New York
New York
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Baumann, Mina geb. Kirchheimer
Geb. 1. 7. 1891 in Hollenbach
Heirat: 30. 6. 1931
Ehemann: Otto Baumann, Baumeister in Niederstetten, "nicht jüdischer Abstammung"
1944 oder 15. 2. 1945 Deportation nach Theresienstadt
1945 Rückkehr nach Niederstetten, lebte bis 1960 in Niederstetten mit ihrem Ehemann zusammen, danach getrennt lebend
1960 oder 1961 Auswanderung in die USA (New York)
1961 oder 1962 Rückkehr nach Bad Friedrichshall-Jagstfeld oder Stuttgart
Gest. 10. 3. 1962, Heilanstalt Weinsberg (Kreislaufstörung)
Ununterbrochener Wohnsitz in Niederstetten: 1898-1960
Vater: Abraham Kirchheimer
Mutter: Ricke Kirchheimer geb Schlossberger
Schwester: Elsie Joffe, New York
"In dem kleinen Städtchen Niederstetten mit etwa 1800 Einwohnern sei sie schon im Jahre 1931 als Jüdin vielen Schikanen, Aufregungen ausgesetzt gewesen. Ihr Ehemann – Architekt – habe beruflich deshalb außerordentlich große Schwierigkeiten und Existenzsorgen gehabt. 1938 sei er wegen seiner Ehe mit einer Jüdin nicht in die Kammer der bildenden Künste (Reichskulturkammer) aufgenommen worden und hätte daher seinen Beruf als Architekt nicht ausführen können."
Entschädigung wegen erlittener Haft 300 DM
Entschädigung für Heilverfahrenskosten 362,35 DM
Entschädigung für "weitere" Heilverfahrenskosten 120 DM
Entschädigung Körperschadensrente
ab 1. 9. 1952 mit 61.-
ab 1. 11. 1953 bis März 1962 100 DM
Zahlung einer Soforthilfe 6000 DM
"Die Ehe Baumann - Kirchheimer war anfänglich durchaus harmonisch. Mit Beginn der nationalsozialistischen Bewegung 1933 begannen sich Störungen in der Ehe bemerkbar zu machen, sodaß immer mehr ein Auseinanderleben zunahm, was sich soweit ausdrückte, daß jeder Ehepartner seinen eigenen Weg ging, obwohl sie im gleichen Hause wohnten. Dieser unerträglichen Zustand führte dann 1960 zur Trennung der Ehegatten ohne Auflösung der Ehe und einer Unterhaltsrentenabfindung durch freiwilligen Vertragsabschluß. Hierauf reiste die Ehefrau zu Verwandten nach U.S,A. Sie kehrte aber bald wieder zurück nach Stuttgart u. starb dann 10.3.1962 in der Heilanstalt Weinsberg. Frau Gertrud Fexer geb. Greiß, Witwe, Bahnhofstraße in Niederstetten, hat die Ehefrau Baumann genau gekannt, wenn evt. weitere Angaben über die Persönlichkeit erforderlich sind."
Adresse: Elsie Joffe, 1266 Grand Concourse, Bronx 56, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-139 ff.
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Braun, geb. Braun, Klara
Geb. 9. 3. 1892 in Niederstetten
Hausfrau
Mitglied im Turnverein
Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
Ehemann: Braun, Hirsch gen. Hermann, geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
Kinder:
Betty verh. Abraham, geb. 26. 8. 1921
Auwanderung: 1. 5. 1940, USA
Gest. 8. 1. 1957 in New York
"Heutige Anschrift" [ca. 1960]: "Witwer" Hermann BraunQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-151 ff.
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Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Sofie gen. Saly, geb. Wiesenbacher
Geb. 7. 9. 1878 in Niederstetten
Heirat: 29. 5. 1900 in Niederstetten
Ehemann: Samuel Braun, geb. 18. 1. 1870, gest. 20. 11. 1932
Kinder:
Auguste, geb. 15. 3. 1903, verh. seit 19. 6. 1921 mit Sally Leiter, geb. 15. 3. 1903, Fabrikant in Söflingen, jetzt in New York
Umzug Frühjahr 1939 nach Stuttgart
13. 9. 1939 - Ende Nov. 1939 Inhaftierung in Landesstrafanstalt Bruchsal u. KZ Ravensbrück.
"Führte nach dem Tod ihres Mannes die Fellhandlung Samuel Braun in Niederstetten fort.
August 1934 Geschäftsaufgabe infolge der Boykottmaßnahmen
Jahreseinkommen bis dahin etwa 4000.- RM
In USA von Schwiegersohn u. Tochter (1 Jahr vorher ausgewandert) unterstützt.
Juva [Judenvermögensabgabe] angeblich 17500 RM."
Wohnhaus Gebäude Nr. 225 u 214 B (Schuppen) 158 qm in der Ledergasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 10000 M. Steuerwert 8000 M.
8. 5. 1940 an Otto Bauer, Kaufmann hier um 6000 RM. Am 9. 4. 45 durch Kriegseinwirkung zerstört. Das Ruinengrundstück wurde von der Stadtgemeide 1953 um 5000 DM erworben - Rückerstattung!
"Witwe Braun 1938 nach U.S.A. freiwillig ausgewandert zu ihrer Tochter Auguste Leiter"
"Samule Braun und seine Ehefrau Sofie genannt Saly Braun geb. Wiesenbacher sind beide in Niederstetten geboren und aufgewachsen. u. Braun lernte als Kaufmann u. wurde in tüchtiger Fellhändler. Er betrieb [?] Fellhandlung in Niederstetten. Seine Ehefrau unterstützte ihn im Beruf und war eine tüchtige Hausfrau. Auf den Tod des Ehemannes im Jahr 1932 führte die Witwe das Geschäft bis zur Auflösung bezw. ihrer Auswanderung 1938 nach New York weiter. Die einzige Tochter ist mit Lally Leiter, Fabrikant in Söflingen bei Ulm verheiratet u. wohnt jetzt in New York."
Ausgewandert Januar 1940 in die USA, in New York gest. am 15. 7. 1956 in Jackson Heights NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-168 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Jakobowitz, Jenny
Geb. 11. 4. 1890 in Niederstetten
Stenotypistin
verh. 27. 10. 1910 in Stuttgart, geschieden 1932
Ehemann: Stefan Jakobowitz, Bankier in Stuttgart
Umzug 1935 nach Niederstetten
Auswanderung allein August 1939 nach England, Mai 1940 in die USA
Adresse: 25 Fort Washington Ave. New York 32, N.Y.Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-186 ff.
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Kirchheimer, Bruno
Geb. 8. 6. 1914 in Niederstetten
Metzger
Auswanderung Juni 1937 in die USA
Vater:
Simon Kirchheimer, geb. 23. 11. 1882
Jenny geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884
"Arbeitete nach Bestehen der Gesellenprüfung am 11. 11. 1932 als Metzger in Würzburg und Mannheim (als Geselle).
Nach der Auswanderung in die USA war er dort in seinem früheren Beruf tätig. 1943-1945 in der US Army."
Adresse: 76-05, 167th Street, Flushing 66, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-219 ff.
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Kirchheimer, Cilly (Zilli)
Geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Hausfrau
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehemann: Max Kirchheimer, Kaufmann, geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach, für tot erklärt 8. 5. 1945 (Izbica)
Kinder:
Rosa, verh. Heidelberger, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten (verh. 1935)
Elsie, verh. Risch, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten
Deportiert 26. 4. 1942 mit Ehemann nach Izbica, für tot erklärt 8. 5. 1945
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-271
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Kirchheimer, Else
2. 1. 1916 in Niederstetten
Answanderung 23. 4. 1934 über Hamburg nach New York
Eltern:
Max Kirchheimer, geb. 30. 1. 1894 in Hollenbach, Kaufmann
Cilly geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Beide am 26. 4. 1942 nach Izbica deportiert und verschollen. Für tot erklärt zum 8. 5. 1945
"Vater Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladensgeschäft."
Adresse: 1266 Grand Concourse, Bronx 56, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-225 ff.
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Kirchheimer, Max
Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
Textilkaufmann
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Kinder:
Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
Mitglied Turnverein, Gesangverein
12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245
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Neuburger, Cerry geb. Adler
Geb. 10. 1. 1894 in Goßmannsdorf
Hausfrau
Heirat: 22. 6. 1922 in Goßmannsdorf
Ehemann: Fritz Neuburger, geb. 4. 5. 1894
Kinder:
Sigmund, geb. 17. 2. 1921 (Kind aus 1. Ehe des Mannes)
Martin, geb. 18. 9. 1923
Auswanderung mit Ehemann und Kindern 6. 3. 1935 New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-304
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Neuburger, Fritz
Geb. 4. 5. 1894 in Buttenwiesen
Metzger
Heirat:
1. Betty geb. Braun, 5. 9. 1894 - 2. 6. 1921 in Nürnberg
2. Cerry geb. Adler, 22. 6. 1922 in Goßmannsdorf, geb. 10. 1. 1894
Kinder:
Sigmund, geb. 17. 2. 1921
Martin, geb. 18. 9. 1923
Auswanderung 6. 3. 1935 New York
Mitglied Turnverein
Mißhandelt 25. 3. 1933Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-306 ff.
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Neuburger, Martin
Geb. 18. 9. 1923 in Niederstetten
Schüler, jetzt Gerichtsbeamter
Auswanderung mit Eltern und Bruder in die USA, New York
Eltern:
Fritz Neuburger, geb. 4. 6. 1894, gest. 21. 2. 1961
Carrie Neuburger geb. Adler, geb. 16. 1. 1894
Adresse: 305 Woodbine St., Brooklyn, NY
"1930-1935 Volksschule in Niederstetten. Wurde Frühjahr 1934 nicht in die Realschule aufgenommen
1935-1943 Schulausbildung in den USA mit High School Diploma
Ist jetzt Gerichtsbeamter (nicht Richter)"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-312 ff.
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Neuburger, Sigmund
Geb. 17. 2. 1921 in Niederstetten
Schüler, jetzt Mechaniker
6. 3. 1935 Auswanderung mit Eltern und Bruder nach New York
Eltern:
Fritz Neuburger, geb. 4. 5. 1894, best. 21. 2. 1961
Carrie geb. Adler, geb. 16. 1. 1894 (Stiefmutter)
Adresse: 144 - 28, 71st. Road, Flushing 67, N.Y.
"1927-1931 Volksschule in Niederstetten
1931-1933 Realschule in Niederstetten. Mußte die Schule verlassen
1933-1935 Volksschule in Niederstetten
1935- Volksschule in den USA
Jetzt Mechaniker"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-315 ff.
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Ney, Albrecht
Geb. 4. 10. 1920 in Niederstetten
Schüler
Mit Mutter und Bruder Auwanderung 1938 in die USA, New York
Heirat 1947 (1955 3 Kinder, 3, 5, 7 Jahre alt)
Eltern:
Hermann Ney
Cilly Ney geb. Schloss
Adresse: 22-15 Collier Ave.,Far Rockeway, New York, NY
"April 30 - März 34 Realschule in Niederstetten. Dann bis 38 Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg.
USA: Finanzielle Unmöglichkeit, die Berufsbildung fortzusetzen. Wurde und ist heute noch Versicherungsagent.
Vater: Weinhändler in Niederstetten"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-318
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Ney, Cilly geb. Schloß
Geb. 15. 2. 1894 in Buttenwiesen
Heirat: 26. 10. 1919 in Buttenwiesen
Ehemann: Hermann Ney, gest. 22. 12. 1937
Kinder:
Heinz Albrecht (jetzt Abraham), geb. 4. 10. 1920 in Niederstetten
Manfred, geb. 23. 2. 1925 in Niederstetten
Auswanderung mit Kindern 1938 in die USA, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-321 ff.
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Ney, Hermann
Geb. 13. 1. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat: 26. 10. 1919 in Buttenwiesen
Ehefrau: Cilly geb. Schloß, geb. 15. 2. 1894 in Buttenwiesen
Kinder:
Heinz Albrecht, geb. 4. 10. 1920 in Niederstetten
Manfred: 23. 2. 1925 in Niederstetten
Gest. 22. 12. 1937, Leberkrebs und Nierenentzündung
Auswanderung: 1938 Witwe mit den beiden Kindern nach New York
Haus- und Grundbesitz: Wohnhaus Geb. Nr. 306. – 194 qm Hofraumanteil, Geb. Nr. 315, Scheuer – 226 qm, Parz. Nr. 226 – Gemüsegarten 98 qm, zus. 518 qm an der Bahnhofstraße. Brand-Vers. Wert 13000 M. Steuerwert: 10400 M.
Zwangsversteigerung durch Konkurs am 14. 11. 1938 um 11250 RM an Karl Thomas, Kaufmann in Niederstetten, Bahnhofstraße
Lebensunterhalt: "Unterhalt durch befreundete Familien bis zur Auswanderung."
"Infolge Konkurses völlig verarmt."
"Der frühere Nachbar Karl Waldmann, Landwirt kann, wenn nötig, weitere u. nähere Aussagen machen. Ney hatte anfänglich auf den Tod seines Vaters ein recht gutes Weinhandlungsgeschäft hier betrieben. Ney hat wohl auch unter ungünstigen Verhältnissen und der großen Conkurrenz im Weinhandel gelitten. Als die nationalsozialistische Partei zur Regierung kam u. die einschränkenden Maßnahmen Platz griffen, ging das ? ? stark zurück. Ney war zudem gesundheitlich nicht auf der Höhe, so daß der Betrieb ganz zum Erliegen kam u. der Konkurs angemeldet werden mußte.
Die Familie Ney genoß unter ihren Mitbürgern allgemeines Ansehen und Beliebtheit."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-324 ff.
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Ney, Manfred
Geb. 23. 2. 1925 in Niederstetten
Schüler
Mit Mutter und Bruder 1938 Auswanderung in die USA, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-327 ff.
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Reis, Otto
Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat:
28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
Kinder:
Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
"Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.
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Schlossberger, Berthold
Geb. 8. 2. 1899 in Hollenbach
Kaufmann
Heirat: 10. 11. 1930 in Niederstetten
Ehefrau: Leoni geb. Laub, geb. 25. 12. 1893 in Gleicherwiesen
1938 oder August 1941 mit Ehefrau nach New York ausgewandert
9. 11. - 28. 12. 1938 "Schutzhaft" Dachau
Adresse: c/o Hospital für Chronic Sick 1776 Clay Avenue, Bronx, New York
Gest. 2. 12. 1961 dort verstorben
"Bis Ende Okt. 38 Inhaber der Fa. Berthold Schlossberger, Manufakturwarengeschäft in Niederstetten. Eigentümer des Hausgrundstücks.
Dann Geschäftsaufgabe (Verschleuderung) aus Verfolgungsgründen. Er hatte seine Manufakturwaren auch als ambulanter Gewerbetreibender vertrieben.
Angabe Vorverfolgungseinkommen 4000,- RM.
USA 1942 wieder Arbeit als Gehilfe von verschiedenen Firmen.
1942: 850 Dollar
1945: 1350 Dollar
1955: 1650 Dollar
1957 50% erwerbsbeschränkt. Social Security 75 Dollar mtl."
Gebäude Nr. 116, 1,01 ar u. [...] Nr. 61 25 qm Gemüsegarten beim Röhrenbrunnen. Brandversicherungswert 5.400 RM. Steuerwert 4.400 RM
Verkauf 31. 10. 1938 an Helene Brumm, led. Hausangestellte in Niederstetten um 5200 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich am 14./15. 3. 1950 erfolgt.
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6, kann, falls nötig Aussagen machen.
Berthold Schloßberger betrieb hier ein kleines Tuchwarengeschäft. Den Laden versah die Ehefrau, während der Ehemann täglich auf den Hausierhandel ging. Schloßberger war ein [?] [?], aber fleißiger Mann, der nur seinem Erwerb nachging, um leben zu können. Das Verhältnis mit seinen Mitbürgern war gut.. Er war [?], wenn er von niemand ange[?] wurde. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gering. Nach 1933 kam der Handel infolge der nationalsoz. Maßnahmen immer mehr zum Erliegen; ides veranlaßte ihn ger[?} falles zum Verkauf u. zur Auswanderung nach New York (U.S.A.)"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-401 ff.
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