Gasthaus Löwen

Gasthaus Löwen

  • 1. Juni 1931. Obstbau-Vortrag - Gründung eines Obstbauvereins

    () Niederstetten, 1. Juni. Obstbauinspektor Schweizer-Kupferzell hielt gestern im Löwensaale einen sehr lehrreichen Vortrag über Obstbau und alle damit zusammenhängenden Fragen. Dem Vortrag wäre ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Herr Schweizer gab, von Lichtbildern unterstützt, genaue Angaben über die Behandlung der Obstbäume von früher Jugend an. (Wir haben bereits darüber in einem früheren Referat über einen Vortrag des gleichen Redners berichtet.) Er ging dann zu der Frage über, wie der Ertrag des deutschen Obstbaues gesteigert werden könne und insbesondere, wie der deutsche Obstbau gegenüber der Auslandskonkurrenz wettbewerbsfähig gemacht werden könne. Die erste Notwendigkeit sei die Sortenvereinfachung. Mit Staatsbeiträgen seien in den letzten Jahren bereits 385000 Obstbäume, alle in wenigen Sorten, aufgepfropft worden. Für den, der nicht mitmacht, werde die Absatzkrise schlimmer werden, sobald mehr gute Sorten auf den Markt kommen. Das deutsche Obst übertreffe heute schon an Güte das Auslandsobst, das Ausland sei nur in der besseren Pflege voraus. Um zu besserem Obst zu kommen, müsse der Baum von Jugend auf richtig behandelt werden. Dann sei eine gute und richtige Düngung notwendig. Viel zu wenig Augenmerk werde bis jetzt auf die Schädlingsbekämpfung gerichtet. Das Spritzen der Weinberge im Winter einmal, im Sommer mehrmals, sei unerläßlich. Der Redner gab die geeignetesten Mittel an. Schließlich kam er auf den Obstabsatz zu sprechen. Das Obst muß sorgfältig gepflückt und schon beim Pflücken vorsortiert werden. Wurmige und kleine Aepfel müssen gleich ausgeschlossen werden. Das Obst muß gleich in Kisten frostfrei gelagert werden. Späte Sorten müssen aufbewahrt werden und dürfen erst zur Zeit der Genußreife auf den Markt kommen. Den Verkauf besorgt in Württemberg als Treuhänder die Kaufstelle landw. Genossenschaften. Auch da wo kein Lagerhaus am Platze ist, ist dies der Fall. Das Obst wird genau nach Gewichtsklassen sortiert in Kisten von 30-40 Pfund, jedes Stück in Papier gewickelt eingelegt. Jede Sorte selbstverständlich genau getrennt. Im Großhandel wird dieses Obst heute schon nach „Stück per Kiste“ gehandelt und bringt hohe Preise. Im Jahre 1929 seien aus Reichsmitteln für diese Zwecke 375 000 Mark aufgewendet worden. Als für unsere Gegend geeignete Sorten empfahl der Redner Boskop und Gewürzluike und den Schweikheimer Rambur. Der Winterrambur, welcher vielfach gepflanzt werde, gelte heute als fader Apfel, auch die Baumannsreinette sei nicht zu empfehlen. Herr Bürgermeister Schroth dankte dem Redner für seine allgemein mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen und gab die Anregung zur Gründung eines Obstbauvereins, welche auch betätigt wurde.

    Vaterlandsfreund, Nr. 125, 2. 6. 1931

  • 1. Mai 1934. Maifeier

    Niederstetten, 7. Mai. 1. Mai, neuer Klang liegt in diesem Wort, ein Klang, den ihm unser Führer Adolf Hitler gab; Frühling liegt darin und Neuwerdung, nicht mehr Haß und Klassenkampf. Auch unser Städtchen beteiligte sich an der Feier des Tages unter der Leitung der Ortsgruppe der NSDAP. Am Vorabend des 1. Mai richtete das Zimmergewerbe den 18 Meter hohen, geschmückten Maibaum auf der Maiwiese (alter Turnplatz) auf, an welcher sich die Hitler-Jugend unter Führung des Geff. Fischer beteiligte. Der 1. Mai sah mit sonnigem Antlitz auf mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Häuser und Plätze, legte sich mit Freude in jedes Menschenherz und lachte einem wieder aus strahlenden Augen der Menschen entgegen und fröhlich erklang der deutsche Gruß. Um 8 Uhr war Kirchgang für beide Konfessionen, um 9 Uhr Uebertragung der Jugendkundgebung aus Berlin unter dem Maibaum, an welcher sich sämtliche Schulen beteiligten. Von 12-15 Uhr war auf dem Marktplatz ein Standkonzert, welches von der Kreismusikkapelle unter Leitung seines Dirigenten Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, aufgeführt wurde. Pünktlich um 15 Uhr setzte sich der Festzug von der Hollenbacherstraße aus in Bewegung, voran die HJ., anschl. Abordnungen der PO., SA., MSA., SAR. u, NSKK., welcher die Kreismusikkapelle folgte. Die Mitte des Festzuges bildete ein blumenübersäter Wagen mit der Maikönigin und kleineren Mädchen, zur Seite ritt der Maigraf. Nun folgten in bunter Reihenfolge Handwerkergruppen mit Festwagen, ein Wagen des Bauernstandes, Beamtengruppe, Trachtengruppe, Wandergruppe und Turn- und Sportscharen, zusammengefaßt ein Bild wie es Niederstetten wohl noch nie gesehen hat, denn wer hätte es vor der Machtübernahme der NSDAP. gesehen, daß Bauern, Handwerker und Beamte so verbunden in einem Geiste marschieren, getragen von Sichverstehen und Einfügen. Auf der Festwiese angekommen, löste sich der Festzug auf und die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein Niederstetten erfreuten die Festbesucher durch frische Weisen. In einer Ansprache wies Ortsgruppenleiter Thomas auf die Bedeutung des Tages hin und Bürgermeister Schroth überreichte im Namen des Innenministeriums Hofgartenarbeiter Weber für treue Dienste die silberne König Karl-Medaille. Nach der Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin blieben die Besucher noch längere Zeit beim kühlen Naß, denn die Hitze des Tages war groß. Ab 20 Uhr war in der Turnhalle und im Löwensaal Tanzmusik.

    Der Franke, Nr. 105, 8. 5. 1934

  • 10. Dezember 1933, Weihnachtsfeier des Sportvereins

    Niederstetten, 11. Dez. Im Kreise seiner Mitglieder und einer großen Zahl von Gästen hielt am gestrigen Abend [10. Dezember] im Löwensaal der Sportverein seine Weihnachtsfeier. Von jeher war die Vereinsleitung darauf bedacht, ihren Besuchern ein erlesenes Programm zu bieten, was ihr auch diesmal mit der Einstudierung des Volksstückes: "Die Fahne hoch”, trefflich wieder gelungen ist. Von Anfang an war es den Spielern durch die vorzügliche Wiedergabe ihrer Rollen möglich, die Anwesenden in Bann zu halten, was auch durch den Inhalt des Stückes noch besonders gegeben war. Ausgehend vom Kriegsschluß 1918, behandelt der Stoff die verderbliche Korruption in der Nachkriegszeit und während des Niedergangs Deutschlands u. des nationalsozialistische Ringens um das deutsche Volk bis zur nationalen Erhebung in diesem Jahre. Sehr eindrucksvoll sind die rassebedingten Eigenheiten der in die Erscheinung tretenden Figuren herausgestellt. Wie wir hören, soll das Stück am Sonntag, den 17. Dezember 1933 in der Turnhalle wiederholt werden. Der Spielschar ist ein volles Haus zu wünschen.

    (Der Franke, Gerabronn, Nr. 291, 13. 12. 1933, S. 3)

  • 13. Mai 1930. Konzert des Gesangvereins - Vortrag zur Obstveredlung - Ausflug des Hausfrauenvereins

    () Niederstetten, 13. Mai. Am kommenden Sonntag findet in Bad Mergentheim unter Leitung des Herrn Chormeister Fleckenstein ein Konzert der Gesangvereine Bad Mergentheim-Lauda-Niederstetten statt. Gewissermaßen als Hauptprobe gab am Sonntag abend der hiesige Männergesangverein im Löwensaal ein Konzert. Wir wollen dem Mergentheimer Konzert durch diese Bosprechung nicht vorgreifen. Die Auswahl der Lieder (Männer- und gemischter Chor) und ihre Ausführung lassen den Schluß zu, daß das Mergentheimer Konzert ein musikalisches Ereignis für das ganze Hohenloher Frankenland werden wird. In der Folge des gestrigen Konzerts erfreute Herr Dr. Metzendorf-Mergentheim dis Zuhörer durch virtuose Harfenvorträge, die Barkarole aus Hofmanns Erzählungen wurde init Harfe, Violine und Klavier ausgezeichnet gespielt und Herr Chormeister Fleckenstein sang in gewohnter Vollendung Löweballaden: Die Begleitung hatte in liebenswürdiger Weise Herr Oberlehrer Wahl übernommen und vorzüglich durchgeführt.

    () Niederstetten, 13. Mai. Als Abschluß des im Herbst hier stattgehabten Kurses hielt gestern Herr Oberbauinspektor Schweizer-Kupferzell hier einen Veredelungskurs ab. Am Abend hielt Herr Schweizer einen Vortrag im Gasthaus zum Hirschen, dem viele Interessenten beiwohnten. Herr Schweizer ging davon aus, daß das Endziel des Obstbaues die Zurückdrängung der ausländischen Einfuhr sein müsse. Zu den Obst einführenden Staaten gehören seit einiger Zeit auch die Balkanstaaten und Rußland. Seit drei Jahren werden aus Reichsmitteln dem Obstbau große Zuschüsse gewährt. Allein in Süddeutschland seien mit diesen Mitteln im Vorjahr 382 000 Umpfropfungen unterstützt worden. Die heutigen Baumbestände in Deutschland seien ungenügend. Man müsse die Systeme der Konkurrenz studieren und gleiche Ware auf den Markt bringen. Das Ausland sei uns durch sein kaufmännisches System überlegen. Der Redner verweist dann auf die in der Presse (auch in unserer Zeitung) bereits veröffentlichten Bedingungen zur Erlangung von Beihilfen. Es seien für Umpfropfen 75 000 M, für Obstabsatzorganisationen 285 000 M ausgegeben worden. Das Ziel des Obstbaues müssen die von der Landwirtschaftskammer angegebene Sortenvereinfachung sein. Aber nicht nur auf Tafeläpfel, sondern auch auf den richtigen Anbau von Zwetschgen soll das Augenmerk des Obstzüchters gerichtet sein. Mostbirnen sollen nur dahin gepflanzt werden, wo keine Aepfel gedeihen. Von großer Wichtigkeit sei das richtige Umpfropfen und das Spritzen der Bäume. Sorgfältige Behandlung und Sortierung des Obstes sei Grundbedingung. In Zukunft werde das Obst (Tafelobst) nur nach Stückzahl pro Kiste gehandelt werden und so der Wert der Qualität richtig zur Geltung kommen. In der Diskussion ergriff Herr Roll-Amlishagen, Vorstand des Bezirksobstbauvereins Gerabronn, das Wort. Er verlieh seiner Freude Ausdruck, daß die Landwirtschaftskammer dem Obstbau wehr Liebe entgegenbringe. Der Katalog seines Vaters habe noch 180 Apfelsorten und 150 Birnensorten enthalten. Das sei heute ein ungangbarer Weg. Herr Roll tadelte dann die falsche Behandlung des Obstes durch eine Genossenschaft, Dort wären die Gewürzluiken zwei Meter hoch aufgeschichtet gewesen. Die Sortiermaschine brauche zu viel Bedienung. Herr Lagerhausverwalter Glaser erbat Aufschluß über die den einzelnen Genossenschaften zugekommenen Beträge, da unsere Gegend leer ausgegangen sei. Herr Stadtschultheiß Schroth dankte dem Referenten und den Diskussionsrednern und schloß die Versammlung.

    () Niederstetten, 13. Mai. Unser Landw. Hausfrauenverein hat eine große „Expedition“ hinter sich. Mit vier Omnibussen machte der Verein bei Beteiligung von 90 Mitgliedern einen lehrreichen und genußreichen Ausflug. In Kupferzell fand die Haushaltungsschule eingehende Besichtigung. In Hall wurde das Diakonissenhaus und Schwachsinnigenheim besucht. Ferner wurde der sehenswerten Comburg ein Besuch abgestattet.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 111, 14. 5. 1930

  • 15. Dezember 1931. Weihnachtsfeier des Sportvereins

    * Niederstetten, 15. Dez. Seine Jahresarbeit beschloß der Sportverein mit seiner am letzten Sonntag im Löwensaal stattgehabten Weihnachtsfeier. Der Verein zeigte sich im Lauf des Jahres in seiner sportlichen Betätigung in stetigem Vorwärtsschreiten, so daß es ihm möglich war, in seiner Klasse sich bis auf den dritten Platz der Tabelle heraufzuarbeiten. Der zielbewußten Vereins- u. Spielleitung wird es möglich sein, den Verein auch weiterhin auf der Höhe zu halten. Bezüglich der Weihnachtsfeier muß noch erwähnt werden, daß diese in allen Teilen wohl gelungen ist. Das 4aktige Theaterstück „Das Kreutz'l im Tannengrund“ und das Lustspiel „Das gefährliche Alter“ sorgten für den unterhaltenden Teil des Abends. Damit hat es die Regie verstanden, das Richtige zu treffen, was der reiche Beifall jeweils bewies. Treffliche Wiedergabe und flottes Zusammenspiel vereinigten sich mit tadelloser Bühnenausstattung. Diese Umstände waren es, was das Spiel des Sportvereins als Laienspiel sehr hoch stellte. Dem Verein weiterhin ein Blühen und Gedeihen, besonders auch auf seinem Hauptgebiet, dem Sport!

    Vaterlandsfreund, Nr. 294, 16. 12. 1931

  • 16. Dezember 1929. Treibjagd. - Weihnachtsfeier des Sportvereins mit Theateraufführung

    () Niederstetten, 16. Dez. Bei einer am Samstag stattgehabten Treibjagd rechts des Vorbachs wurde die stattliche Zahl von 290 Hasen erlegt. Ein gutes Hasenjahr!

    * Niederstetten, 16. Dez. Der Sportverein hatte seine Mitglieder und Freunde am Sonntag abend zu einer Weihnachtsfeier in den Löwensaal eingeladen, der trotz seiner baulichen Veränderung nicht alle Besucher zu fassen vermochte. Herr Vorstand Wolf begrüßte die Erschienenen und forderte die Jugend zu sportlicher Betätigung auf. Musikvorträge und ein Gesangsquartett umrahmten den Kernpunkt des Programms das Schauspiel „Wenn Muttertränen fließen“. Durch das natürliche Spiel der einzelnen brachte die Spielerschar eine wirklich treffliche Wiedergabe des Stückes zuwege. Besonders günstig wirkte der Bühnenaufbau der neuen Vereinsbühne. Die Vereinsleitung hat es anscheinend darauf abgesehen, möglichst der ernsten Muse zu ihrem Rechte zu verhelfen und schließlich auch mit Grund, denn der Verfasser hat es verstanden, in ergreifenden Szenen Not, Elend, Unglück und seelische Qualen einer Familie zu schildern, das die Besucher, nicht wie das Lustspiel, nur so von außen berührt. Eine Lotterie fehlte nicht und ein Tänzchen beschloß die schön verlaufene Feier, die der rührige Verein als einen Erfolg verbuchen darf.

    Vaterlandsfreund, Nr. 297, 17. 12. 1929

    Carl Siber, Wenn Muttertränen fließen. Schauspiel in vier Akten. Mühlhausen i. Thür.: Verlag von G. Danner 1927

  • 17. Februar 1931. Sanitätskolonne - Generalversammlung des Schützenvereins

    () Niederstetten, 17. Febr. Am 16. März findet hier eine Prüfung unserer erst kurz bestehenden Sanitätskolonne durch eine Kommission vom Roten Kreuz statt. Endzweck der Prüfung ist die Aufnahme der Sanitätskolonne in den Verband des Roten Kreuzes. Die Uebung findet in aller Oeffentlichkeit an der Wildentierbacherstraße statt und wird gewiß viele Interessenten hierherbringen. Voraussichtlich kommen auch andere benachbarte Sanitätskolonnen hierher.

    () Niederstetten, 17. Febr. (Schützenverein). Am letzten Sonntag hielt der Schützenverein im Gasthaus An Löwen seine Generalversammlung ab. Herr Vorstand Weimer sen. eröffnete die Versammlung mit mahnenden Worten, auch in der gegenwärtigen kritischen Zeit, als deutsche Männer in Wort und Tat das Ansehen des Vereins zu heben und zu stärken. Es folgte der Tätigkeitsbericht. „Festzustellen war, daß die Beteiligung an dem regelmäßigen Schießen sehr abgenommen hat, was auf die Geldknappheit der jungen Leute und die Arbeitslosigkeit. zurückgeführt wurde. Der Verein kann auf eine Reihe schöner Erfolge zurückblicken. Zum drittenmal errang er beim Gauschießen den ersten Preis (silbernen Pokal) zum zweitenmal die Gaufahne, dazu kommen verschied. Reichsauszeichnungen. Bei der Neuwahl lehnte der seitherige, bewährte Vorstand, seine Neuwahl, trotz großer Bemühungen der Versammlung ab. Zum ersten Vorstand wurde hierauf Herr Förster Müller gewählt. Herr Kaminfegermeister Weimer sen. wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach Erledigung mehrerer fachtechnischer Fragen schloß die einmütig verlaufene Versammlung.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 40, 18. 2. 1931

  • 17. Juni 1939. Hauptversammlung der Landw. Bezugs- u. Verwertungsgenossenschaft

    Niederstetten, 17. Juni. (Hauptversammlung der Landw. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten). Die Hauptversammlung des hiesigen Lagerhauses fand am vergangenen Sonntag im Gasthaus zum "Löwen" statt. Vorsteher Osiander-Sichertshausen eröffnete die Versammlung und konnte 200 erschienene Mitglieder aus den umliegenden Gemeinden begrüßen. Er wies darauf hin, daß die heutige Hauptversammlung zwei Geschäftsjahre zu erledigen hätte, nachdem im vergangenen Jahr wegen der Maul- und Klauenseuche die Hauptversammlung hatte ausfallen müssen. Geschäftsführer Schürger gab den Bericht über die Geschäftsjahre 1936/37 und 1937/38 bekannt, ebenso die Bilanzen für die beiden Jahre. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß sich der Umsatz Jahr für Jahr gesteigert hat. Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 1937/38 rund 2,96 Millionen, der Warnumsatz bei 43 000 Dz. 710 000 Mk. Die Zahl der Mitglieder beträgt rund 500. Die Bilanz schließt mit einem Gewinn von 5700 Mark ab, für beide Geschäftsjahre werden je 5 Prozent Dividende ausgeworfen, der Rest wird dem Reservefond zugewiesen. Die Berichte und die Bilanzen werden von der Hauptversammlung für gut geheißen und den Verwaltungsorganen wird Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder werden wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Otto Osiander-Sichertshausen (Vorsteher), K. Streitberger-Niederstetten (stellv. Vorst.), Bernhard Schmieg-Ochsental, Wilhelm Markert-Pfitzingen, Adolf Thürrauch-Adolzhausen, Heinrich Schürger-Niederstetten. Dem Aufsichtsrat gehören an: K. Löber-Ermershausen (Vors.), J. Hörner-Herrenzimmern (Stellv.), Joh. Haag-Oberstetten, L. Klein-Hirchbronn, K. Schaffert-Reichertswiesen, F. Scheuermann-Herbsthausen, A. Hammel-Vorbachzimmern, Friedr. Münz-Hollenbach, Al. Jakob-Zaisenhausen, R. Beck-Wildentierbach, E. Ziegler-Gütbach, W. Abendschein-Eichswiesen, J. Lüllig-Simprechtshausen, A. Schneider-Riedbach, Friedr. Albrecht-Wittmersklingen. Unter Punkt Verschiedenes fand eine Aussprache über Sacklieferung, Gerstenablieferung, Kartoffeldämpfkolonne usw. statt. Beschlossen wurde, daß zwischen der Heu- und Getreideernte das Lagerhaus einen Sonderzug nach Stuttgart es Besuch der Reichsgartenschau laufen läßt. Vorsteher Osiander sprach zum Schluß dem Geschäftsführer, den Angestellten und den Arbeitern sowie allen Mitgliedern den Dank für ihre im Interesse der Genossenschaft geleistete Arbeit aus, er bat die Mitglieder alles daran zu setzen, daß auch künftighin eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und den Mitgliedern herrschen möge wie dies bisher der Fall war zum Segen der Genossenschaft. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler schloß der Vorsteher die anregend verlaufene Hauptversammlung.

    Der Franke, 17. 6. 1939

  • 17. Oktober 1929. Anzeige Tanzkurs im "Löwen"

    Vaterlandsfreund, Nr. 245, 17. 10. 1929

  • 18. Februar 1939. Anzeige Gasthof Löwen von Schürger an Schmieg

     

    Der Franke, 18. 2. 1939
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  • 26. Januar 1931. Tanzkurs-Schlußball - Generalversammlung des Turnvereins - Erste-Hilfe-Vortrag

    () Niederstetten, 26. Jan. Ueber einen Schlußball eines Tanzkurses berichten wir im allgemeinen nicht. Wenn ein Tanzkurs aber 23 Paare hat und diese 23 Paare andere 92 Paare aus allen Teilen der Bürgerschaft zum Schlußball einladen, dann wird dieser Schlußball auch für eine kleine Stadt ein gesellschaftliches Ereignis. Das war denn auch der am Samstag stattgehabte Schlußball der Tanzschule Geiger-Mergentheim in den Löwensälen. An der Mitteltafel ein Kranz lieblicher Jugend, gehoben durch die zahlreichen Sträuße herrlicher Blumen, rings herum die Ballmütter und Ballväter und noch viele tanzlustige Jugend. Die jungen Leute zeigten auch, daß sie vorzüglich tanzen gelernt hatten — ihr erstes Debut auf dem Parkett (eigentlich Pitch-pin) der Gesellschaft verlief recht erfolgreich u. hoffentlich gelingt es ihnen auf dem Parkett des Lebens ebenso erfolgreich zu werden. Der Jugend gehört ja die Zukunft. Erfreulich war auch zu sehen, daß der alte Walzer wieder hoch in Ehren steht. Herr Oberndörfer-Sichertshausen begrüßte recht nett die Gäste, das Tanzlehrerehepaar Greiner-Geiger, die Tanzschüler des Tanzkurses „Liebeswalzer“ und überreichte dem Tanzlehrerehepaar ein schönes Geschenk. Die Musik stellte Herr Fleckenstein-Mergentheim und er wirkte selbst mit. Daß das eine gute und keine gewöhnliche Tanzmusik war, kann man sich denken. Von allen Stücken sei nur die glänzend gespielte Francaise aus der „Fledermaus“ genannt.

    () Niederstetten, 26. Jan. Der Turnverein hielt gestern im Melber'schen Saale seine Generalversammlung ab. In Hinsicht auf die Größe und Bedeutung des Vereins wäre eine bessere Beteiligung zu wünschen gewesen. Wohl zum ersten Male war auch die Frauenriege vertreten. Herr Vorstand Streitberger begrüßte die Versammlung und gedachte der Toten des Vereins. Der Jahresbericht des Schriftführers gab ein schönes Bild von erfolgreichem turnerischen Schaffen des Vereines und von gelungenen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Bericht des Kassierers zeigte, daß der Verein auch finanziell gut gearbeitet hat. Besonders durch die Durchführung der Wirtschaft in eigener Regie konnte ein weiterer Teil der Bauschulden abgetragen werden, Aus den Berichten der Turnwarte ist hervorzuheben: Die Zahl der Jugendturner hat sich nach der letzten Jugendveranstaltung fast verdoppelt. Es wird über mangelnde Beteiligung seitens der aktiven Turner an den Turnstunden geklagt. Der Oberturnwart bemerkte sehr richtig, daß wer turnt, dies nicht dem Verein, sondern sich selbst zu Liebe tut. Die Wahlen ergaben: 1. Vorstand: Streitberger, 2. Vorstand: Hauptlehrer Gerheißer (neu), Kassier: Rüger, Schriftführer: Kreutzmann, Oberturnwart: Kleinhanß, Turnwart: Stadtpfleger Pflüger, Jugendturnwart: Keppler, Frauenturnwart Kleinhanß. Hr. Vorstand Streitberger dankte für die Wiederwahl und dankte zugleich allen Funktionären, der Wirtschaftskommission und den Damen des Vereines, welche sich dieser zur Verfügung gestellt hatten. In der sich anschließenden Aussprache regte Oberturnwart A. Kleinhanß an, die Monatsversammlungen sollten durch gebotene geistige Darbietungen auf turnerischen und allgemeinen Gebieten anregender gestaltet werden. Herr Bürgermeister Schroth regte an, durch Schaffung eines Aufenthaltsraumes mit guter Lesegelegenheit, Gelegenheit zu musikalischer Betätigung und sonstiger geistiger Anregung die Jugend von der Straße fernzuhalten. Die Versammlung nahm einen harmonischen Verlauf.

    () Niederstetten, 26. Jan. Der landw. Hausfrauenverein hatte gestern einen Vortragsabend im Postsaale veranstaltet. Frl. Siebert von der württ. Landwirtschaftskammer hielt einen Lichtbildervortrag über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“. Der Vortrag war durch eine Reihe erklärender Lichtbilder unterstützt. Der Besuch war nicht sehr zahlreich.

    Vaterlandsfreund, Nr. 21, 27. 1. 1931

  • 27. Mai 1930. Ankündigung Liliput-Theateraufführung

    Niederstetten (Liliput in Niederstetten). Herrn Schürger zum "Löwen" ist es gelungen, die beliebten Liliputaner auch bei uns morgen Mittwoch, dem 28. Mai ds. Js. zu zwei Vorstellungen zu veranlassen. Und zwar mit neuem Programm. Abends 1/2 9 Uhr geht das Lustspiel mit Gesang "Wenn zwei sich lieben" und nachmittags 5 Uhr das Märchen "Der kleine Prinz" in Szene. Der Vorverkauf für beide Veranstaltungen findet nur ab morgen Mittwoch 1 Uhr nachmittags im Löwensaal statt.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 122, 27. 5. 1930

  • 27. Mai 1930. Anzeige Liliputaner-Theatervorstellung

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 122, 27. 5. 1930

  • 5. Mai 1930. Unterhaltungsabend des Sportvereins

    * Niederstetten, 5. Mai. Wie andere Vereine im Frühjahr in gleicher Form ihren Mitgliedern etwas zu bieten suchen, so war auch der Sportverein am Sonntagabend bemüht, seinen Mitgliedern und Gönnern einen Unterhaltungsabend zu geben. Der Löwensaal war gut besetzt. Das Programm war auf den Schwank eingestellt. In flotter Folge gingen drei Einakter über die Bretter. Die Spieler gaben ihr Bestes und reicher Beifall lohnte ihre Mühe. Nun spielte die Musik noch zum Tanze auf, dem eifrig gehuldigt wurde. – Die Veranstaltungen folgen einander Zug um Zug. Am kommenden Sonntag wird hier die Hauptprobe für das am [?] Mai in Bad Mergentheim stattfindende Konzert abgehalten und am 15. Juni will der Kriegerverein seine Mitglieder zu einem Gartenfest einladen.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 104, 6. 5. 1930

  • 5. März 1931. Kriegerverein zeigt Sommefilm

    () Niederstetten, 5. März. Der Kriegerverein bot am Mittwoch seinen Mitgliedern und Freunden den Sommefilm. Der Löwensaal war überfüllt und viele mußten unverrichteter Sache wieder vor der Türe umkehren. Der Film ist empfehlenswert. Er vermittelt, soweit dies überhaupt möglich ist, solchen welche dem Kriege fernstanden, ein Bild der kriegerischen Vorgänge.

    Vaterlandsfreund, Nr. 55, 7. 3. 1931

    Die Schlacht an der Somme. Deutschland, 1917. Dokumentarfilm. Siehe Wikipedia