Viehhhändler

Viehhhändler

  • Braun, Max

    Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
    Fellhändler
    Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
    Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
    Kinder:
    Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
    Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
    Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    Mitglied Turnverein u. Gesangverein
    "Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
    1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
    Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
    Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
    "Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
    Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
    Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.

  • Neu, Jakob

    Geb. 19. 1. 1885 in Niederstetten
    Viehhändler
    Ledig
    Schwester: Betty Schönwalter geb. Neu, geb. 29. 8. 1894
    Bruder: Benny Neu
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    1938/391938/39 Umzug nach Karlsruhe
    "Lt. Aussage von Frl. Maria Dinkel hat ihr die Schwester Betty Schönwalter anl. ihres Hierseins vor 3 Jahren (1960) mitgeteilt, daß ihr Bruder Jakob Neu 1938 zu ihr nach Carlsruhe kam u. nach einigen Tagen Aufenthalt bei ihr verhaftet u. mit einem Transport Juden abdeportiert wurde, wohin ist unbekannt."
    Deportation am 22. 10. 1940 nach Gurs, 10. 8. 1942 nach Auschwitz
    Gest. 31. 8. 1942 Konzentrationslager Auschwitz, für tot erklärt, vergast
    Wohnhaus Geb. Nr. 88 mit Scheuer u. Hofraum 194 qm in der Erbsengasse. Brandversicherungswert 8780 M. Steuerwert: 7100 M.
    Verkauf 24. 3. 1939 an Heinrich Frank, Landwirt in Niederstetten um 5700 RM. - Rückerstattung ist erfolgt.
    Adresse: Betty Schoenwalter geb. Neu 16 Leeland Way, London N.W. 10
    "Volljude: Nach dem 1. Weltkrieg erweiterte er erheblich das väterliche Geschäft-Viehhandel in Niederstetten. Er belieferte im grossen Stiel den Viehmarkt in Mannheim. Im Jahr 1938 verlor er seine Handelserlaubnis und musste sein Geschäft aufgeben. Er zog nach Karlsruhe zurück und wurde später, am 22. 10. 40 nach Gurs in Frankreich deportiert. Von dort aus kam er am 10. 8. 42 nach Auschwitz und ist dort umgekommen.
    Verdienstausfall f.d.Zeit vom 1. 7. 34 - 31. 8. 42 - einfacher Dienst = 3.547,- DM"
    "Rückerstattung:
    Rest K 5950 Rest K 5722 BRK 228 Wertpapiere, Bankguthaben, Hausrat und Wertsachen
    Erben nach Jakob Neu sind:
    Seine Geschwister bezw. Abkömmlinge derselben:
    1. Betty Schoenwalter geb. Neu, Ehefrau des Albert Schoenwalter, kaufmann, wohnhaft in London NW 2, England
    2. Benny Neu, zuletzt wohnhaft in Karlsruhe gewesen
    3. Ruth Rosenstock geb. Scherer, wohnhaft in Haifa Mount Carmel, Ahusa Maneh Hill Street 22
    4. Paul Josef Scheurer, Prof., wohnhaft in Honolulu 134 T.H./USA University of Hawaii
    5.Kurt Scheurer, wohnhaft in Kfar Menachem. Kwuzath, Hzair Tel-Aviv / Israel
    6. William Kurt Schoenwalter, wohnhaft in St. Louis 17 / Mo 7015 Wise Avenue Richmond Heights, USA
    "Wilhelm Protzer, Bundesbahnangestellter i. R. und Hermann Horn, Kraftwagenfahrer beide Nachbarn von Neu können evt. weiter erforderliche Aussagen machen.
    Jakob Neu betrieb hier eine sehr gut gehende Viehhandlung, der sich durch größte Solidität u. Sparsamkeit ein beträchtliches Vermögen erwarb. Er wird eines der größten Einkommen erzielt haben. Er war allgemein beliebt u. [?]. Er führte als Junggeselle ein zurückgezogenes Leben für sich. Er war äußerst genügsam und führte ein bescheidenes Leben. Über sein Schicksal nach seinem Weggang von Niederstetten wird wohl am besten seine Schwester Betty Schönwalter, in 31 Melrose Ave, London, N.W. 2 Auskunft geben können."

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-301 ff.

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