Kriegerverein

Kriegerverein

  • 1. Oktober 1938. Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 1 Oktober. (Beratung des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren am 16 September 1938) Martin Groß, Zimmermeister hier, beabsichtigt an der Bahnhofstraße neben Dertinger und Kirchheimer ein Werkstattgebäude zu erstellen und sucht um Aufhebung der für die geplante Gartenstraße bestehenden Baulinien nach. Der Aufhebung der Baulinie wird zugestimmt, soweit diese bei dem Neubau in Frage kommt. Von dem Antragsteller wird jedoch verlangt, daß er zwischen dem geplanten Neubau und seinem Gebäude einen Fußweg freiläßt. Die Baulinie für die geplante Gartenstraße wurde bereits vor ca. 70 Jahren festgelegt. Die Durchführung der Gartenstraße war bisher noch kein Bedürfnis. – Nach dem Erlaß der Zentralkasse für das Feuerlöschwesen wird der Stadtgemeinde für die Anschaffung einer Motorlöschspritze ein Zuschuß von 33 1/3 Prozent gewährt. Die Anschaffung wird beschlossen und zum Einkauf eine Kommission bestimmt, der neben dem Bürgermeister und den Beigeordneten der Oberbrandmeister Ratsherr Knenlein und dessen Vorgänger Ratsherr Streitberger angehören. Die Kriegerkameradschaft hier beabsichtigt einen neuen, modernen Schießstand zu erstellen und bittet um Ueberlassung eines geeigneten Platzes, sowie um sonstige Unterstützung bei der Erstellung des Schießstandes. Ehe dem Gesuch näher getreten wird, will der Bürgermeister mit dem Vorstand des Schützenvereins wegen eines Zusammengehens der beiden schießsporttreibenden Vereine verhandeln. – Die Modelle für den Brunnen bei der Apotheke werden besichtigt. Als geeignet wird das von Gewerbelehrer Reiber hier gewählt. Die Ausführung der Arbeit wird dem Bildhauermeister Seelig-Laudenbach übertragen. Eine allgemeine Befreiung der Mitglieder der hiesigen Sanitätskolonne von der Feuerwehrabgabe kann nicht stattfinden, da mit der gleichen Begründung auch die Angehörigen der SA., NSKK. sowie die Politischen Leiter von der Abgabe befreit werden müßten. — Die Abrechnung der Gewerbeschule 1937/38 wird ohne Einwendung zur Kenntnis gebracht. Vom Nutzungsplan und von der Fällungsnachweisung 1938/39 wird Kenntnis genommen. Eine Besichtigung der städt. Wälder durch die Beigeordneten und Ratsherren wird nach Beendigung der Herbstarbeiten stattfinden. – Den im Ausland wohnenden Niederstettener wird der schwäbische Heimatkalender 1929. von Hans Reyhing als Heimatgruß übersandt, Die Angehörigen werden ersucht, beim Bürgermeister die Adressen abzugeben. — Der Bürgermeister berichtet über den Finanzausgleich und über den Stand der Voranschlagsarbeiten.

    Der Franke, 1. 10. 1938

  • 11. Januar 1932. Richtungstellung zum Artikel über die Weihnachtsfeier des Kriegervereins

    Niederstetten, 11. Jan. Der Kriegerverein schreibt uns: Zur Richtigstellung sei gesagt, daß die Reihenfolge bei der Weihnachtsfeier, über die in Nr. 5 des Vaterlandsfreundes berichtet wurde, nicht so war, daß nach Abwicklung einiger Lustspiele schließlich noch das Deutschlandlied gesungen wurde. Dazu ist uns gerade dieses Lied zu hochstehend, um es unter Lustspiele zu würfeln, wie nach dem Bericht anzunehmen ist. Das Lied wurde zur Einleitung im Anschluß an die Ausführungen des Vereinsvorstandes von der Musik intoniert und von den Anwesenden begeistert mitgesungen. Wir halten es für angebracht, dies den Lesern des Vaterlandsfreundes zur Kenntnis zu geben.

    * Es lag sicherlich nicht in der Absicht des Berichterstatters, den oben geschilderten Eindruck hervorzurufen, Er schrieb auch nicht, daß „schließlich noch“ das Deutschlandlied gesungen wurde, sondern es heißt in dem Artikel nach eingehender Würdigung der Kriegervereinsfeier wörtlich: Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Die Schriftleitung.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 7, 11. 1. 1932)

  • 12. Oktober 1931. Vereinsbeitrag Kriegerverein - Planung für Totensonntag

    * Niederstetten, 12. Okt. Der Kriegerverein beschloß in seiner gestrigen Vollversammlung u. a., seinen Vereinsbeitrag auf 20 Pf pro Monat herabzusetzen in Anbetracht der allgemeinen Notlage. Der Totensonntag soll dieses Jahr, wie in früheren Jahren, durch offiziellen Kirchgang und einer schlichten Feier am Kriegerdenkmal begangen werden.

    Vaterlandsfreund, Nr. 239, 13. 10. 1931

  • 16. März 1931. Das Rote Kreuz in Niederstetten

    Das „Rote Kreuz in Niederstetten.
    () Niederstetten, 16. März. Unsere vor ein und einem halben Jahr gegründete Sanitätsabteilung vom „Roten Kreuz“ hatte am Sonntag ihre Prüfung zu bestehen, um ihre Aufnahmewürdigkeit als Sanitätskolonne in den Württ. Landesverband der freiwilligen Sanitätskolonnen zu beweisen. Zu diesem Ehrentag der jungen Kolonne waren viele Gäste erschienen. Vom Landesverband vom Roten Kreuz war Herr Inspektor Zorn von Stuttgart gekommen, ferner der Bezirksvorsitzende des Jagstkreises Herr Oberlehrer Köhler Gmünd, sehr gut vertreten war auch die Mutterkolonne Bad Mergentheim mit ihrem Führer Herrn Kaufmann Schell und dem prüfenden Arzt Herrn Dr. Sambeth, teils durch große Abteilungen, teils durch Abordnungen waren vertreten die Sanitätskolonnen Künzelsau, Oehringen, Ellwangen, Crailsheim, Heidenheim, Unterkochen und die neugegründete Sanitätsabteilung Weikersheim, außerdem hatten durch ihr persönliches Erscheinen die Herren Landrat Wöhrle-Gerabronn und Landrat Geisler-Mergentheim ihr Interesse bekundet. Vormittags um 10 Uhr nahm Herr Inspektor Zorn die fachliche und wirtschaftliche Prüfung der hiesigen Sanitätskolonne vor, welche zur besten Zufriedenheit ausfiel. Besonderes Lob spendete Herr Zorn den Uniformröcken, welche ganz und gar ein Produkt hiesiger Handwerksarbeit sind. Angefertigt sind die Röcke von den hiesigen Schneidermeistern, der Stoff ist Anfertigung der hiesigen Tuchmacherei J. Zink. Diese Tatsachen müssen aus Anlaß der Handwerkerwoche wohl hervorgehoben werden, Kurz vor zwei Uhr traten alle Sanitätskolonnen vor dem Rathaus an. Nach dem erfolgten Alarm fand man alle Sanitäter auf dem sehr glücklich gewählten Uebungsfeld an der neuen Wildentierbacherstraße. Da lagen denn Leicht- und Schwerverletzte recht erbarmungswürdig herum und die Sanitäter der hiesigen Kolonne nahmen sich ihrer an. Jeder Verletzte trug auf einem Zettel seine Wunden verzeichnet. Ein Sanitätsauto schaffte die Verwundeten nach der Streitberger'schen Dreschhalle, wo die theoretische Prüfung an Hand der Verwundungen und der geleisteten Hilfe stattfand. Herr Dr. Sambeth nahm die Prüfung vor. Wer dieser Prüfung in ihrer Sachlichkeit und Gründlichkeit beigewohnt hat, für den steht der Segen des „Roten Kreuzes“ außer Frage. Von den jungen Sanitätern wird wirklich weitgehendes Wissen auf dem Gebiete der ersten Hilfe verlangt. Jeder einzelne Fall wurde durchgegangen, auf Ursache und Wirkung geprüft, jeder Verband wurde besichtigt und Aufklärung darüber verlangt, warum gerade so u. nicht anders im ersten Augenblick gehandelt werden mußte. Erfreut war Herr Dr. Sambeth schon durch den schnellen Anmarsch, die Hilfsbereitschaft der Kolonne. Dann war bemerkenswert. daß die Hilfeleistung nicht übereilt erfolgte, sondern daß die Ausführung der Verbände sicher und ruhig erfolgte. Herr Dr. Sambeth stellte der jungen Kolonne ein sehr gutes Zeugnis aus. Herr Inspektor Zorn-Stuttgart erklärte namens des Präsidiums vom Württ. Landesverein vom „Roten Kreuz” auf Grund des glänzenden Ausfalls der heutigen Prüfung die hiesige Sanitätskolonne als in den Bezirk IV des Verbandes für aufgenommen. An die Prüfung schloß sich ein Marsch aller Sanitätskolonnen durch unsere Stadt unter Vorantritt der Stadtkapelle. Dann fand eine offizielle Feier im Postsaale statt, welche Herr Kolonnenführer Wild eröffnete. Den Reigen der Redner eröffnete Herr Bürgermeister Schroth, welcher für den Kolonnenführer das Wort ergriff und namens der Sanitätskolonne Niederstetten u. namens der Stadtgemeinde den Willkommgruß entbot. Dann galt es für die rege Förderung des Werdens der Kolonne zu danken. In erster Linie war es das Präsidium in Stuttgart, dann der eifrige Förderer der Sache, Herr Landrat Wöhrle, der unermüdliche Führer der Mutterkolonne Bad Mergentheim, Herr Schell, die hiesige Gemeinderat, der Kriegerverein und der Ortskrankenkasse Gerabronn, welchen dieser Dank zu Teil wurde. Besonderen Dank spendete Herr Bürgermeister Schroth auch dem Herrn Dr. Sambeth Bad Mergentheim und dem früheren Arzt der Kolonne, Herrn Dr. med. Spatz (jetzt in Bopfingen) und dem jetzigen Leiter Hrn. Dr. med. Dörr. Dann erinnerte Hr. Bürgermeister Schroth an die vielen Schwierigkeiten, welche im Wege des Aufbaues einer Sanitätskolonne liegen. Er hoffe, daß die Mitglieder ihr die Treue halten und neue Mitglieder werben. Im weiteren überbrachte Herr Bürgermeister Schroth die Grüße des Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und des Prinzen Friedrich von Hohenlohe, welche leider am Erscheinen verhindert waren. Auch Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg hatte brieflich sein Bedauern ausgedrückt, nicht erscheinen zu können. Der Bezirksvorstand vom „Roten Kreuz“, Herr Landrat Wöhrle, entbot seine Glückwünsche. Wenn er der neuen Sanitätskolonne wünsche, daß sie immer ihre Aufgabe erfüllen möge, denke er nicht an Krieg. Wer heute die Zeitungen liest, welche von Verkehrsunfällen, Erdbeben und sonstigen Naturereignissen in Fülle berichten, weiß, daß die Sanitätskolonnen einen weiten Wirkungskreis haben. Herr Inspektor Zorn erklärte, er werde in Stuttgart mit Freuden dem Präsidenten von dem schönen Erfolg der hiesigen Sanitätskolonne berichten. Herr Stadtrat Stern überbrachte dis Glückwünsche des Gemeinderats. Die Großtaten des Roten Kreuzes im Kriege werden der heutigen Generation zeitlebens unvergeßlich sein. Erfreulich sei der frische Zug zu friedlicher Tat, welcher heute das Rote Kreuz belebe. Was unsere jungen Leute in der Sanitätskolonne lernen, sei etwas Bleibendes, welches allen Menschen zu Gute komme und täglich im Leben geübt werden könne. Herr Bezirksvorsitzender Oberlehrer Köhler-Gmünd führte aus: „Wenn es so viele Glückwünsche gibt, muß wohl ein Fest gefeiert werden und das heutige Fest sei ein Familienfest, denn die Sanitätskolonne Bad Mergentheim habe durch ihre Tochterkolonne Niederstetten Familienzuwachs bekommen, welcher durch die Sanitätsabteilung Weikersheim bald weiterer Zuwachs folgen werde. Aber nicht nur in den Verband der Sanitätskolonnen soll die hiesige Kolonne aufgenommen werden, sondern auch in den Kreis und Geist der Kameradschaft. Er wünsche, daß auch die hiesige Kolonne diesen Geist pflegen möge. Herr Kolonnenführer Schell-Bad Mergentheim drückt die Freude seiner Kolonne über so guten Zuwachs aus und hofft, daß die Tochter der Mutter zur Ehre gereichen möge. Herr Dr. Sambeth kleidete seinen Glückwunsch in einen poetischen Vergleich. Das Samenkorn, welches hier vor längerer Zeit der Erde anvertraut worden sei, habe lange geschlummert. Erst als der richtige Gärtner gekommen sei, sei das Samenkorn erwacht u. zu einem schmucken Bäumchen gediehen. welches heute in das Eden, den Verband vom Roten Kreuz verpflanzt worden sei. Möge dieses Bäumchen im Boden der Nächstenliebe kräftig Wurzel fassen. Zum Schlusse dankte Herr Bürgermeister Schroth namens der Sanitätskolonne für alle Ehre des Tages. Hierauf schloß Hr. Bezirksvorsitzender Köhler-Gmünd das vom Geist der Kameradschaft und der Nächstenliebe getragene Bankett. Die Stadtkapelle hatte zwischen den Reden den Verlauf des Festes durch gut gespielte Musikstücke gehoben. Möge die hiesige Sanitätskolonne ihre Begeisterung für die gute Sache sich allezeit bewahren, nach dem Wahlspruch der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

    Vaterlandsfreund, Nr. 63, 17. 3. 1931

  • 21. März 1933, Nationale Kundgebung in Niederstetten

    Nationale Kundgebungen im Bezirk
    [...]
    Niederstetten, 22. März. In reichem Flaggenschmuck zeigte sich gestern [21. 3.] unsere Stadt und bekundete damit ihre Solidarität mit der neuen Zeit. Während in der Reichshauptstadt auf geweihtem Boden der neugewählte Reichstag zusammen trat, will man auch hier wie allerwärts in deutschen Landen tätigen Anteil haben. Auf Veranlassung der Ortsgruppe der NSDAP. fand am Abend ein Fackelzug unter Beteiligung der SA. des freiw. Arbeitsdienst-Lagers Eichhof-Albrechtshöhe, der Behörden, Vereine und Schulen statt. Unter der Marschmusik von 3 Musikkapellen bewegten sich die nach vielen Hunderten zählenden Teilnehmer unter den wehenden Fahnen und dem lodernden Flammenschein der Fackeln durch die Straßen d. Stadt zum Marktplatz. Eine unübersehbare Menschenmenge fand sich auf d. Marktplatz zusammen, der noch durch eine besonders angelegte Lichtleitung erhellt war. Ein würdiger Rahmen war geschaffen für diese nationale Kundgebung, die durch Salutschüsse des Kríegervereins eingeleitet wurde. Der Ortsgruppenführer Fr[itz]. Thomas begrüßte die Erschienenen und zeichnete in kurzen Strichen die Entwicklung der hiesigen nationalsozialistischen Bewegung. Er erinnerte an die geschichtliche Bedeutung des 21. März, der auch im Jahre 1871 der Tag des Zusammentritts des ersten deutschen Reichstags des geeinten Deutschen Reiches war. Herr Bürgermeister [Jakob] Schroth führte u. a. aus, daß die alte Reichsfahne schwarz-weiß-rot, das Symbol für Reinheit, Ehrlichkeit und Pflichterfüllung, nunmehr geeint sei mit dem Hakenkreuzbanner des jungen Deutschland, dessen Führer, der Reichs- und Volkskanzler Adolf Hitler, die Gewähr für diese alten deutschen Tugenden biete. Dankbar müsse das ganze Volk sein, daß der greise Feldmarschall Reichspräsident von Hindenburg am 30. Januar 1933 diese nationale Regierung unter des Kanzlers Adolf Hitlers Führung berufen habe. Sein Hoch galt dem Reichspräsidenten u. Reichskanzler, d. begeistert aufgenommen wurde. Entblößten Hauptes wurde das Deutschlandlied gesungen. Alsdann sprach noch Pg. Hermann Fischer über das Wollen des Nationalsozialismusses im neuen dritten Reich. Der Redner geiselte mit aller Schärfe das Treiben der internationalen Dunkelmänner in- und außerhalb Deutschland, die ihre Heimat in den Konzentrationslagern (Heuberg usw.) finden sollen. Sein Sieg-Heil galt den beiden obersten Führern des Reiches. Mit dem Horst Wessel-Lied fand diese große Kundgebung einen würdigen Abschluß. Möge die Einigkeit dieser Stunde in allen Zeiten, und besonders in Zeiten der Not und Gefahr, über alle Klassenunterschiede und konfessionellen Zwiespältigkeiten hinweg, sich geschlossen hinter die Regierung stellen, dann wird und muß es wieder vorwärts und aufwärts gehen in unserem Volk und Vaterland.

    (Vaterlandsfreund (Gerabronn), Nr. 69, 23. 3. 1933, S. 3-4)

  • 5. Mai 1930. Unterhaltungsabend des Sportvereins

    * Niederstetten, 5. Mai. Wie andere Vereine im Frühjahr in gleicher Form ihren Mitgliedern etwas zu bieten suchen, so war auch der Sportverein am Sonntagabend bemüht, seinen Mitgliedern und Gönnern einen Unterhaltungsabend zu geben. Der Löwensaal war gut besetzt. Das Programm war auf den Schwank eingestellt. In flotter Folge gingen drei Einakter über die Bretter. Die Spieler gaben ihr Bestes und reicher Beifall lohnte ihre Mühe. Nun spielte die Musik noch zum Tanze auf, dem eifrig gehuldigt wurde. – Die Veranstaltungen folgen einander Zug um Zug. Am kommenden Sonntag wird hier die Hauptprobe für das am [?] Mai in Bad Mergentheim stattfindende Konzert abgehalten und am 15. Juni will der Kriegerverein seine Mitglieder zu einem Gartenfest einladen.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 104, 6. 5. 1930

  • 5. März 1931. Kriegerverein zeigt Sommefilm

    () Niederstetten, 5. März. Der Kriegerverein bot am Mittwoch seinen Mitgliedern und Freunden den Sommefilm. Der Löwensaal war überfüllt und viele mußten unverrichteter Sache wieder vor der Türe umkehren. Der Film ist empfehlenswert. Er vermittelt, soweit dies überhaupt möglich ist, solchen welche dem Kriege fernstanden, ein Bild der kriegerischen Vorgänge.

    Vaterlandsfreund, Nr. 55, 7. 3. 1931

    Die Schlacht an der Somme. Deutschland, 1917. Dokumentarfilm. Siehe Wikipedia

  • 7. Januar 1932. Weihnachtsfeier des Kriegervereins

    () Niederstetten, 7. Jan. Trotz der raschen Aufeinanderfolge der vielen Veranstaltungen, war doch gestern die Weihnachtsfeier des Kriegervereins sehr gut besucht. Die Turnhalle war wieder voll besetzt. Das zeigt, daß der Kriegerverein unter Wahrung bester vaterländischer Tradition bei Vermeidung aller Politik alle Kreise unserer Einwohnerschaft in sich vereinigt. Die Stadtkapelle (Schmidt) leitete mit einem Marsch „Hurra! Du deutsche Fahne“ den Abend wirkungsvoll ein und hatte weiterhin durch flottes Spiel ihren wohlgemessenen Anteil an dem Erfolg der Feier. Herr Vorstand R. Knenlein sprach einige Worte der Begrüßung und verlas dann eine Neujahrskundgebung des Präsidiums des Württ. Kriegerbundes. Das Präsidium wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit aller Deutschen gegenüber den unerhörten Forderungen unserer ehemaligen Kriegsgegner hin. Im Anschluß daran wurden folgende Ehrungen bekanntgegeben: Es erhielten vom Präsidium des Württ. Kriegerbundes für 25jährige Mitgliedschaft den Ehrenschild nebst Urkunde die Herren: Alois Burkert, Friedrich Ehrle, Johann Steinmetz, Johann Schmidt, Schuhmachermeister, Christian Rupp, Karl Wild sr. Ferner wurde Herr Karl Wild sr. für über 30jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Vom Bürgermeisteramt waren Einzeichnungslisten dem Verein überlassen, in welchen die Unterzeichner einer Resolution in Bezug auf die Abrüstungsfrage volle Gleichberechtigung für Deutschland verlangten. Die Listen fanden sehr viele Unterschriften. Den Hauptteil der Vortragsfolge bildeten zwei lustige Einakter. In dem ersten Einakter „Besetzt“ führt die dreifache Vermietung eines möblierten Zimmers zu recht heiklen Situationen. Aber die Darsteller verstanden es mit Humor und Zartgefühl das Stück zu geben. Dies war auch bei dem zweiten Stück „Das Geburtstagspaket“ der Fall, welches allen Vätern und Müttern aus der Seele gesprochen ist, welche jahraus, jahrein Pakete an ihre Kinder in der Fremde senden müssen. Also alle Darsteller verdienen volles Lob. Gut war auch die Szenerie, vorzüglich die Masken, welche der Meisterschaft des Herrn Friseurmeisters Karl Wild ihre Ausführung verdanken. Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Eine reich ausgestattete Lotterie wurde abgehalten. Die ganze Zuhörerschaft war von Anfang bis zum Ende in bester Stimmung. Diese hielt auch bei dem folgenden Ball an. Der Kriegerverein, seine Mitglieder und seine Freunde können mit dem Verlauf des gestrigen Abends zufrieden sein.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 5, 8. 1. 1932)

  • 7. März 1933, Alois Burkert und Wolf Neu gestorben

    () Niederstetten, 7. März. Viel zu frühe für eine seiner Sorge bedürfende Familie, starb hier Herr Alois Burkert, Straßenwärter und Kleinbauer, ein allgemein beliebter Mann. An seinem Grabe widmeten ihm sein Kollege und der Vorstand des Kriegervereines Nachrufe. - Ebenso starb hier Herr Wolf Neu, dessen Ansehen und Beliebtheit wir vor kurzem anläßlich seines 80. Geburtstages berichteten.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 56, 8. 3. 1933, S. 4)