9. 3. 1895, gest. 1. 1959 in USA
    Eltern:
    Baruch Braun, geb. 24. 3. 1839, gest. 1919, fr. Metzger in Niederstetten
    Luise Adler, geb. 10. 2. 1854 in Gosemannsdorf, gest. 1938
    Kinder:
    Betty, geb. 26. 8. 1921. Seit 1943 mit Julius Abraham, Kaufmann in New York 33, 186th Street verheiratet u. dort wohnhaft.
    Teilnehmer Erster Weltkrieg. EK II
    Vereine: Turnverein u. Gesangverein
    Verhaftet Herbst 1937 KZ Welzheim 10 Tage. Nov. 1838 KZ Dachau 3 Wochen.
    Auswanderung mit Ehefrau Mai 1940 in die USA
    "Von 10. 11. - 25. 11. 1938 KL Welzheim
    - 30. 12. 1939 KL Dachau
    H. gab an, daß er anläßtlich des Judenpgroms am 25. 3. 1933 auf dem Rathaus in Niederstetten mit Stahlruten derart mißhandelt worden sei, daß ihm fast sämtliche Adern geplatzt seien. Seit dieser Zeit Nervenleiden und hoher Blutdruck"
    "Inhaber einer Fellhandlung in Niederstetten. Aufgabe des Geschäfts im Jahre 1938 aus rassischen Gründen. Jährl. durchschnittliches Bruttoeinkommen ca. 6500 RM. In USA Verdienst (nach eigenen Angaben): 1951 3580 $, 1954 4238 4, 1956 4819 $ u. 1957 4710 $"
    Wohnhaus Gebäude Nr. 237 in der langen Straße 105 qm 2 Stock Wohnhaus Brandversicheurngswert 9000 Rm. Steuerwert: 7200 RM
    Verkauf Frühjahr 1939 an Bahnwärter Köhler, Niederstetten, jetzt in Igersheim um 6500 RM verkauft. Am 9. 4. 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
    "Genaue Auskunft über die Familie Hermann Braun kann Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 geben. Sie war bei Braun Hausangstellte von 1920 bis 1940. Sie hat die ganze Schicksalszeit persönlich miterlebt.
    Hermann Braun war besonders tüchtiger Kaufmann u. gewandter Fellhändler. Er machte große Umsätze. Er war als Fellhändler und auch menschlich mit den Bürgern der Gemeinde nicht so verbunden wie sein Schwiegervater Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet, wie auch seine Fa. [?] Seine Fellhandlung betrieb er auf eigene Rechnung.
    Er ist am 1. 5. 1940 nach New York USA ausgewandert u. lebt jetzt noch dort.
    Seine Ehefrau ist am 7. 1. 1959 in New York gestorben."
    Adresse: Hermann Braun, 506 West 186 th Street, New York 33, N.Y.

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-156 ff.

  • Ehrenberg, Max

    Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
    Kaufmann
    Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
    Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
    Eltern:
    Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
    Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
    Kinder:
    Ruth, geb. 19. 5. 1927
    Vereine: [?] u. Gesangverein
    15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
    Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
    "Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
    Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
    1933 Rückgang auf RM 1300.-
    1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
    Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
    In USA:
    Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
    Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
    Dego-Abgabe: 2500 RM."
    Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
    Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
    "Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
    Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
    Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
    Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.

  • Heidelberger, Rosa geb. Kirchheimer

    Geb. 23. 3. 1914
    Verkäuferin
    Heirat: 29. 8. 1934
    Am 1. 7. 1934 von Bad Mergentheim nach Niederstetten umgezogen
    Ehemann; Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim
    Eltern:
    Max Kirchheimer, geb. 20. 1. 1884 in Hollenbach, Kaufmann
    Cilly geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
    Beide am 26. 4. 1942 nach Izbica deportiert und verschollen. Für tot erklärt am 8. 5. 1945
    1935 Auswanderung mit Ehemann nach Palästina
    "Vater Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
    Adresse: SDE Jakob bei Haifa/Israel

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-254

  • Kirchheimer, Cilly (Zilli)

    Geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
    Hausfrau
    Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
    Ehemann: Max Kirchheimer, Kaufmann, geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach, für tot erklärt 8. 5. 1945 (Izbica)
    Kinder:
    Rosa, verh. Heidelberger, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten (verh. 1935)
    Elsie, verh. Risch, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten
    Deportiert 26. 4. 1942 mit Ehemann nach Izbica, für tot erklärt 8. 5. 1945
    "Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
    Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New York

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-271

  • Kirchheimer, Else

    2. 1. 1916 in Niederstetten
    Answanderung 23. 4. 1934 über Hamburg nach New York
    Eltern:
    Max Kirchheimer, geb. 30. 1. 1894 in Hollenbach, Kaufmann
    Cilly geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
    Beide am 26. 4. 1942 nach Izbica deportiert und verschollen. Für tot erklärt zum 8. 5. 1945
    "Vater Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladensgeschäft."
    Adresse: 1266 Grand Concourse, Bronx 56, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-225 ff.

  • Kirchheimer, Max

    Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
    Textilkaufmann
    Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
    Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
    Kinder:
    Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
    Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
    Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
    Mitglied Turnverein, Gesangverein
    12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
    Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
    Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
    "Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
    Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
    Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
    "Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
    Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New York

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245

  • Levi, Else geb. Seeligmann

    Geb. 22. 12. 1881 in Mönchen-Gladbach
    Hausfrau
    Heirat: 25. 7. 1912 in Cöln
    Ehemann: Michael Levi, Kaufmann, geb. 22. 12. 1881
    Kinder: 
    Jeanne, geb. 26. 5. 1913 in Antwerpen
    Ari, geb. 28 6. 1918 in Cöln
    Deportiert 23. 8. 1942 nach Theresienstadt mit Ehepartner, 18. 12. 1943 nach Auschwitz mit Ehepartner, "dort umgekommen"

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-285

  • Levi, Michael

    Geb. 7. 10. 1878 in München
    Kaufmann
    Heirat: 25. 7. 1912 in Cöln
    Ehefrau: Else geb. Seeligmann, geb. 22. 12. 1881 in München-Gladbach
    Kinder:
    Jeanne, geb. 26. 5. 1913 in Antwerpen
    Ari, geb. 28. 6. 1918 in Cöln
    25. 3. 1933 mißhandelt
    23. 8. 1942 nach Theresienstadt deportiert. Ehemann u. Ehefrau lt. Beschl. des Amtsgerichts Mergentheim v. 18. 5. 56 für tot erklärt auf den 8. 5. 1945

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-289

  • Reis, Otto

    Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
    Weinhändler
    Heirat: 
    28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
    17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
    Kinder:
    Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
    Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
    Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
    Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
    Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
    Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
    Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    Mitglied Turnverein u. Gesangverein
    "Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
    In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
    Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
    Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
    In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
    Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
    "Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
    Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
    Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.

  • Rosenthal, Gerson

    Geb. 16. 8. 1879 in Niederstetten
    Kaufmann, Kultusbeamter bei der Isr. Religionsgemeinschaft
    Heirat: 18. 8. 1908 in Mainbernheim
    Ehefrau: Rosa geb. Samfeld, geb. 3. 10. 1882 in Mainbernheim
    Eltern:
    Isak Rosenthal, Kaufmann
    Jette Rosenthal geb. Rothschild
    Für tot erklärt 9. 5. 1945
    Kinder:
    Irma, geb. 30. 5. 1909, verh. seit 15. 3. 1935 mit Hugo Fröhlich, Kaufmann in Bad Mergentheim
    Bertha, geb. 3. 12. 1913 in Niederstetten
    Auswanderung der Kinder:
    Irma Fröhlich geb. Rosenthal ist nach ihrer Verheiratung nach Palästina (Pitach-Tikwah) ausgewandert.
    Berta nach 1938. Lehrerin in England
    Deportation der Eltern: Juni 1941 nach Theresienstadt
    Adresse Berta: 32 Kinctaig Street, Cardiff, South-Wales, England
    "Bis zum Verbot des Schächtens (1. 3. 1933) Schächter in den jüdischen Gemeinden Bad Mergentheim und Niederstetten. Danach Synagogendiener. Auch Vorbeter in der isr. Religoonsgemeinde in Niederstetten. - Für die Schächtertätigkeit erhielt er von den Gemeinden eine kleine monatliche Vergütung und bei Insanspruchnahme jeweils eine Bezahlung für seine Tätigkeit.
    Juva RM 3120,-"
    Wirtschaftliche Verhältnisse: "Denkbar schlechte Verhältnisse"
    "Geschwister Weigel, [?] u. Gottlob Baumann, Schuhmachermeister, können als Nachbarn falls nötig weitere Aussagen machen. Außerdem Frl. Maria Dinkek, Frickentalstr. 6.
    Gerson Rosenthal war Schächter u. Synagogendiener. Seine Ehefrau half ihm bei seinem Dienst u. als Hausfrau.
    Die Familienverhältnisse waren geordnet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren immer gering fast arm.
    Der Familie wurde allgemein unter die Arme gegriffen.
    Sie genoß allgemeines Ansehen u. Achtung."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-370

  • Schlessinger, Siegfried

    Geb. 27. 6. 1897 in Crailsheim
    Kaufmann
    Heirat: 4. 3. 1923 in Niederstetten
    Ehefrau: Cordula geb. Wiesenbacher, geb. 30. 4. 1893 in Niederstetten
    "März 1933 mit den anderen jüdischen Männern von Niederstetten auf das Rathaus gebracht und dort von 20 auswärtigen SA-Leuten mit Stahlruten mißhandelt."
    Umzug 1. 12. 1933 nach Schwäbisch Gmünd
    Auswanderung Juni 1937 mit Ehefrau in die USA
    Adresse: 6836 Paxton Avenue, Chicago 49/Ill.
    "Die Eheleute Schlessinger betrieben in Niederstetten ein kleines Textilgeschäft. Während die Frau das Ladengeschäft besorgte, ging der Mann auf Hausierhandel.
    Nach der Mißhandlung des Ehemannes im März 1933 gaben sie das Geschäft auf und verzogen nach Schwäbisch Gmünd, wo sie ein gleiches Geschäft eröffneten. 1937 mußten sie es ebenfalls aus rassischen Gründen aufgeben.
    Sie wanderten nach den USA aus. Dort war Herr Schlessinger zuerst Hilfsarbeiter, nach zwei Jahren nahm er wieder den Reiseverkauf auf. Die Ehefrau versah nur mehr den Haushalt."
    Wohnhaus u. Laden Geb. Nr. 38, jetzt 18 - 130 qm in der Hauptstraße. Brandvers.-Wert: 9900 RM. Steueranschlag: 7900 RM.
    Verkauf 13. 2. 1933 an Otto Dierolf, Kaufmann in Schwäb. Hall um 10500 RM.
    "Fritz Emmert, Kaufmann u. Wilh. Rück, Kaufmann, beide als Nachbarn können allenfalls weitere Aussagen machen.
    Die Familie Schlessinger betrieb hier ein mittleres Textilgeschäft. Der Ehemeann ging fast täglich auf Reisen, während die Ehefrau den Laden u. Haushalt besorgte. Das Geschäft ging schon in den Jahren vor 1933 sehr zurück. Aus diesem Grund dürfte auch der Verkauf desselben erfolgt sein.
    Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren nicht günstig. Unter den Mitbürgern waren sie geachtet.
    Über das weitere Schicksal der Familie ist hier nichts bekannt."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-386 ff.

  • Schlossberger, Berthold

    Geb. 8. 2. 1899 in Hollenbach
    Kaufmann
    Heirat: 10. 11. 1930 in Niederstetten
    Ehefrau: Leoni geb. Laub, geb. 25. 12. 1893 in Gleicherwiesen
    1938 oder August 1941 mit Ehefrau nach New York ausgewandert
    9. 11. - 28. 12. 1938 "Schutzhaft" Dachau
    Adresse: c/o Hospital für Chronic Sick 1776 Clay Avenue, Bronx, New York
    Gest. 2. 12. 1961 dort verstorben
    "Bis Ende Okt. 38 Inhaber der Fa. Berthold Schlossberger, Manufakturwarengeschäft in Niederstetten. Eigentümer des Hausgrundstücks.
    Dann Geschäftsaufgabe (Verschleuderung) aus Verfolgungsgründen. Er hatte seine Manufakturwaren auch als ambulanter Gewerbetreibender vertrieben.
    Angabe Vorverfolgungseinkommen 4000,- RM.
    USA 1942 wieder Arbeit als Gehilfe von verschiedenen Firmen.
    1942: 850 Dollar
    1945: 1350 Dollar
    1955: 1650 Dollar
    1957 50% erwerbsbeschränkt. Social Security 75 Dollar mtl."
    Gebäude Nr. 116, 1,01 ar u. [...] Nr. 61 25 qm Gemüsegarten beim Röhrenbrunnen. Brandversicherungswert 5.400 RM. Steuerwert 4.400 RM
    Verkauf 31. 10. 1938 an Helene Brumm, led. Hausangestellte in Niederstetten um 5200 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich am 14./15. 3. 1950 erfolgt.
    "Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6, kann, falls nötig Aussagen machen.
    Berthold Schloßberger betrieb hier ein kleines Tuchwarengeschäft. Den Laden versah die Ehefrau, während der Ehemann täglich auf den Hausierhandel ging. Schloßberger war ein [?] [?], aber fleißiger Mann, der nur seinem Erwerb nachging, um leben zu können. Das Verhältnis mit seinen Mitbürgern war gut.. Er war [?], wenn er von niemand ange[?] wurde. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gering. Nach 1933 kam der Handel infolge der nationalsoz. Maßnahmen immer mehr zum Erliegen; ides veranlaßte ihn ger[?} falles zum Verkauf u. zur Auswanderung nach New York (U.S.A.)"

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-401 ff.

  • Schloßberger, Julius

    Geb. 8. 8. 1860 in Hollenbach
    Viehhändler
    Heirat: 5. 8. 1884 in Hollenbach
    Ehefrau: Ernestine geb. Schloßberger, geb. 11. 12. 1860 in Wachbach, gest. 21. 12. 1930 in Niederstetten
    Gest. 11. 12. 1939 in Niederstetten(Zuckerkrankheit)
    Kinder:
    1) Wolf, geb. 4. 4. 1887 in Hollenbach, nach USA ausgwandert
    2) Berthold, geb. 8. 2. 1889 in Hollenbach
    3) Isidor, geb. 3. 4. 1890 in Hollenbach, 1937 nach USA ausgewandert
    4) Lina, geb. 24. 9. 1892 in Hollenbach
    5) Johanna, geb. 23. 11. 1893 in Hollenbach, verh. mit Leo Loeb, Kaufmann in Vallendar seit 19. 10. 1925
    6) Rosa, geb. 15. 3. 1895 in Hollenbach
    7) Leopold, geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
    Gebäude Nr. 312: 274 qm Wohnhaus u. Scheune u. Hofraum, ferner Parz. 304. Gemüsegarten - 54 qm an der Straße Vorbachzimmern.
    Verkauf 7. 2. 1953 an Erich Kappes u. Ehefrau Erika geb. Hörner, Mechanikermeisters Eleleute in [?} um 10000 DM.
    Bevollmächtigter: Dr. Rudolf Heinemann, 854 West 181 st. Street, New York 33, NY
    "Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6 kann falls nötig weitere Aussagen machen. Julius Schloßberger war Viehhandelsmann. Er war eine geachtete Person u. genoß allgemeines Ansehen. Seine wirtschaftlichen, persönlichen und Familienverhältnisse waren geordnet. Zu seinen Mitbürgern hatte er gute Verhältnisse. Sein Geschäft hatte mittleren Umfang. Das Geschäft ging von 1933 ab von Jahr zu Jahr zurück u. mußte zuletzt ganz aufgegeben werden."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-404 ff.

  • Stern, David

    Geb. 6. 6. 1869 in Niederstetten
    Kaufmann
    Heirat: 7. 8. 1899 in Mühringen
    Ehefrau: Jenny geb. Auser, geb. 6. 12. 1868 in Mühringen
    Umzug 18. 3. 1933 Landesasyl Sontheim b. Heilbronn
    Eigentümer einer Warenhandlung (Schuhmacher-Bedarfsartikel)
    Verkauf am 8./17. 1. 1934 an Anna Vogel geb. Weigel, Schneidermeisters Ehefrau jtzt Witwe in Niederstetten um 5.200 RM. "Die Eheleute kauften sich in dem Landesaysl ein."
    "Über Frl. Maria Dinkel, Frickentalstraße 6, die mit sämtlichen jüdischen Familien infolge ihrer Dienste genau bekannt war, können, falls nötig, der Nachbar Schneidermeister Fritz Hammer u. Frl. Katharine Lüder noch weitere Angaben machen.
    Die Eheleute Stern lebtenn in bescheidenen u. einfachen Verhältnissen. Der Ehemann ging täglich auf Besuch zu den ? ? auf Reise Mergentheim und Gerabronn und vermittelte diesen ihre Schulnägel etc. Bedarf. Die Eheleute Stern waren fleißige und friedsame Leute. Sie genossen allgemeine Achtung u. Ansehen u. waren allseits beliebt. Sie waren bestrebt ein ? ? Leben zu führen.
    Infolge ihres vorgeschrittenen Alters war es ihnen nicht mehr leicht, das Geschäft weiterzuführen, weshalb sie frühzeitig verkauften und in das Altersheim gingen.
    Über ihr weiteres Schicksal konnte hier weiter nichts in Erfahrung gebracht werden."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-443 ff,

  • Stern, Max

    Geb. 18. 5. 1878 in Niederstetten
    Kaufmann
    Gemeinderat
    Heirat: 1. 6. 1906 in Michelbach/Lücke
    Gest. 10. 12. 1943 in New York
    Ehefrau: Rosa geb. Landauer, geb. in Michelbach/Lücke 13. 6. 1878
    Kinder:
    Theodor, geb. 7. 4. 1907 in Niederstetten
    Justin, 3. 5. 1908 in Niederstetten
    Bruno, 17. 3. 1912 in Niederstetten
    Auswanderung 28. 11. 1938 mit Ehefrau nach USA
    Mitgliedschaften: Gesangverein und Turnverein
    Adresse der Witwe 1964: 155 Aubudon Avenue, New York, N.Y.
    "Herr Stern betrieb in Niederstetten in Geschäft in Häute, Leder u. Farbwaren. Das Jahreseinkommen wird mit ca. 4 - 5000.- RM angegeben.
    Laut Schreiben des Bürgermeisteramts Niederstetten vom 4. 7. 1955 (/36) erhielt jedoch Max Stern schon vor 1933 und auch nachhher Unterstützungen seitens einer jüdischen Wohlfahrtsorganisation. Sein Einkommen war demnach gering."
    Besitzer einer Warenhandlung (Essig, Colonialwaren und Felle.)
    Verkauf am 6. 10. 1938 an Albert Kleinhanß, Sattlermeister in Niederstetten um 5.500 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich 3. 8. 1950 erfolgt.
    Wirtschaftliche Verhältnisse: ganz schlecht und darniederliegend.
    "Herr Albert Kleinhanß, Sattlermeister hier, kann als Nachbar und Käufer der Gebäude, falls nötig, weitere Aussagen machen.
    Max Stern war als kaufmännisch ausgebildeter u. intelligenter Mann eine allgemein geachtete und angesehene Persönlichkeit. Er bekleidete bis zur nationalsozialistischen Erhebung das Amt eines Gemeinderats der Stadt Niederstetten.
    Sein Geschäft war mittlerenm Umfangs. Er verkaufte im Laden Essig, Petroleum, Benzin, Gewürze, Zigarren u. a., sodann hatte er eine Fellfalzerei im Hintergebäude eingerichtet. Ferner hat er sich auch schriftstellerisch bestätigt. Sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern war gut.
    Nach seiner Auswanderung nach New-York ist er im Jahre 1960 dort verstorben.
    Die Witwe Stern lebt heute noch dort."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-449 ff.

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