Viehhändler

Viehhändler

  • 19. September 1931. Einbruchsdiebstahl bei einem Viehhändler

    — Niederstetten, 19. Sept. Am Mittwoch Mittag zwischen 12 Uhr und ¼ 1 Uhr wurde im Hause eines hiesigen Viehhändlers eingebrochen und ein Geldbetrag von über 1600 Mark gestohlen. Der Täter, ein gewisser Hausierer aus München, welcher mit den Verhältnissen anscheinend bekannt war, wußte, daß der Bestohlene bei seinem Sohn zum Mittagessen weilte, benutzte diese Gelegenheit und ging von hinten her an das Haus. Als er die Tat ausgeführt hatte, ließ er sich mit einem Lohnauto zuerst bis Crailsheim und dann noch bis Hall führen. Von hier aus fehlt bis jetzt die weitere Spur. Die Nachforschungen sind aber eingeleitet und dürften wohl bald zur Festnahme führen, da die Person des Täters bekannt ist. Vor zwei Jahren soll der gleiche Gauner ebenfalls in Niederstetten schon einen leichten Diebstahl begangen haben.

    Vaterlandsfreund, Nr. 219, 19. 9. 1931

  • Kirchheimer, Abraham

    Geb. 15. 6. 1855 in Berwangen
    Viehhändler
    Heirat: 7. 12. 1880 in Hollenbach
    Ehefrau: 
    Fanny geb. Schloßberger, geb. 22. 5. 1879, gest. 12. 7. 1911 in Würzburg
    Kinder:
    Simon, geb. 24. 11. 1882 in Hollenbach
    Max, geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
    Selma, 8. 7. 1885 in Hollenbach, verh. mit Egon Weißbrodt, Prokurist in Mannheim
    Rosa, geb. 6. 7. 1887, verh. Joffe, nach Amerika ausgewandert
    Else, verh. Joffe, geb. 1887
    Mina, geb. 2. 7. 1891 in Hollenbach, verh. mit Otto Baumann, Baumeister in Niederstetten
    Auswanderung März 1940 allein zu Töchtern nach New York. Am 29. 3. 1945 in New York gestorben (Herzschlag)
    Adresse: Else Joffe, 1266 Grand Cobcourse, The Bronx 56, N.Y.

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-216 ff.

  • Kirchheimer, Josef

    Geb. 18. 2. 1931 in Würzburg
    Auswanderung 1938 mit Eltern und Schwester nach Holland, dort verhaftet und deportiert nach Ausschwitz
    Eltern:
    Simon Kirchheimer, geb. 23. 11. 1882, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Jeanette geb. Löwenthal, 21. 4. 1884, für tot erklärt 8. 5. 1945
    "Vater: Viehhändler in Niederstetten. Jahreseinkommen ca. 7000.- Ging bald nach 1933 zurück."

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-231

  • Kirchheimer, Simon

    Geb. 23. 11. 1882 in Hohebach/Hollenbach?
    Viehhändler
    Heirat: 28. 8. 1911 in Niederstetten
    Ehefrau: Jeanette Jenny geb. Löwenthal, geb. 21. 4. 1884 in Mühringen, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Kinder:
    Arthur, geb. 16. 11. 1912 in Niederstetten, 1935 nach Palästina ausgewandert
    Bruno, geb. 8. 6. 1914 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
    Rita, geb. 9. 6. 1915 in Niederstetten, verh. Stobetzki, in die USA ausgewandert
    Rut, geb. 27. 2. 1918 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
    Julius, geb. 22. 11. 1921 in Niederstetten, in die USA ausgewandert
    Josef, geb. 18. 2. 1931 in Würzburg, mit den Eltern nach Rotterdam, dort verhaftet, ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht und dort vergast
    Auswanderung 1938 nach Holland mit Ehepartner und zwei Kindern
    2. 5. 1942 - 2. 11. 1942 KZ Westerbrook
    Deportation 2. 11. 1942 nch Auschwitz mit Eheparter und zwei Kindern
    "Viehhändler in Niederstetten, Geschäft hauptsächlich ausserhalb. Jahreseinkommen vor der Verfolgung 7000.- Ging ab 1936 stark zurück."
    Gebäude Nr. 341. 90 qm in der Frickentalstraße. Brandvers.Wert: 12500 RM. Steuerwert 10000 RM.
    Verkauf 14. 7. 1939 an Fritz Fug, Weingärtner u. Ehefrau Anna geb Frieß in Niederstetten um 10000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
    "Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 u. der Käufer des Gebäudes Fritz Fug können falls nötig, noch erforderliche Auskünfte geben.
    Simon Kirchheimer war ein vesierter Viehhändler. Diesen Beruf hatte er erlent. Er handelte in Gemeinschaft mit seinem Vater Abraham Kirchheimer und seinem Onkel Julius Schloßberger. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich von Jahr zu Jahr u. waren daraus [?]. Er genoß allgemeine Achtung und Wertschätzung. Er nahm mit seiner Familie am gesellschaftlichen Leben der ganzen Bevölkerung teil. Seine Familienverhältnisse waren geordnet.
    Er war schon auf dem Weg zur Ausreise nach U.S.A. über Holland/Rotterdam, wo er von der N.S.D.A.P. verhaftet und mit Familie und den beiden Kindern Rut u. Josef in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht wurde, wo sie umkamen."

    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-268

  • Schloßberger, Julius

    Geb. 8. 8. 1860 in Hollenbach
    Viehhändler
    Heirat: 5. 8. 1884 in Hollenbach
    Ehefrau: Ernestine geb. Schloßberger, geb. 11. 12. 1860 in Wachbach, gest. 21. 12. 1930 in Niederstetten
    Gest. 11. 12. 1939 in Niederstetten(Zuckerkrankheit)
    Kinder:
    1) Wolf, geb. 4. 4. 1887 in Hollenbach, nach USA ausgwandert
    2) Berthold, geb. 8. 2. 1889 in Hollenbach
    3) Isidor, geb. 3. 4. 1890 in Hollenbach, 1937 nach USA ausgewandert
    4) Lina, geb. 24. 9. 1892 in Hollenbach
    5) Johanna, geb. 23. 11. 1893 in Hollenbach, verh. mit Leo Loeb, Kaufmann in Vallendar seit 19. 10. 1925
    6) Rosa, geb. 15. 3. 1895 in Hollenbach
    7) Leopold, geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
    Gebäude Nr. 312: 274 qm Wohnhaus u. Scheune u. Hofraum, ferner Parz. 304. Gemüsegarten - 54 qm an der Straße Vorbachzimmern.
    Verkauf 7. 2. 1953 an Erich Kappes u. Ehefrau Erika geb. Hörner, Mechanikermeisters Eleleute in [?} um 10000 DM.
    Bevollmächtigter: Dr. Rudolf Heinemann, 854 West 181 st. Street, New York 33, NY
    "Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6 kann falls nötig weitere Aussagen machen. Julius Schloßberger war Viehhandelsmann. Er war eine geachtete Person u. genoß allgemeines Ansehen. Seine wirtschaftlichen, persönlichen und Familienverhältnisse waren geordnet. Zu seinen Mitbürgern hatte er gute Verhältnisse. Sein Geschäft hatte mittleren Umfang. Das Geschäft ging von 1933 ab von Jahr zu Jahr zurück u. mußte zuletzt ganz aufgegeben werden."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-404 ff.

  • Schloßberger, Leopold

    Geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
    Viehhändler
    Mitgliedschaft: Gesangverein u. Turnverein
    Mißhandelt 25. 3. 1933
    9. 11. - 29. 11. 1938 Schutzhaft in Mergentheim u. Dachau
    Heirat: 15. 5. 1941
    Ehefrau: Emma Schlossberger, geb. Moos, geb. 23. 6. 1906
    Auswanderung 1938 oder 1940 nach New York
    Gest. 24. 3. 1958 in New York
    Witwe: Emma Schlossberger, 530 W 163 rd. Str. New York 32, NY
    "Den von ihm betriebenen Viehhandel in Niederstetten musste er aus Gründen der Rasse 1938 aufgeben.
    Vorverfolgungseinkommen ca. 2000 RM.
    USA: Arbeiter (Packer) bei verschiedenen Firmen in New York. Verdienst zwischen 10 u. 20 Dollar wöchentlich.
    Seit 56 völlig arbeitslos. Wurde von seiner Frau unterhalten."
    Wirtschaftliche Verhältnisse nach Berufsverbot: ganz darniederliegend.
    "Leopold Schloßberger ist der Sohn des Viehhändlers Julius Schloßberger. Er war ledig u. betrieb auf eigene Rechnung einen Viehhandel. Er hat als Viehhändler bei seinem Vater gelernt. Er war klein von Gestalt. Aber gewandt im Handel. Seine Handelsart hat bei den Bauern, von denen er Vieh in der Umgebung hier kaufte, oftmals Kritik u. Mißfallen hervorgerufen. Er war trotzdem geachtet u. hat hier ein gutes Ansehen genossen. Hermann Emmert, Küfer u. Weinhändler hier hat ihn gut gekannt u. kann, falls nötig weitere Aussagen machen. Ebenso Marie Dinkel, als Rentnerin Frickentalstraße 6, hier.
    Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet u. auch sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern. Er ist, nachdem der Viehhandel nach 1933 immer weniger wurde, im Jahre 1938 nach U.S.A. augewandert."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-410 ff.