Mühringen
Mühringen
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Braun, Nelly geb. Löwenthal
Geb. 14. 1. 1883 in Mühringen
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehemann: Wolf Braun, geb. 13. 3. 1874, gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Kinder:
Julius Braun, geb. 5. 10. 1908
Deportiert 23. 8. 1942 nach Theresienstadt
Gest. 17. 9. 1943 in Theresienstadt
Adresse: Julius Braun, 621 West Street, New YokQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-166 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Kirchheimer, Jenny geb. Löwenthal
Geb. 21. 4. 1884 in Mühringen
Heirat: 28. 8. 1911 in Niederstetten
Ehemann: Simon Kirchheimer
Kinder:
Arthur, geb. 16. 11. 1912
Bruno, geb. 8. 6. 1914
Rita, geb. 9. 6. 1915
Rut, geb. 27. 2. 1918
Julius, geb. 22. 11. 1921
Josef, geb. 18. 2. 1931
2. 5. 1942 - 2. 11. 1942 KZ Westerbrook. danach Auschwitz, "dort umgekommen"http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-228
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Kirchheimer, Simon
Geb. 23. 11. 1882 in Hohebach/Hollenbach?
Viehhändler
Heirat: 28. 8. 1911 in Niederstetten
Ehefrau: Jeanette Jenny geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884 in Mühringen, für tot erklärt 8. 5. 1945
Kinder:
Arthur, geb. 16. 11. 1912 in Niederstetten, 1935 nach Palästina ausgewandert
Bruno, geb. 8. 6. 1914 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
Rita, geb. 9. 6. 1915 in Niederstetten, verh. Stobetzki, in die USA ausgewandert
Rut, geb. 27. 2. 1918 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Julius, geb. 22. 11. 1921 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
Josef, geb. 18. 2. 1931 in Würzburg, mit den Eltern nach Rotterdam, dort verhaftet, ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht und dort vergast
Auswanderung 1938 nach Holland mit Ehepartner und zwei Kindern
2. 5. 1942 - 2. 11. 1942 KZ Westerbrook
Deportation 2. 11. 1942 nch Auschwitz mit Eheparter und zwei Kindern
"Viehhändler in Niederstetten, Geschäft hauptsächlich ausserhalb. Jahreseinkommen vor der Verfolgung 7000.- Ging ab 1936 stark zurück."
Gebäude Nr. 341. 90 qm in der Frickentalstraße. Brandvers.Wert: 12500 RM. Steuerwert 10000 RM.
Verkauf 14. 7. 1939 an Fritz Fug, Weingärtner u. Ehefrau Anna geb Frieß in Niederstetten um 10000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 u. der Käufer des Gebäudes Fritz Fug können falls nötig, noch erforderliche Auskünfte geben.
Simon Kirchheimer war ein vesierter Viehhändler. Diesen Beruf hatte er erlent. Er handelte in Gemeinschaft mit seinem Vater Abraham Kirchheimer und seinem Onkel Julius Schloßberger. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich von Jahr zu Jahr u. waren daraus [?]. Er genoß allgemeine Achtung und Wertschätzung. Er nahm mit seiner Familie am gesellschaftlichen Leben der ganzen Bevölkerung teil. Seine Familienverhältnisse waren geordnet.
Er war schon auf dem Weg zur Ausreise nach U.S.A. über Holland/Rotterdam, wo er von der N.S.D.A.P. verhaftet und mit Familie und den beiden Kindern Rut u. Josef in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht wurde, wo sie umkamen."http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-268
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Stern, David
Geb. 6. 6. 1869 in Niederstetten
Kaufmann
Heirat: 7. 8. 1899 in Mühringen
Ehefrau: Jenny geb. Auser, geb. 6. 12. 1868 in Mühringen
Umzug 18. 3. 1933 Landesasyl Sontheim b. Heilbronn
Eigentümer einer Warenhandlung (Schuhmacher-Bedarfsartikel)
Verkauf am 8./17. 1. 1934 an Anna Vogel geb. Weigel, Schneidermeisters Ehefrau jtzt Witwe in Niederstetten um 5.200 RM. "Die Eheleute kauften sich in dem Landesaysl ein."
"Über Frl. Maria Dinkel, Frickentalstraße 6, die mit sämtlichen jüdischen Familien infolge ihrer Dienste genau bekannt war, können, falls nötig, der Nachbar Schneidermeister Fritz Hammer u. Frl. Katharine Lüder noch weitere Angaben machen.
Die Eheleute Stern lebtenn in bescheidenen u. einfachen Verhältnissen. Der Ehemann ging täglich auf Besuch zu den ? ? auf Reise Mergentheim und Gerabronn und vermittelte diesen ihre Schulnägel etc. Bedarf. Die Eheleute Stern waren fleißige und friedsame Leute. Sie genossen allgemeine Achtung u. Ansehen u. waren allseits beliebt. Sie waren bestrebt ein ? ? Leben zu führen.
Infolge ihres vorgeschrittenen Alters war es ihnen nicht mehr leicht, das Geschäft weiterzuführen, weshalb sie frühzeitig verkauften und in das Altersheim gingen.
Über ihr weiteres Schicksal konnte hier weiter nichts in Erfahrung gebracht werden."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-443 ff,