Überlandwerk Ingelfingen-Hohebach

Überlandwerk Ingelfingen-Hohebach

  • 16. Juli 1929. Ergebnisse Gauschießen. Werbeveranstaltung Überlandwerk Ingelfingen-Hohebach

    () Niederstetten, 16. Juli. Auf Wunsch tragen wir die 10 ersten Preisträger im Einzelnschießen des Gauschießens vom Sonntag nach: Vergnügungsschießen: Hartmann-Creglingen 34 R., Hütner-Wildentierbach 33 R., Ruck-Wachbach 32 R., Fach-Niederstetten 32 R., Bach.-Adolzhausen 31 R., Hopf-Weikersheim 30 R., Junghans-Niederstetten 30 R., Stapf-Langenburg 30 R., Sigg-Langenburg 30 R.; Klassen-Einzelnschießen: Saam-Kirchberg 43 R., Geymann-Schwarzenbronn 42 R., Kellermann-Billingsbach 41 R., Gebert-Weikersheim 40 R., Kilian-Oberrimbach 39 R., Utz-Wiesenbach 38 R., Meinigheim-Edelfingen 38 R., Hofmann-Kirchberg 38 R., Meinigheim-Ebertsbronn 38 R., Stapf-Langenburg 36 R.

    () Niederstetten, 16. Juli. Das Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach hatte gestern unsere Damenwelt zu einem Vortrag über „Elektrisches Kochen mit Vorführungen u. Kostproben“ eingeladen. Zahlreiche Hausfrauen hatten dem Rufe Folge geleistet. Eine verlockende Auswahl von Haushaltungsgeräten war zur Schau gestellt. Mannigfache Einzelkoch- und Bratgeräte, Kochherde verschiedener Systeme, hübsche kleine Warmwasserspeicher für den Waschtisch, Oefen, Bügeleisen, Staubsauger u. a. Herr Ingenieur Rösler begrüßte die Versammlung und gab interessante, allgemeine Ausführungen über das obige Thema. Vor 40 Jahren sei die Hausfrau dem Kochen mit Gas mit der gleichen Zurückhaltung entgegengetreten, wie dies heute dem elektrischen Kochen gegenüber geschehe. Ueber die Reinlichkeit der elektrischen Küche bestehe wohl kein Zweifel. Die wichtigste Frage, welche zu lösen war, sei diejenige der Apparate gewesen. Die Technik habe darin so große Fortschritte aufzuweisen, daß die heutigen Apparate allen Anforderungen an Brauchbarkeit, Billigkeit und Haltbarkeit entsprechen. Grundsatz müsse sein, daß mit der Wärme sparsam umgegangen werde und daß die Wärme sorgfältig ausgenützt werde. Die elektrische Kraft soll Nerven und Arbeitskraft sparen. Die einzige Frage, welche der Lösung harre, sei die Kapitalfrage. Hier komme das Werk durch große Zahlungserleichterung und eine wahrscheinlich in aller Kürze erfolgende Strompreisverbilligung entgegen. An Hand des Verbrauchs an Strom in einigen hiesigen Familien, welche seit Jahren elektrische Küchen und Warmwasserspeicher benützen, wies Herr Ingenieur Rösler die Wirtschaftlichkeit der elektrischen Küchengeräte nach. Frau Dinkel-Freiburg hielt einen interessanten Vortrag über den Kochapparat „Oekonom“. Sie kochte dabei Bouillon, verfertigte Schnitzel, buck Kuchen und durch Ablesen des Zählers konnte sich jedermann von der Billigkeit der elektrischen Küche überzeugen. Daran schloß sich als angenehm empfundene Aufmerksamkeit des Ueberlandwerks eine Verlosung vieler nützlicher Gegenstände. Jedenfalls zeigten die beiden Vorträge, daß das elektrische Kochen verdient, in der bürgerlichen Küche mehr als bisher Beachtung zu finden. Denn es sei ein Irrtum zu glauben, daß die Ausgaben für elektrischen Strom Mehrausgaben sind, welche den Haushaltsetat belasten. Ihnen stehen ja auch wieder Ersparnisse an Holz und Kohlen gegenüber. Die Versammlung hat auch gezeigt, daß das Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach in erfreulicher Weise bestrebt ist, zu seinen Abnehmerkreisen in guten Beziehungen zu stehen.

    Vaterlandsfreund, Nr. 166, 17. 7. 1929

  • 16. Juni 1931. Gesellschafterversammlungen der Überlandwerke Ingelfingen-Hohebach

    Niederstetten, 16 Juni. Ueber den Abschluß der Elektrizitätsverbände Ingelfingen-Hohebach, dem bedeutendsten unserer Gegend, erfahre ich folgende Einzelheiten. Ende Mai ds. Js. fanden die Gesellschafterversammlungen der Ueberlandwerke Ingelfingen-Hohebach G. m. b. H. und die Verbandsversammlungen der beiden Gemeindeverbände Ingelfingen und Hohebach statt. Für diese drei Firmen liegt ein gemeinsamer Geschäftsbericht vor, sodaß über die drei Sitzungen gemeinsam berichtet werden kann. Durch die günstigen Wasserverhältnisse, besonders in der Dreschzeit, konnten durchaus befriedigende Abschlüsse auf 31. Dezember 1930 erzielt werden. Der Grundgebührentarif ist jetzt überall eingeführt und hat sich gut bewährt. Der Stromverbrauch ist bei den Kleinabnehmern um 12 2(2 Prozent gestiegen, der durchschnittliche Kilowattstundenpreis um 4,2 Pro. (gegen das Vorjahr) zurückgegangen. Die Installationsabteilung war gut beschäftigt. Die von vielen Stromabnehmern gewünschte Zulassung von Installateuren konnte am Ende des Jahres 1930 ausgesprochen werden. Die Installationsabteilung des Werkes bleibt bestehen. Die Werkstättenbetriebe in Hohebach und Niederstetten, in denen hauptsächlich Motorreparaturen ausgeführt werden, wurden den Stromabnehmern zum fleißigen Gebrauch empfohlen. Der Zählereinbau ist bis auf kleine Nacharbeiten beendet. Die Dreschgenossenschaft Rinderfeld kam im Geschäftsjahr 1930 zustande, so daß nunmehr nur noch die Gemeinden Althausen, Ailringen, Hohebach, Dörzbach, Rengershausen und Hartel im Gebiet Hohebach und die Gemeinden des Gebiets Ingelfingen ohne Großmaschinen sind. Für sie unterhält das Werk einen leistungsfähigen Dreschsatz mit dem Standort in Hohebach. Die Stromerzeugung war mit 3 566 000 kWh 1 300 000 kWh höher als 1929. Die Stromabgabe stieg um 56 000 auf 2 532 000 kWh. Die Leitungsverluste sind 3,8 Prozent geringer als im Vorjahr. Der Stromabsatz betrug im Gesamtgebiet 455 893 RM. Für Instandhaltung der Anlagen wurden 102 500 RM ausgegeben, für Fremdstrom 69 800 RM, für Abschreibungen 53 700 RM, für Pachte 24 600 RM, für Verwaltungs- und Betriebskosten 127 144 RM, für Zinsen und Abzahlungen an die Vorbesitzer 60 407 RM, Steuern 9 800 RM, Rücklagen für Leistungsverbesserungen 17 500 RM. Ferner konnte den Verbandsgemeinden zur Verzinsung ihres Vermögensteiles ein Betrag von 13 600 RM zur Verfügung gestellt werden. So konnte dieses Jahr erstmals ein Betrag in bar zurückvergütet werden, der sich über die Steuer-Umlage zugunsten der Stromabnehmer auswirkt. Die Frage, ob es nicht besser wäre, die Beträge unmittelbar zur Senkung der Strompreise zu verwenden, hat alle Organe des Ueberlandwerkes beschäftigt. Jedoch kam man auf den Jahresversammlungen zu dem Ergebnis, daß die zur Verfügung stehenden Summen für eine Senkung der Tarife noch zur zu geringfügig sind. Durch alle Versammlungen ging gleichmäßig die ernste Mahnung an die Organe der Verbände, der Not der Zeit durch äußerste Sparsamkeit Rechnung zu tragen. Ihren Ausdruck fand die Mahnung in einer Senkung der Tagesgelder, der ja die Senkung der Gehälter und Löhne schon vorausgegangen war. Die Haushaltspläne für das Jahr 1931 wurden genehmigt. Sie werden mindestens die gleiche Verzinsung der Vermögensanteile der Gemeinden zulassen wie das Vorjahr. Zum Schluß konnte festgestellt werden, daß die Betriebsgemeinschaft der beiden Gemeindeverbände allen Beteiligten fortschreitend zum Vorteil gereicht.

    Vaterlandsfreund, 17. 6. 1931

  • 18. Oktober 1933, Werbeaktion des Handwerks

    Niederstetten, 18. Okt. (Werbeaktion des Handwerks.) Die große Werbeaktion für den deutschen Handwerkerstand wurde hier besonders feierlich durchgeführt. Die Stadt zeigte reichen Flaggenschmuck. Um 8 Uhr vorm. zogen sämtl. hiesig. Handwerker u. deren Angehörige in festl. Zuge v. Bahnhof zum Marktplatz. An dem kürzlich erst eingeweihten Horst Wessel-Brunnen fand eine Morgenfeier statt, bei der die Geistlichen beider Konfessionen der Feier des Tages entsprechende Ansprachen hielten. Daran anschließend fand in der evang. Kirche und in der kath. Schloßkirche ein Festgottesdienst statt. Von 11 Uhr ab bewegte sich das Werbeauto der Handwerker durch die Straßen der Stadt. Auf dem Werbeauto wurde durch ein verständnisvolles Entgegenkommen des Ueberlandwerks Ingelfinge-Hohebach eine Lautsprecheranlage durch den Montageinspektor Sommer-Níederstetten. eingebaut. Diese Anlage muß ganz besonders hervorgehoben werden, weil der Lautsprecher jeweils an die Starkstromleitung angeschlossen wurde und als Novum in der Reklame und Werbung bewundert werden muß. Die erfinderische Idee macht Herrn Sommer alle Ehre. Am Mikrophon dieser neuartigen Lautsprecheranlage hielt Buchdruckereibesitzer u. Stadtrat Rich. Knenlein vom Werbeauto aus auf verschieden[en] Plätzen der Stadt an eine zahlreiche Zuhörerschaft eine sehr durchdachte Ansprache und führte ungefähr folgendes aus: Nach dem Durchbruch der nationalsozialistischen Idee, dem Zeitpunkt, als das deutsche Volk zu einer neuen Zuversicht kam, regte sich auch im deutschen Handwerkerstand und in seinen ihm nahestehenden Berufsgruppen ein unbändiger Wille nach wirtschaftlicher Gesundung. Mit dem heutigen Tage setze im ganzen deutschen Vaterland eine planvolle Werbung für das Deutsche Handwerk ein. Das Handwerk wende sich an die Volksgenossen in dem Bewußtsein der völkischen Verbundenheit. Landwirt, Handwerker, Geschäftsmann, alle, die in ihren Gebietsteilen die bodenständige Bevölkerungsschicht der engeren Heimat ausmachen und die aufs engste aufeinander angewiesen sind, haben heute allen Grund, sich darauf zu besinnen, daß alle eines Blutes und eines Volkes seien. Der eine müsse im anderen den Volksgenossen sehen, gegenseitig müsse man sich die Hände reichen, um gemeinsam in breitester Front dem deutschen Volk und Vaterland zu dienen. Nur dann sei die Gesundung aller Stände möglich. Gerade die starke soziale Betonung, die der Nationalsozialismus mit neuem Inhalt zu erfüllen wußte, sei einstens bei den ständischen Zünften wesentlicher Inhalt gewesen. Und der heute im Werden begriffene ständische Berufsaufbau unseres Volkskanzlers Adolf Hitler sei wiederum vom sozialen Gedanken getragen, der von allen Erwerbsständen in Gegenwart und Zukunft, Opferbereitschaft und Opferwillen verlange. Jedem soll der Lohn für seine Arbeit und sein Schaffen werden. Gerade darum wende sich heute der Handwerker an die anderen Berufs- und Erwerbsstände mit der dringenden Bitte "Gebt uns Arbeit - gebt uns Aufträge - So gebt ihr uns Brot".

    Bei dieser Gelegenheit dürfe man nicht versäumen, zu sagen: Denkt in erster Linie an die ansässigen Handwerker und Geschäftsleute. Der Begriff: Versandgeschäft oder Einheitsgeschäft müsse aus dem Gedankenkreis des Einzelnen verschwinden. Die vornehmste Absicht und Aufgabe des Handwerks bleibe die, jedermann ehrlich, preiswert und gut zu bedienen. Wenn alle Erwerbsstände und besonders diejenigen in der engeren Heimat für die Absichten der Reichsregierung in dieser Hinsicht Verständnis an den Tag legen, dann bekomme die Devise: "Segen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen" lebendige Form. Freitag soll noch eine weitere große Handwerkerkundgebung im Löwensaal in Niederstetten stattfinden, auf die hingewiesen wird.                         Tbztg.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 245, 20. 10. 1933, S. 3-4)

  • 24. Mai 1932. Werbeveranstaltung des Überlandwerks Ingelfingen-Hohebach

    () Niederstetten, 24. Mai. Das Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach hat immer Wert darauf gelegt, und hat es auch immer verstanden den Zusammenhang mit seinen Stromabnehmern zu pflegen. Es ist recht erfreulich zu sehen, daß der Stromabnehmer nicht nur als Rente [Kunde?] betrachtet wird, sondern daß der Dienst am Kunden zu den Grundsätzen eines Werkes gehört. Diesem Grundsatz diente auch die mehrtägige große Veranstaltung des Ueberlandwerkes Ingelfingen-Hohebach unter persönlicher Leitung des Direktors, Herrn Ingenieur Rösler's. Am Samstag war die Jugend zu einem fröhlichen Filmnachmittag eingeladen. In der Turnhalle war eine überaus reichhaltige Ausstellung aufgebaut, welche mit vielem Geschick alle möglichen elektrischen Geräte vor Augen führte. Der Wahlspruch „Elektrizität in jedem Gerät“ war dadurch zweckdienlich erläutert. Lampen, Herde, Bügeleisen, Waschmaschine, Heißwasserbehälter, Staubsauger, Kaffeekocher, Oekonomen, Heißluftspender, Tauchsieder, Höhensonnen und viele andere Dinge zeigten die vielfache Verwendungsmöglichkeiten des Stromes in der Hauswirtschaft. Das Sehenswerteste aber waren die vier Küchenkojen im Hintergrund der Ausstellung, deren eine als praktisches Möbel auch ein Reformküchenmöbel des Herrn Schreinermeister Ziegel hier enthielt. Die Veranstaltung wurde selbstverständlich durch elektrisch übertragene Musik eröffnet. Dann begrüßte Herr Bürgermeister Schroth die Erschienenen, welche die Turnhalle bis auf den letzten Platz füllten. Das Wort erhielten dann die Fachleute. Herr Ingenieur Rösler wies auf den Weg hin, den der Verbrauch von elektrischem Strom in den letzten 25-30 Jahren genommen hat. Der Gebrauch als Licht und Kraft ist längst unentbehrlich. Nun wollen die Leute den Strom immer billiger haben. Damit sei er auch einverstanden. Aber so einfach sei dies nicht, daß man einfach den Preis herabsetzen könne. Da es sich in unserem Bezirk meistens im gewerblichen Strom um gleichmäßige Abnahme handle, müsse das Werk auf neue Wege der Stromabnahme sinnen, um eine gleichmäßige und seiner Leistungsfähigkeit angepaßte Stromabnahme zu erzielen. Dieser Weg liege in der vermehrten Verwendung des elektrischen Stromes im Haushalt. Die große Verbilligung der Apparate und deren heute vollständige Sicherheit gebe die Möglichkeit dazu für jedermann. Nach Herrn Rösler ergriff Herr Werbeleiter Albrecht-Freiburg das Wort. Der elektrische Strom sei heute Lebensbedürfnis wie Brot und Wasser. Mit einer mit Humor gewürzten Erklärung führte Herr Albrecht durch die Ausstellung. Er zeigte, wie viel Strom man brennen könne und wie viel Licht man heute dafür erhalte, gegen den gleichen Preis wie vor 30 Jahren und da fiel das Zeugnis sehr zu Gunsten unserer Zeit aus. Dann zeigte er den Gegensatz mancher alten Geräte, so des Bügeleisens und des Spirituskochers zu den neuen elektrischen Geräten. Die Reinlichkeit und Müheersparnis der elektrischen Küche setzte Herr Albrecht in das rechte Licht. Er führte auch vor, wie der Landwirt sein Brot backen u. seine Kartoffeln dämpfen kann und wie dies alles ohne erhebliche Ausgaben geschehen kann. Insbesondere die Frau sei heute noch viel zu sehr der Sklave des Haushaltes. Niemand frage nach ihrer Leistung und ihrer Ermüdung. Der Mann habe natürlich seinen Motor, die Frau müsse aber immer noch sich an ihrem alten Herd abmühen. Deshalb sei ein Umschwung in Küche und Haushalt unbedingte Notwendigkeit. Wir in unserer Gegend besitzen in der „Weißen Kohle“ einen großen Schatz und dieser Schatz müsse auch angewendet werden. Bereits vor den Reden hatten in vier Küchenkojen hiesige Damen ihre Plätze als Versuchsköchinnen eingenommen. Die Zähler waren von Kontrollpersonen in Augenschein genommen worden und in jeder Küche wurde ein leckeres Essen zubereitet. Wir geben die Speisefolgen mit dem geldlichen Stromverbrauch. 1. Koje: Für zwölf
    [Schluß fehlt]

    (Vaterlandsfreund, Nr. 119, 25. 5. 1932)

  • 8./9. Mai 1930. Verbandsversammlung der Elektrizitätswerke Ingelfingen-Hohebach

    Niederstetten. Am 8. und 9. Mai ds. Js. fanden die Verbandsversammlungen der Gemeindeverbände Elektrizitätswerk Ingelfingen in Ingelfingen und Elektrizitätswerk Hohebach in Niederstetten statt. Aus den von der Geschäftsführung und den Ausschüssen erteilten Berichten ist zu entnehmen, daß die Zusammenlegung der Verwaltungen und Werkstätten der beiden Betriebe sich weiterhin gut bewährt, sodaß trotz des Rückganges der Wasserkräfte und der allgemeinen schlechten Geschäftslage die Jahresabschlüsse besser ausfielen, als im Jahre 1928. Die Stromerzeugung ergab nur etwa die Hälfte von der des Jahres 1927. Der Stromverkauf entwickelte sich weiter erfreulich aufwärts, sodaß die Mehrausgaben durch die Mehreinnahmen aus Stromverkauf und die Senkung der Stromverluste gedeckt werden konnten. Durch planmäßige Verbesserung der Fernleitungen und Ortsnetze, teilweise durch neue Linienführung wurden die im Netz auftretenden Verluste wesentlich verringert. Die Steigerung des Stromverkaufs ist nur dem Grundgebührentarif zu danken und erstreckt sich im Wesentlichen auf Gewerbe-, Licht- und Wärmebetrieb. Die Verwendung von Elektrowärme macht weiter erfreuliche Fortschritte. Eine größere Anzahl neuer Kücheneinrichtungen wurden im letzten Jahr verkauft. Aber auch die Ausnützung der kleinen Wärmeapparate, wie Bügeleisen, Schnellkocher und Aehnliches ist deutlich am Stromverkauf zu spüren. Die Gemeinde Dörzbach ist an das Drehstromnetz angeschlossen. Drei weitere Dreschgesellschaften mit größeren Motoren haben sich im abgelaufenen Jahr gebildet. Außerdem wurde vom Ueberlandwerk eine Dreschmaschine mit Strohpresse als Leihmaschine in Betrieb genommen. Im Betrieb Ingelfingen stiegen die Anlagewerte bei Hochspannungsleitungen um 7700 RM, bei Ortsnetzen um 2510 RM und bei Zählern um 16 530 RM. Demgegenüber wurden an den Fernleitungen und Ortsnetzen 21 654 RM abgeschrieben, Die Stromlieferung betrug 186 824 RM, der der Strombezug 18 316 RM. An Kraftwerken, Grundstücken, Wasserbauten und Gebäuden wurden 12 240 Reichsmark abgeschrieben. Beim Betrieb Hohebach sind die Zugänge bei Fernleitungen 11503 RM, bei Ortsnetzen 9500 RM. An Abzahlungen wurden auf das alte Leitungsnetz 7 970 RM geleistet. Demgegenüber stehen an Abschreibungen 24 711 RM. Der Stromverkauf ergab 230 800 RM. der Strombezug 73 001 RM. Auf Wasserwerk, Grundstücke und Gebäude wurden 10 160 Reichsmark abgeschrieben. Für die 20 000 Voltleitung konnten weitere 7 000 RM zurückgestellt werden, sodaß hierfür jetzt insgesamt 27 000 RM zur Verfügung stehen. Der Verband Ingelfingen hat außerdem für Verbesserungen am Oberkanal eine erste Rate von 10 000 RM bereitgestellt. In beiden Verbänden wurden Ersatzwahlen für die Gesellschafterversammlung der Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach G. m. b. H. vorgekommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder Schultheiß Karges-Belsenberg, Landwirt Kuhn-Marlach und Verwaltungsaktuar Röder-Künzelsau für den Verband Ingelfingen, Stadtschultheiß Schroth-Niederstetten, Schultheiß Striffler-Vorbachzimmern und Schultheiß Scheuenstuhl-Finsterlohr für den Verband Hohebach wurden wiedergewählt. Für den verstorbenen Schultheiß Seyboth-Weißbach wurde Stadtschultheiß Schon-Niedernhall in die Gesellschafterversammlung entsandt. Im Verband Hohebach waren Neuwahlen für die Verbandsversammlung und für den Verbandsausschuß. In sämtlichen Gemeinden wurden die alten Vertreter wiedergewählt, mit Ausnahme von Hollenbach, das als neues Mitglied Gemeinderat Renner II bestimmte. In den Verbandsausschuß Hohebach wurden die seitherigen Mitglieder Stadtschultheiß Schroth-Niederstetten, Schultheiß Striffler-Vorbachzimmern, Schultheiß Schamann-Neubronn, Schultheiß Scheuenstuhl-Finsterlohr und Schultheiß Hofmann-Stuppach wiedergewählt. An Stelle von Schultheiß Pflüger-Hollenbach wurde als Vertreter des Bezirks Künzelsau Anwalt Meinikheim-Heßlachshof (Hohebach) gewählt. Der Vorsitzende dankte Herrn Schultheiß Pflüger für seine rührige Mitarbeit bei der Gründung und den ersten 6 Jahren des Gemeindeverbands und stellte mit Befriedigung fest, daß Herr Pflüger Mitglied der Gesellschafterversammlung bleibt. Die Voranschläge für das Jahr 1930 wurden vorgelegt und genehmigt. Den Ausschüssen und der Geschäftsführung wurde Entlastung erteilt. Die beiden Verbandsversammlungen stellten mit Befriedigung fest, daß sie durch ihre günstige Wirtschaftslage im Stande sind, die Stromabnehmer wesentlich billiger zu versorgen als die meisten Werke der Nachbarschaft und des Landes. Eine Vereinigung mit anderen größeren Werken scheint keinerlei Vorteile für die Stromabnehmer zu versprechen, sodaß das Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden soll, den eigenen Betrieb gesund und leistungsfähig zu erhalten.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 116, 20. 5. 1930