USA

USA

  • Braun, Hirsch gen. Hermann

    Geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
    Kaufmann
    Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
    Ehefrau: Clara geb. Braun, geb. 9. 3. 1895, gest. 1. 1959 in USA
    Eltern:
    Baruch Braun, geb. 24. 3. 1839, gest. 1919, fr. Metzger in Niederstetten
    Luise Adler, geb. 10. 2. 1854 in Gosemannsdorf, gest. 1938
    Kinder:
    Betty, geb. 26. 8. 1921. Seit 1943 mit Julius Abraham, Kaufmann in New York 33, 186th Street verheiratet u. dort wohnhaft.
    Teilnehmer Erster Weltkrieg. EK II
    Vereine: Turnverein u. Gesangverein
    Verhaftet Herbst 1937 KZ Welzheim 10 Tage. Nov. 1838 KZ Dachau 3 Wochen.
    Auswanderung mit Ehefrau Mai 1940 in die USA
    "Von 10. 11. - 25. 11. 1938 KL Welzheim
    - 30. 12. 1939 KL Dachau
    H. gab an, daß er anläßtlich des Judenpgroms am 25. 3. 1933 auf dem Rathaus in Niederstetten mit Stahlruten derart mißhandelt worden sei, daß ihm fast sämtliche Adern geplatzt seien. Seit dieser Zeit Nervenleiden und hoher Blutdruck"
    "Inhaber einer Fellhandlung in Niederstetten. Aufgabe des Geschäfts im Jahre 1938 aus rassischen Gründen. Jährl. durchschnittliches Bruttoeinkommen ca. 6500 RM. In USA Verdienst (nach eigenen Angaben): 1951 3580 $, 1954 4238 4, 1956 4819 $ u. 1957 4710 $"
    Wohnhaus Gebäude Nr. 237 in der langen Straße 105 qm 2 Stock Wohnhaus Brandversicheurngswert 9000 Rm. Steuerwert: 7200 RM
    Verkauf Frühjahr 1939 an Bahnwärter Köhler, Niederstetten, jetzt in Igersheim um 6500 RM verkauft. Am 9. 4. 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
    "Genaue Auskunft über die Familie Hermann Braun kann Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 geben. Sie war bei Braun Hausangstellte von 1920 bis 1940. Sie hat die ganze Schicksalszeit persönlich miterlebt.
    Hermann Braun war besonders tüchtiger Kaufmann u. gewandter Fellhändler. Er machte große Umsätze. Er war als Fellhändler und auch menschlich mit den Bürgern der Gemeinde nicht so verbunden wie sein Schwiegervater Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet, wie auch seine Fa. [?] Seine Fellhandlung betrieb er auf eigene Rechnung.
    Er ist am 1. 5. 1940 nach New York USA ausgewandert u. lebt jetzt noch dort.
    Seine Ehefrau ist am 7. 1. 1959 in New York gestorben."
    Adresse: Hermann Braun, 506 West 186 th Street, New York 33, N.Y.

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-156 ff.

  • Braun, Wolf

    Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
    Fellhändler und Wirt
    Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
    Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
    Kinder: 
    Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
    Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
    Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
    Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    Mitglied Turnverein
    "Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
    Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
    Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
    Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
    "Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
    Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
    Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
    Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NY

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.


    Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)

  • Ehrenberg, Max

    Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
    Kaufmann
    Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
    Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
    Eltern:
    Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
    Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
    Kinder:
    Ruth, geb. 19. 5. 1927
    Vereine: [?] u. Gesangverein
    15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
    Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
    "Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
    Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
    1933 Rückgang auf RM 1300.-
    1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
    Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
    In USA:
    Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
    Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
    Dego-Abgabe: 2500 RM."
    Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
    Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
    "Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
    Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
    Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
    Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.

  • Gonsenhäuser, Ruth geb. Ehrenberg

    Geb. 19. 5. 1927 in Niederstetten
    Eltern:
    Max Ehrenberg
    Auswanderung Okt. 1939 mit Eltern in die USA
    "1933-1938 Besuch der Volksschule Niederstetten
    Nov. 1938 kommt der Lehrer ins KL Dachau.
    Keine Möglichkeit mehr zum Schulbesuch.
    Nach Auswanderung wegen verfolgungsbedinger Armut der Eltern nur Volksschulbesuch."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-179 ff.

  • Gross, Berta jetzt Bertyl, geb. Kahn

    Geb. 27. 2. 1918 in Niederstetten
    Heirat in USA
    Ehemann: Albert Gross
    Eltern:
    Albert Kahn, geb. 4. 9. 1882, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Charlotte geb. Strauss, geb. 9. 3. 1887, für tot erklärt 8. 5. 1945
    "jetzt 2 Kinder geb. 1943 und 1948"
    Auswanderung 3. 10. 1937 allein zum Bruder
    1924-1930 Volksschule in Niederstetten
    1930-1934 Realschule Niederstetten, musste Schule verlassen
    1934-1935 St. Bernhard Bad Mergentheim
    1935-1936 Jüd. Schule in Frankfurt
    1938 Nach USA
    1938 Eheschliessung Arbeiterin, seitdem Hausfrau. Mutter von 2 Kindern"
    Adresse: 24 Springhaven Rd., Wheeling, West Virginia, USA

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-190 ff.

  • Kirchheimer, Bruno

    Geb. 8. 6. 1914 in Niederstetten
    Metzger
    Auswanderung Juni 1937 in die USA
    Vater:
    Simon Kirchheimer, geb. 23. 11. 1882
    Jenny geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884
    "Arbeitete nach Bestehen der Gesellenprüfung am 11. 11. 1932 als Metzger in Würzburg und Mannheim (als Geselle).
    Nach der Auswanderung in die USA war er dort in seinem früheren Beruf tätig. 1943-1945 in der US Army."
    Adresse: 76-05, 167th Street, Flushing 66, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-219 ff.

  • Kirchheimer, Julius

    22. 11. 1921 in Niederstetten
    Eltern:
    Simon Kirchheimer, geb. 24. 11. 1882, in Auschwitz umgekommen
    Jeanette Kirchheimer geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884, in Auschwitz umgekommen
    Auswanderung August 1939 nach Amerika
    "Vom 9. 11. 1938 bis 24. 12. 1938 Schutzhaft Bad Mergentheim und Dachau"
    "1928-1933 jüd. Volksschule Niederstetten
    1933-1935 Realschule Niederstetten, Zwangsabgang
    Nach Ausw. Abendschule f. Englisch, 1942 Ausbildung als Werkzeugmacher. 1960 Hühnerzüchter.
    Dego 250.- RM"
    Adresse: Julius Kirchheimer, Litchfield Road, Norfolk/USA

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-239

  • Kirchheimer, Max

    Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
    Textilkaufmann
    Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
    Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
    Kinder:
    Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
    Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
    Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
    Mitglied Turnverein, Gesangverein
    12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
    Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
    Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
    "Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
    Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
    Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
    "Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
    Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New York

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245

  • Krakauer, Marie

    Geb. 17. 3. 1914 in London
    Schülerin
    Soll nach dem Tod der Mutter Recha Krakauer (2. 7. 1940) nach USA ausgewandert u. jetzt dort verheiratet sein.

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-274

  • Roberg, Alexander

    Geb. 2. 3. 1914 in Berlichingen
    Lehrer und Kantor
    Heirat: 20. 12. 1938
    Ehefrau: Ilse Sybille geb. Herz, geb. 20. 3. 1915
    Kinder:
    Esther Henriette, geb. 11. 3. 1942
    Leah Helene, geb. 7. 5. 1944
    Menachem Ezra, geb. 22. 2. 1947
    Umzug 1937 nach Stuttgart
    Auswanderung 1940 USA mit Ehefrau
    Adresse: 4301 Sturtevant, Detroit, Mich., USA
    "Besuch der Israelit. Lehrerbildungsanstalt Würzburg.
    1933 Reifezeugnis mit besonderer Befähigung zur Erteilung von Religionsunterricht.
    1933-1937 Jüd. Lehrer in Niederstetten
    1937-1940 Lehrer und Kantor an der jüd. Schule Stuttgart.
    DEgo-Abgabe: RM 1200,,-
    Seit Okt. 40 bei den Hebrew Schools in Detroit tätig."

    [DEGO-Abgabe siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Dego-Abgabe]

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-366 ff.

  • Schlessinger, Siegfried

    Geb. 27. 6. 1897 in Crailsheim
    Kaufmann
    Heirat: 4. 3. 1923 in Niederstetten
    Ehefrau: Cordula geb. Wiesenbacher, geb. 30. 4. 1893 in Niederstetten
    "März 1933 mit den anderen jüdischen Männern von Niederstetten auf das Rathaus gebracht und dort von 20 auswärtigen SA-Leuten mit Stahlruten mißhandelt."
    Umzug 1. 12. 1933 nach Schwäbisch Gmünd
    Auswanderung Juni 1937 mit Ehefrau in die USA
    Adresse: 6836 Paxton Avenue, Chicago 49/Ill.
    "Die Eheleute Schlessinger betrieben in Niederstetten ein kleines Textilgeschäft. Während die Frau das Ladengeschäft besorgte, ging der Mann auf Hausierhandel.
    Nach der Mißhandlung des Ehemannes im März 1933 gaben sie das Geschäft auf und verzogen nach Schwäbisch Gmünd, wo sie ein gleiches Geschäft eröffneten. 1937 mußten sie es ebenfalls aus rassischen Gründen aufgeben.
    Sie wanderten nach den USA aus. Dort war Herr Schlessinger zuerst Hilfsarbeiter, nach zwei Jahren nahm er wieder den Reiseverkauf auf. Die Ehefrau versah nur mehr den Haushalt."
    Wohnhaus u. Laden Geb. Nr. 38, jetzt 18 - 130 qm in der Hauptstraße. Brandvers.-Wert: 9900 RM. Steueranschlag: 7900 RM.
    Verkauf 13. 2. 1933 an Otto Dierolf, Kaufmann in Schwäb. Hall um 10500 RM.
    "Fritz Emmert, Kaufmann u. Wilh. Rück, Kaufmann, beide als Nachbarn können allenfalls weitere Aussagen machen.
    Die Familie Schlessinger betrieb hier ein mittleres Textilgeschäft. Der Ehemeann ging fast täglich auf Reisen, während die Ehefrau den Laden u. Haushalt besorgte. Das Geschäft ging schon in den Jahren vor 1933 sehr zurück. Aus diesem Grund dürfte auch der Verkauf desselben erfolgt sein.
    Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren nicht günstig. Unter den Mitbürgern waren sie geachtet.
    Über das weitere Schicksal der Familie ist hier nichts bekannt."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-386 ff.

  • Stobetzki, Rita geb. Kirchheimer

    Geb. 9. 6. 1915 in Niederstetten
    verh. in USA
    Eltern:
    Simon Kirchheimer, geb. 23. 11. 1882, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Jeanette geb. Lösenthal, geb. 21. 4. 1884, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Auswanderung mit einem Bruder in die USA
    "Vater: Viehhändler in Niederstetten. Jahreseinkommen ca. RM 7000.- Ging bald nach 1933 zurück"
    Adresse: New York

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-251

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.