Theresienstadt
Theresienstadt
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Baumann, Mina geb. Kirchheimer
Geb. 1. 7. 1891 in Hollenbach
Heirat: 30. 6. 1931
Ehemann: Otto Baumann, Baumeister in Niederstetten, "nicht jüdischer Abstammung"
1944 oder 15. 2. 1945 Deportation nach Theresienstadt
1945 Rückkehr nach Niederstetten, lebte bis 1960 in Niederstetten mit ihrem Ehemann zusammen, danach getrennt lebend
1960 oder 1961 Auswanderung in die USA (New York)
1961 oder 1962 Rückkehr nach Bad Friedrichshall-Jagstfeld oder Stuttgart
Gest. 10. 3. 1962, Heilanstalt Weinsberg (Kreislaufstörung)
Ununterbrochener Wohnsitz in Niederstetten: 1898-1960
Vater: Abraham Kirchheimer
Mutter: Ricke Kirchheimer geb Schlossberger
Schwester: Elsie Joffe, New York
"In dem kleinen Städtchen Niederstetten mit etwa 1800 Einwohnern sei sie schon im Jahre 1931 als Jüdin vielen Schikanen, Aufregungen ausgesetzt gewesen. Ihr Ehemann – Architekt – habe beruflich deshalb außerordentlich große Schwierigkeiten und Existenzsorgen gehabt. 1938 sei er wegen seiner Ehe mit einer Jüdin nicht in die Kammer der bildenden Künste (Reichskulturkammer) aufgenommen worden und hätte daher seinen Beruf als Architekt nicht ausführen können."
Entschädigung wegen erlittener Haft 300 DM
Entschädigung für Heilverfahrenskosten 362,35 DM
Entschädigung für "weitere" Heilverfahrenskosten 120 DM
Entschädigung Körperschadensrente
ab 1. 9. 1952 mit 61.-
ab 1. 11. 1953 bis März 1962 100 DM
Zahlung einer Soforthilfe 6000 DM
"Die Ehe Baumann - Kirchheimer war anfänglich durchaus harmonisch. Mit Beginn der nationalsozialistischen Bewegung 1933 begannen sich Störungen in der Ehe bemerkbar zu machen, sodaß immer mehr ein Auseinanderleben zunahm, was sich soweit ausdrückte, daß jeder Ehepartner seinen eigenen Weg ging, obwohl sie im gleichen Hause wohnten. Dieser unerträglichen Zustand führte dann 1960 zur Trennung der Ehegatten ohne Auflösung der Ehe und einer Unterhaltsrentenabfindung durch freiwilligen Vertragsabschluß. Hierauf reiste die Ehefrau zu Verwandten nach U.S,A. Sie kehrte aber bald wieder zurück nach Stuttgart u. starb dann 10.3.1962 in der Heilanstalt Weinsberg. Frau Gertrud Fexer geb. Greiß, Witwe, Bahnhofstraße in Niederstetten, hat die Ehefrau Baumann genau gekannt, wenn evt. weitere Angaben über die Persönlichkeit erforderlich sind."
Adresse: Elsie Joffe, 1266 Grand Concourse, Bronx 56, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-139 ff.
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Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Nelly geb. Löwenthal
Geb. 14. 1. 1883 in Mühringen
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehemann: Wolf Braun, geb. 13. 3. 1874, gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Kinder:
Julius Braun, geb. 5. 10. 1908
Deportiert 23. 8. 1942 nach Theresienstadt
Gest. 17. 9. 1943 in Theresienstadt
Adresse: Julius Braun, 621 West Street, New YokQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-166 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Laub, Mina geb. Braun
Geb. 22. 10. 1864 in Niederstetten
Viehhändlers Witwe
Heirat: 29. 10. 1889 in Niederstetten
Ehemann: Löser Laub, geb. 14. 4.1856 in Gleicherwiesen, gest. 12. 7. 1893 in Gleicherwiesen
Kinder:
Selma, geb. 11. 12. 1890 in Gleicherwiesen, verh. Schwartz. 1914 nach USA
Alfred, geb. 11. 10. 1891 in Gleicherwiesen
Martin, geb. 5. 9. 1892 in Gleicherwiesen (Seit 15. 11. 1914 kriegsvermißt)
Leonie, geb. 26. 12. 1893 in Gleicherwiesen, verh. Schlossberger
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt
Lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 11. 10. 1942 in Theresienstadt gestorbenhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-281
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Levi, Else geb. Seeligmann
Geb. 22. 12. 1881 in Mönchen-Gladbach
Hausfrau
Heirat: 25. 7. 1912 in Cöln
Ehemann: Michael Levi, Kaufmann, geb. 22. 12. 1881
Kinder:
Jeanne, geb. 26. 5. 1913 in Antwerpen
Ari, geb. 28 6. 1918 in Cöln
Deportiert 23. 8. 1942 nach Theresienstadt mit Ehepartner, 18. 12. 1943 nach Auschwitz mit Ehepartner, "dort umgekommen"http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-285
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Levi, Michael
Geb. 7. 10. 1878 in München
Kaufmann
Heirat: 25. 7. 1912 in Cöln
Ehefrau: Else geb. Seeligmann, geb. 22. 12. 1881 in München-Gladbach
Kinder:
Jeanne, geb. 26. 5. 1913 in Antwerpen
Ari, geb. 28. 6. 1918 in Cöln
25. 3. 1933 mißhandelt
23. 8. 1942 nach Theresienstadt deportiert. Ehemann u. Ehefrau lt. Beschl. des Amtsgerichts Mergentheim v. 18. 5. 56 für tot erklärt auf den 8. 5. 1945http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-289
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Rosenthal, Gerson
Geb. 16. 8. 1879 in Niederstetten
Kaufmann, Kultusbeamter bei der Isr. Religionsgemeinschaft
Heirat: 18. 8. 1908 in Mainbernheim
Ehefrau: Rosa geb. Samfeld, geb. 3. 10. 1882 in Mainbernheim
Eltern:
Isak Rosenthal, Kaufmann
Jette Rosenthal geb. Rothschild
Für tot erklärt 9. 5. 1945
Kinder:
Irma, geb. 30. 5. 1909, verh. seit 15. 3. 1935 mit Hugo Fröhlich, Kaufmann in Bad Mergentheim
Bertha, geb. 3. 12. 1913 in Niederstetten
Auswanderung der Kinder:
Irma Fröhlich geb. Rosenthal ist nach ihrer Verheiratung nach Palästina (Pitach-Tikwah) ausgewandert.
Berta nach 1938. Lehrerin in England
Deportation der Eltern: Juni 1941 nach Theresienstadt
Adresse Berta: 32 Kinctaig Street, Cardiff, South-Wales, England
"Bis zum Verbot des Schächtens (1. 3. 1933) Schächter in den jüdischen Gemeinden Bad Mergentheim und Niederstetten. Danach Synagogendiener. Auch Vorbeter in der isr. Religoonsgemeinde in Niederstetten. - Für die Schächtertätigkeit erhielt er von den Gemeinden eine kleine monatliche Vergütung und bei Insanspruchnahme jeweils eine Bezahlung für seine Tätigkeit.
Juva RM 3120,-"
Wirtschaftliche Verhältnisse: "Denkbar schlechte Verhältnisse"
"Geschwister Weigel, [?] u. Gottlob Baumann, Schuhmachermeister, können als Nachbarn falls nötig weitere Aussagen machen. Außerdem Frl. Maria Dinkek, Frickentalstr. 6.
Gerson Rosenthal war Schächter u. Synagogendiener. Seine Ehefrau half ihm bei seinem Dienst u. als Hausfrau.
Die Familienverhältnisse waren geordnet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren immer gering fast arm.
Der Familie wurde allgemein unter die Arme gegriffen.
Sie genoß allgemeines Ansehen u. Achtung."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-370
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Schloß, Paula geb. Lilienstrauß
Geb. 16. 9. 1892 in Homburg am Main
Hausfrau
Heirat: 15. 12. 1913 in Homburg am Main
Ehemann: Samuel Schloß, Lehrer, geb. 19. 5. 1881
Juni 1941 deportiert nach Theresienstadt
1933-1941 wohnhaft in Niederstetten
Kinder:
Justin, geb. 10. 9. 1915Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten,http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-397
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Schloss, Samuel
Geb. 19. 5. 1881 in Oberlauingen
Lehrer a.D.
Heirat: 15. 12. 1913 in Homburg a. Main
Ehefrau: Paula geb. Lilienstrauss, geb. 16. 9. 1891 in Homburg
Kinder: Josef Justin, geb. 10. 9. 1915 in Berlichingen
Von 1933 bis 1941 wohnhaft in Niederstetten
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. "Wahrscheinlich dort umgekommen."
Wirtschaftliche Verhältnisse: "nicht günstig"
"Ella Zakor geb. Grießer, Kaufmanns Ehefrau in Niederstetten, Langestraße (Kolonialwarengeschäft) kann allenfalls weitere Aussagen machen.
Die Familie Schloss ging im Jahre 1933 von Berlichingen, Kreis Künzelsau, hierher, nachdem ihr Sohn Justin in Niederstetten als Lehrer tätig war. Sie wohnte im Hause der Familie Reis in der langen Straße.
Als Pensionär trat die Familie Schloss nicht in der Öffentlichkeit hervor.
Sowohl Mann als Frau waren einfache, bescheidene Leute u. dadurch geachtet u. angesehen."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-399 ff.
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Schwerin, Henriette
Geb. 5. 1. 1909 in Niederstetten
"Haustochter"
ledig
Deportiert mit Mutter Zerline Schwerin geb. Reichenberger Juni 1941 nach Theresienstadt, "wahrscheinlich umgekommen"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-422 ff.
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Schwerin, Zerline gen. Selma, geb. Reichenberger
Geb. 12. 2. 1879 in Niederstetten
"Kaufmanns Ehefrau"
Heirat: 11. 2. 1908 in Niederstetten
Ehemann: Friedrich Schwerin, Kaufmann aus Tauberbischofsheim, geb. 10. 8. 1879 in Tauberbischofsheim
"Diese Ehe wurde durch rechtskräftiges Urteil der II. Zivilkammer des Großh. Landgerichts Mosbach vom 22./24. 11. 1913 geschieden. - Das Verschulden ist auf Seiten der Ehefrau."
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt. "Wahrscheinlich umgekommen mit ihrer Tochter"
Wohnhaus Nr. 308: 78 qm u. Gemüsegarten. Lage 315. 39 qm. An der Bahnhofstraße in Niederstetten: [?]"
Besitzer: gemischte Warenhandlung
Verkauf 7. 12. 1942. Stadtgemeinde Niederstetten um 5500 RM.
Zwangsenteignung durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und in dessen Auftrag Finanzamt Mergentheim"
Berufsverbot ab 1937
Wirtschaftliche Ereignisse nach Berufsverbot: "ganz darniederliegend"
"Frau Anna Keicher geb. Frank u. Kaufmann Nörr, Eheleute können, falls nötig, als Nachbarn Aussagen machen.
Die Frau Schwerin geb. Reichenberger lebte nach ihrer Ehescheidung mit ihrem Kinde mit der Mutter [?] Reichenberger (*) zusammen und betrieben gemeinsam das Handelsgeschäft in Kurz- Weiß- u. Wollwaren in geringem Umfange bis etwa 1937. Frau Schwerin war als Haustochter ohne Berufsausbildung erzogen. Ebenso ihre eigene Tochter.
Sie lebten sehr zurückgezogen u. waren von der Bevölkerung geachtet.
Im Juni 1941 wurden Mutter u. Tochter mit einem größeren Transport nach Theresienstadt deportiert. Seither ist in Niederstetten nichts mehr bekannt geworden. Sie sind jedenfalls dort umgekommen."(*) Reichenberger, Klara, geb. 28. 4. 1845, + 29. 9. 1937 in Niederstetten
Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-424
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Thalheimer, Moses gen. Max
Geb. 17. 4. 1855 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat: 5. 7. 1883 in Würzburg
Ehefrau: Mina geb. Weißkopf, geb. 28. 8. 1856 Walldorf-Nassau, gest. 5. 11. 1929 in Niederstetten
Umzug 6. 2. 1939 nach Sontheim/Heilbronn, Raiffeisenstr. 31; Umzug 4. 2. 1942 nach Herrlingen - Heilbronn
Deportation: 22. 8. 1942 nach Theresienstadt
Gestorben: 11. 9. 1942 in Theresienstadt
Kinder: Hedwig, geb. 29. 7. 1885 in Niederstetten, verh. mit Hermann Fleischmann in Aub. Gestorben 29. 12. 1947 Syracus
Rosalia, geb. 14. 2. 1887 in Niederstetten, verh. mit Louis Weinberg in Feuerbach, Stuttgart. "Für tot erklärt 31. 12. 1945"
Bertha, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten, verh. mit Max Ehrenberg, Niederstetten
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kann allenfalls, wenn nötig, Aussagen machen.
Max Thalheimer betrieb hier eine früher gutgehende Weinhandlung mittleren Umfangs. Im Alter ging sie etwas zurück. Er war eine besondere Persönlichkeit, die keinen Umgang suchte, sondern nur das, was ungedingt nötig war, mit seinen Mitbürgern besprach. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gesichert, wie auch seine Familienverhältnisse. Über sein weiteres Schicksal nach seinem Weggang von hier ist hier nicht bekannt geworden."
Adresse der Tochter 1962: Berta Ehrenberg, 224 Fiedel Street, Rochester 20, N., USAQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-461 ff.
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Wolf, Mathilde
Geb. 30. 10. 1872 in Niederstetten
Privatière. Ledig
Deportiert Juni 1941
Gestorben in Theresienstadt am 12. 6. 1943 laut Mitteilung des Landesamts Arolsen
Unterstützung ?auch? den Bruder David Wolf
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6, kann allenfalls, wenn nötig weitere Aussagen machen. Mathilde Wolf war zeitlebens als Hilfe im Haushalt ihres Bruders David tätig. Im Alter u. ihrer Krankheitszeit wurde sie vom Bruder unterhalten. Sie wurde in schwerkrankem Zustand mittels Tragbahre im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert u. ist unmittelbar darauf gestorben."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-473 ff.