Ausgelagerte Akten der Niederstettener Stadtverwaltung (1)

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19 Apr. 2023 18:33 - 19 Apr. 2023 18:38 #1 von atminn
Wer sich mit der Geschichte Niederstettens vor 1945 beschäftigt, hört immer wieder: Bombardierung am 9. April 1945, Rathaus Volltreffer, alle "Registraturen" verbrannt, nichts mehr vorhanden.
Eigentlich hätte man schon früher drauf kommen können, daß nicht "alles" verbrannt sein kann, denn immerhin existieren heute ja noch die standesamtlichen Unterlagen aus der Zeit vor 1945, die dem Bombardement entkommen sind – offenbar ausgelagert in Niederstetten genauso wie auch an allen übrigen Orten in Deutschland.
Wenn aber doch noch "etwas" vorhanden ist, ergeben sich automatisch ein paar Fragen wie z. B. diese: Was genau wurde in Niederstetten ausgelagert und hat damit den Krieg überlebt? In manchen Städten und Gemeinden wurde manchmal oft weitaus mehr ausgelagert als das, was behördlicherseits vorgeschrieben war, historische Dokumente beispielsweise, die für die Stadtgeschichte bedeutsam sind.
Für solche Auslagerungen gab es anderswo, soweit ich dies gesehen habe, Übergabeprotokolle, wie sich das für eine ordnungsgemäß funktionierende Verwaltung gehört.
Man würde auch erwarten, daß es zumindest Aktenvermerke über die Rückgabe gegeben hat. Solche Dokumente sind nicht trivial, denn es kann ja durchaus zu Verlusten gekommen sein, etwa wenn ein GI ein paar Souvenirs nach Hause mitgenommen hat. Dann weiß man zumindest, was es einmal gegeben hat.
Ungeklärt ist bisher der Auslagerungsvorgang selbst, was Niederstetten betrifft. Wurden die Akten vom Rathaus "nur" in einen Keller nahe der evangelischen Kirche gebracht, wie jemand vermutet hat? Dann könnte das bedeutet haben, daß kein bürokratischer Vorgang für notwendig gehalten worden ist – die zu schützenden Unterlagen wären dann ja nur hundert Meter weiter, vielleicht von städtischen Bediensteten, vom Rathaus in der Hauptstraße in den Keller in der Hauptstraße getragen worden, das wär's dann gewesen. Oder wurde doch etwas protokolliert? Dann wäre der Verbleib dieser Protokolle zu suchen.
Könnte auch ins Schloß Haltenbergstetten ausgelagert worden sein? Die Gemeinden im Kreis Tauberbischofsheim beispielsweise haben ihre Akten in die Gamburg gebracht, Mergentheim seine ins Deutschordensschloß. Burgen und Schlösser mit ihren dicken Mauern und tiefen Kellern sind ja gut gegen Bomben und Feuer geschützt.
Wie gesagt, dies sind offene Fragen, bei denen unklar ist, ob sie sich jemals klären lassen. Aber versuchen sollte man es auf jeden Fall.
Letzte Änderung: 19 Apr. 2023 18:38 von atminn. Begründung: Kosmetik

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