Winterhilfswerk

Winterhilfswerk

  • 16. Dezember 1936. Versammlung der NSDAP

    Niederstetten, 16. Dez. In einer gutbesuchten Versammlung am Samstagabend sprach der Gauredner Pg. Studiendirektor Dr. Henß im Löwensaal. Nach vorhergegangenem Propagandamarsch der hiesigen SA.- und HJ.-Formationen spielte die Kreiskapelle bis zum Beginn der Versammlung schneidige Märsche. Ortsgruppenleiter Thomas sprach eingangs über Probleme des örtlichen WHW. Hierauf erteilte er dem- Redner Pg. Dr. Henß das Wort. In ganz vortrefflicher Weise verstand dieser, dem akuten Thema des Weltbolschewismus und den interessierenden Fragen der Innen- und Außenpolitik, dem Gebiete weltanschaulicher Art gerecht zu werden. Die Rede wurde immer und. immer wieder durch reichen Beifall unterbrochen, Im Schlußwort dankte Ortsgruppenleiter Thomas den zahlreich erschienenen Volksgenossen und dem Redner. Er richtete nochmals einen Appell an die Niederstetter Volksgenossen, künftighin dem WHW., als der eigensten Einrichtung des Führers, aktiv gegenüber zu stehen. Eine Spende zu diesem Zwecke ergab einen schönen Betrag, sodaß die Scharte vom Tag der nationalen Solidarität hiermit ausgeglichen sein dürfte.

    Der Franke, Nr. 294, 17. 12. 1936

  • 21. März 1936. Benefizkonzert der SS-Standartenkapelle III

    Niederstetten, 19. Marz. Am kommenden Sonntag findet abends 8 Uhr in der Turnhalle ein großes Militärkonzert der vom Rundfunk längst bekannten SS.-Standartenkapelle III "Deutschland", Standort Ellwangen, zu Gunsten des WHW. statt, woran sich eine Tanzunterhaltung anschließt. In Anbetracht des guten Zweckes wäre es sehr erwünscht, wenn diese Veranstaltung, die für die Niederstettener einmalig ist, ein volles Haus fände.

    Der Franke, Nr. 68, 21. 3. 1936

  • 24. September 1933, Herbstfest mit parteipolitischen Veranstaltungen

    Weihetage in Niederstetten.

    Niederstetten, 24. Sept. Eifrig rüstete in den letzten Tagen die Einwohnerschaft unseres Städtchens auf das Herbstfest, das gestern und heute hier stattfand und sich zu einer großen Kundgebung unserer nationalsozialistischen Bewegung gestaltete. Wohl noch nie hat unser Städtchen aber auch solchen Flaggenschmuck gezeigt als aus diesem Anlaß. Hakenkreuz- und schwarz-weiß-rote Fahnen beherrschten das Stadtbild. Als in den Abendstunden des Samstag aus allen Richtungen SA- und SS-Kolonnen unter den Klängen flotter Märsche in unsere Straßen einzogen und dem im Scheinwerferlicht prangenden Marktplatz zueilten, herrschte bald frohe Feststimmung. In den bereit gestellten Quartieren fanden die Ankommenden liebevolle Aufnahme. Im Laufe des Abends fanden verschiedene Sondertagungen statt. So im Parteilokal der NSDAP, dem Gasthof zum Ochsen, ein Amtswalterappell, der von Kreisleiter, Bürgermeister Stümpfig, geleitet wurde. Er erinnerte u. a. an das große Erlebnis der letzten Wochen, den Parteitag in Nürnberg. Ungeheures ist seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus geleistet worden. Unser Bezirk habe zwar bei der letzten Wahl mit 72 Prozent für die NSDAP gestimmt, aber nicht alle Wähler seien echte Nationalsozialisten. Aufgabe der Ortsgruppen sei es, alle zu 100prozentigen Nationalsozialisten zu machen. Herauf begrüßte Bürgermeister Stümpfig den stellv. Gauleiter Fr. Schmidt, den alten Vorkämpfer der Bewegung in unserem Bezirk. Neben Fragen der Organisation kam Gauleiter Schmidt auch auf wirtschaftliche Fragen zu sprechen. Oberster Grundsatz sei hier die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Siedlung, Straßenbau u. dergl. ermöglichen es, den heutigen Stand der Arbeitslosigkeit den kommenden Winter über zu halten. Im Frühjahr soll dann der Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit einsetzen, sodaß wohl zu einem früheren Zeitpunkt, als der Führer selbst angesetzt habe, diese größte Uebel unserer Zeit in Deutschland beseitigt werden könne. Endlich kam Gauleiter Schmidt noch auf die politische Lage zu sprechen. Der Nationalsozialismus ist heule ganz im Besitze der Macht. Kampflos sind die politischen Gegner gewichen. Umsomehr könne nun an der inneren Festigung des Volkes in nationalsozialistischem Sinne gearbeitet werden.

    Im Melber'schen Saal fand anschließend eine Tagung der NS-Frauenschaft statt, unter Leitung von Frau Eyßer. Frau Holborn, Mergentheim, Kreisleiter Stümpfig und Gauleiter Schmidt forderten die Frauen auf, tatkräftig am Wiederaufbau des Staates mitzuhelfen und demnächst das Winterhilfswerk der Regierung zu unterstützen.

    Inzwischen hatte sich die Turnhalle bis zum letzten Platz gefüllt zum Kameradschaftsabend der SA und SS. Manch altem Kameraden konnte die Hand gedrückt werden. Auch hier sprachen Gauleiter Schmidt und Kreisleiter Stümpfig noch zu den Kameraden. Letzterer erzählte von der Weihe der Fahne des SS-Sturmes III/13 durch den Führer auf dem Nürnberger Parteitag. Gauleiter Schmidt erinnerte an die schweren Kämpfe, die mit seinem kleinen Häuflein Getreuer in den ersten Jahren des Kampfes im Bezirk auszuführen hatte. Die SA ist es auch heute noch, die den Willen des Führers durchzusetzen hat. Dazu gehört aber Pflichterfüllung, Treue und unbedingter Gehorsam jedes Einzelnen.

    Erst durch den Zapfenstreich um 12 Uhr kehrte Ruhe ein in den Straßen des Städtchens.

    (Fortsetzung folgt).

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 223, 25. 9. 1933, S. 4)

  • 26. November 1933, Sportverein engagiert sich für Winterhilfswerk

    Am Sonntag, den 26. November, werden wieder zwei alte Bekannte sich die Hand reichen, nicht etwa um sich wertvolle Punkte zu erkämpfen, nein, sondern um dem Winterhilfswerk unseres Führers zu dienen. Gerabronn-Niederstetten, die in wechselvollem Schicksal schon immer die Klingen gekreuzt haben, nennen sich diese Bekannte. Im Interesse des Winterhilfswerks liegt es, daß jeder Einheimische sich diese Gelegenheit, sein Scherflein zu stiften, nicht entgehen läßt und durch seine Anwesenheit seine Verbundenheit mit dem großen Ziel des Hilfswerks beweist. Darum heraus aus den Stuben, auch wenn der Himmel sein unfreundliches Novembergesicht zeigt.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 276, 25. 11. 1933, S. 3)

  • 28. Januar 1935. Rundfunkwerbetag

    Niederstetten, 28. Jan. (Rundfunkwerbetag.) Der Südfunk war am gestrigen Sonntag mit einem Werbewagen hier zu Gast, wobei das Gesamtergebnis des Tages sicher als gut zu bezeichnen ist. Eingeleitet wurde der Werbetag mit einem Konzert auf dem Marktplatze, welches von 12-15 Uhr von einer Großkraftanlage ausgeführt wurde, sodaß der Lautsprecher in der ganzen Stadt zu hören war. Von 15-16 Uhr war eine Tonfilmvorführung für Kinder und die Turnhalle faßte die Erschienenen kaum. Anschließend zeigten die hiesigen Rundfunkhändler eine gediegene Schau empfehlenswerter Rundfunkempfänger, angefangen vom Volksempfänger bis zum Superhet, beweisend, daß es nun tatsächlich jedem Volksgenossen möglich ist, einen Empfänger zu erwerben. Der Abend vereinigte eine große Zahl Volksgenossen von hier und Umgebung, um die Tonfilmdarbietungen zu hören und zu sehen. Von den Anfängen des Rundfunks im Jahre 1923 bis zur heutigen Zeit in fesselnden Bildern eîne Einrichtung zeigend, welche Stadt und Land verbinden, nicht nur der Unterhaltung dienend, sondern bald ein unentbehrlicher Faktor in allen Lebensfragen, in jedem Hause, ob arm oder reich, sein wird. In diesem Sinne sprach auch Ortsgruppenführer Thomas zu Beginn der beiden Fitmveranstaltungen zu den Anwesenden. Eine besondere Note erhielt die Abenddarbietung durch die Versteigerung eines Volksempfängers, welcher von den ausstellenden Radiohändlern gestiftet wurde, der Erlös der Versteigerung fließt dem Winterhilfswerke zu. Dem überaus großen Interesse nach, das der Werbetag bei der gesamten Bevölkerung gefunden hat, dürfte der Erfolg auch nicht ausbleiben und dem Motto immer näher führen: Rundfunk in jedes Haus.

    Der Franke, 29. 1. 1935