NSDAP-Ortsgruppe
NSDAP-Ortsgruppe
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1. Juni 1937. Übergabe der Ortsgruppen der NSDAP an Bad Mergentheim
Niederstetten, 1. Juni: (Uebergabe.) Im Zuge der Neuorganisation der Politischen Kreise wurden Sonntag Abend in der Turnhalle die Stadt Niederstetten und die Gemeinden Wildentierbach und Oberstetten an den Kreis Bad Mergentheim übergeben. Zur Uebergabe waren Kreisleiter Seitz-Bad Mergentheim mit seinem Stabe und Kreisgeschäftsführer Walther-Crailsheim erschienen. Stützpunktleiter Beck-Wildentierbach, der zu den 300 ältesten Pol. Leitern des Reiches zählt, begrüßte die zahlreich erschienenen Partei- und Volksgenossen und die Angehörigen des Formationen. Ortsgruppenleiter Thomas-Niederstetten gab im Rückblick über die Entstehung der hiesigem Ortsgruppe, worauf anschließend Kreisgeschäftsführer Walther die Uebergabe der drei Orte, bezw. der Ortsgruppe Niederstetten und des Stützpunktes Wildentierbach mit Oberstetten an Kreisleiter Seitz vornahm. Nun ergriff Kreisleiter Seitz selbst das Wort. Er begrüßte seine neuen Pol. Leiter der drei Orte, sowie die Parteigenossen u. Volksgenossen und leitete dann über zu einer längeren Ausführung über brennende Fragen der Gegenwart und seine Rede fand immer wieder lebhafteste Zustimmung der Anwesenden. Die Ortsgruppenkapelle umrahmte den Abend mit ihren flotten Weisen. Mit dem Absingen der Nationallieder und einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer schloß die Feier. Im Parteilokal Gasthaus zum "Ochsen" trafen sich dann noch die Pol. Leiter, sowie die Führer der Formationen zu einem gemütlichen Beisammensein.
Der Franke, 1. 6. 1937
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10. Juni 1936. Mitgliederversammlung der NSDAP. Verabschiedung Karl Markert
Niederstetten, 10. Juni. (Mitgliederversammlung der NSDAP.) Am Samstag Abend hielt die Ortsgruppe der NSDAP. ihre monatliche Mitgliederversammlung ab, welche aber diesesmal zugleich der Abschiedsabend des scheidenden Kassenleiters Markert war. Ortsgruppenleiter Thomas besprach die angefallenen Arbeiten für die nächste Zeit und besonders auch über das am 14. Juni stattfindende Gartenkonzert der SS.-Standartenkapelle "Deutschland", Ellwangen. Dem nach Heilbronn Neckar verziehenden Kassenleiter Karl Markert dankte er für seine 4jährige unermüdliche Arbeit für die Ortsgruppe und gedachte so vieler angenehmer und unangenehmer Zwischenfälle und mancher Schwierigkeiten, die behoben werden mußten, wenn es auch oft unmöglich schien. Wir wünschen Pg. Markert für seine Zukunft alles Gute.
Der Franke, Nr.133, 11. 6. 1936
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12. Juni 1934. Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher
Niederstetten, 12. Juni. (Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher). Die Ortsgruppe der NSDAP. Niederstetten lud die Einwohnerschaft auf Samstag abend zu einer Versammlung in der Turnhalle ein, in welcher Pg. Mosmann, Stuttgart, über das Thema „Nörgler und Miesmacher“ reden sollte. Da wir in Niederstetten aber diese Gattung Volksgenossen nicht haben, so war schon im Voraus mit einem schlechten Besuch zu rechnen, was sich auch prompt einstellte und dem Ortsgruppenleiter Thomas gleich zu einer scharfen Vorrede Anlaß gab, denn wenn nicht einmal die neuen Pg. und SA.-Männer es für nötig halten, eine solche. wichtige Versammlung zu besuchen, was kann dann am dürren Holz geschehen. Was Pg. Mosmann in seiner zweistündigen Rede klarlegte, war wirklich wert gehört zu werden, vor allen Dingen vergaß er nicht, die wahren Volksschädlinge in mitreißenden Darstellungen zu kennzeichnen. Ueber die alte Partei-Mißwirtschaft sprach er, von den geheimen und offenen Feinden Deutschlands in allen Lagern und dann über dem allem turmhoch stehend das grandiose Aufbauwerk des Nationalsozialismus, wer das alles mit offenen Augen prüft, kann der ein Nörgler, kann der ein Miesmacher sein? Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand, auf den sich diese Leute soviel einbilden; mit der Faust möchte man darein schlagen und diese naturhaften Anreden für dieselben gebrauchen wie der Redner des Abends. Denn ist das alles nichts, wenn nicht mehr 6 Millionen Volksgenossen auf der Straße liegen und man sieht, daß es vorwärts geht, aufwärts; Arbeitsbeschaffung in größtem Ausmaße, welche sich auf alle Branchen erstreckt und Verdienst und Brot gibt. Den Volksgenossen aber machte es der Redner zur ersten Pflicht, mitzuwirken am Aufbau des dritten Reiches und die Besserwisser ruhig zu belehren, denn nationalsozialistisches Denken und Fühlen muß Allgemeingut werden. Von Herzen kommender, langanhaltender Beifall lohnte dem Redner für seine Mühe und es kann nur gewünscht werden, daß, wenn Pg. Mosmann im Herbst wiederkommt, er mehr Zuhörer vorfindet. Mit einem dreifachen Siegheil auf unseren Führer und dem Horst Wessellied schloß Ortsgruppenleiter Thomas die Versammlung.
Der Franke, Nr. 133, 12. 6. 1934
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14. Mai 1935. Vortrag mit Gauschulungsleiter Dr. Klett-Stuttgart
Niederstetten, 14. Mai. Die Ortsgruppe der NSDAP. hat den Gauschulungsleiter Pg. Dr. Klett-Stuttgart zu einem öffentlichen Vortragsabend gewonnen. Der Redner wird am Samstag, den,18. Mai, 1/2 9 Uhr abends, im Löwensaal über alle aktuellen Fragen sprechen und dürfte in Anbetracht dessen eine sehr große Besucherzahl dieser Veranstaltung zu erwarten sein.
Der Franke, Nr. 112, 15. 5. 1935
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16. Mai 1935. Anzeige Groß-Kundgebung der NSDAP
Der Franke, Nr. 113, 16. 5. 1935
(Vergrößern durch Anklicken des Bildes) -
23. Juni 1936. Konzert der SS-Standarten-Kapelle "Deutschland" - Segelfliegertaufe
Niederstetten, 23. Juni. (Militärkonzert und Segelflugzeugtaufe.) Am Sonntag, 14. Juni, veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. ein Gartenkonzert auf dem Sportplatz. Für dieses Konzert war die SS.-Standarten-Kapelle "Deutschland", Ellwangen, unter der Stabführung von Obersturmführer Fliege, gewonnen worden. Auf die musikalischen Darbietungen der Kapelle braucht nicht näher eingegangen zu werden, da die Leistungen derselben hier nun schon bekannt sind und daß sie auch gewürdigt werden, zeigte der überaus zahlreiche Besuch der Veranstaltung, besonders auch von den umliegenden Ortschaften. — Verbunden mit dem Militärkonzert war die Taufe des von dem Fliegerstützpunkt Niederstetten erstellten Segelflugzeuges. Die Taufe nahm Herr Bürgermeister Schroth vor, in welchem das Flugzeug den Namen "Stadt Niederstetten" erhielt. Anschließend sprach Ortsgruppenleiter Thomas, Fliegerstützpunktleiter Sigelen und für die Fliegerortsgruppe Schwäb. Hall Ortsgruppenleiter Wagner, Schwäb. Hall.
Der Franke, Nr. 143, 23. 6. 1936
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24. November 1932. Leserbrief zur Totengedenkfeier
Eingesandt
(Außer Verantwortung der Redaktion).
Zur Totengedenkfeier in Niederstetten. Bei der Totengedenkfeier in Niederstetten ereigneten sich Zwischenfälle, die wegen ihrer Einzigartigkeit einer breiten Oeffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfen. Als Unterzeichneter, der im Auftrag der nat.-soz. Ortsgruppe einen Kranz am Heldendenkmal niederlegte, in seinen Ausführungen neben den Gefallenen des Weltkriegs auch der ermordeten S.A.-Kameraden gedachte, ohne jedoch irgendwelche polemische Wendungen gegen Persönlichkeiten oder Parteien zu gebrauchen, wurde er von jüdischer Seite offenbar in provozierender Absicht wiederholt durch laute Zurufe unterbrochen. Statt daß nun Herr Bürgermeister Schroth die Zwischenrufer auf das Ungebührliche ihres Tuns aufmerksam gemacht und sie des Platzes verwiesen hätte, machte er sich deren Ansicht zu eigen und wußte nichts besseres zu tun, als den Redner andauernd durch Zwischen-Bemerkungen am Weiterreden zu hindern. Nicht nur die nat.-soz. Bewegung, das ganze nationale Deutschland gedachte am Totensonntag der von Marxisten gemordeten 400 S.A.-Leute in der Ueberzeugung, daß es in erster Linie ihnen zu verdanken ist, daß die Welle des Bolschewismus nicht unser Vaterland überflutete. In Niederstetten sollte dies unmöglich gemacht werden, obwohl - wie ausdrücklich bemerkt werden muß - die Erlaubnis zu sprechen, von keinerlei Bedingungen abhängig gemacht worden war. Im Oberamtsbezirk Gerabronn verfügt die NSDAP. über die absolute Mehrheit, die nationalen Parteien vereinigen 90 Prozent aller Stimmen auf ihre Listen. Herr Bürgermeister Schroth hat durch sein Verhalten die Gefühle der Mehrheit aufs tiefste verletzt.
Wildentierbach, den 29. Nov. 1932.
cand. phil. Manfred Traub.(Vaterlandsfreund, Nr. 276, 24. 11. 1932)
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27. September 1932. Feierstunde der NSDAP im Hofgarten
* Niederstetten, 27. Sept. Großes Interesse fand die am gestrigen Abend im fürstl. Hofgarten von der NSDAP.-Ortsgruppe veranstaltete Feierstunde. Unter der mächtig zum Himmel lodernden Flamme sprach Herr Schriftsteller Lorenz-Stuttgart treffliche Worte zu den nach vielen Hunderten zählenden Anwesenden.
(Vaterlandsfreund, Nr. 226, 27. 9. 1932)
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29. November 1932. Replik auf den Leserbrief zur Totengedenkfeier
Eingesandt.
(Außer Verantwortung der Redaktion.)
Zum Abdruck im „Vaterlandsfreund.”
Auf den Artikel des G. cand. phil. Traub im „Vaterlandsfreund” Nummer 276 fühlen wir uns der Oeffentlichkeit gegenüber verpflichtet, folgende Feststellungen zu machen: Bei der am letzten Sonntag in Niederstetten stattgefundenen Gedenkfeier handelte es sich um eine von der Stadtverwaltung für die Gesamtgemeinde veranstaltete Gefallenenehrung, an welcher erstmals eine, von auswärts eigens diesem Zweck hiehergekommene NS.-Gruppe in Uniform teilnahmen. Die Feier war in der bisher üblichen Weise geplant und wäre auch ohne Störung verlaufen, wenn nicht von dem NS.-Redner das Politische hereingezogen worden wäre. Das Kriegerdenkmal in Niederstetten ist doch wohl der im Weltkrieg gefallenen Niederstettener Söhne wegen errichtet worden und nicht etwa zur Erinnerung an die in Saalschlachten oder sonstwie um ihrer politischen Ueberzeugung willen ums Leben gekommenen Nationalsozialisten, Kommunisten oder Reichsbannerleute. Da die im Krieg Gefallenen für ihr und unser aller Vaterland gefallen sind und nicht für eine politische Partei, wollten weder die Angehörigen der Gefallenen, noch die Kriegsteilnehmer, noch die Gesamtgemeinde eine Verbindung dieser Gefallenen mit politischen Parteien. Wenn Herr Bürgermeister Schroth, dem nat.-soz. Redner in ruhiger und wenig auffälliger Form ganz kurz darauf hinwies, nicht politisch zu werden - wozu er als Leiter dieser Feier verpflichtet war - so hatte er hiebei die einmütige Mehrheit der Bürgerschaft hinter sich. Der Hinweis, daß das Oberamt Gerabronn sehr stark rechts gewählt habe, ist hier durchaus am falschen Platz: es sollte nicht eine Feier für das Oberamt, sondern für die Gemeinde Niederstetten sein. Diese wünschte dafür den bisherigen unpolitischen Rahmen. Die politischen Außerungen des nat.-soz. Redners störten den Ernst der Feier empfindlich, so daß sich nicht nur politisch Andersdenkende, sondern insbesondere die Angehörigen der Gefallenen, aber auch ganz rechts stehende Bürger in ihren Gefühlen verletzt fühlten. Einer besonderen Totenehrung durch eine NS.-Gruppe wäre wohl nichts in den Weg gelegt worden.
Eine Anzahl Niederstettener Bürger.
*) Damit schließen wir die Aussprache. Weitere Einsendungen bitten wir zu unterlassen. Die Schriftlg.(Vaterlandsfreund, Nr. 280, 29. 11. 1932)
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3. Juni 1935. Durchführung der Reichssportwoche - Sommerfest des Männergesangvereins
Niederstetten, 3. Juni. In Durchführung der Reichssportwoche zeigten die Turner, die HJ., Jungvolk, BDM. und Jungmädchen am gestrigen Sonntagnachmittag, nach einem Propagandamarsch durch die Stadt, auf dem Sportplatze Freiübungen, sämtliche Arten der Leichtathelik, sowie Spiele zur Ertüchtigung des Körpers. Mit diesen Vorführungen warben sie für den Sport, welcher Allgemeingut des deutschen Volkes werden muß. Da keine Höchstleitungen erzielt werden sollen, sondern nur an die Gesundheit des gesamten deutschen Volkes gedacht wird, so steht der Sport allen Altersstufen offen. Oberturnwart Keppler sprach als Beauftragter der Ortsgruppe der NSDAP. zu den zahlreichen Besuchern und seine Rede gipfelte in den Worten des Turnvaters Jahn, ein wahrhaft, wehrhaft Volk zu werden. — Gleichzeitig hielt der Männergesangverein sein Sommerfest auf dem angelegenen alten Turnplatz ab. Der Verein brachte unter der ganz vorzüglichen Leitung seines Dirigenten, Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim, neueingeübte Lieder zum Vortrage und reicher Beifall belohnte die Sänger nach jedem Gesange.
Der Franke, Nr. 128, 4. 6. 1935
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Horst-Wessel-Brunnen
"Nationalsozialistische Kundgebung und Einweihung des Horst-Wessel-Brunnens"
auf dem Marktplatz" (23. und 24. März 1933)" - vermutlich 26. September 1933?
Aus: 650 Jahre Stadt Niederstetten, 1991
(Vergrößern durch Anklicken des Bildes)"Eine dichte Menschenmenge wartete inzwischen auf dem Marktplatz auf die Weihe des Horst-Wessel-Brunnens, die Kreisleiter Stümpfig vornahm. Niederstetten gleiche einer neu erwachten Stadt. Ueberall sehe man frohe Gesichter, buntes Leben herrsche in den reich beflaggten Straßen, die nach den Führern des dritten Reiches benannt seien und deren eine ab heute ab den Namen des württ. Führers Wilhelm Murr trage. Auch die Hülle dieses Brunnens möge nun fallen, der den Namen Horst Wessels trage. Durch sein Opfer sei neues Leben in unser Volk gekommen. Von jedem Einzelnen müsse dieselbe Hingabe verlangt werden. Dann übergab Kreisleiter Stümpfig den Brunnen in die Obhut der Stadt. Das Horst Wessellied klang über den Marktplatz. Bürgermeister Schroth dankte dem Kreisleiter für die Uebergabe des Brunnens. Im Sinne Wessels soll er gepflegt u. behütet werden. Pg. Kraushaar, der erste Leiter der hiesigen Ortsgruppe d er NSDAP, wandte sich an die Jugend. Wer den Brunnen schändet, schändet Blut und Boden." (Vaterlandsfreund, 26. 9. 1933)
Heute befindet sich auf dem Marktplatz der Schweinemarktbrunnen von Karl Ulrich Nuß, den der Niederstettener Audioguide kurz erklärt. (Den Vorgängerbrunnen verschweigt er wohlweislich.)