Marie Dinkel
Marie Dinkel
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21. Dezember 1931. Ehrengabe für Fräulein Marie Dinkel
() Niederstetten, 21. Dez. Fräulein Marie Dinkel aus Schrozberg, Dienstmädchen bei Herrn Hermann Braun hier, ist für lange Dienstzeit eine Ehrengabe von 10 M mit Ehrenurkunde bewilligt und durch das evang. Stadtpfarramt ausgehändigt worden.
Vaterlandsfreund, Nr. 299, 22. 12. 1931
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Braun, Hirsch gen. Hermann
Geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
Kaufmann
Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
Ehefrau: Clara geb. Braun, geb. 9. 3. 1895, gest. 1. 1959 in USA
Eltern:
Baruch Braun, geb. 24. 3. 1839, gest. 1919, fr. Metzger in Niederstetten
Luise Adler, geb. 10. 2. 1854 in Gosemannsdorf, gest. 1938
Kinder:
Betty, geb. 26. 8. 1921. Seit 1943 mit Julius Abraham, Kaufmann in New York 33, 186th Street verheiratet u. dort wohnhaft.
Teilnehmer Erster Weltkrieg. EK II
Vereine: Turnverein u. Gesangverein
Verhaftet Herbst 1937 KZ Welzheim 10 Tage. Nov. 1838 KZ Dachau 3 Wochen.
Auswanderung mit Ehefrau Mai 1940 in die USA
"Von 10. 11. - 25. 11. 1938 KL Welzheim
- 30. 12. 1939 KL Dachau
H. gab an, daß er anläßtlich des Judenpgroms am 25. 3. 1933 auf dem Rathaus in Niederstetten mit Stahlruten derart mißhandelt worden sei, daß ihm fast sämtliche Adern geplatzt seien. Seit dieser Zeit Nervenleiden und hoher Blutdruck"
"Inhaber einer Fellhandlung in Niederstetten. Aufgabe des Geschäfts im Jahre 1938 aus rassischen Gründen. Jährl. durchschnittliches Bruttoeinkommen ca. 6500 RM. In USA Verdienst (nach eigenen Angaben): 1951 3580 $, 1954 4238 4, 1956 4819 $ u. 1957 4710 $"
Wohnhaus Gebäude Nr. 237 in der langen Straße 105 qm 2 Stock Wohnhaus Brandversicheurngswert 9000 Rm. Steuerwert: 7200 RM
Verkauf Frühjahr 1939 an Bahnwärter Köhler, Niederstetten, jetzt in Igersheim um 6500 RM verkauft. Am 9. 4. 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
"Genaue Auskunft über die Familie Hermann Braun kann Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 geben. Sie war bei Braun Hausangstellte von 1920 bis 1940. Sie hat die ganze Schicksalszeit persönlich miterlebt.
Hermann Braun war besonders tüchtiger Kaufmann u. gewandter Fellhändler. Er machte große Umsätze. Er war als Fellhändler und auch menschlich mit den Bürgern der Gemeinde nicht so verbunden wie sein Schwiegervater Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet, wie auch seine Fa. [?] Seine Fellhandlung betrieb er auf eigene Rechnung.
Er ist am 1. 5. 1940 nach New York USA ausgewandert u. lebt jetzt noch dort.
Seine Ehefrau ist am 7. 1. 1959 in New York gestorben."
Adresse: Hermann Braun, 506 West 186 th Street, New York 33, N.Y.Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-156 ff.
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Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Ehrenberg, Max
Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
Kaufmann
Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
Eltern:
Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
Kinder:
Ruth, geb. 19. 5. 1927
Vereine: [?] u. Gesangverein
15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
"Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
1933 Rückgang auf RM 1300.-
1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
In USA:
Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
Dego-Abgabe: 2500 RM."
Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
"Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.
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Kahn, Max
Geb. 22. 11. 1895 in Niederstetten
Metzger
Heirat: 2. 8. 1926 in Niederstetten
Ehefrau: Johanna geb. Hänlein, geb. 2. 12. 1905 in Pappenheim
Kinder:
Siegbert, geb. 9. 8. 1927 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Gertrud, geb. 28. 4. 1933 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Deportiert mit Familie 27. 11. 1941 nach Riga
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb in Niederstetten eine Metzgerei mit einem Jahreseinkommen von RM 2500.- Geschäft ging seit April 1933 stark zurück und wurde Ende 1935 eingestellt. Lebte bis zur Deportation vom Vermögen."
Wohnhaus mit Metzgerei u. Scheuer Nr. 13 Bahnhofstraße. 2 a 50qm. Brandversicherungswert 7500 RM. Steuerwert 6000 RM
14. 7. 1939 an Malermeister Wilhelm Dod in Niederstetten um 7000 RM verkauft. Nach dem Rückerstattungsgesetz ist ein Vergleich hierüber mit den Erben Steven Siegfried Kahn erfolgt.
"Laut Auskunft von Maria Dinkel hat Kahn schon ab 1935 nicht mehr geschlachtet, sondern hat als Taglöhner bei der Stadtgemeinde gearbeitet, um leben zu können."
"Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 und die Nachbarn der Familie Max Kahn Wilhelm Friedrich, Schuhmachermeister; Otto Baumann, Baumeister u. Messerschmied [Heinrich] Schönemann können erforderlichenfalls Auskünfte geben.
Schon die Eltern Seligmann Kahn, Eheleute, die beide gestorben sind, haben diese Metzgerei betrieben. Auf den Tod des Vaters 1908 übernahm die Witwe u. Mutter mit dem Sohn den Betrieb u. führten ihn bis 1926. Von da ab übernahm der Sohn Max Kahn mit seiner Frau denselben. Max war ein fleißiger und geachteter Mann, wie auch seine Frau. Er hat den Metzgergeruf erlernt u. hat sich wirtschaftlich so viel er konnte, sich erhalten. Da Niederstetten damals durchschnittlich 6-7 Metzgereien hatte, hatte Kahn schwer zu tun, sich durchzusetzen. Es blieb deshalb das Geschäft klein u. [schlecht lesbare Passage}. Das Verhältnis zu den Mitbürgern war gut."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-205ff.
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Kirchheimer, Max
Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
Textilkaufmann
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Kinder:
Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
Mitglied Turnverein, Gesangverein
12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245
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Kirchheimer, Simon
Geb. 23. 11. 1882 in Hohebach/Hollenbach?
Viehhändler
Heirat: 28. 8. 1911 in Niederstetten
Ehefrau: Jeanette Jenny geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884 in Mühringen, für tot erklärt 8. 5. 1945
Kinder:
Arthur, geb. 16. 11. 1912 in Niederstetten, 1935 nach Palästina ausgewandert
Bruno, geb. 8. 6. 1914 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
Rita, geb. 9. 6. 1915 in Niederstetten, verh. Stobetzki, in die USA ausgewandert
Rut, geb. 27. 2. 1918 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Julius, geb. 22. 11. 1921 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
Josef, geb. 18. 2. 1931 in Würzburg, mit den Eltern nach Rotterdam, dort verhaftet, ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht und dort vergast
Auswanderung 1938 nach Holland mit Ehepartner und zwei Kindern
2. 5. 1942 - 2. 11. 1942 KZ Westerbrook
Deportation 2. 11. 1942 nch Auschwitz mit Eheparter und zwei Kindern
"Viehhändler in Niederstetten, Geschäft hauptsächlich ausserhalb. Jahreseinkommen vor der Verfolgung 7000.- Ging ab 1936 stark zurück."
Gebäude Nr. 341. 90 qm in der Frickentalstraße. Brandvers.Wert: 12500 RM. Steuerwert 10000 RM.
Verkauf 14. 7. 1939 an Fritz Fug, Weingärtner u. Ehefrau Anna geb Frieß in Niederstetten um 10000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 u. der Käufer des Gebäudes Fritz Fug können falls nötig, noch erforderliche Auskünfte geben.
Simon Kirchheimer war ein vesierter Viehhändler. Diesen Beruf hatte er erlent. Er handelte in Gemeinschaft mit seinem Vater Abraham Kirchheimer und seinem Onkel Julius Schloßberger. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich von Jahr zu Jahr u. waren daraus [?]. Er genoß allgemeine Achtung und Wertschätzung. Er nahm mit seiner Familie am gesellschaftlichen Leben der ganzen Bevölkerung teil. Seine Familienverhältnisse waren geordnet.
Er war schon auf dem Weg zur Ausreise nach U.S.A. über Holland/Rotterdam, wo er von der N.S.D.A.P. verhaftet und mit Familie und den beiden Kindern Rut u. Josef in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht wurde, wo sie umkamen."http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-268
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Neu, Jakob
Geb. 19. 1. 1885 in Niederstetten
Viehhändler
Ledig
Schwester: Betty Schönwalter geb. Neu, geb. 29. 8. 1894
Bruder: Benny Neu
Teilnehmer Erster Weltkrieg
1938/391938/39 Umzug nach Karlsruhe
"Lt. Aussage von Frl. Maria Dinkel hat ihr die Schwester Betty Schönwalter anl. ihres Hierseins vor 3 Jahren (1960) mitgeteilt, daß ihr Bruder Jakob Neu 1938 zu ihr nach Carlsruhe kam u. nach einigen Tagen Aufenthalt bei ihr verhaftet u. mit einem Transport Juden abdeportiert wurde, wohin ist unbekannt."
Deportation am 22. 10. 1940 nach Gurs, 10. 8. 1942 nach Auschwitz
Gest. 31. 8. 1942 Konzentrationslager Auschwitz, für tot erklärt, vergast
Wohnhaus Geb. Nr. 88 mit Scheuer u. Hofraum 194 qm in der Erbsengasse. Brandversicherungswert 8780 M. Steuerwert: 7100 M.
Verkauf 24. 3. 1939 an Heinrich Frank, Landwirt in Niederstetten um 5700 RM. - Rückerstattung ist erfolgt.
Adresse: Betty Schoenwalter geb. Neu 16 Leeland Way, London N.W. 10
"Volljude: Nach dem 1. Weltkrieg erweiterte er erheblich das väterliche Geschäft-Viehhandel in Niederstetten. Er belieferte im grossen Stiel den Viehmarkt in Mannheim. Im Jahr 1938 verlor er seine Handelserlaubnis und musste sein Geschäft aufgeben. Er zog nach Karlsruhe zurück und wurde später, am 22. 10. 40 nach Gurs in Frankreich deportiert. Von dort aus kam er am 10. 8. 42 nach Auschwitz und ist dort umgekommen.
Verdienstausfall f.d.Zeit vom 1. 7. 34 - 31. 8. 42 - einfacher Dienst = 3.547,- DM"
"Rückerstattung:
Rest K 5950 Rest K 5722 BRK 228 Wertpapiere, Bankguthaben, Hausrat und Wertsachen
Erben nach Jakob Neu sind:
Seine Geschwister bezw. Abkömmlinge derselben:
1. Betty Schoenwalter geb. Neu, Ehefrau des Albert Schoenwalter, kaufmann, wohnhaft in London NW 2, England
2. Benny Neu, zuletzt wohnhaft in Karlsruhe gewesen
3. Ruth Rosenstock geb. Scherer, wohnhaft in Haifa Mount Carmel, Ahusa Maneh Hill Street 22
4. Paul Josef Scheurer, Prof., wohnhaft in Honolulu 134 T.H./USA University of Hawaii
5.Kurt Scheurer, wohnhaft in Kfar Menachem. Kwuzath, Hzair Tel-Aviv / Israel
6. William Kurt Schoenwalter, wohnhaft in St. Louis 17 / Mo 7015 Wise Avenue Richmond Heights, USA
"Wilhelm Protzer, Bundesbahnangestellter i. R. und Hermann Horn, Kraftwagenfahrer beide Nachbarn von Neu können evt. weiter erforderliche Aussagen machen.
Jakob Neu betrieb hier eine sehr gut gehende Viehhandlung, der sich durch größte Solidität u. Sparsamkeit ein beträchtliches Vermögen erwarb. Er wird eines der größten Einkommen erzielt haben. Er war allgemein beliebt u. [?]. Er führte als Junggeselle ein zurückgezogenes Leben für sich. Er war äußerst genügsam und führte ein bescheidenes Leben. Über sein Schicksal nach seinem Weggang von Niederstetten wird wohl am besten seine Schwester Betty Schönwalter, in 31 Melrose Ave, London, N.W. 2 Auskunft geben können."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-301 ff.
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Reis, Henriette
Geb. 18. 1. 1900 in Niederstetten
Buchhalterin im Geschäft ihres Bruders
Deportiert 1. 12. 1941 nach Riga-Jungfernhof mit Schwester, Schwägerin und drei Neffen
Für tot erklärt 31. 12. 1945
Eltern:
Emil Reis, gest. 10. 5. 1924
Berta geb. Hamburger, gest. 25. 3. 1935
"Frl. Maria Dinkel, Frickentalstr. 6 u. Landwirt u. Nachbar Albert Weber u. Frau können allenfalls weitere Aussagen machen.
Henriette Reis lebte im Haushalt der Eltern als Haustochter, sie besuchte hier die Realschule. Nach dem Todes des Vaters u. Übergabe des Geschäfts (gute Weinhandlung) an den Bruder Otto war sie als Kontoristin im Geschäft tätig. Sie genoß allgemeines Ansehen und Achtung unter der ganzen Bürgerschaft."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-350 ff.
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Reis, Otto
Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat:
28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
Kinder:
Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
"Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.
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Schlossberger, Berthold
Geb. 8. 2. 1899 in Hollenbach
Kaufmann
Heirat: 10. 11. 1930 in Niederstetten
Ehefrau: Leoni geb. Laub, geb. 25. 12. 1893 in Gleicherwiesen
1938 oder August 1941 mit Ehefrau nach New York ausgewandert
9. 11. - 28. 12. 1938 "Schutzhaft" Dachau
Adresse: c/o Hospital für Chronic Sick 1776 Clay Avenue, Bronx, New York
Gest. 2. 12. 1961 dort verstorben
"Bis Ende Okt. 38 Inhaber der Fa. Berthold Schlossberger, Manufakturwarengeschäft in Niederstetten. Eigentümer des Hausgrundstücks.
Dann Geschäftsaufgabe (Verschleuderung) aus Verfolgungsgründen. Er hatte seine Manufakturwaren auch als ambulanter Gewerbetreibender vertrieben.
Angabe Vorverfolgungseinkommen 4000,- RM.
USA 1942 wieder Arbeit als Gehilfe von verschiedenen Firmen.
1942: 850 Dollar
1945: 1350 Dollar
1955: 1650 Dollar
1957 50% erwerbsbeschränkt. Social Security 75 Dollar mtl."
Gebäude Nr. 116, 1,01 ar u. [...] Nr. 61 25 qm Gemüsegarten beim Röhrenbrunnen. Brandversicherungswert 5.400 RM. Steuerwert 4.400 RM
Verkauf 31. 10. 1938 an Helene Brumm, led. Hausangestellte in Niederstetten um 5200 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich am 14./15. 3. 1950 erfolgt.
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6, kann, falls nötig Aussagen machen.
Berthold Schloßberger betrieb hier ein kleines Tuchwarengeschäft. Den Laden versah die Ehefrau, während der Ehemann täglich auf den Hausierhandel ging. Schloßberger war ein [?] [?], aber fleißiger Mann, der nur seinem Erwerb nachging, um leben zu können. Das Verhältnis mit seinen Mitbürgern war gut.. Er war [?], wenn er von niemand ange[?] wurde. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gering. Nach 1933 kam der Handel infolge der nationalsoz. Maßnahmen immer mehr zum Erliegen; ides veranlaßte ihn ger[?} falles zum Verkauf u. zur Auswanderung nach New York (U.S.A.)"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-401 ff.
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Schloßberger, Julius
Geb. 8. 8. 1860 in Hollenbach
Viehhändler
Heirat: 5. 8. 1884 in Hollenbach
Ehefrau: Ernestine geb. Schloßberger, geb. 11. 12. 1860 in Wachbach, gest. 21. 12. 1930 in Niederstetten
Gest. 11. 12. 1939 in Niederstetten(Zuckerkrankheit)
Kinder:
1) Wolf, geb. 4. 4. 1887 in Hollenbach, nach USA ausgwandert
2) Berthold, geb. 8. 2. 1889 in Hollenbach
3) Isidor, geb. 3. 4. 1890 in Hollenbach, 1937 nach USA ausgewandert
4) Lina, geb. 24. 9. 1892 in Hollenbach
5) Johanna, geb. 23. 11. 1893 in Hollenbach, verh. mit Leo Loeb, Kaufmann in Vallendar seit 19. 10. 1925
6) Rosa, geb. 15. 3. 1895 in Hollenbach
7) Leopold, geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
Gebäude Nr. 312: 274 qm Wohnhaus u. Scheune u. Hofraum, ferner Parz. 304. Gemüsegarten - 54 qm an der Straße Vorbachzimmern.
Verkauf 7. 2. 1953 an Erich Kappes u. Ehefrau Erika geb. Hörner, Mechanikermeisters Eleleute in [?} um 10000 DM.
Bevollmächtigter: Dr. Rudolf Heinemann, 854 West 181 st. Street, New York 33, NY
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6 kann falls nötig weitere Aussagen machen. Julius Schloßberger war Viehhandelsmann. Er war eine geachtete Person u. genoß allgemeines Ansehen. Seine wirtschaftlichen, persönlichen und Familienverhältnisse waren geordnet. Zu seinen Mitbürgern hatte er gute Verhältnisse. Sein Geschäft hatte mittleren Umfang. Das Geschäft ging von 1933 ab von Jahr zu Jahr zurück u. mußte zuletzt ganz aufgegeben werden."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-404 ff.
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Schloßberger, Leopold
Geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
Viehhändler
Mitgliedschaft: Gesangverein u. Turnverein
Mißhandelt 25. 3. 1933
9. 11. - 29. 11. 1938 Schutzhaft in Mergentheim u. Dachau
Heirat: 15. 5. 1941
Ehefrau: Emma Schlossberger, geb. Moos, geb. 23. 6. 1906
Auswanderung 1938 oder 1940 nach New York
Gest. 24. 3. 1958 in New York
Witwe: Emma Schlossberger, 530 W 163 rd. Str. New York 32, NY
"Den von ihm betriebenen Viehhandel in Niederstetten musste er aus Gründen der Rasse 1938 aufgeben.
Vorverfolgungseinkommen ca. 2000 RM.
USA: Arbeiter (Packer) bei verschiedenen Firmen in New York. Verdienst zwischen 10 u. 20 Dollar wöchentlich.
Seit 56 völlig arbeitslos. Wurde von seiner Frau unterhalten."
Wirtschaftliche Verhältnisse nach Berufsverbot: ganz darniederliegend.
"Leopold Schloßberger ist der Sohn des Viehhändlers Julius Schloßberger. Er war ledig u. betrieb auf eigene Rechnung einen Viehhandel. Er hat als Viehhändler bei seinem Vater gelernt. Er war klein von Gestalt. Aber gewandt im Handel. Seine Handelsart hat bei den Bauern, von denen er Vieh in der Umgebung hier kaufte, oftmals Kritik u. Mißfallen hervorgerufen. Er war trotzdem geachtet u. hat hier ein gutes Ansehen genossen. Hermann Emmert, Küfer u. Weinhändler hier hat ihn gut gekannt u. kann, falls nötig weitere Aussagen machen. Ebenso Marie Dinkel, als Rentnerin Frickentalstraße 6, hier.
Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet u. auch sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern. Er ist, nachdem der Viehhandel nach 1933 immer weniger wurde, im Jahre 1938 nach U.S.A. augewandert."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-410 ff.
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Schloßberger, Lina
Geb. 24. 9. 1892 in Hollenbach
"Ledige Haustochter"
Vater: Julius Schlossberger
Deportation November 1941 nach Riga. "Vermutlich dort umgekommen."
Erbin (1961): Hanna Rothschild, geb. Schlossberger, 19 Burbank Street, Yonkers 2, N.Y.
"Frl. Marie Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kann, wenn nötig, weitere Aussagen machen.
Lina Schloßberger lebte, solange sie hier lebte, bei ihren Eltern u. leistete dort häusliche Dienste. Beruflich war sie nicht ausgebildet. Sie war eine geordnete Person und genoß allgemein Achtung u. Ansehen.
Nach 1933 war sie bis zu ihrer Deportation im Elternhause tätig und wurde 1941 nach Riga deportiert."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-416 ff.
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Schlossberger, Rosa
Geb. 15. 2. 1895 in Hollenbach
"Ledige Haustochter"
Deportation November 1941 nach Riga. "Vermutlich dort umgekommen."
Erbin (1961): Hanna Rothschild, geb. Schlossberger, 19 Burbank Street, Yonkers 2, N.Y.
"Frl. Marie Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 kann, wenn nötig, weitere Aussagen machen.
Rosa Schloßberger war zeitlebens als Haustochter bei den Eltern u. leistete dort häusliche Dienste. Beruflich war sie nicht ausgebildet. Sie genoß allgemein Ansehen u. Achtung.
Nach 1933 war sie im Elternhaus bis zu ihrer Deportation 1941 nach Riga."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-419 ff.
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Stern, David
Geb. 6. 6. 1869 in Niederstetten
Kaufmann
Heirat: 7. 8. 1899 in Mühringen
Ehefrau: Jenny geb. Auser, geb. 6. 12. 1868 in Mühringen
Umzug 18. 3. 1933 Landesasyl Sontheim b. Heilbronn
Eigentümer einer Warenhandlung (Schuhmacher-Bedarfsartikel)
Verkauf am 8./17. 1. 1934 an Anna Vogel geb. Weigel, Schneidermeisters Ehefrau jtzt Witwe in Niederstetten um 5.200 RM. "Die Eheleute kauften sich in dem Landesaysl ein."
"Über Frl. Maria Dinkel, Frickentalstraße 6, die mit sämtlichen jüdischen Familien infolge ihrer Dienste genau bekannt war, können, falls nötig, der Nachbar Schneidermeister Fritz Hammer u. Frl. Katharine Lüder noch weitere Angaben machen.
Die Eheleute Stern lebtenn in bescheidenen u. einfachen Verhältnissen. Der Ehemann ging täglich auf Besuch zu den ? ? auf Reise Mergentheim und Gerabronn und vermittelte diesen ihre Schulnägel etc. Bedarf. Die Eheleute Stern waren fleißige und friedsame Leute. Sie genossen allgemeine Achtung u. Ansehen u. waren allseits beliebt. Sie waren bestrebt ein ? ? Leben zu führen.
Infolge ihres vorgeschrittenen Alters war es ihnen nicht mehr leicht, das Geschäft weiterzuführen, weshalb sie frühzeitig verkauften und in das Altersheim gingen.
Über ihr weiteres Schicksal konnte hier weiter nichts in Erfahrung gebracht werden."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-443 ff,
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Thalheimer, Moses gen. Max
Geb. 17. 4. 1855 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat: 5. 7. 1883 in Würzburg
Ehefrau: Mina geb. Weißkopf, geb. 28. 8. 1856 Walldorf-Nassau, gest. 5. 11. 1929 in Niederstetten
Umzug 6. 2. 1939 nach Sontheim/Heilbronn, Raiffeisenstr. 31; Umzug 4. 2. 1942 nach Herrlingen - Heilbronn
Deportation: 22. 8. 1942 nach Theresienstadt
Gestorben: 11. 9. 1942 in Theresienstadt
Kinder: Hedwig, geb. 29. 7. 1885 in Niederstetten, verh. mit Hermann Fleischmann in Aub. Gestorben 29. 12. 1947 Syracus
Rosalia, geb. 14. 2. 1887 in Niederstetten, verh. mit Louis Weinberg in Feuerbach, Stuttgart. "Für tot erklärt 31. 12. 1945"
Bertha, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten, verh. mit Max Ehrenberg, Niederstetten
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kann allenfalls, wenn nötig, Aussagen machen.
Max Thalheimer betrieb hier eine früher gutgehende Weinhandlung mittleren Umfangs. Im Alter ging sie etwas zurück. Er war eine besondere Persönlichkeit, die keinen Umgang suchte, sondern nur das, was ungedingt nötig war, mit seinen Mitbürgern besprach. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gesichert, wie auch seine Familienverhältnisse. Über sein weiteres Schicksal nach seinem Weggang von hier ist hier nicht bekannt geworden."
Adresse der Tochter 1962: Berta Ehrenberg, 224 Fiedel Street, Rochester 20, N., USAQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-461 ff.
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Wolf, Mathilde
Geb. 30. 10. 1872 in Niederstetten
Privatière. Ledig
Deportiert Juni 1941
Gestorben in Theresienstadt am 12. 6. 1943 laut Mitteilung des Landesamts Arolsen
Unterstützung ?auch? den Bruder David Wolf
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6, kann allenfalls, wenn nötig weitere Aussagen machen. Mathilde Wolf war zeitlebens als Hilfe im Haushalt ihres Bruders David tätig. Im Alter u. ihrer Krankheitszeit wurde sie vom Bruder unterhalten. Sie wurde in schwerkrankem Zustand mittels Tragbahre im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert u. ist unmittelbar darauf gestorben."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-473 ff.