Lied vom guten Kameraden
Lied vom guten Kameraden
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11. März 1933, Versammlung, Hakenkreuzfahne und Fahne schwarz-weiß-rot und Fahne der Stadt gehißt
Niederstetten. Unter großer und begeisterter Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung wurde am Samstag [11. März 1933] nachmittags um 2 Uhr in feierlicher Weise die Fahne schwarz-weiß-rot, die Hakenkreuzflagge und die Fahne der Stadt Niederstetten auf dem Rathaus und Postamt gehißt. Die SA und eine Abteilung Freiwilliger des nationalen Arbeitsdienstes von der Albrechtshöhe hatte sich aus diesem Anlaß auf dem Marktplatz versammelt und marschierte unter schneidigen Marschklängen der SA.-Kapelle Oberstetten zum Rathaus. Ein SA-Mann sprach einen Prolog. Alsdann ertönte das Kommando: "Fahne heraus!" Als sich die Hakenkreuzflagge entfaltete, sang die Menge ergriffen und begeistert das Horst-Wessel-Lied. Pg. [Hermann] Fischer von hier hielt eine kurze, markante und sinnvolle Rede, in welcher er auch derer gedachte, die im Weltkrieg für das Vaterland und für die innere Befreiung ihr Leben hingaben. Zum Zeichen des Gedenkens spielte die SA-Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Am Schluß seiner Rede brachte Pg. Fischer auf den greisen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg Heil aus, das aus hunderten von Kehlen begeistert erwidert wurde. Zum Schluß wurde das Deutschlandlied gesungen. Es darf ruhig gesagt werden, daß Niederstetten seit langem eine solch' erhebende Feier nicht erlebt hat.
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25. Juni 1933, Fest der Jugend
* Niederstetten, 25. Juni. Beim "Fest der Jugend" herrschte in den frühen Morgenstunden auf unserer "Jahnwiese" munteres Treiben. Die ganze Schuljugend der Stadt war versammelt, die Schüler der Oberklasse zur Austragung der Wettkämpfe, die in zwei Altersklassen durchgeführt wurden, die Schüler der Grundschule zu fröhlichem Tummeln auf der Wiese. Sieger wurde je die 1. Altersklasse sowohl bei den Knaben wie bei den Mädchen. Für gute Einzelleistungen wurden außerdem noch Preise von Seiten der Stadt zur Verfügung gestellt. Der Nachmittag gehörte dem freiw. Arbeitsdienst vom Lager Eichhof. Neben turnerischen Wettkämpfen wurde ein Fußballspiel mit dem Sportverein ausgetragen. Mit einer Sonnenwendfeier am Abend fand das "Fest der Jugend" seinen Abschluß. Von der Adolf Hitler-Straße aus setze sich ein langer Zug, voran die H.-J., J.-V. und B. d. M. in Bewegung hinauf zur "Hohen Buche”, einem der höchsten Punkte auf der rechten Vorbachseite in der Umgebung von Niederstetten. Auf der Höhe angekommen, entzündeten SA-Männer d. aufgeschichteten Holzstoß. Mit den steigenden Flammen wuchs auch die Begeisterung der Jugend trotz strömenden Regens. In verschiedenen Feuersprüchen tat die Jugend kund, daß die Flamme ihre Symbol für Freiheit, Reinheit und Treue zum neuen deutschen Reich u. seinem Führer Adolf Hitler sei. Dieser Schwur klang aus in dem Lied "Flamme empor!" Darauf sprach der Standortführer der Hitlerjugend, Hermann Fischer, zur Jugend. Mit begeisterten Worten knüpfte er zunächst an den Brauch unserer Vorfahren an, d. Sonnenwende zu feiern. Wenn wir heute diese Sitte wieder aufgreifen, so müssen wir zunächst derer gedenken, die ihre Treue und Hingabe zum Vaterland mit der Tat bewiesen haben, nämlich derjenigen, die für Deutschland den Heldentod gestorben sind. Ihnen zu Ehren wurde das Lied vom guten Kameraden angestimmt. Nun fuhr Standortführer Fischer fort, wie die Flamme alles verzehre, so möge auch der letzte Rest undeutschen Geistes, des Geistes, der in den letzten 14 Jahren in unserem geliebten deutschen Vaterland geherrscht habe, vollends verzehrt werden. Die Jugend aber ermahne er, sich rein zu halten wie die Flamme, zu glühen für das neue Deutschland, dessen Träger sie einst sein werden. Ein Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Führer Adolf Hitler leitete über zum Horst Wessel-Lied. Nach einem schönen Feuerreigen der Mädchen fand die Feier ihren Abschluß mit dem Deutschlandlied. Am erlöschenden Feuer wurden die Fackeln entzündet und in langem Fackelzug gings hinab zum Städtchen. Noch ein erhebendes Gefühl brachte der Rückmarsch. Auf benachbarten Höhen über dem Vorbachtal und in weiter Ferne, überall loderten Feuer, überall das gleiche Wollen der Jugend - ein neues deutsches Vaterland mit einer geeinigten Jugend!
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 146, 27. 6. 1933, S. 3)
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27. Mai 1933, Schlageter-Feier
Niederstetten, 27. Mai. Zur Erinnerung an das heldenhafte Sterben des unerschrocken, mutigen Kämpfers für Recht, deutsche Freiheit und deutsche Ehre, Albert Leo Schlageter - die Stadt war aus diesem Anlaß reich beflaggt - veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. eine würdige Schlageter-Feier. Es beteiligten sich daran[,] SA., HJ., der freiwillige Arbeitsdienst vom Lager Eichhof, der Gesangverein, die Sanitätskolonne sowie je eine Fahnensektion der übrigen Vereine und der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Kirchenglocken läuteten die Feier ein. Im Schein der Fackeln, unter den Klängen der Stadtkapelle, setzte sich ein langer Zug zum Kriegerdenkmal in Bewegung. Der Gesangverein eröffnete die Feier mit dem Chor: "Das Land meiner Väter". Nun ergriff der Führer der Ortsgruppe der NSDAP, Fr. Thomas, das Wort. Adolf Hitler wolle nicht, daß es den Toten des dritten Reiches gerade so gehe wie den Toten des Weltkrieges, daß ihre Heldentaten vergessen und nicht gewürdigt würden. Horst Wessels Geisterdivision, deren erster einer Albert Schlageter ist, soll nicht umsonst gekämpft haben. Die 10jährige Wiederkehr des Tages, an dem Albert Leo Schlageter auf der Golzheimer Heide starb, sei für uns eine Gelegenheit, ein neues Treuegelöbnis für die Helden des 3. Reiches abzulegen. In diesem Sinne legte er den für Schlageter gewidmeten Kranz nieder. Die Fahnen senkten sich und die Stadtkapelle stimmte das Lied vom guten Kameraden an. Mit dem Horst Wessel-Lied fand die Feier am Kriegerdenkmal ihren Abschluß. In geschlossenem Zug gings zurück zum Marktplatz, wo der Gesangverein unter Leitung von Chormeister Fleckenstein[,] noch verschiedene vaterländische Lieder in gewohnt vorzüglicher Weise zum Vortrag brachte.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 122, 29. 5. 19 1933, S. 4)
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4. Juli 1934. Kreiskriegertag
* Niederstetten, 4. Juli. (Kreiskriegertag.) Lachender Sonnenschein lag über dem Vorbachtal und reicher Flaggenschmuck grüßte die Festteilnehmer und Festbesucher, die aus dem ganzen Kreis und dem benachbarten Kreis Mergentheim zusammengeströmt waren, um Stunden der Kameradschaft zu erleben und gemeinsame Erinnerungen aus der aktiven Dienstzeit und der Zeit des großen Krieges auszutauschen. Besonders zahlreich haben die Kriegervereine der freundlichen Einladung des festgebenden Vereins Folge geleistet u. sehr früh schon belebten die ehemaligen Soldaten, die jetzige SAR. II, ordengeschmückt und die Hakenkreuzarmbinde tragend, die Straßen der Stadt. Den Auftakt des Kreiskriegertags bildete nach vorausgegangenem Wecken der feierliche Feldgottesdienst im fürstlichen Hofgarten. Anschließend hielt der Kreisleiter, Herr Oberförster Fritsch, im Beisein des politischen Referenten beim Stabe des Führers der SAR. II, Göhrum, mit den Vereinsführern eine Führerbesprechung; er betonte am Schlusse, daß, wenn am heutigen Tage sein Amt abläuft, er sich nicht verabschiede, da er nur in die Reihen der Kameraden zurücktrete, und wie bisher auch fernerhin der ihre bleibe. Auch ließ es sich Vereinsführer Kurz nicht nehmen, dem scheidenden Kreisführer Worte des Dankes zu sagen und besonders darauf hinzuweisen, wie notwendige Beanstandungen, stets mit Humor vorgebracht, nie zu kränken vermochten. So bestand zwischen Kreisführer und Vereinen stets ein herzliches Verhältnis. Inzwischen war die Kreiskapelle und die Standartenkapelle aufmarschiert, um unter der Leitung von Kapellmeister Fleckenstein-Bad Mergentheim auf dem Festplatz ein Standkonzert zu geben, das außerordentliche Begeisterung auslöste. Der Nachmittag war der Höhepunkt des Festes. 44 Vereine hatten sich zum Festzug aufgestellt. Voraus eine Reitergruppe alter Soldaten in ihren ehemaligen Uniformen. Da sah man wieder einmal die schmucken Ulanen, die Dragoner, die bayrischen Chevauxleger. Sicher und stolz saßen sie auf ihren Pferden, die Alten von der Reiterei. Ein prächtiges Bild boten die vielen neuen Kyffhäuser-Flaggen und die alten Krieger- und Veteranenvereins-Fahnen. Ein viele Hundert zählender Festzug bewegte sich unter flotter Marschmusik vom Schloß herab hinaus zum herrlich gelegenen Festplatz mit dem ansteigenden Schloßberg und dem wuchtigen Fürstenschloß im Hintergrund. Um die von den Fahnen des neuen Reiches flankierte Rednertribüne marschierten die Krieger, SA. und die H.J. zum Festakt auf. Herr Bürgermeister Schroth entbot dem Kriegertag den herzlichen Willkommgruß der Stadtgemeinde Niederstetten. Welche Wandlung hat sich doch vollzogen seit dem letzten Kriegertag vor 9 Jahren in Niederstetten. Freude u. Befriedigung löst die Tatsache aus, daß die nationale Erhebung den Krieger und Soldaten und die alten Soldatentugenden wieder zu Ehren kommen läßt. Sein besonderer Gruß galt dem Sohn der Stadt, Herrn Ministerialdirektor Dr. Dill, u. a. Gästen. Für den festgebenden Verein sprach Herr Richard Knenlein besonders herzliche Willkommworte. Er führte aus, daß sich die alten Soldaten des Kreises Gerabronn und der weiteren Umgebung zum ersten Male im Dritten Reich versammeln, aber mit dem stolzen Gefühl, daß unser Soldatentum zu Ehren und Achtung kam. Die Frontgeneration habe als Träger der Nation in Deutschlands größtem Kriege und in des Vaterlandes höchster Not besonderen Grund in echter, soldatischer Haltung mit der jüngeren Generation im braunen Kleid in Treue zu Volk u. Führer zu stehen. Die große Idee des Nationalsozialismus wurde im Schlamm der Schützengräben und aus den Wunden und dem Blute unserer gefallenen Kameraden geboren. Diese Schicksalsverbundenheit mit dem Frontkameraden Adolf Hitler ist den Soldaten des Krieges richtungweisend. Wie sie im Felde ihre Pflicht bis zum äußersten erfüllt haben, so tun sie dies auch im heutigen nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers. In prägnanter Form stellte der Kreisführer, Kam. Fritsch, die neuen Ziele und Aufgaben des Kyffhäuserbundes heraus, nachdem er den stellv. Landesführer Min.-Dir. Dr. Dill, der trotz der besonderen politischen Lage sich in Stuttgart freigemacht hatte, um einige Stunden in seiner Heimat bei den Kameraden zu verbringen, Herrn Landrat Wöhrle, Herrn Reg.-Rat Stümpfig, Herrn Kreisleiter Nicklas und die beiden Standartenführer der SAR. II, Herrn Major Engelhardt von Hall u. Herrn Stud.-Rat Pfannkuch von Mergentheim, begrüßt hatte. Herr Fritsch wies auf den Tag hin, an dem die Neugliederung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser und die Neugliederung des Landesverbandes Südwest in Kraft trete, was mit dem heutigen Tag zusammenfalle. Er wies weiter darauf hin, der Besonderheit des Tages, da es in Deutschland hart auf hart gehe, eingedenk zu sein und den Tag würdig zu begehen, sich aber am Zusammensein mit den alten Kameraden zu freuen in dem festen Bewußtsein, hier in gleichgesinnten Kreisen zu weilen, denen Gehorsam dem Führer, Disziplin u. Opfersinn oberste Pflicht sei. — Anschließend stellten sich die Standartenführer Engelhardt und Pfannkuch ihren Kameraden vor und erboten restlosen Einsatz und verständnis- und vertrauensvolle Mitarbeit. — Namens der Kreisleitung der NSDAP. hob dann stellv. Kreisleiter Nicklas die begeisterte Einsatzbereitschaft der Frontsoldaten hervor, wenn es auch nach dem Verrat von 1918 schien, als ob alle Opfer vergebens gewesen wären, so ist es der Frontsoldat Adolf Hitler gewesen, der nach 14jährigem, aussichtslos erscheinendem und schwerstem Kampf das neue Deutschland der Ehre und Freiheit geschaffen hat. Ihm allein ist es zu danken, wenn erst jetzt die riesigen Opfer an bestem deutschen Blut im Weltkrieg und in der Kampfzeit einen Sinn bekommen haben. Herr Min.-Dir. Dr. Dill überbrachte sodann als 2. Landesführer die Grüße des leider am Erscheinen verhinderten Exz. v. Maur. Er gab seiner Freude Ausdruck, an diesem Feste teilnehmen zu können, das in eine Zeit besonderer Bedeutung falle. Kaum seien wenige Tage vorbei, da wir die Flaggen im Gedenken an das schamlose Diktat von Versailles auf Halbmast setzten. Heute stehen wir aber wieder in einer Zeit, da die Kriegervereine es nicht mehr nötig hätten, ihre Fahnen verstecken zu müssen. Dem deutschen Frontsoldaten ist seine Ehre wiedergegeben und fast alle maßgebenden Stellen sind von ehemaligen Soldaten und Kriegsteilnehmern besetzt worden. Er würdigte sodann die Person des neuen Bundesführers, den er als echten Frontsoldaten herausstellte. Das Verhältnis zwischen SA. und SAR. zeichnete er dahin, daß die in der SA. zusammengeschlossene Jugend den Alten den revolutionären Geist bringe, sie könne aber von den Aelteren die Lebenserfahrung lernen und sie schulde den alten Soldaten Ehrerbietung. Nur der, der einmal gehorchen gelernt habe, könne erst einmal befehlen. Seine weiteren Ausführungen widmete er den Toten des Weltkrieges und der nat. Revolution. Sie sind es, die Nationalsozialisten und alte Frontkämpfer zusammenhalten müssen. Im Geiste marschieren sie in unseren Reihen mit. Die Fahnen senkten sich beim Lied vom guten Kameraden. Im Auftrag des Landesführers weihte sodann Herr Min.-Dir. Dr. Dill mit der ehrwürdigen alten u. verwitterten Fahne Niederstettens die neuen Kyffhäuserflaggen. Mit einem ernsten Appell an die Fahnenträger schloß er seine von tiefem Ernst getragenen Ausführungen. Spontan fielen dann die Festteilnehmer auf das von Kreisführer Fritsch auf Führer und Vaterland ausgebrachte Sieg Heil ein. — Der offizielle Teil war beendet und unter schattigen Bäumen fanden sich dann die Kameraden zum frohen Zusammensein. Besondere Ueberraschung und Freude löste der von den Burschen und Mädchen unter Leitung von Vereinsführer Knenlein in den malerischen Kostümen aufgeführte historische Winzertanz aus. Lange noch blieben die Festteilnehmer bei frischer Marschmusik beieinander. Für die Einheimischen und solche, die keinen allzugroßen Heimweg hatten, war abends noch gesellige Unterhaltung auf dem mit Scheinwerfern beleuchteten Festplatz. Alle Teilnehmer werden gerne an den schönen Kreiskriegertag in Niederstetten zurückdenken. Dem veranstaltenden Verein, insbesondere seinem Führer und seinem Mitarbeiterstab, Dank und Anerkennung.
Der Franke, Nr. 152, 4. 7. 1934
SAR: SA-Reserve?