Studienrat Maier

Studienrat Maier

  • 18. Juni 1938. Beratung mit Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 18. Juni. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren.) Auf Grund von § 3 der deutschen Gemeindeordnung wird nach Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren eine neue Friedhofordnung erlassen. Der Bürgermeister bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Reinlichkeit die neue Friedhofordnung allein nicht genüge, sondern, daß es Aufgabe eines jeden einzelnen sei, hier mitzuarbeiten. Die Stadtgemeinde werde in nächster Zeit die notwendigen Arbeiten auf dem Friedhof ausführen und die Kontrolle über die Pflege der einzelnen Gräber durchführen. – Nachdem durch die Einführung der neuen Körordnung in der Klasseneinteilung der Farren eine bedeutende Aenderung eingetreten ist und die Farren der heutigen Zuchtwertklasse II denen der früheren Klasse I gleich kommen, ist eine Aenderung des Sprunggeldes notwendig. Ab 1. April ds. Js. beträgt das Sprunggeld: Farren Klasse I: 8 RM,, Klasse II: RM., Klasse III: 3 RM, Bei Auswärtigen erfolgt ein besonderer Zuschlag. Bei der anschließenden Besichtigung der Farren konnte festgestellt werden, daß das vorhandene Farrenmaterial befriedigt und in Ordnung ist. — Bei dem am 30. Januar 1936 mit Johann Hermann-Ermershausen abgeschlossenen Farrenhaltungsvertrag ist die Wiesennutzung in Wegfall gekommen, ab 1. April ds. Js. wird Hermann als Ausgleich der Betrag von 40 RM. jährlich gewährt. Mit Rücksicht auf die veränderte Lage in der Farrenhaltung und auf die erhöhten Preise für Jungfarren werden den beiden Farrenhaltern in Ermershausen und in Sichertshausen bei Anschaffung von Jungfarren Beiträge in Höhe von 20 Prozent mit Wirkung vom 1. April ds. Jahres ab gewährt. — Studienrat Maier wird auf 1. Juli ds Js. an die Hans Schemm-Oberschule in Ulm versetzt. Sein Nachfolger ist Studienassessor Göller. Die Ausführung der notwendigen Anstrich- u. Tapezierarbeiten in der Studienratswohnung werden genehmigt. — Die Nachsommerweide in Sichertshausen wird dem bisherigen Pächter, Schafhalter Brümmer-Hornungshof um den Pachtpreis von 240 RM. überlassen. – Als Badewärter beim städt. Freibad wird Friedrich Müller aufgestellt. Die Eintrittspreise bleiben unverändert. — Die Stadtgemeinde ist dem Verein für Bad Mergentheim als Mitglied beigetreten und wird beim Landesfremdenverkehrsverband Württemberg-Hohenzollern ebenfalls die Mitgliedschaft erwerben. — Einsprüche gegen die angesetzte Feuerwehrabgabe werden erledigt, bezw. den Einsprüchen wird nicht stattgegeben. — Einem Gesuch auf Ermäßigung des Wasserzinses wird stattgegeben, wenn die inzwischen angebrachte Wasseruhr jedoch einen höheren Wasserverbrauch anzeigt, ist der Wasserzins nachzubezahlen. — Dem Gesuch einer jüdischen Firma um teilweisen Steuernachlaß wird nicht stattgegeben. — Der Gehalt der Schreibgehilfin erfährt eine Erhöhung. — Nachdem die ländliche Berufsschule seit 1. Jan. ds. Js. in der Sammelschule ebenfalls untergebracht ist, wird die Belohnung des Schuldieners neu geregelt. — Christian Kleinhanß, Bauer, will auf seinem Grundstück im Gewand Hohenbuche eine größere Feldscheuer errichten. Als Grundstücksnachbar hat die Stadtgemeinde gegen das Baugesuch nichts einzuwenden. – In der hiesigen Gemeinde ist der Rebschutzdienst eingeführt. Die Kosten hiefür übernimmt die Stadtkasse. — Die Ratsherren nehmen davon Kenntnis, daß der hiesige Flugplatz nicht als Schafweide verpachtet wird, sondern, daß, wie bisher, der Grasertrag zum Verkauf kommt. Eine Verpachtung des Flugplatzes als Schafweide hätte sich bei dem diesjährigen Futtermangel katastrophal ausgewirkt. — Vom Einbau eines Schnellschlußventils in der Pumpstation wird vorerst abgesehen, nachdem es sich herausgestellt hat, daß die Bedienung auch ohne Schnellschlußventil erfolgen kann.

    Der Franke, 18. 6. 1938

  • 23. Februar 1937. Elternabend der Realschule

    Niederstetten, 23. Febr. Am Montag, den 22. Februar, kamen Eltern und Freunde der Realschule Niederstetten im neuen Schulhaus zu einem Elternabend zusammen. Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht - auch aus den umliegenden Gemeinden Bartenstein, Oberstetten, Wildentierbach, Sichertshausen, Pfitzingen waren Gäste und Eltern erschienen - und das Interesse für die Ausführungen des Schulleiters, Studienrat Maier, über die neue Deutsche höhere Schule war allgemein. Studienrat Maier legte in seinem etwa 1 1/2 stündigen Vortrag den neuen Schultyp mit Englisch als erster und Latein als zweiter Fremdsprache dar. Ex zeigte die Ziele und Maßstäbe auf, nach denen die höhere Schule im Reiche Adolf Hitlers ausgerichtet wird, und ging dann auch auf die besonderen Verhältnisse der hiesigen Realschule in Vergangenheit und Gegenwart ein. Die Erklärungen des Schulleiters befriedigten sichtlich. Anschließend an den Vortrag wurde den Eltern Einblick in besonders wertvolle Lehrmittel der Schule gegeben und mehrere neue Schulfilme vorgeführt. Ein Sieg-Heil auf den Führer beendete den offiziellen Teil im neuen Schulhaus, an den sich ein ausgedehntes kameradschaftliches Beisammensein von Eltern und Lehrer im Hotel zur "Post" anschloß. Der Abend hat wieder einmal gezeigt, welch' großes Interesse die Niederstetter an ihrer höheren Schule nehmen und welch gute Früchte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Eltern und Schule zeitigt.

    Der Franke, 24. 2. 1937

  • 24. Mai 1937. Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Schroth

    Abschiedsfeier für Bürgermeister Schroth
    Niederstetten, 24. Mai. In einer am 14. Mai stattgefundenen Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gerabronn haben dieselben von ihrem Kollegen, Bürgermeister Schroth-Niederstetten, welcher als Bürgermeister nach Herrenberg kommt, Abschied genommen. In einer Ansprache des Kreisleiters wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt. Am gestrigen Abend hatte sich nun die Bevölkerung Niederstettens und besonders auch der Teilgemeinden in einer großen Zahl in die festlich geschmückten Turnhalle versammelt, um von ihrem Bürgermeister Abschied zu nehmen, Was Bürgermeister Schroth während seiner 20jährigen Tätigkeit als Amtsvorsteher von Niederstetten geleistet hat, kam in den zahlreichen Reden des Abends zum lebhaften Ausdruck, ebenso seine Verbundenheit und der seiner Familie mit der Bevölkerung. Landrat Wöhrle-Gerabronn und Kreisleiter Niklas-Riedbach waren erschienen, um den Dank abzustatten für die von Bürgermeister Schroth geleistete Arbeit als Kommunalbeamter und in dieser Eigenschaft als Kreisamtswalter der NSDAP. Zum äußeren Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeindewohl überreichte der stellvertretende Bürgermeister Melber ein Gemälde, Niederstetten mit Aussicht auf das Schloß darstellend, von einem Heimatsohne, Kunstmaler Gehring-Stöckenburg. Studienrat Maier sprach für die Lehrer und dankte für die Initiative beim Bau der neuen Schule und übergab als kleines Zeichen des Dankes ein Bild der Schule. - Ortsgruppenleiter Thomas nahm in herzlichen Worten Abschied von seinem Parteigenossen. Herr Gräter-Hermuthausen und Direktor Roesler-Igelfingen sprachen für den Elektrizitäts-Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach und gedachten seiner als dem Gründer desselben. Aus dem gleichen Anlaß dankten die Vorstände der Weingärtnergenossenschaft und der Milchverwertung. Für das volle Verständnis und die entgegenkommende Förderung ihrer Belange dankten die Vorstände des Turn- und Männergesangvereins, sowie des Kyffhäuserbundes. Stadtpfleger Pflüger sprach für die städt. Angestellten und betonte das gute Einvernehmen und verständnisvolle Arbeiten mit ihrem Vorgesetzten. Bürgermeister Striffler-Vorbachzimmern hob die Verdienste des Scheidenden um das nachbarliche gute Einvernehmen in Schulfragen hervor. Stadtpfarrer Göltenboth sprach für die ev. Kirchengemeinde. Die ganze Feier wurde festlich umrahmt durch Darbietungen gesanglicher und musikalischer Art durch den Männergesangverein und die Kreismusikkapelle. Tiefbewegt dankte Bürgermeister Schroth allen Erschienenen und besonders den Rednern für ihre Beweise der Anerkennung seiner Arbeit und bemerkte, wie ungern er aus diesem seinem liebgewordenen Wirkungskreise scheide, sei ihm doch Niederstetten eine zweite Heimat geworden, mit der er auch durch Grund und Boden verbunden sei und bleiben werde. Die ihm dargebrachten Glückwünsche für sein und seiner Familie ferneres Wohlergehen erwiderte er für die ganze Einwohnerschaft .Am Abend zuvor fanden sich auch Aufsichtsrat und Vorstand der Landw.- und Gewerbebank Gerabronn bei Aufsichtsratsmitglied Marquardt z. "Krone", um mit dem scheidenden Herrn Bürgermeister Schroth noch im engeren Kreise etwas beisammen zu sein. Bei dieser Gelegenheit ergriff Bankvorstand Rühling das Wort, um namens der Genossenschaft Herrn Schroth für dessen Tätigkeit und Unterstützung als Vorstandsmitglied seit 1926 den wärmsten Dank zu sagen. Herr Rühling entwarf dabei auch einen recht interessanten Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft und insbesondere der Filiale in Niederstetten. So ist die Zahl der Mitglieder in Niederstetten von 1923-1936 von 71 auf 203 gestiegen und die geführten Konten in Spareinlagen, laufender Rechnung und Darlehen von 217 auf 1511 angewachsen. In seiner Erwiderung betonte der Scheidende starke Verbundenheit mit der Genossenschaft, die er auch gerne als überzeugter Genossenschaftler aufrecht erhalten werde. Auch der Leiter der Bankfiliale in Niederstetten, Herr Willy Schuster brachte in herzlicher Weise seinen Dank für die schöne Zusammenarbeit mit Herrn Bürgermeister Schroth zum Ausdruck. Die an der Feier teilnehmenden Herren der Bank gaben dem Scheidenden ihre besten Wünsche für seinen neuen Wirkungskreis mit auf den Weg.

    Der Franke, 24. 5. 1937

  • 31. März 1938. Schulschlußfeier

    Niederstetten, 31. März. (Schulschlußfeier). Einen wohlgelungenen und gut besuchten Schüler- und Elternabend veranstaltete gestern abend die deutsche Volks- und Realschule im Rahmen einer Schulschlußfeier in der Turnhalle. Nach einer Begrüßungsansprache durch Schulvorstand, Oberlehrer Gerheiser, brachten die Schüler das Spiel zur Schulentlassung "Wir geloben" in feierlicher Art zur Aufführung und das in eindringlicher Weise zu den Anwesenden sprach. Im Namen der Stadtverwaltung überreichte Bürgermeister Weber jedem der zur Schulentlassung kommenden Knaben und Mädchen mit herzlichen Worten einen Ahnenpaß. Im zweiten Teil des Abends wurde ein Spiel "Die Gänsehirtin am Brunnen" gezeigt, welches ebenfalls lebhaften Beifall hervorrief. Umrahmt und angenehm unterbrochen wurden die Darbietungen durch exakt vorgetragene Musikstücke des Harmonika-Klubs unter der Leitung von Musiklehrerin Frl. K. Huß. Ebenso fanden die Schülerchöre, welche von Hauptlehrer Huß dirigiert. wurden, starke Beachtung. Studienrat Maier schloß den eindrucksvollen Abend und dankte allen Lehrern und Schülern für ihre Mitwirkung am Gelingen der Feier.

    Der Franke, 1. 4. 1938

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