Maibaum

Maibaum

  • 1. Mai 1934. Maifeier

    Niederstetten, 7. Mai. 1. Mai, neuer Klang liegt in diesem Wort, ein Klang, den ihm unser Führer Adolf Hitler gab; Frühling liegt darin und Neuwerdung, nicht mehr Haß und Klassenkampf. Auch unser Städtchen beteiligte sich an der Feier des Tages unter der Leitung der Ortsgruppe der NSDAP. Am Vorabend des 1. Mai richtete das Zimmergewerbe den 18 Meter hohen, geschmückten Maibaum auf der Maiwiese (alter Turnplatz) auf, an welcher sich die Hitler-Jugend unter Führung des Geff. Fischer beteiligte. Der 1. Mai sah mit sonnigem Antlitz auf mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Häuser und Plätze, legte sich mit Freude in jedes Menschenherz und lachte einem wieder aus strahlenden Augen der Menschen entgegen und fröhlich erklang der deutsche Gruß. Um 8 Uhr war Kirchgang für beide Konfessionen, um 9 Uhr Uebertragung der Jugendkundgebung aus Berlin unter dem Maibaum, an welcher sich sämtliche Schulen beteiligten. Von 12-15 Uhr war auf dem Marktplatz ein Standkonzert, welches von der Kreismusikkapelle unter Leitung seines Dirigenten Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, aufgeführt wurde. Pünktlich um 15 Uhr setzte sich der Festzug von der Hollenbacherstraße aus in Bewegung, voran die HJ., anschl. Abordnungen der PO., SA., MSA., SAR. u, NSKK., welcher die Kreismusikkapelle folgte. Die Mitte des Festzuges bildete ein blumenübersäter Wagen mit der Maikönigin und kleineren Mädchen, zur Seite ritt der Maigraf. Nun folgten in bunter Reihenfolge Handwerkergruppen mit Festwagen, ein Wagen des Bauernstandes, Beamtengruppe, Trachtengruppe, Wandergruppe und Turn- und Sportscharen, zusammengefaßt ein Bild wie es Niederstetten wohl noch nie gesehen hat, denn wer hätte es vor der Machtübernahme der NSDAP. gesehen, daß Bauern, Handwerker und Beamte so verbunden in einem Geiste marschieren, getragen von Sichverstehen und Einfügen. Auf der Festwiese angekommen, löste sich der Festzug auf und die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein Niederstetten erfreuten die Festbesucher durch frische Weisen. In einer Ansprache wies Ortsgruppenleiter Thomas auf die Bedeutung des Tages hin und Bürgermeister Schroth überreichte im Namen des Innenministeriums Hofgartenarbeiter Weber für treue Dienste die silberne König Karl-Medaille. Nach der Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin blieben die Besucher noch längere Zeit beim kühlen Naß, denn die Hitze des Tages war groß. Ab 20 Uhr war in der Turnhalle und im Löwensaal Tanzmusik.

    Der Franke, Nr. 105, 8. 5. 1934

  • 3. Mai 1937. Maifeier

    Niederstetten, 3. Mai. Den Feiertag des deutschen Volkes beging Niederstetten dieses Jahr auf dem Marktplatze. Am Freitagabend wurde der prächtige Maibaum, zum exstenmale geschmückt mit dem Hoheitszeichen und schön gemalten Abzeichen der DAF., der Formationen und Zünfte vor dem Horst Wessel-Brunnen aufgestellt. Die gesamte HJ. sang den Mai ein und führte einen Maitanz auf. Der Horst Wessel-Brunnen war mit viel Liebe ausgeschmückt, wie überhaupt der ganze Marktplatz einen sehr guten Rahmen für die Feier bot. Am Feiertage ging der Festzug um ½ 12 Uhr von der neuen Schule aus durch die reich mit frischem Grün und wehenden Fahnen geschmückten Straßen der Stadt auf den Marktplatz. Durch eine Großlautsprecheranlage wurde die Rede des Führers übertragen. Anschließend brachte die HJ. eine Dichtung zum Vortrag. Ortsgruppenleiter Thomas sprach herzliche Worte zum Gedenken des Tages und konnte an 2 Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes: Else Schneider und Josef Wolf eine Ehrenurkunde überreichen. Durch das überaus günstige Wetter, die gute Zusammenfassung des im Zentrum gelegenen Festplatzes herrschte bald eine Kameradschaftlichkeit und Zusammengehörigkeit, die erhebend wirkte und so wird wohl der Marktplatz der geeignete Platz für die künftigen Feiern des 1. Mai darstellen. Eine große Zahl auswärtiger Volksgenossen waren erschienen, um mit uns zu feiern. Die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein wetteiferten miteinander in edlem Streite um die Gunst der Zuhörer und ernteten lebhaften Beifall. Unser Heimatsohn, Onkel Dinkel aus Frankfurt a. M,, hatte die Jugend um sich versammelt und spendete ihnen Süßigkeiten. Onkel Dinkel, wie er genannt wird, hat sich schon an Weihnachten die Herzen erobert durch seine reichen Gaben an das WHW. und an bedürftige Kinder. So klang der Feiertag des deutschen Volkes zu Aller Wohlgefallen aus und bildete mit einen Baustein zur Volksgemeinschaft.

    Der Franke, 3. 5. 1937

  • 5. Mai 1936. Brief aus Niederstetten

    Brief aus Niederstetten
    Der April zeigte sich auch bei uns als ein ganz unwirtlicher Gast und richtete durch das kalte Wetter und den Schnee großen Schaden an den Obstbäumen an. Der Anfang des Wonnemonats war nicht gerade seinem Namen entsprechend, aber wir dürfen jetzt doch Hoffnung haben, daß er all das nachholt, was bis jetzt noch zurückblieb. — Einen schweren Unfall erlitt legte Woche eine Bauersfrau durch den Sturz von der Hühnerleiter, sie brach die Hand und erlitt Kopfverletzungen. — Die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" brachte mit der "Palette" einen genußreichen Abend, welcher leider sehr schlecht besucht war. Die Leistungen der Künstler waren über alles Lob erhaben und ernteten damit verdienten Beifall. Die Ansage von Max Maier-Naß, der auch die Leitung hatte, und die Kurzspiele erregte ununterbrochene Stürme der Heiterkeit, sodaß tatsächlich zwei Stunden Lachen die Parole wurde. Ganz besonders hervorgehoben verdienen die Tänze von Marg. Temi. — Der Nationalfeiertag zeigte unsere Stadt in reichem Fahnen- und Grünschmuck. Wenn auch das Wetter sehr zu wünschen übrig ließ, so wurde doch der Tag der Volksgemeinschaft würdig begangen, Der Festzug war überaus reichhaltig, kein Beruf fehlte mit einer Gruppe und den würdigen Symbolen des Handwerks. Besonders den Erstellern der Festwagen, die sinnvoll ausgeschmückt und besetzt waren, sei Dank gesagt, denn sie hatten keine Mühe gescheut, um den Festzug lebendig zu gestalten. Der Maikönig und die Maikönigin thronten stolz auf ihrem festlichen Wagen. — Ortsgruppenleiter Thomas hielt auf der Festwiese die Ansprache zum Gedenken des Tages und konnte drei Ehrenurkunden für besonders gute Leistungen im Reichsberufswettkampf an Marie Thürauf, Adolf Roth und Hans Weigel übergeben. Der BdM. führte um den prächtigen Maibaum Tänze und Reigen auf; die HJ. erfreute durch Spiele und Lieder. Die Kreismusikkapelle mit ihren flotten Weisen und der Männergesangverein mit volksnahen Chören wetteiferten miteinander, die zahlreichen Volksgenossen zu unterhalten. — Herr Flaschnermeister Georg Freier beging gestern seinen 80, Geburtstag. Wir wünschen ihm alles Gute und einen heiteren, gesunden Lebensabend.

    Der Franke, Nr.103, 5. 5. 1936

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