Lange Straße

Lange Straße

  • Braun, Wolf

    Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
    Fellhändler und Wirt
    Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
    Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
    Kinder: 
    Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
    Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
    Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
    Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    Mitglied Turnverein
    "Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
    Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
    Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
    Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
    "Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
    Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
    Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
    Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NY

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.


    Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)

  • Kahn, Meta

    Geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach
    Gest. 12. 8. 1935 (Wirbelmetastagen mit Querschnittslähmung laut Leicheschau und Registratur)
    Wohnhaus Nr. 235. 1 ar 39 qm in der langen Straße. Brandversicherungswert 5700 M. Steuerwert 4500 RM
    Verkauf 24. 3. 1938 an Sofie u. Friederike Pflüger, led. u. vollj. Haustöchter in Niederstetten um 3200 RM. Dieses Gebäude ist am 9. 4. 1945 ganz durch Kriegseinwirkung zerstört worden.
    "Herr Hermann Scharpf, Bäckermeister in Niederstetten, Herr Eugen Nörr, Gast- + Landwirt in Niederstetten, welche Nachbarn von Frl. Meta Kahn waren, können erforderlichenfalls weiter Auskünfte machen. Frl. Kahn ist mit ihren Eltern etwa 1900 hierher von Hollenbach umgezogen. Sie führte zunächst mit ihrer Mutter Jette Kahn ein kleines Ladengeschäft (Textilien). Der Vater ist als Handelsmann auswärts gegangen u. hat Ware vertrieben. Er ist am 19. 5. 1902 in Niederstetten gestorben. Etwa 1930 kaufte Frl. Kahn das Wohnhaus Nr. 235. in der langen Straße. Das Ladengeschäft in der Manggasse verkaufte die Mutter u. zog mit der Tochter in die lange Straße.
    Frl. Kahn war viel krank u. verstarb nach jahrelangem Leiden am 12. 8. 1935."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-208 ff.

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