Schule

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  • 12. Oktober 1938. Anschluß Niederstetten an Kreis Bad Mergentheim

    Niederstetten, 12. Okt. Am 1. Oktober wurden die Stadtgemeinde Niederstetten und die Nachbargemeinden Oberstetten und Wildentierbach dem Kreis Bad Mergentheim angeschlossen. Aus diesem Anlasse kamen am Montag Mittag Landrat Dr. Wanner und Kreisleiter Seiz mit einer größeren Anzahl maßgebender Persönlichkeiten des Kreises in diese drei Orte zur Uebernahme. Nach dem Besuche von Oberstetten und Wildentierbach machten die Erschienenen, welche von Bürgermeister Weber, dem ersten Beigeordneten Melber und Ortsgruppenleiter Thomas begrüßt wurden, einen Rundgang durch unsere Stadt, an welchen sich die Besichtigung des Rathauses, der neuen Schule und der Kelter anschloß. Mit Befriedigung wurde seitens der Bevölkerung das Interesse der nunmehr vorgesetzten Behörden wahrgenommen. Wir hoffen u. wünschen, daß die neue Kreiseinteilung für unsere Stadt, welche die drittgrößte Gemeinde im Kreise Bad Mergentheim ist, von Nutzen sein möge.

    Der Franke, 12. 10. 1938

  • 21. März 1933, Nationale Kundgebung in Niederstetten

    Nationale Kundgebungen im Bezirk
    [...]
    Niederstetten, 22. März. In reichem Flaggenschmuck zeigte sich gestern [21. 3.] unsere Stadt und bekundete damit ihre Solidarität mit der neuen Zeit. Während in der Reichshauptstadt auf geweihtem Boden der neugewählte Reichstag zusammen trat, will man auch hier wie allerwärts in deutschen Landen tätigen Anteil haben. Auf Veranlassung der Ortsgruppe der NSDAP. fand am Abend ein Fackelzug unter Beteiligung der SA. des freiw. Arbeitsdienst-Lagers Eichhof-Albrechtshöhe, der Behörden, Vereine und Schulen statt. Unter der Marschmusik von 3 Musikkapellen bewegten sich die nach vielen Hunderten zählenden Teilnehmer unter den wehenden Fahnen und dem lodernden Flammenschein der Fackeln durch die Straßen d. Stadt zum Marktplatz. Eine unübersehbare Menschenmenge fand sich auf d. Marktplatz zusammen, der noch durch eine besonders angelegte Lichtleitung erhellt war. Ein würdiger Rahmen war geschaffen für diese nationale Kundgebung, die durch Salutschüsse des Kríegervereins eingeleitet wurde. Der Ortsgruppenführer Fr[itz]. Thomas begrüßte die Erschienenen und zeichnete in kurzen Strichen die Entwicklung der hiesigen nationalsozialistischen Bewegung. Er erinnerte an die geschichtliche Bedeutung des 21. März, der auch im Jahre 1871 der Tag des Zusammentritts des ersten deutschen Reichstags des geeinten Deutschen Reiches war. Herr Bürgermeister [Jakob] Schroth führte u. a. aus, daß die alte Reichsfahne schwarz-weiß-rot, das Symbol für Reinheit, Ehrlichkeit und Pflichterfüllung, nunmehr geeint sei mit dem Hakenkreuzbanner des jungen Deutschland, dessen Führer, der Reichs- und Volkskanzler Adolf Hitler, die Gewähr für diese alten deutschen Tugenden biete. Dankbar müsse das ganze Volk sein, daß der greise Feldmarschall Reichspräsident von Hindenburg am 30. Januar 1933 diese nationale Regierung unter des Kanzlers Adolf Hitlers Führung berufen habe. Sein Hoch galt dem Reichspräsidenten u. Reichskanzler, d. begeistert aufgenommen wurde. Entblößten Hauptes wurde das Deutschlandlied gesungen. Alsdann sprach noch Pg. Hermann Fischer über das Wollen des Nationalsozialismusses im neuen dritten Reich. Der Redner geiselte mit aller Schärfe das Treiben der internationalen Dunkelmänner in- und außerhalb Deutschland, die ihre Heimat in den Konzentrationslagern (Heuberg usw.) finden sollen. Sein Sieg-Heil galt den beiden obersten Führern des Reiches. Mit dem Horst Wessel-Lied fand diese große Kundgebung einen würdigen Abschluß. Möge die Einigkeit dieser Stunde in allen Zeiten, und besonders in Zeiten der Not und Gefahr, über alle Klassenunterschiede und konfessionellen Zwiespältigkeiten hinweg, sich geschlossen hinter die Regierung stellen, dann wird und muß es wieder vorwärts und aufwärts gehen in unserem Volk und Vaterland.

    (Vaterlandsfreund (Gerabronn), Nr. 69, 23. 3. 1933, S. 3-4)

  • 24. Mai 1937. Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Schroth

    Abschiedsfeier für Bürgermeister Schroth
    Niederstetten, 24. Mai. In einer am 14. Mai stattgefundenen Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gerabronn haben dieselben von ihrem Kollegen, Bürgermeister Schroth-Niederstetten, welcher als Bürgermeister nach Herrenberg kommt, Abschied genommen. In einer Ansprache des Kreisleiters wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt. Am gestrigen Abend hatte sich nun die Bevölkerung Niederstettens und besonders auch der Teilgemeinden in einer großen Zahl in die festlich geschmückten Turnhalle versammelt, um von ihrem Bürgermeister Abschied zu nehmen, Was Bürgermeister Schroth während seiner 20jährigen Tätigkeit als Amtsvorsteher von Niederstetten geleistet hat, kam in den zahlreichen Reden des Abends zum lebhaften Ausdruck, ebenso seine Verbundenheit und der seiner Familie mit der Bevölkerung. Landrat Wöhrle-Gerabronn und Kreisleiter Niklas-Riedbach waren erschienen, um den Dank abzustatten für die von Bürgermeister Schroth geleistete Arbeit als Kommunalbeamter und in dieser Eigenschaft als Kreisamtswalter der NSDAP. Zum äußeren Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeindewohl überreichte der stellvertretende Bürgermeister Melber ein Gemälde, Niederstetten mit Aussicht auf das Schloß darstellend, von einem Heimatsohne, Kunstmaler Gehring-Stöckenburg. Studienrat Maier sprach für die Lehrer und dankte für die Initiative beim Bau der neuen Schule und übergab als kleines Zeichen des Dankes ein Bild der Schule. - Ortsgruppenleiter Thomas nahm in herzlichen Worten Abschied von seinem Parteigenossen. Herr Gräter-Hermuthausen und Direktor Roesler-Igelfingen sprachen für den Elektrizitäts-Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach und gedachten seiner als dem Gründer desselben. Aus dem gleichen Anlaß dankten die Vorstände der Weingärtnergenossenschaft und der Milchverwertung. Für das volle Verständnis und die entgegenkommende Förderung ihrer Belange dankten die Vorstände des Turn- und Männergesangvereins, sowie des Kyffhäuserbundes. Stadtpfleger Pflüger sprach für die städt. Angestellten und betonte das gute Einvernehmen und verständnisvolle Arbeiten mit ihrem Vorgesetzten. Bürgermeister Striffler-Vorbachzimmern hob die Verdienste des Scheidenden um das nachbarliche gute Einvernehmen in Schulfragen hervor. Stadtpfarrer Göltenboth sprach für die ev. Kirchengemeinde. Die ganze Feier wurde festlich umrahmt durch Darbietungen gesanglicher und musikalischer Art durch den Männergesangverein und die Kreismusikkapelle. Tiefbewegt dankte Bürgermeister Schroth allen Erschienenen und besonders den Rednern für ihre Beweise der Anerkennung seiner Arbeit und bemerkte, wie ungern er aus diesem seinem liebgewordenen Wirkungskreise scheide, sei ihm doch Niederstetten eine zweite Heimat geworden, mit der er auch durch Grund und Boden verbunden sei und bleiben werde. Die ihm dargebrachten Glückwünsche für sein und seiner Familie ferneres Wohlergehen erwiderte er für die ganze Einwohnerschaft .Am Abend zuvor fanden sich auch Aufsichtsrat und Vorstand der Landw.- und Gewerbebank Gerabronn bei Aufsichtsratsmitglied Marquardt z. "Krone", um mit dem scheidenden Herrn Bürgermeister Schroth noch im engeren Kreise etwas beisammen zu sein. Bei dieser Gelegenheit ergriff Bankvorstand Rühling das Wort, um namens der Genossenschaft Herrn Schroth für dessen Tätigkeit und Unterstützung als Vorstandsmitglied seit 1926 den wärmsten Dank zu sagen. Herr Rühling entwarf dabei auch einen recht interessanten Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft und insbesondere der Filiale in Niederstetten. So ist die Zahl der Mitglieder in Niederstetten von 1923-1936 von 71 auf 203 gestiegen und die geführten Konten in Spareinlagen, laufender Rechnung und Darlehen von 217 auf 1511 angewachsen. In seiner Erwiderung betonte der Scheidende starke Verbundenheit mit der Genossenschaft, die er auch gerne als überzeugter Genossenschaftler aufrecht erhalten werde. Auch der Leiter der Bankfiliale in Niederstetten, Herr Willy Schuster brachte in herzlicher Weise seinen Dank für die schöne Zusammenarbeit mit Herrn Bürgermeister Schroth zum Ausdruck. Die an der Feier teilnehmenden Herren der Bank gaben dem Scheidenden ihre besten Wünsche für seinen neuen Wirkungskreis mit auf den Weg.

    Der Franke, 24. 5. 1937

  • 25. Juni 1933, Fest der Jugend

    * Niederstetten, 25. Juni. Beim "Fest der Jugend" herrschte in den frühen Morgenstunden auf unserer "Jahnwiese" munteres Treiben. Die ganze Schuljugend der Stadt war versammelt, die Schüler der Oberklasse zur Austragung der Wettkämpfe, die in zwei Altersklassen durchgeführt wurden, die Schüler der Grundschule zu fröhlichem Tummeln auf der Wiese. Sieger wurde je die 1. Altersklasse sowohl bei den Knaben wie bei den Mädchen. Für gute Einzelleistungen wurden außerdem noch Preise von Seiten der Stadt zur Verfügung gestellt. Der Nachmittag gehörte dem freiw. Arbeitsdienst vom Lager Eichhof. Neben turnerischen Wettkämpfen wurde ein Fußballspiel mit dem Sportverein ausgetragen. Mit einer Sonnenwendfeier am Abend fand das "Fest der Jugend" seinen Abschluß. Von der Adolf Hitler-Straße aus setze sich ein langer Zug, voran die H.-J., J.-V. und B. d. M. in Bewegung hinauf zur "Hohen Buche”, einem der höchsten Punkte auf der rechten Vorbachseite in der Umgebung von Niederstetten. Auf der Höhe angekommen, entzündeten SA-Männer d. aufgeschichteten Holzstoß. Mit den steigenden Flammen wuchs auch die Begeisterung der Jugend trotz strömenden Regens. In verschiedenen Feuersprüchen tat die Jugend kund, daß die Flamme ihre Symbol für Freiheit, Reinheit und Treue zum neuen deutschen Reich u. seinem Führer Adolf Hitler sei. Dieser Schwur klang aus in dem Lied "Flamme empor!" Darauf sprach der Standortführer der Hitlerjugend, Hermann Fischer, zur Jugend. Mit begeisterten Worten knüpfte er zunächst an den Brauch unserer Vorfahren an, d. Sonnenwende zu feiern. Wenn wir heute diese Sitte wieder aufgreifen, so müssen wir zunächst derer gedenken, die ihre Treue und Hingabe zum Vaterland mit der Tat bewiesen haben, nämlich derjenigen, die für Deutschland den Heldentod gestorben sind. Ihnen zu Ehren wurde das Lied vom guten Kameraden angestimmt. Nun fuhr Standortführer Fischer fort, wie die Flamme alles verzehre, so möge auch der letzte Rest undeutschen Geistes, des Geistes, der in den letzten 14 Jahren in unserem geliebten deutschen Vaterland geherrscht habe, vollends verzehrt werden. Die Jugend aber ermahne er, sich rein zu halten wie die Flamme, zu glühen für das neue Deutschland, dessen Träger sie einst sein werden. Ein Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Führer Adolf Hitler leitete über zum Horst Wessel-Lied. Nach einem schönen Feuerreigen der Mädchen fand die Feier ihren Abschluß mit dem Deutschlandlied. Am erlöschenden Feuer wurden die Fackeln entzündet und in langem Fackelzug gings hinab zum Städtchen. Noch ein erhebendes Gefühl brachte der Rückmarsch. Auf benachbarten Höhen über dem Vorbachtal und in weiter Ferne, überall loderten Feuer, überall das gleiche Wollen der Jugend - ein neues deutsches Vaterland mit einer geeinigten Jugend!

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 146, 27. 6. 1933, S. 3)

  • 3. Mai 1937. Maifeier

    Niederstetten, 3. Mai. Den Feiertag des deutschen Volkes beging Niederstetten dieses Jahr auf dem Marktplatze. Am Freitagabend wurde der prächtige Maibaum, zum exstenmale geschmückt mit dem Hoheitszeichen und schön gemalten Abzeichen der DAF., der Formationen und Zünfte vor dem Horst Wessel-Brunnen aufgestellt. Die gesamte HJ. sang den Mai ein und führte einen Maitanz auf. Der Horst Wessel-Brunnen war mit viel Liebe ausgeschmückt, wie überhaupt der ganze Marktplatz einen sehr guten Rahmen für die Feier bot. Am Feiertage ging der Festzug um ½ 12 Uhr von der neuen Schule aus durch die reich mit frischem Grün und wehenden Fahnen geschmückten Straßen der Stadt auf den Marktplatz. Durch eine Großlautsprecheranlage wurde die Rede des Führers übertragen. Anschließend brachte die HJ. eine Dichtung zum Vortrag. Ortsgruppenleiter Thomas sprach herzliche Worte zum Gedenken des Tages und konnte an 2 Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes: Else Schneider und Josef Wolf eine Ehrenurkunde überreichen. Durch das überaus günstige Wetter, die gute Zusammenfassung des im Zentrum gelegenen Festplatzes herrschte bald eine Kameradschaftlichkeit und Zusammengehörigkeit, die erhebend wirkte und so wird wohl der Marktplatz der geeignete Platz für die künftigen Feiern des 1. Mai darstellen. Eine große Zahl auswärtiger Volksgenossen waren erschienen, um mit uns zu feiern. Die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein wetteiferten miteinander in edlem Streite um die Gunst der Zuhörer und ernteten lebhaften Beifall. Unser Heimatsohn, Onkel Dinkel aus Frankfurt a. M,, hatte die Jugend um sich versammelt und spendete ihnen Süßigkeiten. Onkel Dinkel, wie er genannt wird, hat sich schon an Weihnachten die Herzen erobert durch seine reichen Gaben an das WHW. und an bedürftige Kinder. So klang der Feiertag des deutschen Volkes zu Aller Wohlgefallen aus und bildete mit einen Baustein zur Volksgemeinschaft.

    Der Franke, 3. 5. 1937

  • 5. August 1939. Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 5. Aug. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Die Nachsommerweide der Markung Sichertshausen wird dem bisherigen Pächter Prümmer-Hornungshof um 240 RM überlassen. — Behandlung und Ablehnung einiger Gesuche um Nachlaß der Feuerwehrabgabe 1939. — Die Waaggebühren werden in der Weise abgeändert, daß für größere Lasten über 40 Ztr. nur noch ein Pfennig pro Ztr. (bisher 2 Pfg.) erhoben wird. — Ortsbauernführer K. Melber beabsichtigt seine Dunglege zu vergrößern und muß teilweise Gemeindeeigentum überbauen. Nach Besichtigung wird gegen das Bauvorhaben nichts eingewendet. — Frau Witwe Grupp beabsichtigt, in das Gebäude Nr. 377 — Remise — eine Garage einzubauen und muß zur Gewinnung einer breiteren Zufahrt teilweise das Bachbett überdecken. Nachdem seitens der Flußpolizeibehörde keine Einwendungen gemacht wurden, hat auch die Stadtgemeinde gegen die Wegverbreiterung nichts einzuwenden. — Die Stadtgemeinde wird Mitglied des Bezirksheimatmuseums. — Für die Schule wird eine vierte Nähmaschine angeschafft. — Für den Platz, auf dem die Pumpstation in Sichertshausen erstellt wurde, wird an die Schneider'schen Erben der verlangte Pacht von jährlich 2 RM bezahlt und ein Pachtvertrag auf die Dauer von 60 Jahren abgeschlossen. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Einkaufskommission bei der Blaufeldener Versteigerung einen Farren der Zuchtwertklasse I zum Preis von 3350 RM gekauft habe. Bei der Kreisrindviehschau in Weikersheim erhielt der Farre Paladin einen 1. und die Farren Axel und Panturus je einen 3. Staatspreis. — Zur Anschaffung der Motorfeuerspritze und der notwendigen Schläuche wurde der Stadtgemeinde ein Beitrag von 2700 RM verwilligt. — Im Anschluß an die Beratung fand eine Besichtigung des städtischen Gutshofes "Rehhof" statt. Verschiedene Verbesserungsarbeiten im Stall usw. wurden als notwendig erachtet und genehmigt. Der Gutshof befindet sich in guten Händen und wird ordnungsgemäß bewirtschaftet.

    Der Franke, 5. 8. 1939