Weihnachtsfeier
Weihnachtsfeier
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1. Januar 1933, Weihnachtsfeier des Männergesangvereins
() Niederstetten, 2. Jan. Die gestrige Weihnachtsfeier [1. Januar] des Männergesangvereins stand unter dem Zeichen des Films. Herr Vorstand Julius Schneider drückte in seiner Begrüßungsansprache seine Freude über den guten Besuch der Veranstaltung aus. Sein besonderer Gruß galt Se. Durchlaucht dem Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg. Herrn Chormeister Felsenstein sprach Herr Schneider den Dank des Vereins für dessen unermüdliche Tätigkeit aus. Mit dem Chor "Stille Nacht" wurde der Abend stimmungsvoll eingeleitet. Im Verlauf des Abends sangen die Sänger noch drei weitere Chöre (Deutsches Heimatgebet, An den Hochwald, Frischauf zum Streit) mit bekannt gutem Vortrag. – Der erste Film brachte uns das letzte deutsche Sängerfest in Wien. Das war nicht nur ein Sehen, das war ein Erleben. Von Bild zu Bild steigerte sich die Begeisterung der Zuschauer. Der Glanzpunkt des Abends war der Film "Das deutsche Lied". Eine gut erdachte und logisch aufgebaute Handlung "Spiel um Walther von der Vogelweide" führte zu dem deutschen Volksliede hin. Das an Handlung reiche Liederspiel zeigt wie das deutsche Volkslied uns von der Wiege an durch das Leben begleitet. Da war die Mühle im Tale, da war das Leben des Soldaten, da war Jugendliebe und Heirat, da war das Märchen, da war Treue und Untreue, da war das Leben des Studenten gezeichnet. Prächtige deutsche Landschaftsbilder boten den Hintergrund. Eine sinngemäße Musik, Sologesänge (Herr Fleckensteín, Frl. Fleckenstein) und ein Männerquartett begleiteten die Handlung. Musik (Mergentheimer Stadtorchester, Dirigent Herr Fleckenstein) und Gesang zum Herzen sprechend. Die Leistungen in Musik und Gesang waren um so höher zu werten, als der Fílm erst nach einer größeren Irrfahrt verspätet hierhergelangte und ein technischer Unfall am Nachmittag eine Probe mit dem Film unmöglich machte. Lotterie und Ball beschlossen die gut gelungene Veranstaltung.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 2, 3. 1. 1933, S. 3)
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11. Januar 1932. Richtungstellung zum Artikel über die Weihnachtsfeier des Kriegervereins
Niederstetten, 11. Jan. Der Kriegerverein schreibt uns: Zur Richtigstellung sei gesagt, daß die Reihenfolge bei der Weihnachtsfeier, über die in Nr. 5 des Vaterlandsfreundes berichtet wurde, nicht so war, daß nach Abwicklung einiger Lustspiele schließlich noch das Deutschlandlied gesungen wurde. Dazu ist uns gerade dieses Lied zu hochstehend, um es unter Lustspiele zu würfeln, wie nach dem Bericht anzunehmen ist. Das Lied wurde zur Einleitung im Anschluß an die Ausführungen des Vereinsvorstandes von der Musik intoniert und von den Anwesenden begeistert mitgesungen. Wir halten es für angebracht, dies den Lesern des Vaterlandsfreundes zur Kenntnis zu geben.
* Es lag sicherlich nicht in der Absicht des Berichterstatters, den oben geschilderten Eindruck hervorzurufen, Er schrieb auch nicht, daß „schließlich noch“ das Deutschlandlied gesungen wurde, sondern es heißt in dem Artikel nach eingehender Würdigung der Kriegervereinsfeier wörtlich: Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Die Schriftleitung.
(Vaterlandsfreund, Nr. 7, 11. 1. 1932)
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15. Dezember 1931. Weihnachtsfeier des Sportvereins
* Niederstetten, 15. Dez. Seine Jahresarbeit beschloß der Sportverein mit seiner am letzten Sonntag im Löwensaal stattgehabten Weihnachtsfeier. Der Verein zeigte sich im Lauf des Jahres in seiner sportlichen Betätigung in stetigem Vorwärtsschreiten, so daß es ihm möglich war, in seiner Klasse sich bis auf den dritten Platz der Tabelle heraufzuarbeiten. Der zielbewußten Vereins- u. Spielleitung wird es möglich sein, den Verein auch weiterhin auf der Höhe zu halten. Bezüglich der Weihnachtsfeier muß noch erwähnt werden, daß diese in allen Teilen wohl gelungen ist. Das 4aktige Theaterstück „Das Kreutz'l im Tannengrund“ und das Lustspiel „Das gefährliche Alter“ sorgten für den unterhaltenden Teil des Abends. Damit hat es die Regie verstanden, das Richtige zu treffen, was der reiche Beifall jeweils bewies. Treffliche Wiedergabe und flottes Zusammenspiel vereinigten sich mit tadelloser Bühnenausstattung. Diese Umstände waren es, was das Spiel des Sportvereins als Laienspiel sehr hoch stellte. Dem Verein weiterhin ein Blühen und Gedeihen, besonders auch auf seinem Hauptgebiet, dem Sport!
Vaterlandsfreund, Nr. 294, 16. 12. 1931
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16. Dezember 1929. Treibjagd. - Weihnachtsfeier des Sportvereins mit Theateraufführung
() Niederstetten, 16. Dez. Bei einer am Samstag stattgehabten Treibjagd rechts des Vorbachs wurde die stattliche Zahl von 290 Hasen erlegt. Ein gutes Hasenjahr!
* Niederstetten, 16. Dez. Der Sportverein hatte seine Mitglieder und Freunde am Sonntag abend zu einer Weihnachtsfeier in den Löwensaal eingeladen, der trotz seiner baulichen Veränderung nicht alle Besucher zu fassen vermochte. Herr Vorstand Wolf begrüßte die Erschienenen und forderte die Jugend zu sportlicher Betätigung auf. Musikvorträge und ein Gesangsquartett umrahmten den Kernpunkt des Programms das Schauspiel „Wenn Muttertränen fließen“. Durch das natürliche Spiel der einzelnen brachte die Spielerschar eine wirklich treffliche Wiedergabe des Stückes zuwege. Besonders günstig wirkte der Bühnenaufbau der neuen Vereinsbühne. Die Vereinsleitung hat es anscheinend darauf abgesehen, möglichst der ernsten Muse zu ihrem Rechte zu verhelfen und schließlich auch mit Grund, denn der Verfasser hat es verstanden, in ergreifenden Szenen Not, Elend, Unglück und seelische Qualen einer Familie zu schildern, das die Besucher, nicht wie das Lustspiel, nur so von außen berührt. Eine Lotterie fehlte nicht und ein Tänzchen beschloß die schön verlaufene Feier, die der rührige Verein als einen Erfolg verbuchen darf.
Vaterlandsfreund, Nr. 297, 17. 12. 1929
Carl Siber, Wenn Muttertränen fließen. Schauspiel in vier Akten. Mühlhausen i. Thür.: Verlag von G. Danner 1927
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2. Januar 1935. Gemeinsame Weihnachsfeier von Liederkranz und Turnverein
Niederstetten, 2. Jan. (Weihnachtsfeier) Es schien zuerst ein gewagtes Unternehmen zu sein, als sich die Vereinsführer des Liekranzes und Turnvereins Niederstetten entschlossen, ihre Weihnachtsfeiern gemeinsam in der Turnhalle abzuhalten. Denn jeder dieser beiden Vereine verfügt über so viele Mitglieder, um allein für sich die Halle zu füllen. Trotzdem die Halle am Neujahrstage nun bis auf den letzten Platz gefüllt war, so zeigte sich doch die ganze Veranstaltung als eine überaus glückliche Kombination und nur zufriedene Besucher verließen zu etwas vorgerückter Stunde die gastliche Halle. Die unter der bewährten Leitung von Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim vom Liederkranz vorgetragenen Chöre von Silcher, Weber, Kühler und Neumann zeigten den Verein auf eîner wirklich beachtlichen Höhe, besonders fanden auch die beiden Zeitlieder: „Lied der Bauleute“, von Schuler, und „Bauernerde", von Simon, lebhaftes Verständnis. In das Programm eingeflochtene Darbietungen des Turnvereins zeigten die durchtrainierten Körper der Turner in exakten Uebungen u. den ausgezeichneten Rythmus der neuen Volkstänze, ausgeführt von jugendlichen Turnerinnen, im besten Lichte. Eine Ehrung von Sangesbrüdern für 25jährige aktive Tätigkeit im Liederkranz konnte an die Sänger: Vereinsführer Julius Schneider, Leonhard Hönig, Friedrich Melber und Hermann Emmert erteilt werden. Eine ganz besondere Note erhielt der Abend durch eine bisher nicht bekannte Programmnummer: Allgemeiner Gesang. Was sich nach dieser, bis jetzt nie gepflogenen Einrichtung auf den Gesichtern der Besuchern zeigte, war restlose Zufriedenheit und es war nicht allein die beste Laune sprühender, einleitender und verbindender Worte zwischen den einzelnen, gemeinsam gesungenen Liedern des Chormeisters Fleckenstein, sondern auch die Freude darüber, daß die neue Zeit Verständnis und Liebe für den Gesang zu jedem Volfsgenossen tragen will. Als Abschluß der eigentlichen Fest er zeigte die Spielschar des Turnvereins das Festspiel in zwei Aufzügen von Witzmann: „Adolf Hitlers Sendung”. Die Spieler brachten es fertig, vor den andächtig lauschenden Zusschauern ein überzeugendes Bild des kämpfenden und siegenden Nationalsozialiiamus zu entrollen. Durch die übliche Gabenverlosung wurden enttäuschte und fröhliche Gesichter hervorgerufen. Die fleißig spielende Tanzkapelle Fleckenstein konnte die Besucher noch längere Zeit zusammenhalten und hat damit keinen kleinen Anteil an der wohlgelungenen Feier.
Witzmann, Konrad: Adolf Hitlers Sendung. Volkstümliches Festspiel in 2 Aufzügen. Leipzig: Glaser [1933]. 38 S. (Neue Spiele. 1)
Der Franke Nr. 2, 3. 1. 1935
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24. Dezember 1933, Weihnachtsfeier der NSDAP auf dem Marktplatz
Niederstetten, 24. Dez. Von riesigem Scheinwerfer taghell erleuchtet lag am gestrigen Abend der Marktplatz, in dessen Mitte ein Weihnachtsbaum im Kerzenschein erstrahlte. Die NSDAP. hatte zu einer Weihnachtsfeier Einladung ergehen lassen, die durch Glockengeläute eingeleitet wurde. Im weiten Raum des Marktplatzes hat sich die Jugend, SA. und die Bürgerschaft zu dieser gemeinsamen Feier eingefunden. Nachdem der Gesangverein mit dem Chor: "Winternächtiges Schweigen", eröffnet hatte, sprach Ortsgruppen-Führer Fr. Thomas über den Sinn des Weihnachtsfestes im heutigen Deutschland. Die Führerin des BdM., Frau Heller, erzählte eine stimmungsvolle Weihnachtslegende von Selma Lagerlöf. Als Knecht Ruprecht und das Christkind erschienen, um der Jugend mit ihren Weihnachtstüten, Würstchen, Nüssen usw. zu beschenken, war großer Jubel unter dem jungen Volk, so daß auch die Älteren ihre Freude hatten. Mit dem gemeinsamen Gesang: "Stille Nacht, heilige Nacht", fand diese erste Weihnachtsfeier im Dritten Reich in diesem Rahmen ihren Abschluß.
(Der Franke, Gerabronn, Nr. 301, 27. 12. 1933, S. 4)
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27. Dezember 1932. Weihnachtsfeier des Turnvereins
() Niederstetten, 27. Dez, Die Weihnachtsfeier des Turnvereins war zugleich ein freudiges Jubiläum für den Verein. Blickt er doch in diesen Tagen auf ein 70jähriges Bestehen zurück. So bildete denn auch die Festrede des Herrn Hauptlehrers Gerheißer den Kernpunkt des Abends und wir setzen sie aus diesem Grunde an den Anfang unseres Berichtes. Einleitend begrüßte Herr Gerheißer die Teilnehmer des Festabends, voran Se. Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg. In anschaulichen Worten schilderte dann der Redner die Geschicke des Vereins von seiner Gründung bis heute. In den 80er Jahren durchflutete eine Welle turnerischer Begeisterung Deutschland und dieser Wellenschlag wurde auch hier verspürt. Im Jahre 1862 wurde dann der Turnverein gegründet. Urkundliche Aufzeichnungen finden sich erst 1864. In diesem Jahre hatte der Verein eine Fahne angeschafft und sein Stiftungsfest gefeiert. Durch zähe und zielbewußte Arbeit gelang es, den Verein der Zahl und der Leistung nach hochzubringen. So sind schon in den 70er Jahren schöne turnerische Erfolge auf den Turnfesten zu verzeichnen. Aus unerklärlichen Gründen trat der Verein einige Jahre aus dem Hohenloher Gau aus, man nimmt an, daß die Gründung eines Taubergaus geplant war. Nachdem der Verein in den ersten 25 Jahren seines Bestehens gute Wurzel gefaßt hatte, erfolgte der weitere Ausbau durch Anschaffung moderner Geräte u. a. Immer mehr machte sich mit der Zeit der Mangel einer Turnhalle fühlbar. Es wurde ein Finanzausschuß gebildet. Nachdem es dessen eifrigen Bemühungen gelungen war, einige tausend Mark zusammenzubringen, wurde ein Bauausschuß gewählt, dessen Aufgabe es war, den Bau einer Turnhalle zu verwirklichen. 2 Pläne lagen vor, von welchen derjenige des verstorbenen Herrn Stadtbaumeisters Baumann, wegen seiner moderneren Durchführung zur Ausführung kam. Im Jahre 1912 konnte die Turnhalle eingeweiht werden. Zu deren Ausführung wurden namhafte private Spenden gegeben und auch die Stadt gab einen ansehnlichen Baubetrag. Um die Jahrhundertwende hatten Freunde der Turnsache eine neue Fahne gestiftet. Kurz vor von Krieg wurde das Mädchenturnen in den Turnplan aufgenommen. Während des Krieges hat der Turnbetrieb geruht. Die zurückkehrenden Krieger hatten die großen Vorteile eines turnerisch durchgebildeten Körpers für den Soldaten erkannt. Da nach dem Kriege die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft wurde, ist es leicht erklärlich, daß der Turnverein großen Zuwachs aus der Jugend erhielt. Den Gefallenen des Vereines widmete der Turnverein eine schöne Gedenktafel. Neues Leben entstand nach dem Kriege wieder in der Turnhalle und auf allen Turnfesten bis heute hat der Verein schöne Siege errungen. Mehrere gelungene Turnfeste in Niederstetten seit Bestehen des Vereins haben von dessen Tatkraft und guter Leistung Zeugnis abgelegt, Aber nicht nur der turnerischen Sache hat sich der Verein gewidmet, sondern er suchte auch zur Hebung des geselligen Lebens beizutragen. So hat er seit Bestehen mehrmals jährlich Feiern abgehalten, bei denen mit den turnerischen Leistungen gute unterhaltende Darbietungen abwechselten. Herr Hauptlehrer Gerheißer gab auch im Verlaufe seiner Festrede viele personelle und sachliche Daten. Ganz besonders betonte er auch die interkonfessionelle und parteilose Einstellung der deutschen Turnerschaft. Der Redner beleuchtete auch die wichtigsten Gegenwartsfragen und die Stellungnahme der deutschen Turnerschaft zu ihnen. Herr Hauptlehrer Gerheißer schloß mit einem Hinblick auf die Zukunft und verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß bei dem kommenden Deutschen Turnfest in Stuttgart der Turnverein Niederstetten seinen Traditionen getreu siegreich sein möge. Die Darbietungsfolge bot reiche Abwechslung. Turnerisch trat sogar die Männerriege erfolgreich auf den Plan. Gut waren die Uebungen der Turner, graziös der Reigen der Turnerinnen. Eine originelle und schöne Darbietung war die Revue „Ahoi“ der Turnerinnen mit dem Schlager: „Das ist die Liebe der Matrosen“. Der stylvolle Hintergrund der Szenerie, ein großes Schiff, war sehr wirkungsvoll, Natürlich durfte auch ein flott gespielter, humorvoller Einakter nicht fehlen. Den Höhepunkt des unterhaltenden Teils des Abends bildete die von einem erhebenden, von Herrn Wallrauch gesprochenen Text begleitete Pantomime: „Lieber Tod als Sklav“. Vor unseren Augen spielte sich ein großes Stück deutschen Schicksals ab. Die größte Ueberraschung des Abends bildete die durch den Vorstand Hrn. K. Streitberger verkündete Verlobung des langjährigen: verdienstvollen Oberturnwarts Herrn Albert Kleinhaß mit einer deutschen Turnerin (Frl. Lina Härterich). So war alles in bester Stimmung, und als auch die Verlosung beendet war, nahm ein fröhlich verlaufener Ball seinen Anfang.
() Niederstetten, 27. Dez. Die katholische Gemeinde hatte zu ihrer Weihnachtsfeier allgemein Einladung ergehen lassen. So war denn auch der Löwensaal lange vor Beginn der Festlichkeit, welche am Stephanusfeiertage stattfand, dicht besetzt. Herr Stadtpfarrverweser Maier begrüßte alle Erschienenen. Er sprach seine Freude darüber aus, daß auch die beiden anderen Konfessionen so zahlreich vertreten seien, daß sie alles Trennende fallen ließen, um der Weihnachtsfeier der katholischen Gemeinde beizuwohnen. Was das Weihnachtsfest dem Einzelnen an Weihe und Friede habe erleben lassen, möge Nachklang in dieser Feier finden. Besondere Begrüßung widmete Herr Stadtpfarrverweser Maier dem anwesenden Herrn Bürgermeister Schroth. Die zahlreichen Darbietungen hatte Herr Hauptlehrer Huß eingeübt. Zunächst sang ein Schülerchor ein Weihnachtslied. In der weiteren Vortragsfolge sang der kath. Kirchenchor in meisterhafter Harmonie und bemerkenswert deutlicher Aussprache einige religiöse Lieder und Canons (Ehre sei Gott in der Höhe, Alles was Odem hat). Herr Mettmann spielte zwei ergreifende Violinsolos (Begleitung Herr Hauptlehrer Huß). Dann aber wurden zwei größere Gesamtspiele aufgeführt, von denen besonders das zweite „Der Segen der Christnacht“ großen Eindruck machte. Den Darstellern, Kindern und Erwachsenen, gebührt alles Lob. Aber ganz besonders muß gesagt werden, was Herr Hauptlehrer Huß mit dem Einstudieren dieser Stücke geleistet hat. Denn es gehört großes Geschick und unendliche Liebe und Geduld dazu, auch die ganz Kleinsten so einzulernen, daß sie ihre Sache so gut machen, wie dies der Fall war und dann Klein wie Groß in einem so vorzüglichen Zusammenspiel zu vereinigen. Was der Feier eine ganz besondere Weihe gab, das war die geistvolle und gemütvolle Schlußrede des Herrn Stadtpfarrverweser Maier. Die Welt brauche, auch in schlimmster Zeit, Friede und Freude. Freude solle auch die Weihnachtsfeier bringen. Denn sie solle nicht in rauschenden und betäubenden Festen gefunden werden. Friede brauche die ganze Welt am Nötigsten. Aber er könne nur kommen, wenn er vom ganzen Volk herab zum Einzelnen betätigt werde, wenn jeder Mensch Friedensträger und Friedensbringer sei. In diesem Sinne wünsche er auch nicht nur seiner Gemeinde Friede, sondern er wünsche ihn auch der ganzen Stadtgemeinde. Wenn auch manches Mißverstehen im vergangenen Jahr zur Störung des Friedens beigetragen habe, so solle das alles vergessen sein. Wir wollen alle von vorne anfangen, den Frieden zu pflegen und hochzuhalten in unserer Stadt. In seiner Dankrede unterstrich Herr Bürgermeister Schroth für sich und alle Gäste die Friedenshoffnung und die Friedenswünsche des Herrn Stadtpfarrverweser Maier. Es war ein guter Gedanke, zu dieser Feier seitens der katholischen Gemeinde auch die anderen Konfessionen einzuladen, und es hat sich gezeigt, daß die Friedensbestrebungen der Geistlichkeit und des Stadtvorstandes reichen Segen bringen.
(Vaterlandsfreund, Nr. 304, 28. 12. 1932)
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28. Dezember 1931. Weihnachtsfeier des Turnvereins
() Niederstetten, 28. Dez. Eine erwartungsfreudige Menge füllte vorgestern unsere große Turnhalle bis auf den legten Platz, um im Turnverein Weihnachten zu feiern. Von vornherein herrschte die beste Stimmung und die Hauskapelle des Turnvereins verstand mit einer „Weihnachtsliederfantasie“ diese Stimmung zu heben. Vorstand Karl Streitberger sprach namens des Vereins herzliche Begrüßungsworte. Seine besondere Begrüßung galt Se. Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe Jagstberg und Se. Durchlaucht Prinz Friedrich zu Hohenlohe. Dann nahm eine Vortragsfolge ihren Anfang, wie sie an Abwechslung und an turnerischer und künstlerischer Güte schon lange nicht mehr geboten wurde. Damit soll nicht etwa eine Kritik vergangener Festlichkeiten gegeben sein. Es soll vielmehr gesagt sein, daß der Turnverein unermüdlich bestrebt ist, seine Leistungen zu verbessern und diese Fortschritte bei seinen Veranstaltungen zum Ausdruck zu bringen. Zunächst das Turnerische. Da waren die Freiübungen der Turnerinnen, welche durch allergrößte Pünktlichkeit gefielen. Das war auch bei den Stabübungen der Turner der Fall. Die mit körperlicher Kraft, Gewandtheit und Pünktlichkeit durchgeführten schweren Uebungen am Pferd und am Reck waren bewundernswert. Schön wirkten auch die mit viel Geschick gestellten Pyramiden. Ueber alles Lob erhaben waren die Leistungen der Turnerinnen auf dem Gebiete des Tanzes, rhythmische Uebungen und bildlicher Tanz ideal verkörpert. Nach einer geistreichen Ansage (sehr gut von einer Turnerin vorgetragen), schwebten vier Elfen über eine Waldwiese. Die „flotten Zehn“, Tillergirls, wie aus einer Berliner Revue, gefielen wie die Elfen ausgezeichnet. Den Höhepunkt des Kunsttanzes bildete die Tanzstudie „Der Falter“ von einer Turnerin mit vollendeter Grazie und sinngemäßer Anpassung an die Musik durchgeführt. Den Schluß der Darbietungsfolge bildete ein Einakter, „Die Zähmung der Widerspenstigen“, der recht gut gespielt wurde. Aus einem Pantoffelhelden wird ein Hausherr und aus zwei jungen Leuten ein glückliches Paar. Lotterie und Gewinnverteilung mit den herkömmlichen komischen Zwischenfällen waren der Darbietungsfolge eingeschlossen. Dann wurde getanzt. Wenn an dieser Stelle mit vollem Recht der an Zusammenstellung u. Durchführung ausgezeichneten Darbietungsfolge und damit den Turnern und Turnerinnen Lob gespendet wird, so soll die gedankenreiche, mühevolle Vorarbeit der Turnleitung nicht vergessen werden. Eine Darbietungsreihe, wie sie uns gestern geboten wurde, erfordert zu ihrer Zusammenstellung Geist, zu ihrer Vollendung unendlich viele Kleinarbeit. Der nach jeder Darbietung stürmische Beifall hat der turnerischen Leitung, den Turnern u. Turnerinnen — kurz allen tätig Beteiligten, gezeigt, daß ihre Leistungen nicht nur befriedigt, sondern daß sie sogar begeistert haben. Gut Heil!
Vaterlandsfreund, Nr. 303, 29. 12. 1931
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28. Dezember 1934. Weihnachtsfeier des Sportvereins
Niederstetten, 28. Dez. (Weihnachtsfeier). Der Sportverein Niederstetten hielt am Stephansfeiertage seine Weihnachtsfeier ab. Seiner Einladung wurde so zahlreich Folge geleistet, daß der Löwensaal überfüllt war. Die Weihnachtsstimmung wurde in sinnvoller Weise durch das gemeinsam gesungene Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" und durch das vom Quartett vorgetragene „Heilige Nacht, o gieße du”, hervorgerufen. Den Glanzpunkt des Abends bildete das Volksstück „Jörg Mertens, ein Sohn der Heide", in welchem sich die Darsteller der Charakterrollen in ihren Leistungen selbst überboten und eine lautlose Zuhörerschaft folgte dem Spiele durch das dramatische Geschehen, welche nach dem friedvollen Ausgange des Stückes die Spieler mit wohlverdientem Beifall bedachte. Musikstücke und Gedichtvorträge beschlossen den harmonisch verlaufenen Abend und mancher Besucher konnte einen schönen Gewinn von der Gabenverlosung mit nach Hause nehmen. Die Jugend gab sich mit Eifer noch einige Stunden dem Tanzvergnügen hin.
Der Franke, Nr. 301, 28. 12. 1934
Rolf Brandt: Jörg Mertens, ein Sohn der Heide. Schauspiel in 3 Aufzügen nach einer Idee von Erich Behrens. Leipzig: Gustav Richter [1930]. 40 S. (Richter's Volksdramen. Nr 4). Über Rolf Brandt siehe Wikipedia
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29. Dezember 1934. Advents- und Weihnachtsfeier der kath. Volksschule
Niederstetten, 29. Dez. Am 8. Dezember waren in der katholischen Volksschule wieder, wie jedes Jahr, Seelsorger, Lehrer und Eltern mit Freunden und Gönnern versammelt, um mit den Kindern, die ihrer jährlichen Bescherung mit wahrem Glücksgefühl entgegensahen, eine ebenso würdige als wohlgelungene Advents- und St. Nikolausfeier zu begehen. Letzten Sonntag, 4. Adventssonntag, konnte der hiesige Löwensaal die Leute, groß und klein, kaum fassen, die wieder herbeigeeilt waren, der Weihnachtsfeier der kath. Diasporagemeinde anzuwohnen, Das Gesehene und Erlebte sollte die Erwartungen der weihnachtlich gestimmten Besucher bei weitem übertreffen. Ganz pünktlich konnte der H. H. Stadtpf. Mayer in begeisternd markanten Worten der Bedeutung der Abends gerecht werden, die in froher Feststimmung Erschienenen begrüßen und die Feier eröffnen. "Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind!” konnte er wohl geeignetere Worte finden, die in Sehnsucht nach dem Welterlöser harrenden Menschenherzen zu erschließen und vorzubereiten auf das Einleitungsstück des Abends: " Die frohe Botschaft von Bethlehem" von Ernst Solmsen. Fromm und erbauend erschollen die gemeinsam gesungenen Weihnachtsweisen durch den Saal, während in kurzen Bildern das Geschehen der heiligen Nacht an unserem Geiste vorüberzog. Mit gesteigerter Begeisterung ließen sich nun die Zuhörer in dem folgenden Weihnachtsspiel „Am Himmelstor“ von W. Bergander in den wahren Geist der heiligen Weihnacht einführen. Wie strahlten die Augen aller, als sie Petrus dem Goldflügelein zurufen hörten: Lausch, Liebes, ein heiliges Rufen hob an, die Glocken haben die Münder aufgetan u. rufen's in jauchzenden Worte von Ort zu Orten: Nun ist es Weihnacht wieder! Aufwachen Lieder, lang vergessen, die staunend von den schweren Lippen gleiten, ein jeder fühlt, was er als Kind besessen und jedem ist, als spräche seine Mutter wie vor Zeiten: „Nun ist es Weihnacht wieder." Allüberall geht's wie ein stilles Händereichen von Mensch zu Mensch. Und jeder fühlt als Uralt-Neues in sich werden den Glauben an des Lichtes Siegeszeichen und an den Sehnsuchtstraum: Friede auf Erden! Was nun folgte, muß man selbst erlebt und gesehen haben, um die weihevolle Stimmung und selige Weihnachtsfreude, die nun alle in ihren Bann schlug, zu ermessen. Rupprecht, die vielen Engelein, Wolkenkinder und Sternenbübchen, sie alle wetteiferten mit dem Petrus, den Alten, Armen, Verlassenen, Unbeachteten und Einsamen des Erdenlebens echte Weihnachtsseligkeit zu bringen. Haben die kath. Volksschule und der Kirchenchor alljährlich Proben ihres Könnens in gesteigerter Folge abgelegt, hier in diesem Stück haben sie wohl den Höhepunkt erreicht. Beim lustigen Schlußstück: „Warum der Weihnachtsmann dieses Jahr beinahe zu spät gekommen wäre", in zwei Aufzügen von E. Werkmeister, kamen die Kinder auf ihre Rechnung. Mit herzlichen Dankesworten beschloß der H. H. Stadtpfarrer d. in allen Teilen erfolgreich abgewickelte Feier. Nur allzubald forderte der Alltag wieder seine Rechte, ließ jedoch alle im Hochgefühl scheiden, eine selige Weihnacht erlebt zu haben.
Der Franke, Nr. 303, 31. 12. 1934
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4. Januar 1933, Beerdigung von Revierförster Wilhelm Wild
( ) Niederstetten, 4. Jan. Das Leichenbegängnis des verstorbenen Fürstl. Revierförsters Wilhelm Wild war eine große Ehrung des Toten. Fast die ganze Bürgerschaft nahm daran teil, außerdem viele Personen aus der Umgebung, besonders aus Jägerkreisen. Kränze, zum Teil mit sinnigen Worten des Abschiedes legten nieder: Se. Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Herr Hauptlehrer Huß (für den kath. Kirchenchor), Herr Postmeister Amann (für den Kirchenstiftungsrat), dann Vertreter der Fürstl. Beamten, der Fürstl. Jäger, der Holzhauer. - Unserem Bericht über die Weihnachtsfeier des Männergesangvereins ist nachzutragen, daß die Damensolis von Frl. Knorr gesungen wurden. Die gute Stimme der Sängerin und der ausgezeichnete Vortrag fanden beifälligen Widerhall bei den Zuhörern.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 4, 5. 1. 1933, S. 3)
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7. Januar 1930. Jugendturner und Schülerturner
() Niederstetten, 7. Jan. Mit einem Abend der Jugendturner und Schülerturner (natürlich auch Turnerinnen) des Turnvereins schloß hier die Zeit der Weihnachtsfestlichkeiten. Der Vorstand des Turnvereins, Herr Karl Streitberger, hielt die Begrüßungsrede. Das flott entwickelte Programm brachte viele Abwechslung. Sehr schön waren die Gruppenbilder, welche ein Vorspruch einleitete. Ein kleines Mädchen trug prächtig ein großes Dialektgedicht vor. Prächtig spielte auch die Jugend in dem Theaterstück „Tausendhändchen“. Voll Verständnis, Leben und mit ausgezeichneter Sprache wurde das Stück gegeben. Gut spielte auch die „Hauskapelle“ des Turnvereins ein schönes Weihnachtspotpourri. — Selbstverständlich wurde auch turnerisch sehr viel und sehr Gutes geboten. Freiübungen, Volkstänze, Hallenspiele, Geräteturnen und manche andere Uebungen zeigten, daß unsere Kleinen fleißig üben und unter guter Leitung einen hoffnungsvollen Nachwuchs abgeben. So herrschte denn große Begeisterung als der zweite Vorsitzende des Vereins, Herr Stadtschultheiß Schroth den Dank der Eltern für die guten und schönen Leistungen des Abends zum Ausdruck brachte.
Vaterlandsfreund, Nr. 6, 9. 1. 1930
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7. Januar 1932. Weihnachtsfeier des Kriegervereins
() Niederstetten, 7. Jan. Trotz der raschen Aufeinanderfolge der vielen Veranstaltungen, war doch gestern die Weihnachtsfeier des Kriegervereins sehr gut besucht. Die Turnhalle war wieder voll besetzt. Das zeigt, daß der Kriegerverein unter Wahrung bester vaterländischer Tradition bei Vermeidung aller Politik alle Kreise unserer Einwohnerschaft in sich vereinigt. Die Stadtkapelle (Schmidt) leitete mit einem Marsch „Hurra! Du deutsche Fahne“ den Abend wirkungsvoll ein und hatte weiterhin durch flottes Spiel ihren wohlgemessenen Anteil an dem Erfolg der Feier. Herr Vorstand R. Knenlein sprach einige Worte der Begrüßung und verlas dann eine Neujahrskundgebung des Präsidiums des Württ. Kriegerbundes. Das Präsidium wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit aller Deutschen gegenüber den unerhörten Forderungen unserer ehemaligen Kriegsgegner hin. Im Anschluß daran wurden folgende Ehrungen bekanntgegeben: Es erhielten vom Präsidium des Württ. Kriegerbundes für 25jährige Mitgliedschaft den Ehrenschild nebst Urkunde die Herren: Alois Burkert, Friedrich Ehrle, Johann Steinmetz, Johann Schmidt, Schuhmachermeister, Christian Rupp, Karl Wild sr. Ferner wurde Herr Karl Wild sr. für über 30jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Vom Bürgermeisteramt waren Einzeichnungslisten dem Verein überlassen, in welchen die Unterzeichner einer Resolution in Bezug auf die Abrüstungsfrage volle Gleichberechtigung für Deutschland verlangten. Die Listen fanden sehr viele Unterschriften. Den Hauptteil der Vortragsfolge bildeten zwei lustige Einakter. In dem ersten Einakter „Besetzt“ führt die dreifache Vermietung eines möblierten Zimmers zu recht heiklen Situationen. Aber die Darsteller verstanden es mit Humor und Zartgefühl das Stück zu geben. Dies war auch bei dem zweiten Stück „Das Geburtstagspaket“ der Fall, welches allen Vätern und Müttern aus der Seele gesprochen ist, welche jahraus, jahrein Pakete an ihre Kinder in der Fremde senden müssen. Also alle Darsteller verdienen volles Lob. Gut war auch die Szenerie, vorzüglich die Masken, welche der Meisterschaft des Herrn Friseurmeisters Karl Wild ihre Ausführung verdanken. Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Eine reich ausgestattete Lotterie wurde abgehalten. Die ganze Zuhörerschaft war von Anfang bis zum Ende in bester Stimmung. Diese hielt auch bei dem folgenden Ball an. Der Kriegerverein, seine Mitglieder und seine Freunde können mit dem Verlauf des gestrigen Abends zufrieden sein.
(Vaterlandsfreund, Nr. 5, 8. 1. 1932)