München

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  • 12. Januar 1933, Import von Früchten und Gemüse, Appell zur Zurückhaltung beim Kauf

    ( ) Niederstetten, 12. Jan. Ueber die finanzielle Bedeutung der Einfuhr von Früchten und Gemüsen nach Deutschland gaben in der letzten Zeit viele statistische Aufstellungen Aufschluß. Ein Bild von deren Bedeutung gewinnt man auch, wenn man betrachtet aus welcher Herren Länder die Einfuhr herkommt. Der tägliche Radiomarktbericht der Münchener Großmarkthalle wirkt da sehr belehrend. Es kommen: Ananas von Hawai, Aepfel von Amerika, Tyrol, Steiermark, Jugoslavien, Bananen von Westindien, Birnen von Tyrol und Amerika, Datteln von Afrika. Es gibt italienische, griechische und Smyrnafeigen, spanische und Almeriatrauben, spanische und italienische Orangen und Mandarinen, italienische Haselnüsse, chinesische Erdnüsse, spanische, rumänische und jugoslavische Walnüsse. Auch die Gemüse weisen viel verschiedenen Ursprung auf. Blaukraut kommt von Holland und Italien, Blumenkohl von Italien, Chigoree von Italien, ebenso Endiviensalat und Spinat, letzteren liefert auch Frankreich. Aegypten liefert Bohnen, Frankreich Kopfsalat, Holland Schwarzwurzel und die canarischen Inseln senden uns Tomaten. Es muß immer wieder betont werden, daß es gut ist, wenn jeder einzelne sich im Verbrauch vom Ausland bezogener Waren einschränkt. Für die Handelsbeziehungen ist es am ersprießlichsten, wenn die Einfuhr durch Selbstzucht der Verbraucher abnimmt. Ganz können wir die Einfuhr nicht entbehren und auch nicht ganz verbieten. Denn alle diese Länder kommen als Abnehmer unserer Industrieprodukte in Betracht.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 11, 14. 1. 1933, S. 3)

  • Laufer, Gitta geb. Frey

    Geb. 1. 8. 1920 in Braunsbach
    1935 von München nach Niederstetten verzogen

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-183 ff.

  • Selling, Gitta geb. Braun

    8. 6. 1896 in Niederstetten
    Hausfrau
    Heirat 1. 6.1919 in Lehrberg
    Ehemann: Justin Selling, geb. 12. 2. 1891, im I. Krieg 1914/1918 verwundet u. in Lehrberg an Kriegsverletzungen verstorben
    Kinder:
    1. Bernhard Selling, geb. 21. 1. 1922 in Lehrberg
    2. Martha Selling, verh. Simon, geb. 18. 9. 1920 in Lehrberg
    3. Käthe Selling, verh. Gutenstein, geb. 11. 1. 1925 in München
    4. Ignatz Selling, geb. 30. 6. 1927 in München
    "Ziff. 1 ist mit der Mutter 1941 nach Riga deportiert worden u.umgekommen
    Ziff. 3 + 4 sind mit der Mutter 1941 von Russland zurück u. gingen 1946 zu ihrem Onkel Hermann Braun nach New York 600 West 157. Street NY
    Ziff. 2 ist 1936 nach USA ausgewandert
    "Freiwilliger Umzug: Ja bzw. die Familie wurde in Lehrberg ausgewiesen u. wurde in Niederstetten aufgenommen."
    Deportation: Novbr. 1941.
    Bis März 1942 in Konzentrationslager Jungfernhof bei Riga. Lt. Todeserklärung des Amtsgerichts ? ? Gentheim v. 22. 2. 1957 ist Frau Selling  u. ihr Sohn Bernhard in diesem Lager umgekommen. Todestag auf 5. 5. 1945 festgesetzt.
    "Frau Selling geb. Braun war von Geburt bis zu ihrer Veehelichung 1. 6. 1919 mithin 25 Jahre hier in ihrem Elternhaus. Sie war allgemein geachet u. beliebt. Ihre Verhältnisse in Lehrberg sind in Niederstetten nicht bekannt."
    "Mutter führte nach dem Tode des Vaters die Häute und Fellhandlung fort. Keine näheren Angaben über das Einkommen. Einstufung gehobener Dienst. (Soll RM 8 000.- betragen). Geschäft ging nach 1933 zurück, Nov. 38 eingestellt. Wurde mit Kindern aus Lehrberg vertrieben."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-431 ff.

  • Simon, Martha geb. Selling

    Geb. 18. 9. 1920 in Lehrberg
    Ehemann: Ralph Simon
    Eltern:
    Justin (Julius) Selling, geb. 12. 2. 1891, gest. Dez. 1932 an Kriegswunden
    Gitta geb. Braun, geb. 8. 6. 1896, gest. 8. 5. 1945
    Keine Kinder
    Umzug Nov. 1938 nach Niederstetten
    Auswanderung (allein) Jan. 1940 in die USA
    Adresse 1963: 630 West 172th Street, New York 33, N.Y.
    "1931-1933 Progymnasium in Ansbach, Zustände dort bald unerträglich. Verliess die Schue Anfang des 3. Schuljahres
    1933-1935 Jüd. Schule München
    1935-1936 Haushaltsschule (Jüd.) München
    1936-1940 Verschiedene Stellen im Haushalt
    1940 - Ausbildung zur Msseuse, in diesem Beruf tätig, jetzt Hausfrau

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-442

  • Stern, Justin

    Geb. 3. 5. 1908 in Niederstetten
    Student/kfm. Angest.
    Wohnung am 30. 1 1933: Niederstetten und Uni Tübingen
    Vater: Max Stern, geb. 15. 8. 1878
    1 Kind
    Auswanderung: 9. 6. 1933 nach Paris, 1936 Argentinien, 1945 New York
    Adresse 1957: Justin Stern, 144 Audubon Ave., New York, USA
    "Im März 1930 a. d. Aufbauoberschule i. Tauberbischofsheim, Reifeprüfung, ab SS 1930 bis 1933 Studium Jura in München u. Tübingen, Aufgabe aus rass. Gründen. 9. 6. 1933 n. Paris, hoffte dort s. Studium forzusetzen aus wirtschaftl. Gründen jedoch nicht möglich. Von 1936 n. Argentinien u. 1945 n. USA, jetzt kfm. Angestellter."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-449 ff.

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