Rätsel um Wilhelm Bernheims Staatsangehörigkeit

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28 Feb. 2023 18:12 - 01 März 2023 06:48 #1 von atminn
In der ersten Jahreshälfte 1933 hat der Niederstettener Ehrenbürger Wilhelm Bernheim (1874-1953), der zur württembergischen Staatsangehörigkeit nach Ende des Ersten Weltkriegs auch die schweizerische erworben hatte, also Doppelstaatler war, seine württembergische, d. h. deutsche Staatsbürgerschaft zurückgegeben – sie wurde ihm nicht, wie vielen Intellektuellen, die nach der sog. "Machtergreifung" vor dem Nationalsozialismus ins Ausland geflohen waren, entzogen. Zu Bernheims Entscheidung und den nachfolgenden Behördenaktionen scheint es einen mehrere Blatt umfassenden Vorgang gegeben zu haben, der leider als verloren gelten muß. Leider erfahren wir so nichts über Bernheims Motive. Hing es mit Niederstettener Erfahrungen zusammen, war es seine Antwort auf die deutschlandweite Boykott-Aktion der jüdischen Geschäfte am 1. April 1933?
Auskunft könnten nur die Akten des ehemaligen Oberamts geben. Über die lesen wir im  Verwaltungsbericht des Kreises Schwäbisch Hall:
"Herr Markus Hochbaum, Nachlassverwalter des Herrn Richard Hohbaum, Besitzer des ehemaligen Oberamtsgebäudes in Gerabronn, übergab im Juni 2007 dem Kreisarchiv Schwäbisch Hall einen umfangreichen Aktenbestand des ehemaligen Oberamts Gerabronn. Dieser Bestand lagerte wohl seit der Auflösung des Oberamts 1938 auf dem Dachboden und stellt eine wichtige und wertvolle Bereicherung der Bestände des Kreisarchivs zur Dokumentation und Erforschung sowohl der Lokal- als auch der Regionalgeschichte dar. Dass sich diese Akten überliefert haben, ist ein besonderer Glücksfall, da bis auf einen kleinen Teil die gesamte Registraturen der beiden Oberämter Crailsheim und Gerabronn 1945 bei Kampfhandlungen in Crailsheim verbrannt sind." (Verwaltungsbericht des Landkreises Schwäbisch Hall 2005 bis 2007, S. 116)
Niederstetten kam am 1. Oktober 1938 zusammen mit Oberstetten und Wildentierbach vom (zu diesem Datum aufgelösten) Oberamt Gerabronn zum Kreis Bad Mergentheim. Nach Auskunft der zuständigen Kreisarchivarin Frau Wieland sind die Aktenreste damals nicht in ihr Archiv gekommen.
Letzte Änderung: 01 März 2023 06:48 von atminn.

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