Schloßhof
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5. November 1936. Einzug Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und Gemahlin auf Schloß Haltenbergstetten
Niederstetten, 5, Nov. Am Dienstag Nachmittag hielt das neuvermählte Fürstenpaar, Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und dessen angetraute Gemahlin, Fürstin Sissi, geb. Gräfin Geldern-Egmont auf Schloß Haltenbergstetten feierlichen Einzug, An dem festlich und mit viel Liebe und Sorgfalt geschmückten Schloßhofe entbot den ersten Willkommgruß Rentamtmann Fischer namens der Verwaltung. Im Namen der Schloßkirchengemeinde begrüßte sodann Stadtpfarrer Maier das junge Paar, Bürgermeister Schroth war mit den Ratsherren und Beigeordneten erschienen, um die Glückwünsche der Stadt Niederstetten darzubringen. Die drei Gratulanten ließen je durch ein kleines Mädchen der aufziehenden Fürstin einen Rosenstrauß überreichen, Ortsgruppenleiter Thomas der NSDAP, überbracht seinem Parteigenossen Fürst Albrecht zu Hohenlohe die Glückwünsche der Ortsgruppe. Das Fürstenpaar war über den schlichten, aber doch sehr herzlich gewidmeten Empfang gerührt und der Fürst dankte den begrüßenden Herren in kurzen Worten. Abends um 9 Uhr brachte der Männergesangverein Niederstetten in Anwesenheit einer überaus großen Zahl von hiesigen Gemeindebürgern im Schloßhof einige passende Lieder dar, der Schloßhof bot im Scheine der Fackeln und der Dekoration ein prächtiges Bild, das dem Ständchen ein schönes und feierliches Gepräge gab. Für die Ehrung dankte der Fürst auch namens seiner jungen Frau in geziemenden Worten. Dem jungen Fürstenpaar möge ein glückliches und freudiges Eheleben auf Schloß Haltenbergstetten beschieden sein.
Der Franke, Nr. 259, 5. 11. 1936
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7./8. April 1930. Einzug Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg - Vortrag zu Zeileis-Methode
() Niederstetten, 7. April. Seine Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg hielt heute seinen Einzug auf Schloß Haltenbergstetten. Das Schloß und seine Umgebung waren beflaggt, auf dem Schloß weht die rot-weiße Standarte. Am Vormittag fand ein feierlicher Gottesdienst in der katholischen Kirche statt, an welchem sich verschiedene Audienzen u. a. des Stadtvorstandes u. der Vertreter der Konfessionen anschlossen. Bei dem Empfang des Herrn Stadtschultheißen Schroth überreichte der Fürst demselben die hohe Summe von 500 M für die Armen der Stadt Niederstetten ohne Unterschied der Konfession. Heute abend wird der Männergesangverein eine Serenade im Schloßhofe darbringen.
() Niederstetten, 8. April. Wie aus unserem Anzeigenteil der letzten Tage ersichtlich, wirft Zeileis bis hierher seinen Schatten. Bekanntlich hat in der letzten Zeit eine große Aktion der- Aerzte gegen Zeileis eingesetzt. Herr Gistel, München, Ridlerstraße 28, von der Sanolux-Gesellschaft hatte es nun unternommen, uns etwas von Zeileis zu erzählen. Zeileis nennt Erdstahlkraft und Sonnenstahlkraft die Elemente des Lebens. Nimmt der Mensch zu wenig von beiden auf, so kann er seine Funktionen nicht mehr erfüllen, besonders die Arbeitszellen im Zellengewebe kommen ihrer Tätigkeit, das Blut zu reinigen nicht mehr nach. Zeileis stellt den Menschen daher unter Strom und wo die Röhre beim Vorbeistreifen am Körper nicht aufleuchtet, ist ein krankes Organ. Darauf beruht die blitzschnelle Diagnose Zeileis'. Die Behandlung ist daher bei allen Patienten gleich und wegen der Höhe der Spannung ist die Bestrahlung nur von kurzer Dauer. So führte der Redner in das Wesen der Hochfrequenzapparate ein. Am Sana-Lux-Apparat demonstrierte der Redner dann die vielseitige Verwendbarkeit der Apparate. Der gute Vortrag hätte ein zahlreicheres Publikum verdient. Da aber nachmittags die Körnerversammlung und der Gewerbeschulschluß stattfanden und das benachbarte Oberstetten einen Bezirkskriegertag hatte, so war der schwache Besuch nicht zu verwundern.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 83, 9. 4. 1930