Sichertshausen
Sichertshausen
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13. Mai 1936. Das Unwetter vom Sonntag
Das Unwetter vom Sonntag
Niederstetten. Am meisten betroffen wurden in der Umgebung Dreischwingen, Ermershausen, Sichertshausen. In Niederstetten selbst fiel nur starker Regen. Besonders Ermershausen hat sehr unter dem Unwetter gelitten. Hier ging um 12.10 Uhr ein starker Hagel nieder, der nicht nur fast den gesamten Obstertrag vernichtete, sondern auch auf den Fluren großen Schaden anrichtete. Auch überaus große Wassermengen gingen nieder und schwemmten viel Erde weg, wodurch den Landwirten viel Schaden entstand. Die Straße Sichertshausen - Niederstetten wurde mit Steingeröll sehr überschwemmt. Es kamen von dorther große Wassermassen ins Tal herab. Auf der anderen Seite des Tales, in der Gegend von Wildentierbach, hat es nur ganz wenig geregnet.Der Franke, Nr. 110, 13. 5. 1936
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16. August 1938. Beratungen mit den Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 16. Aug. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren.) Das Lagerhaus beabsichtigt eine größere Bauarbeit durchzuführen und benötigt zur Lagerung des anfallenden Abraums. einen Platz. Nach Besichtigung an Ort und Stelle wird dem Lagerhaus der notwendige Platz zugewiesen. — Die Beratung der Entwürfe für den neuen Brunnen bei der Apotheke und der örtlichen Besichtigung ergab, daß der Wasserauslauf in seiner geringen Höhe nicht berücksichtigt wurde. Die endgültige Beschlußfassung wurde daher zurückgestellt. — Der Randsteinsatz und die Anlage von Gehwegen an der Straße gegenüber dem Hofgarten und in der Vorbachzimmerstraße muß bis zum Jahre 1939 zurückgestellt werden, nachdem das Straßen- und Wasserbauamt mitgeteilt hat, daß im Jahre 1939 eine Bewalzung dieser Straßenstrecken und damit eine Aenderung des Straßenprofils erfolge. – Der hiesigen Stadtkapelle wird wie 1937 auch für 1938 ein Betrag von 300 RM. verwilligt. — Die Belohnung des Straßenkehrers wird infolge Vermehrung der zu reinigenden Straßenstrecken ab 1. Juli ds. Js. neu geregelt. — Der Bürgermeister berichtet über die derzeitigen Gemeindearbeiten: (Wegverbesserungen in Sichertshausen, Teerung der Gehwege, Bewalzung des Kelterplatzes mit anschließender Teerung, Verbesserung im Friedhof usw.). — Die Anschaffung einer Motorspritze zu Feuerlöschzwecken ist umgänglich. Der Kauf der Motorspritze erfolgt, sobald die Zusage der Zentralkasse für das Feuerlöschwesen zur Gewährung eines Beitrages eintrifft. — Amtliche Schätzung und Verwaltungsangelegenheiten.
Der Franke, 16. 8. 1936
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17. Juni 1939. Hauptversammlung der Landw. Bezugs- u. Verwertungsgenossenschaft
Niederstetten, 17. Juni. (Hauptversammlung der Landw. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten). Die Hauptversammlung des hiesigen Lagerhauses fand am vergangenen Sonntag im Gasthaus zum "Löwen" statt. Vorsteher Osiander-Sichertshausen eröffnete die Versammlung und konnte 200 erschienene Mitglieder aus den umliegenden Gemeinden begrüßen. Er wies darauf hin, daß die heutige Hauptversammlung zwei Geschäftsjahre zu erledigen hätte, nachdem im vergangenen Jahr wegen der Maul- und Klauenseuche die Hauptversammlung hatte ausfallen müssen. Geschäftsführer Schürger gab den Bericht über die Geschäftsjahre 1936/37 und 1937/38 bekannt, ebenso die Bilanzen für die beiden Jahre. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß sich der Umsatz Jahr für Jahr gesteigert hat. Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 1937/38 rund 2,96 Millionen, der Warnumsatz bei 43 000 Dz. 710 000 Mk. Die Zahl der Mitglieder beträgt rund 500. Die Bilanz schließt mit einem Gewinn von 5700 Mark ab, für beide Geschäftsjahre werden je 5 Prozent Dividende ausgeworfen, der Rest wird dem Reservefond zugewiesen. Die Berichte und die Bilanzen werden von der Hauptversammlung für gut geheißen und den Verwaltungsorganen wird Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder werden wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Otto Osiander-Sichertshausen (Vorsteher), K. Streitberger-Niederstetten (stellv. Vorst.), Bernhard Schmieg-Ochsental, Wilhelm Markert-Pfitzingen, Adolf Thürrauch-Adolzhausen, Heinrich Schürger-Niederstetten. Dem Aufsichtsrat gehören an: K. Löber-Ermershausen (Vors.), J. Hörner-Herrenzimmern (Stellv.), Joh. Haag-Oberstetten, L. Klein-Hirchbronn, K. Schaffert-Reichertswiesen, F. Scheuermann-Herbsthausen, A. Hammel-Vorbachzimmern, Friedr. Münz-Hollenbach, Al. Jakob-Zaisenhausen, R. Beck-Wildentierbach, E. Ziegler-Gütbach, W. Abendschein-Eichswiesen, J. Lüllig-Simprechtshausen, A. Schneider-Riedbach, Friedr. Albrecht-Wittmersklingen. Unter Punkt Verschiedenes fand eine Aussprache über Sacklieferung, Gerstenablieferung, Kartoffeldämpfkolonne usw. statt. Beschlossen wurde, daß zwischen der Heu- und Getreideernte das Lagerhaus einen Sonderzug nach Stuttgart es Besuch der Reichsgartenschau laufen läßt. Vorsteher Osiander sprach zum Schluß dem Geschäftsführer, den Angestellten und den Arbeitern sowie allen Mitgliedern den Dank für ihre im Interesse der Genossenschaft geleistete Arbeit aus, er bat die Mitglieder alles daran zu setzen, daß auch künftighin eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und den Mitgliedern herrschen möge wie dies bisher der Fall war zum Segen der Genossenschaft. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler schloß der Vorsteher die anregend verlaufene Hauptversammlung.
Der Franke, 17. 6. 1939
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18. Juni 1938. Beratung mit Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 18. Juni. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren.) Auf Grund von § 3 der deutschen Gemeindeordnung wird nach Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren eine neue Friedhofordnung erlassen. Der Bürgermeister bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Reinlichkeit die neue Friedhofordnung allein nicht genüge, sondern, daß es Aufgabe eines jeden einzelnen sei, hier mitzuarbeiten. Die Stadtgemeinde werde in nächster Zeit die notwendigen Arbeiten auf dem Friedhof ausführen und die Kontrolle über die Pflege der einzelnen Gräber durchführen. – Nachdem durch die Einführung der neuen Körordnung in der Klasseneinteilung der Farren eine bedeutende Aenderung eingetreten ist und die Farren der heutigen Zuchtwertklasse II denen der früheren Klasse I gleich kommen, ist eine Aenderung des Sprunggeldes notwendig. Ab 1. April ds. Js. beträgt das Sprunggeld: Farren Klasse I: 8 RM,, Klasse II: RM., Klasse III: 3 RM, Bei Auswärtigen erfolgt ein besonderer Zuschlag. Bei der anschließenden Besichtigung der Farren konnte festgestellt werden, daß das vorhandene Farrenmaterial befriedigt und in Ordnung ist. — Bei dem am 30. Januar 1936 mit Johann Hermann-Ermershausen abgeschlossenen Farrenhaltungsvertrag ist die Wiesennutzung in Wegfall gekommen, ab 1. April ds. Js. wird Hermann als Ausgleich der Betrag von 40 RM. jährlich gewährt. Mit Rücksicht auf die veränderte Lage in der Farrenhaltung und auf die erhöhten Preise für Jungfarren werden den beiden Farrenhaltern in Ermershausen und in Sichertshausen bei Anschaffung von Jungfarren Beiträge in Höhe von 20 Prozent mit Wirkung vom 1. April ds. Jahres ab gewährt. — Studienrat Maier wird auf 1. Juli ds Js. an die Hans Schemm-Oberschule in Ulm versetzt. Sein Nachfolger ist Studienassessor Göller. Die Ausführung der notwendigen Anstrich- u. Tapezierarbeiten in der Studienratswohnung werden genehmigt. — Die Nachsommerweide in Sichertshausen wird dem bisherigen Pächter, Schafhalter Brümmer-Hornungshof um den Pachtpreis von 240 RM. überlassen. – Als Badewärter beim städt. Freibad wird Friedrich Müller aufgestellt. Die Eintrittspreise bleiben unverändert. — Die Stadtgemeinde ist dem Verein für Bad Mergentheim als Mitglied beigetreten und wird beim Landesfremdenverkehrsverband Württemberg-Hohenzollern ebenfalls die Mitgliedschaft erwerben. — Einsprüche gegen die angesetzte Feuerwehrabgabe werden erledigt, bezw. den Einsprüchen wird nicht stattgegeben. — Einem Gesuch auf Ermäßigung des Wasserzinses wird stattgegeben, wenn die inzwischen angebrachte Wasseruhr jedoch einen höheren Wasserverbrauch anzeigt, ist der Wasserzins nachzubezahlen. — Dem Gesuch einer jüdischen Firma um teilweisen Steuernachlaß wird nicht stattgegeben. — Der Gehalt der Schreibgehilfin erfährt eine Erhöhung. — Nachdem die ländliche Berufsschule seit 1. Jan. ds. Js. in der Sammelschule ebenfalls untergebracht ist, wird die Belohnung des Schuldieners neu geregelt. — Christian Kleinhanß, Bauer, will auf seinem Grundstück im Gewand Hohenbuche eine größere Feldscheuer errichten. Als Grundstücksnachbar hat die Stadtgemeinde gegen das Baugesuch nichts einzuwenden. – In der hiesigen Gemeinde ist der Rebschutzdienst eingeführt. Die Kosten hiefür übernimmt die Stadtkasse. — Die Ratsherren nehmen davon Kenntnis, daß der hiesige Flugplatz nicht als Schafweide verpachtet wird, sondern, daß, wie bisher, der Grasertrag zum Verkauf kommt. Eine Verpachtung des Flugplatzes als Schafweide hätte sich bei dem diesjährigen Futtermangel katastrophal ausgewirkt. — Vom Einbau eines Schnellschlußventils in der Pumpstation wird vorerst abgesehen, nachdem es sich herausgestellt hat, daß die Bedienung auch ohne Schnellschlußventil erfolgen kann.
Der Franke, 18. 6. 1938
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19. April 1933, Scheune abgebrannt. Acht Stadträte neu bestimmt
Niederstetten, 19. April. Heute früh etwa um 1/2 4 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Karl Melber – Hausname Ströbel-Melber –, Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Das angebaute Wohnhaus wurde ebenfalls ein Opfer der Flammen. Das Vieh konnten gerettet werden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die eingeäscherte Scheuer wurde erst im Jahre 1932 neu erbaut. - In Anpassung an das Ergebnis der letzten Reichstagswahl wurden für die Gesamtgemeinde Niederstetten acht Stadträte von den einzelnen Parteien bestimmt und zwar für die NSDAP. der Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Sägereibesitzer Karl Streitberger, seith. Gemeinderat, Metzgermeister Friedrich Melber, seith. Gemeinderat, Buchdruckereibesitzer Richard Knenlein, für den Württ. Bauern- und Weingärtnerbund Johann Linder, Landwirt, seith. Gemeinderat, Weingärtner und Landwirt Wollinger, seith. Gemeinderat, und für das Zentrum der Flaschnermeister Karl Keppler, seith. Gemeinderat, für die Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen der Landwirt Herrmann in Ermershausen. Das Ergebnis der Mandatsverteilung wird von der Bevölkerung mit Befriedigung aufgenommen.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 91, 20. 4. 1933, S. 4)
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2. September 1932. Sichertshausener und Ermershäuser Schüler jetzt in Niederstetten
() Niederstetten, 2. Sept. Nachdem es durch die neue Gemeindeordnung möglich war, die Muttergemeinde Niederstetten mit ihren Teilgemeinden Sichertshausen und Ermershausen zu einem organischen Ganzen fest zusammenzuschließen, war die Stadtverwaltung bestrebt, auch die Schulgemeinde dadurch einheitlich zu gestalten, daß die Schüler von Sichertshausen hier eingeschult würden. (Sichertshausen gehörte in Kirche und Schule nach Ettenhausen). Dieses Bestreben war erfolggekrönt. Gestern am ersten gemeinsamen Schultag ließ die Stadtgemeinde die Sichertshäuser Schüler und ihre Eltern, sowie den um die Einigung verdienten Herrn Anwalt Kleiter im Auto einholen. Auf dem Schulhof hatte die evangelische Volksschule mit ihren Lehrern u. Herrn Bürgermeister Schroth Aufstellung genommen. Nach Absingung eines Liedes wandte sich Herr Oberlehrer Wahl mit herzlichen Begrüßungsworten an Schüler und Eltern. Auch an die bisherigen Schüler der Schule wandte sich deren Schulvorstand und ermahnte sie, die neuen Schüler gut aufzunehmen. Dann erhielten die neu eintretenden Sichertshäuser Schulkinder jedes einzelne von ihren nunmehrigen Klassenkameraden einen Blumenstrauß überreicht. Auch Herr Bürgermeister Schroth widmete den Sichertshäuser Schülern und Eltern Worte des Empfanges. Der Zweck der Einschulung sei der, die Stadt und ihre Teilgemeinden immer enger zusammenzuschließen. Herr Bürgermeister Schroth bat Lehrer und Schüler, jeder möge das Seine dazu beitragen, daß den neuen Schülern die Umschulung nicht schwer falle. Hierauf wurden die neuen Schüler in ihre Schulzimmer geleitet.
(Vaterlandsfreund, Nr. 206, 3. 9. 1932)
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26. März 1933, Schulentlaßfeier der evangelischen Volksschule
Niederstetten, 3. April. Wie reden heute so viel von der Gemeinschaft und von dem einigenden Band, das uns alle umschlingen sollte. Da ist es besonders wohltuend, wenn man auf irgend einem Gebiet - wenn auch am kleinen Platz - das Ziel verwirklicht sieht. Das war am Sonntag, 26. März, bei der Entlassungsfeier der evangelischen Volksschule Niederstetten der Fall. Seit 13 Jahren hat sich diese Feier - alljährlich wiederkehrend und in steigendem Maße begrüßt - eingebürgert, so daß man von einer wirklichen Gemeinde sprechen kann, in welcher sich Eltern, Schüler und Freunde der Schule mit den Lehrern derselben verbunden fühlen. Ueber 400 Erwachsene hatten sich neben den 150 Kindern in der Turnhalle eingefunden. Der Schulvorstand, Herr Oberlehrer Wahl, wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß man auch an einer Entlaßfeier sehen könne, was und in welchem Geist in einer Schule gearbeitet werde. Die Kleinsten, die es kaum erwarten konnten, zeigten zuerst ihre Kunst. Wie selig leuchteten ihre Augen, als sie in dem reizenden Frühlingsspiel "Der Frühling hat sich eingestellt", als Häslein und Vöglein springen und hüpfen, als Blümlein nicken, tanzen und singen durften! Wir Erwachsene selbst fühlten uns da wieder ins Kinderland zurückversetzt, wir empfanden wieder mit Kindern so rein, so unberechnet und natürlich. Die Mittelklasse führte uns ein Märchenspiel vor. Fröhlich singende Wandervögel ließen in uns die Erinnerung an die letzte Schülerwanderung in den Odenwald auftauchen. Eingeflochtene Reigen und Gesänge hörten wir zu unserer Ueberraschung erstmals von Schulflöten begleitet. Im Schulbericht erfuhren wir von der steigenden Raumnot der evangelischen Volksschule, die durch die Umschulung von Sichertshausen und den starken neueintretenden Jahrgang verursacht sei und der bald abgeholfen werden sollte. Dann gedachte der Schulvorstand auch des großen, schicksalhaften Geschehens unserer Tage, das uns eine neue, nationale Regierung gebracht. Er erinnerte daran, wie die Lehrer der Schule schon bisher ihr Ziel in der Erziehung: zum deutschen Menschen gesehen hätten. Vor 12 Jahren sei den Entlaßschülern zugerufen worden: Seid treu! Seid wahrhaftig! Seid deutsch! Seid opferbereit! Das gelte heute mehr als je. Das Wort "Gedenke, daß Du ein Deutscher bist!", das bei der nationalen Schulfeier am 18. März den Schülern mitgegeben worden ist, verpflichte zu ernstem Streben nach Verkörperung all der edlen Eigenschaften, die die bestem Deutschen im Lauf der Jahrhunderte gezeigt hätten. Unseres jetzigen Kultministers Prof. Mergenthalers Ruf an die Entlaßschüler im Sommergarten: "Ans Vaterland, ans teure schließ' dich an", sei den Schülern stets vor Augen gehalten worden. Dann stelle sich auch die rechte Vaterlandsliebe ein, aus der die Gesinnung entspringe, die notwendig sei, um die schweren Zukunftsaufgaben zu meistern. Ein Sprechchor gab in "Deutscher Glaube" von Filix [!] Fischer, unserer heißen Hoffnung auf den Wiederaufstieg unseres geliebten Vaterlandes ergreifenden Ausdruck. Dann wurde uns ein Einblick in das neue Musizieren in der Schule gegeben. Wir sahen etwa 20 Flötenspieler, die mit leuchtenden Augen ihre neue Kunst Eltern und Kameraden vorführen durften. Besonders beifällig wurde "Wilhelmus von Nassaue" aufgenommen. Es war ein schönes Bild einer Schulgemeinschaft, Schüler und Lehrer gemeinsam bei den Gesängen auf Flöten, Cello und Klavier musizieren zu sehen. Daß dieses neue Instrument, die Schulflöte, nicht nur eine Bereicherung der Schulmusik bedeutet, sondern auch Anregung zur besseren Pflege der häuslichen Musik gibt, wurde den Anwesenden klar. Die Menuette von Bach und Beethoven zeigten, daß sich auch Stücke unserer großen Musiker auf ihr darbieten lassen. Zum Schluß wurde die Apfelszene aus Schillers "Wilhelm Tell", von den Schülern des 6.-8. Schuljahres gespielt. Die starke Spannung, die bei Erwachsenen und Kindern bis zum Schluß anhielt, ließ uns die harte Knechtung der Schweizer miterleben. H. Bürgermeister Schroth dankte dann im Namen der Eltern und der Gemeinde den Herren Lehrern sowohl als auch den Schülern für den schönen Abend. Er gab letzteren Worte der Ermahnung mit auf den Lebensweg und betonte den Wert einer guten, bewußt deutschen Erziehung, im Hinblick auf die so notwendige deutsche Volksgemeinschaft. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß dieser Abend fast die gesamte Elternschaft und viele Gäste alljährlich so einträchtig vereine. Der gemeinsame Gesang des Liedes "Kein schöner Land" beschloß erst um 11 Uhr die Feier.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 79, 4. 4. 1933, S. 3)
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Wilhelmus von Nassaue
vielleicht
"Het Wilhelmus („Das Wilhelm[lied]“), auch Geusenhymne genannt, ist die Nationalhymne der Niederlande. Die von ihr abgeleitete Fassung De Wilhelmus („Der Wilhelm“) ist ferner die Hymne der großherzoglichen Familie des Großherzogtums Luxemburg." (Wikipedia) -
3. November 1931. Sanitätskontrolle in Sichertshausen und Ermershausen
() Niederstetten, 3. Nov. Am letzten Sonntag ist unsere Sanitätskolonne zu einer größeren Uebung ausgerückt. Der Zweck war, unseren Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen ein Bild von den Leistungen der Kolonne zu geben. So ging der Marsch zuerst nach Sichertshausen und nachdem dort die Sanitätskolonne Proben ihres Könnens abgelegt hatte, fand die Uebung bei Ermershausen Fortsetzung und Schluß. Die Uebung stand unter Leitung des Kolonnenarztes Herrn Dr. Dörr und nahm einen sehr zufriedenstellenden Verlauf.
Vaterlandsfreund, Nr. 258, 4. 11. 1931
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3. September 1932. Schule Nachtrag
() Niederstetten, 3. Sept. Unserem Bericht über die Schulfeier in Niederstetten (Einschulung der Sichertshäuser Schüler) ist nachzutragen, daß Herr Gutsbesitzer Waldmann den Dank der Eltern und Schüler aus Sichertshausen zum Ausdruck brachte und die besten Wünsche für eine gemeinsame Zukunft daran knüpfte.
(Vaterlandsfreund, Nr. 207, 5. 9. 1932)
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Adreßbuch 1936
Adressbuch für Stadt und Bezirk Gerabronn. 2. Auflage. Druck und Verlag: Rückert's Buchdruckerei Gerabronn 1936.
Niederstetten
mit Ermershausen, Sichertshausen und Eichhof
Einzelwohnsitze: Eulenhof, Frickenmühle, Haltenbergstetten, Kauzenmühle, Rehhof, Schneidemühle, Ziegelmühle, DreischwingenStadt
Einwohnerzahl: 1567, davon prot. 1250, kath. 233, isr. 81, von anderen Bekenntnissen u. religionslos 3
Finanzamt: Bad Mergentheim
Amtsgericht: Langenburg
Autolinie: Mulfingen - Künzelsau
Bahnstation: Niederstetten
Post: Niederstetten
Oeffentliche Sprechstelle: Postamt Niederstetten
Ortsvorsteher: Bürgermstr. Schroth, Fernsprecher 134
Beigeordnete: Melber Friedrich, Thomas Fritz
Ratsherren: Hermann Heinrich, Ermershausen, Knenlein Richard, Linder Johann, Melber Karl, Osiander Otto, Sichertshausen, Streitberger Karl
Gemeindepfleger: Pflüger Friedrich
Ortsgruppenleiter der NSDAP.: Thomas Fritz, Niederstetten
Ortsgruppenwalter der DAF. [Deutsche Arbeitsfront]: Knenlein Eugen
Ortsgruppenamtsleiter der NSV. [Nationalsozialistisch
Volkswohlfahrt]: Thomas Karl
Ortsbauernführer: Melber Karl
Evang. Stadtpfarramt : Stadtpfarrer Göltenboth Ernst Willy
Kath. Stadtpfarramt: Stadtpfarrer Mayer Matthias
Notariat: Niederstetten, Kunkel Eugen, Bezirksnotar.
Aerzte: Heller Sigm. Dr., prakt. Arzt
Tierärzte: Holler Rud., Dr.med.vet.Handel und Gewerbetreibende
Architekten
Baumann, Baumeister
Autovermietung
Färber Willy
Groß Martin
Marquardt R. z. „Krone“Apotheker
Hermann Mayerhausen (siehe Anzeige unten)
Bäckereien
Härterich Johann
Hirsch Wilhelm
Dreher Georg
Federolf Friedrich
Kleinschrot August
Rummler Georg
Scharpf Hermann
Thomas Johann
Wagner KarlBanken
Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn, Filiale Niederstetten
Darlehenskassenverein Niederstetten
Kreissparkasse Gerabronn, Zweigstelle NiederstettenBaugeschäfte (Maurer)
Braungart Josef
Feinauer WilhelmBaumaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer
Baumann, BaumeisterBau- und Möbelschreinereien
Groß Georg
Groß Karl
Kästle Gebrüder
Meider Georg
Ziegel HansBaumschulen
Rüger Karl
Schneider JuliusBildhauer
Schumm Heinrich
Brennereien
Striffler Otto
Buchbindereien und Schreibwaren
Knenlein Eugen
Buchhandlungen — Schreibwaren
Knenlein Eugen
Knenlein Richard
Fleck KarlBuchdruckereien
Knenlein Richard
Brennmaterialien
Dill J.C., Inhaber Karl Bauer (siehe Anzeige unten)
Emmert FriedrichCafés
Benh Alfred
Grießer Georg
Schindwolf HermannDamenschneidereien
Bosack Rösle
Dertinger Anna
Herzog Lilli
Heilmann Katharine
Jung Geschwister
Klenk Elise
Köppel Ida
Markert Katharine
Rupp Wilhelmine
Schuhmacher BertaDreschmaschinenbesitzer
Streitberger Karl
Drechsler
Abendschein Julius
Eisenwarenhandlungen
J. C. Dill, lnh. Carl Bauer
Mayer GeschwisterElektro-Installationsgeschäfte
Elektrizitätswerk Ingelfingen-Hohebach
Fischer Richard
Jäck Marx
Utz ErnstElektrizitätswerke
Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach
Flaschner
Emmert Alfred
Freier Georg
Keppler Karl
Herz EliseFriseurgeschäfte
Müller Fridolin
Schneider Wilhelm
Wild KarlFuhrunternehmer
Hagelstein Leonhard, Güterbeförderer
Gasthöfe
Braun Wolf
Hermann Bick, Metzgerei und Gasthaus zum Anker (siehe Anzeige unten)
Gasthof zur „Post”, Niederstetten (siehe Anzeige unten)
Fleck Berta
Marquardt Reinh., z. „Krone“
Meister Margarete, z. „Hirsch“
Melber Friedrich
Nörr Eugen, z. „Adler“
Pflüger Karl z. „Eisenbahn“
Streng Friedrich
Schindwolf Hermann
Schmidt Frida, z. „Ochsen“
Schürger Heinrich, z. „Löwen“Gärtnereien
Rüger Karl
Schneider JuliusGerbereien
Streitberger Karl
Gipser
Hellmuth Johann
Glaser
Otto Ernst
Gold- und Silberwaren
Dürr Frieda
Fleck KarlHerrenschneidereien
Burkhardt Karl
Dertinger Paul
Menikheim Karl
Schmitt Gottlob
Vogel Fritz
Wagner WillyKaminfeger
Tetloff, Creglingen
Kolonial- u. Gemischtwarenhandlungen
Vent Alfred
Dierolf Otto, Hall, Filiale Niederstetten
Glaser Ida
Grießer Georg
Markert Georg
Melber Anna
Kießecker Friedrich (siehe Anzeige unten)
Nörr Friedrich
Streng Gottlob
Rück WilhelmKorbmacher
Braungart Josef
Dieß Karl
Köhnlein GeorgKonditoreien
Benth Alfred
Grießer GeorgKüfereien
Blumenstock Otto
Schürger Leonhard
Steinmeß GeorgKürschner
Sus Georg Wwe.
Landesprodukten
Ehrenberg Marx
Kießecker Friedrich o. H. G.
Hohenl.-fränkische GetreideverkaufsgenossenschaftLimonade- und Mineralwasserhandlungen
Schürger Leonhard
Maler
Dod Ludwig
Hellmuth JohannManufaktur- und Aussteuerartikel
Kahn Albert
Kirchheimer Max
Löwenstein Julius
Seybold Eugen
Schloßberger Berthold
Wolf David
Zink AugustMechanische Werkstätten, Fahrräder, Nähmaschinen
Färber Willy
Groß Martin
Blumenstock Wilhelm
Keitel Friedrich
Mayer GeschwisterMesserschmiede
Schönemann Heinrich
Metzger
Biek Hermann
Kahn Max
Melber Friedrich
Schmidt Hans Wwe.
Streng FriedrichMolkereien
Milchverwertungsgenossenschaft e. G. m. b. H., Niederstetten
Mühlen
Ziegler Georg, Frickenmühle
ÖIe und Fette
Grupp Hugo Wwe.
Stern MaxPutzgeschäfte
Friederich Gretchen
Kreußmann Geschwister
Knenlein AnnaSattler
Kleinhanß Albert
Kleinschrot Albert
Schmidt Gottlob
Schneider Gottfried Wwe.
Schürger GustavSägewerke
Jung Gebrüder
Streitberger KarlSeifenfabrikation
Grupp Hugo Wwe.
Seiler- und Bürstenwaren
Linder Georg
Müller Eugen
Nörr FriedrichSchuhmacher und Schuhwarenhandel
Baumann Gottlob
Freier Wilhelm
Friedrich Wilhelm
Friedrich Karl
Schmid Gebhard
Schmidt OttoSchlosser
Groß Martin
Fischer Richard
Mayer GeschwisterSchmiede
Hönig Leonhard
Hammer Karl
Jöchner AlbertTerrazo- und Kunststein-Geschäfte
Feinauer Wilhelm
Uhrmacher
Dürr Frieda
Viehhändler
Kirchheimer Simon
Jakob Neu
Schloßberger Julius u. LeopoldWagner
Gögelein Hermann
Schuhmacher HeinrichZahntechniker und Dentisten
Wild Karl, Dentist
Zimmergeschäfte
Jung, Gebrüder
Sonstige Gewerbetreibende
Klein Sofie, Restegeschäft
Friedrich Kiesecker, Malzextrakt
Lüder Kathi, Geschirrhandel
Reichenberger, Restegeschäft
Schürger Heinrich jr., Rundbürstenfabrikation
Wallrauch Helene, StickerinAnzeigen im Text








Vereine und ihre Vorstände
Geflügelzuchtverein Niederstetten. Vorstand: Friedrich Bullinger
Kriegerkameradschaft Niederstetten (Kyffhäuserbund). Kam.-Führer Fritz Knorr
Männergesangverein Niederstetten. Vorstand: Julius Schneider
Sportverein Niederstetten. Vorstand: Karl Wollinger
Turnverein Niederstetten e. V. Vorstand: Karl StreitbergerBauern und Landwirte
* = ErbhofNiederstetten
Abendschein Julius
Bader Johann
*Barthelmäs Friedrich
Bauer August jr.
Blumenstock Elsa
Burkert Karl
Burkert Ludwig
Burkhardt Heinrich
Busch Wilhelm
Dreher Joh., Weingärtner
Frank Ernst Wwe.
Frank Friedrich, Weingärtner
Frank Karl
*Frank Wilhelm Wwe.
Frey Friedrich
Fug August
Fug Friedrich
Gundel Johann
Hagelstein Friedrich
Hagelstein Leonhard
Hammer Friedrich sen.
*Herz Friedrich-Wwe.
Hofmann Wilh., Weingärtner
Hopf Friedrich
Landwirtschaftl. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten e. G. m.b.H.
Hopf Georg
Horn Friedrich
Horn Karl
Jäger Hermann
Jäger Otto
Jäger Johann
Jakob Josef
Keim August
Keim Karl, Weingärtner
*Klein Albert
*Kleinhanß Christian
*Kleinhanß Gottlieb
*Knorr Friedrich
Korder Kaspar
Kostel Johann
Köhnlein Georg, Weingärtner
Krauß Marie Wwe.
Küstner Friedrich
*Lang Heinrich, jetzt Metzger W.
Lang Wilhelm
Leyrer Karl
*Limbacher Heinrich
Linder Barbara Wwe.
Linder Georg
*Linder Johann Fr. sen.
Linder Karl
Markert Georg, Weingärtner
Meder Konrad
Meister Katharine
*Meister Margarete
*Melber Karl
Menikheim Johann
Mittnacht FE
*Mittnacht Stefan
Mündlein Gottlob
*Münz Geschwister
Naser Georg
*Neubert Johann
*Nörr Eugen
Nörr Friedrich, a. Bach
Nörr Wilhelm
Pflüger Johann
Ratz Eduard
Rieger Karl
Rummler Georg
Rummler Georg, Bäcker
Schmidt Andreas
Schmitt Theodor
Schmitt Wilhelm
Schuch Georg
*Schulz Gebrüder
*Schultz Friedrich
Schumann Friedrich
Sinner Johann
*Steinmetz Johann
Streitberger Karl
*Striffler Otto
Thomas Leonhard
Thürauf Gottlob
Waldmann Friedrich
Weber Fr. Wwe., Weingärtner
Weber Albert
*Wollinger Karl
*Ziegler Georg, Frickenmüller
Städt. Hofgut Rehhof, Pächter: Johann PreuningerEichhof
*Dürr Albert
*Gebhardt Heinrich
*Haag Karl
*Hermann Friedrich
*Hermann Wilhelm
*Hermann Adolf
*Kohlschreiber Josef
*Löblein Paul
*Melber FriedrichErmershausen
*Dümmler Georg
*Ehrle Karl Heinz
*Fach Josef, Dreischwingen
*Friedrich Gottlieb
*Friedrich Gottlob
*Haag Albert
*Haag Bernhard
*Hermann Heinrich
*Hermann Johann
*Löber KarlSichertshausen
Albrecht Georg
*Egner Friedrich
*Habel Wilhelm
*Kleider Gottlieb, jezt Metzger Karl
*Korn Georg
*Oberndörffer Wilhelm
*Osiander Otto
*Ruhm Eduard
*Scheuermann Friedrich
*Schneider Friedrich (Erben)
*Waldmann Wilhelm