Turnhalle
Turnhalle
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1. Juni 1937. Übergabe der Ortsgruppen der NSDAP an Bad Mergentheim
Niederstetten, 1. Juni: (Uebergabe.) Im Zuge der Neuorganisation der Politischen Kreise wurden Sonntag Abend in der Turnhalle die Stadt Niederstetten und die Gemeinden Wildentierbach und Oberstetten an den Kreis Bad Mergentheim übergeben. Zur Uebergabe waren Kreisleiter Seitz-Bad Mergentheim mit seinem Stabe und Kreisgeschäftsführer Walther-Crailsheim erschienen. Stützpunktleiter Beck-Wildentierbach, der zu den 300 ältesten Pol. Leitern des Reiches zählt, begrüßte die zahlreich erschienenen Partei- und Volksgenossen und die Angehörigen des Formationen. Ortsgruppenleiter Thomas-Niederstetten gab im Rückblick über die Entstehung der hiesigem Ortsgruppe, worauf anschließend Kreisgeschäftsführer Walther die Uebergabe der drei Orte, bezw. der Ortsgruppe Niederstetten und des Stützpunktes Wildentierbach mit Oberstetten an Kreisleiter Seitz vornahm. Nun ergriff Kreisleiter Seitz selbst das Wort. Er begrüßte seine neuen Pol. Leiter der drei Orte, sowie die Parteigenossen u. Volksgenossen und leitete dann über zu einer längeren Ausführung über brennende Fragen der Gegenwart und seine Rede fand immer wieder lebhafteste Zustimmung der Anwesenden. Die Ortsgruppenkapelle umrahmte den Abend mit ihren flotten Weisen. Mit dem Absingen der Nationallieder und einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer schloß die Feier. Im Parteilokal Gasthaus zum "Ochsen" trafen sich dann noch die Pol. Leiter, sowie die Führer der Formationen zu einem gemütlichen Beisammensein.
Der Franke, 1. 6. 1937
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1. Mai 1934. Maifeier
Niederstetten, 7. Mai. 1. Mai, neuer Klang liegt in diesem Wort, ein Klang, den ihm unser Führer Adolf Hitler gab; Frühling liegt darin und Neuwerdung, nicht mehr Haß und Klassenkampf. Auch unser Städtchen beteiligte sich an der Feier des Tages unter der Leitung der Ortsgruppe der NSDAP. Am Vorabend des 1. Mai richtete das Zimmergewerbe den 18 Meter hohen, geschmückten Maibaum auf der Maiwiese (alter Turnplatz) auf, an welcher sich die Hitler-Jugend unter Führung des Geff. Fischer beteiligte. Der 1. Mai sah mit sonnigem Antlitz auf mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Häuser und Plätze, legte sich mit Freude in jedes Menschenherz und lachte einem wieder aus strahlenden Augen der Menschen entgegen und fröhlich erklang der deutsche Gruß. Um 8 Uhr war Kirchgang für beide Konfessionen, um 9 Uhr Uebertragung der Jugendkundgebung aus Berlin unter dem Maibaum, an welcher sich sämtliche Schulen beteiligten. Von 12-15 Uhr war auf dem Marktplatz ein Standkonzert, welches von der Kreismusikkapelle unter Leitung seines Dirigenten Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, aufgeführt wurde. Pünktlich um 15 Uhr setzte sich der Festzug von der Hollenbacherstraße aus in Bewegung, voran die HJ., anschl. Abordnungen der PO., SA., MSA., SAR. u, NSKK., welcher die Kreismusikkapelle folgte. Die Mitte des Festzuges bildete ein blumenübersäter Wagen mit der Maikönigin und kleineren Mädchen, zur Seite ritt der Maigraf. Nun folgten in bunter Reihenfolge Handwerkergruppen mit Festwagen, ein Wagen des Bauernstandes, Beamtengruppe, Trachtengruppe, Wandergruppe und Turn- und Sportscharen, zusammengefaßt ein Bild wie es Niederstetten wohl noch nie gesehen hat, denn wer hätte es vor der Machtübernahme der NSDAP. gesehen, daß Bauern, Handwerker und Beamte so verbunden in einem Geiste marschieren, getragen von Sichverstehen und Einfügen. Auf der Festwiese angekommen, löste sich der Festzug auf und die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein Niederstetten erfreuten die Festbesucher durch frische Weisen. In einer Ansprache wies Ortsgruppenleiter Thomas auf die Bedeutung des Tages hin und Bürgermeister Schroth überreichte im Namen des Innenministeriums Hofgartenarbeiter Weber für treue Dienste die silberne König Karl-Medaille. Nach der Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin blieben die Besucher noch längere Zeit beim kühlen Naß, denn die Hitze des Tages war groß. Ab 20 Uhr war in der Turnhalle und im Löwensaal Tanzmusik.
Der Franke, Nr. 105, 8. 5. 1934
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1. Oktober 1936. Heimattag und Erntedankfest
Heimattag und Erntedankfest in Niederstetten
Niederstetten, 30. Sept. Welch eigenartiger Klang liegt in den Worten Heimat, Vaterhaus, Heimaterde für uns Deutsche und wie tief sind sie in unserem Gemüt verankert. Als darunter die Stadt ihre Einladungen zum diesjährigen Heimattag ausgesandt hatte, folgten aus nah und fern etwa 300 Volksgenossen u. -genossinnen, die mit unserer Gemeinde durch Geburt verbunden sind, diesem Rufe, um ihre gemeinsame Heimat wieder zu sehen. Auch eine Feier des Jahrganges 1866 war mit dem Heimattag verbunden; die Fünfziger trafen sich schon am Samstag nachmittag bei einem Essen im Gasthaus Melber, zu welchem sich auch zu ihrer besonderen Freude ein Sohn unserer Stadt, Ministerialdirektor Dr. Dill, einstellte.
Der Abend führte alle Gäste und Einwohner in der Turnhalle zu einer Feierstunde zusammen und die Halle reichte kaum aus, um alle Erschienenen zu fassen. Bürgerm. Schroth begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt und führte in seiner Rede aus, daß nun sechs Jahre seit dem letzten Heimattag verflossen seien. Viele, viele Söhne und Töchter der Stadt sind der Einladung gefolgt, leider mußten auch einige abschreiben, da sie entweder durch Krankheit oder aus beruflichen Gründen nicht kommen konnten, insbesondere auch Luftschiffkapitän Albert Sammt vom Luftschiff "Hindenburg", welcher wieder auf dem Wege nach Amerika ist. Ministerialdirektor Dr. Dill überbrachte Grüße des Innenministers und betonte in seiner Ausführung, daß er sich immer wieder freue, nach Niederstetten zu kommen, um alte, liebe Stätten aufzusuchen. In Erinnerung aus seiner Jugend kam so recht zum Ausdruck, wie tief auch bei ihm das Heimatgefühl verwurzelt ist. Diese Schollenverbundenheit wird besonders durch die Heimattage gepflegt und deshalb erfahren dieselben auch die volle Unterstützung des Nationalsozialismus. Die Kreiskapelle, der Männergesangverein, der BdM. und der Turnverein belebten den Abend durch wohlgelungene Darbietungen.
Am Sonntag morgen machten die auswärtigen Gäste einen Rundgang durch die Stadt, bei welchem die in den letzten Jahren getroffenen baulichen Veränderungen besichtigt wurden, insbesondere auch die Kelter der Weingärtnergenossenschaft. Nachmittags 2 Uhr setzte sich von der Kelter aus ein Festzug zum Festplatz in Bewegung, der durch reichgeschmückte Ernte- und Winzerwagen verschönt war. Die Straßen waren voll von Besuchern aus den Nachbarorten und alles drängte nun zum Festplatze, woselbst Bürgermeister Schroth nach einer Begrüßungsansprache, in welcher er besonders auch die Anwesenheit von Kreisleiter Niklas hervorhob: an die bäuerlichen Gefolgschaftsmitglieder: Sofie Hein, Fritz Ehrmann, Marie Plank, Christian Sinner, Fritz Hütter und Wilhelm Gläß für langjährige treue Dienste (in einem Falle über 40 Jahre) Ehrenurkunden und Geschenke verteilte. Ferner verlas Herr Bürgermeister Schroth ein Telegramm des Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, das er aus Roggenburg sandte und in welchem er alle Gäste und Besucher des Heimattages und Erntedankfestes grüßte und viel Vergnügen wünschte. Ortsgruppenleiter Thomas sprach herzliche Worte des Gedenkens zum heutigen Feste. Die HJ. und BdM. führten Spiele und Tänze vor. Im Kaffeezelt und am Weinschank herrschte lebhafter Betrieb, sodaß die Zeit bis zum Winzertanz rasch verfloß und noch eine große Zuschauermenge bei diesem, von unseren Festen nicht mehr wegzudenkenden historischen Tanze anwesend sein konnte.Der Franke, Nr. 229, 1. 10. 1936
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10. Dezember 1933, Weihnachtsfeier des Sportvereins
Niederstetten, 11. Dez. Im Kreise seiner Mitglieder und einer großen Zahl von Gästen hielt am gestrigen Abend [10. Dezember] im Löwensaal der Sportverein seine Weihnachtsfeier. Von jeher war die Vereinsleitung darauf bedacht, ihren Besuchern ein erlesenes Programm zu bieten, was ihr auch diesmal mit der Einstudierung des Volksstückes: "Die Fahne hoch”, trefflich wieder gelungen ist. Von Anfang an war es den Spielern durch die vorzügliche Wiedergabe ihrer Rollen möglich, die Anwesenden in Bann zu halten, was auch durch den Inhalt des Stückes noch besonders gegeben war. Ausgehend vom Kriegsschluß 1918, behandelt der Stoff die verderbliche Korruption in der Nachkriegszeit und während des Niedergangs Deutschlands u. des nationalsozialistische Ringens um das deutsche Volk bis zur nationalen Erhebung in diesem Jahre. Sehr eindrucksvoll sind die rassebedingten Eigenheiten der in die Erscheinung tretenden Figuren herausgestellt. Wie wir hören, soll das Stück am Sonntag, den 17. Dezember 1933 in der Turnhalle wiederholt werden. Der Spielschar ist ein volles Haus zu wünschen.
(Der Franke, Gerabronn, Nr. 291, 13. 12. 1933, S. 3)
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11. April 1932. Theateraufführung "Im weißen Rößl"
(0) Niederstetten, 11. April. Der Wahltag vermochte nicht der altbewährten Anziehungskraft des Blumenthal und Kadelburaschen Humors Abbruch zu tun. Das Lustspiel „Im weißen Rößl“ dieser Autoren wurde gestern abend in der Turnhalle zu der Frühlingsfeier des Turnvereins gegeben. Die Turnhalle war von einer lachfreudigen Zuhörerschaft dicht besetzt. Die vielen komischen Situationen des Lustspieles entfesselten Orkane der Heiterkeit, dies umsomehr, als die Rollen alle in guten Händen lagen und vorzüglich gespielt wurde. Die Hauskapelle des Turnvereins spielte einleitend einen Marsch. Der Theateraufführung folgte Tanz, so daß der Abend einen sehr schönen Verlauf nahm.
(Vaterlandsfreund, Nr. 84, 12. 4. 1932)
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11. Juli 1937. Amtseinsetzung von Bürgermeister Pg. Karl Weber
Niederstetten, 11 Juli. (Amtseinsetzung.) Am Freitag nachmittag erfolgte die feierliche Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters im Sitzungssaale des Rathauses. Der 1. Beigeordnete und stellv. Bürgermeister Melber eröffnete die Sitzung und erteilt und erteilte Pg. Landrat Wöhrle-Gerabronn das Wort. Dieser nahm die Amtseinsetzung des neubestellten Bürgermeisters, Pg. Paul Weber-Adelberg vor, und wies ihn auf die Pflichten eines Ortsvorstehers hin. Hierauf sprach Kreisleiter Seitz-Bad Mergentheim und wünschte eine gute Zusammenarbeit zwischen der Kreisleitung, der Ortsgruppe und dem Rathaus. Pg. Bürgermeister Künzlen-Bad Mergentheim begrüßte ihn als neuen Kollegen im Auftrage der Kreisamtsleitung zur Kommunalpolitik. Stadtpfleger Pflüger wies auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem bisherigen Bürgermeister hin und versprach, zugleich auch im Namen aller Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtgemeinde treue Mitarbeit zu leisten. Als nunmehr scheidender Bürgermeister wünschte Pg. Schroth seinem Nachfolger eine segensreiche Arbeit in seinem neuen Wirkungskreise. Zum Schluß dankte der in sein Amt eingesetzte Pg. Weber allen Rednern für die Willkommgrüße, insbesondere dankte er dem Gemeinderat für die Uebertragung des Amtes und für das ihm geschenkte Vertrauen und erbat sich die Unterstützung des Oberamts, der Kreisleitung und des Gemeinderats in seinen Amtsgeschäften. – Abends fand dann in der dichtbesetzten Turnhalle eine allgemeine Begrüßungsfeier unter der Mitwirkung des Männergesangvereins und der Ortsgruppenkapelle statt. Nachdem der erste Beigeordnete alle erschienenen Gäste begrüßt hatte, übergab er das Wort Pg. Bürgermeister Weber. Dieser dankte in seiner Ausführung für die ihm zuteil gewordene Ehre, Bürgermeister der Stadt Niederstetten sein zu dürfen und gab, unter Darlegung seines Lebenslaufes, ein Bild von seinem bisherigen Tätigkeitsfelde. Er bat die Einwohnerschaft, ihm volles Vertrauen entgegenzubringen und versprach, seine ganze Kraft für das Wohl der Stadt einzusetzen. – Nach der Rede des Pg. Weber begrüßte ihn Ortsgruppenleiter Thomas als neuen Parteigenossen. Gewerbeoberlehrer Sigelen im Namen sämtlicher Schulen und der Lehrerschaft. Bürgermeister Gräter-Hermutshausen sprach als Vorsitzender des Gemeindeverbandes E. W. Hohebach-Ingelfingen. Bürgermeister Herzog-Bartenstein-Riedbach lobte das gute nachbarliche Verhältnis dieser Gemeinden mit Niederstetten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dasselbe auch weiterhin bestehen und noch vertieft werden möge. – Wie sehr Pg. Weber in seiner bisherigen Gemeinde Adelberg geliebt und geachtet war, bewies die Tatsache, daß zwei Vertreter dieser Gemeinde bei der Amtseinsetzung anwesend waren. Ortsbauernführer Seitzer-Adelberg hob das einmütige Zusammenwirken zwischen Rathaus und der ganzen Bürgerschaft hervor und drückte sein lebhaftes Bedauern über den Weggang ihres Bürgermeisters aus und beglückwünschte die Stadtgemeinde Niederstetten zu ihrem neuen Bürgermeister und fügte an, daß die Wahl bestimmt zu ihrem Nutzen ausfallen werde. – Als weitere Redner sprachen noch für die evangelische Kirchengemeinde, Stadtpfarrer Göltenboth, für den Kreis Gerabronn Landrat Wöhrle und der bisherige Bürgermeister Schroth. In längerer Ausführung legte letzterer die Zukunftsaufgaben in der Stadtverwaltung dar.
Der Franke, 12. 7. 1937
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12. Juni 1934. Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher
Niederstetten, 12. Juni. (Versammlung gegen Nörgler und Miesmacher). Die Ortsgruppe der NSDAP. Niederstetten lud die Einwohnerschaft auf Samstag abend zu einer Versammlung in der Turnhalle ein, in welcher Pg. Mosmann, Stuttgart, über das Thema „Nörgler und Miesmacher“ reden sollte. Da wir in Niederstetten aber diese Gattung Volksgenossen nicht haben, so war schon im Voraus mit einem schlechten Besuch zu rechnen, was sich auch prompt einstellte und dem Ortsgruppenleiter Thomas gleich zu einer scharfen Vorrede Anlaß gab, denn wenn nicht einmal die neuen Pg. und SA.-Männer es für nötig halten, eine solche. wichtige Versammlung zu besuchen, was kann dann am dürren Holz geschehen. Was Pg. Mosmann in seiner zweistündigen Rede klarlegte, war wirklich wert gehört zu werden, vor allen Dingen vergaß er nicht, die wahren Volksschädlinge in mitreißenden Darstellungen zu kennzeichnen. Ueber die alte Partei-Mißwirtschaft sprach er, von den geheimen und offenen Feinden Deutschlands in allen Lagern und dann über dem allem turmhoch stehend das grandiose Aufbauwerk des Nationalsozialismus, wer das alles mit offenen Augen prüft, kann der ein Nörgler, kann der ein Miesmacher sein? Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand, auf den sich diese Leute soviel einbilden; mit der Faust möchte man darein schlagen und diese naturhaften Anreden für dieselben gebrauchen wie der Redner des Abends. Denn ist das alles nichts, wenn nicht mehr 6 Millionen Volksgenossen auf der Straße liegen und man sieht, daß es vorwärts geht, aufwärts; Arbeitsbeschaffung in größtem Ausmaße, welche sich auf alle Branchen erstreckt und Verdienst und Brot gibt. Den Volksgenossen aber machte es der Redner zur ersten Pflicht, mitzuwirken am Aufbau des dritten Reiches und die Besserwisser ruhig zu belehren, denn nationalsozialistisches Denken und Fühlen muß Allgemeingut werden. Von Herzen kommender, langanhaltender Beifall lohnte dem Redner für seine Mühe und es kann nur gewünscht werden, daß, wenn Pg. Mosmann im Herbst wiederkommt, er mehr Zuhörer vorfindet. Mit einem dreifachen Siegheil auf unseren Führer und dem Horst Wessellied schloß Ortsgruppenleiter Thomas die Versammlung.
Der Franke, Nr. 133, 12. 6. 1934
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13. Februar 1939. Bunter Abend des NSKK-Sturms 4/M 78
Niederstetten, 13. Febr. (Bunter Abend des NSKK.-Sturmes 4/M. 78). Gerne wurde am Samstag abend der Einladung Folge geleistet, die der NSKK.-Sturm 4/M. 78 an seine Kameraden, die Mitglieder der NSDAP., deren Gliederungen nebst Angehörigen erließ. Die Turnhalle war in karnevalistischem Sinne geschmückt, was die zahlreich erschienenen Gäste, darunter besonders hervorzuheben Staffelführer Thollembeek, Bad Mergentheim, von Sturmführer Gerheiser begrüßt, gleich in gehobene Stimmung versetzte und die sich im Laufe des Abends immer mehr steigerte, kein Wunder auch bei den wirklich bunt gebotenen Darbietungen. Ob es nun die lustigen Dorsinis mit ihrem Boxkampf, das Doppelquartett, die Meckerer, ragende Gestalten oder der Zauberer Manitiu waren, alle Programmnummern fanden lebhaften Beifall. Hervorragenden Anteil daran hatte auch die Lichtputzscher mit allgemeinem Chorgesang mit bezeichnenden großen Bildern von Kameraden des Sturmes. Die flotten Weisen der Staffelkapelle flochten gute Abwechslung in das Programm. Stürmische Heiterkeit löste der große Gewinn der Gabenverlosung aus, welcher in einem riesigen Paket auf die Bühne kam und als Inhalt ein Kinderauto mit der ersten Rate für einen KdF.-Wagen enthielt. Die künstlerischen Ausgestalter des Abends, die Kameraden Baisch und Reiber wurden von Sturmführer Gerheiser besonders geehrt. Ein Tanz beschloß den Abend, während sich die Frauen an einem lustigen Saustehen erfreuten und die Herren bei einem Preisschießen wetteiferten. Der Sturm 4/M. 78 darf auf einen gelungenen Abend zurückblicken.
Der Franke, 13. 2. 1939
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16. Januar 1930. Großfilm „Die Seeschlacht am Skagerrak“
* Gerabronn-Niederstetten, 16. Jan. Wie schon bekannt, läuft am Samstag in Gerabronn und am Sonntag in Niederstetten jeweils in der Turnhalle nachm. 5 und abend 8 1/4 Uhr der historische Großfilm „Die Seeschlacht am Skagerrak“ mit einem Begleitvortrag durch Kapitänleutnant a. D. Mumm. Aus der Reihe der zahlreichen Presseurteile seien erwähnt: „Münchener Neueste Nachrichten“: Die Seeschlacht am Skagerrak war Gegenstand eines fesselnden Filmvortrags, den die Ortsgruppe München des Deutschen See-Vereins im Wagnersaal veranstaltete. Nach einem einleitenden vaterländischen Film aus Deutschlands älterer und jüngster Geschichte, mit der edlen Gestalt Hindenburgs als Schlußstein, rollte ein in begleitendem Vortrag spannend erläuterter Bildstreifen ab, den die Deuling unter Mitwirkung der Deutschen Marine-Leitung aus amtlichem Material zusammengestellt und mit Trickzeichnungen ergänzt hat. Der Film hat die Dramatik des großen kriegerischen Erlebnisses. Imposant fahren die in Rauchwolken gehüllten Stahlriesen heran, die die größte Seeschlacht aller Zeiten schlugen, jene Skagerrak-Schlacht, die obschon nicht bis zur letzten Entscheidung durchgeschlagen, doch ein ruhmvoller deutscher Erfolg gegen einen ohnmächtigen Gegner war. Wir sehen Schiffe himmelhoch emporlodern. U-Boote manövrieren und erleben Einzelbilder vom Kampf in Geschütztürmen, Maschinenräumen usw. Der Film hat als geschichtliches Dokument bleibenden Wert. — „Schwäbischer Merkur“, Stuttgart: Der für Dienstag angekündigte Filmvortrag über die Seeschlacht am Skagerrak, wie sie wirklich war, hatte eine ungemein stattliche Zahl von Zuhörern in den großen Dinkelacker-Saal gelockt... – Der Besuch dieses Filmvortrags, der in strenger Sachlichkeit die gigantische und größte Seeschlacht aller Zeiten vor Augen führt, sei jedermann bestens empfohlen. Schüler zahlen bekanntlich in der Nachmittagsvorführung nur 30 Pfennig.
Vaterlandsfreund, Nr. 12, 16. 1. 1930
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16. Januar 1933, Aus der Geschichte des Turnvereins Niederstetten zu seinem 70jährigen Bestehen
Aus der Geschichte des Turnvereins Niederstetten zu seinem 70jährigen Bestehen
Zur Zeit der größten Not und Erniedrigung des deutschen Volkes, in den Jahren 18061812 begründete Friedrich Ludwig Jahn das deutsche Turnen. Aber dieses Turnen war ihm nur ein Mittel, um das deutsche Volk aus seiner Not zu befreien, es stark und wehrhaft zu machen. Deutsches Nationalbewußtsein wollte er wecken, deutsches Volkstum pflegen. Den damals regierenden Kreisen gingen aber die Turner in ihrem vaterländischen, freiheitlichen Eifer zu weit und so kam die Turnsperre der Jahre 1819-20. (Entstehung des Hallenturnens und damit des Geräteturnens, Zurückdrängung des volkstümlichen Turnens). Mit dem Turnen wurde die »Idee der persönlichen Freiheit«, aber auch der »deutschen Einheit« ins Volk getragen. Schwer enttäuscht waren die Turner, als das Jahr 1848 nicht die Einigung aller deutschen Stämme brachte. Immer stärker wurde der Ruf nach Einigung, immer leidenschaftlicher diesem Ziele zugestrebt. Es braucht uns deshalb nicht wundern, das im Jahr 1860, trotz vieler politischer und kleinstaatlicher Hemmungen unter Führung der Schwaben [Theodor] Georgii und [Karl] Kallenberg sich deutschgesinnte Männer, deutsche Turner zu einem starken Bund zusammenschlossen, der Deutschen Turnerschaft mit dem Zwecke, wie er im § 2 seiner Satzungen festgelegt ist. Eine Welle tiefster Begeisterung für diesen neuen Turnerbund brauste über alle deutschen Volksteile dahin und rief ein starkes Echo hervor. In diese Zeit, nämlich das Jahr 1862, fällt die Gründung des hies. Turnvereins. Ueber die ersten Jahre seines Bestehens finden wir keine Aufzeichnungen. Diese beginnen erst im Jahre 1864. Am 3. Juli 1864 fand zum erstenmal hier ein Gauturnfest statt, verbunden mit Fahnenweihe. Der Ausschuß des Vereins setzte sich zusammen aus dem Vorstand: Schwaderer, Schriftwart: Kohler, Turnwart: Rehnitz, Kassenwart: Burkert, passiver Ausschuß: C. Lüder, G. Kreutzmann sen., aktiver Ausschuß: Konditor Oechsler, Küfer Karl Hacht, Zeugwart: Mündlein. Der Monatsbeitrag betrug 4 Kreuzer. (Familien- und ortsgeschichtlich interessant sind auch die ersten Aufnahmen in den Vereinen: Gg. Meider, Schreiner, Specht, Schreiner, Herbert, Bierbrauer, Weber zur »Krone«, Scheer zum »Anker«, Metz, Bäcker, Liboswar, Färber, Haag, Steueraufseher) Die Turnkunst war natürlich noch nicht besonders entwickelt; es fehlten ja die notwendigsten Geräte dazu. Winters wurde in einem Saal geturnt. Der Turnbetrieb im Freien wurde im Frühjahr mit einem Anturnen eröffnet und im Herbst mit einem Abturnen beendigt. Strenge Disziplin herrschte im Verein. Schon die ersten Einträge verkündigen von einem Ausschluß wegen Nichtbeachtung der Statuten. Man war bestrebt, den Mitgliedern gesellschaftlich möglichst viel zu bieten. Gewisse Veranstaltungen: Verlosungen, Theatervorführungen, Maskenbälle und Tanzkränzchen kehrten immer wieder. Sehr großer Wert wurde auf gute Beziehungen zu benachbarten Vereinen gelegt. Jedes Jahr wurden verschiedene Turnfahrten zu Nachbarvereinen und zudem den Gauturnfesten durchgeführt. Zur Befreiung Schleswig-Holsteins leistete der Verein auch sein Teil: 25 Gulden wurden dem damaligen Vertreter des Schwäb. Turnerbundes – dem heutigen 11. Turnkreis – Buhn in Gmünd zur Verfügung gestellt. – Das Schwäb. Turnerbundesfest in Hall, 13.-15. August 1865, wurde von 15 Mitgliedern besucht. – Durch den unglücklichen Bruderkrieg von 1866 wurde das turnerische Leben unterbrochen. Doch spendete der Verein auch für verwundete Soldaten. – Neues Leben brachte das Jahr 1867. 26 Mitglieder fuhren zum Gauturnfest nach Mergentheim. Turnwart Rehnitz besuchte das Landesturnfest in Aalen. Vom Schwäb. Turnerbund war ein Wanderturnlehrer anngestellt, um das Turnen hoch zu bringen. So fuhren mehrere Turner nach Gerabronn, »da Herr Turnlehrer Hösch dorthin kommt, um die Turner in ihrem Turnwesen zu fördern«. 1868 wurde Rehnitz zum Ehrenmitglied ernannt, um ihn als Turnlehrer zu erhalten. Er wird übrigens öfter als Gründer des Vereins genannt. In den folgenden Jahren fand häufiger Wechsel in den Vereinsämtern statt. 1869 beteiligte sich der Verein an der Bahneinweihung. 1871 veranstaltete er eine Siegesfeier, und zwar durch Zug zum Festplatz mit Musik, dort turnerische Vorführungen, abends Fackelzug. Wir können die freudige Stimmung bei dieser Siegesfeier verstehen, war doch der alte Turnerwunsch, ein einiges Deutschland, in Erfüllung gegangen. – 1873 wurde Bierbrauer Köhler zum Vorstand gewählt. Götz und Burkert wurden Ehrenmitglieder. Singübungen wurden regelmäßig abgehalten. – Die Vereinsfahne mußte im Jahr 1874 restauriert werden, und zwar zum 10jährigen Stiftungsfest (10 Jahre waren es sei der Anschaffung der Fahne), 8 Vereine nahmen an diesem Feste teil. 1875 wurden neue Statuten herausgegeben. (Ein Exemplar ist noch davon vorhanden). Fechten wurde in den Turnbetrieb aufgenommen, Leiter desselben war Steinmetz. – 1876 wurde der Mitbegründer und erste Vorsitzende des Vereins, Schwaderer, zum Ehrenmitglied ernannt. – Die Jahnfeier im Jahre 1878 nahm folgenden Verlauf: Zug zum Festplatz, Aufstellung in Kreisform, gemeinschaftliches Lied: Brüder reicht die Hand zum Bunde. Festrede, Freiübungen, Riegen- und Schauturnen, Turnspiele, abends gesellige Unterhaltung. Viel Leben brachte das Jahr 1880 in unser Städtchen. Dem Verein wurde die Durchführung des Gauturnfestes übertragen. Es fand am 4. und 5. Juli statt. Einheitliche Turnerjuppen wurden auf das Fest angeschafft. 16 Vereine waren vertreten, darunter auch Heilbronn, Stuttgart und Rothenburg. Es wurden 10 Preise im und 4 außer Gau sowie 7 Zöglingspreise verteilt. Am zweiten Tage machte der Himmel eine höchst unfreundlichen Miene – »indeß ein guter Humor hilft über Vieles hinweg und die Festgenossen wußten sich auch inmitten der Stadt an der Seite der Festdamen recht gemütlich zu tun«. Für die Gäste kam »Wallensteins Lager« in gelungener Weise zur Aufführung. In diesem Jahr wurde auch das Deutsche Turnfest in Frankfurt besucht. Für den wegziehenden Vorstand Köhler übernahm Berger die Vorstandschaft. Im darauffolgenden Jahr wurde eine Theaterbühne angeschafft. Sehr stark beteiligte sich der Verein an dem Gauturnfest in Mergentheim im Jahre 1882 (32 Mann). – 1885 wurden 30 Turnzeichen (Vereinsabzeichen) angeschafft. Wie stark mag wohl der Verein damals gewesen sein? Unerklärlich erscheint uns, warum der Verein aus dem Hohenloher Gau ausgetreten ist. Sollte ein neuer Gau, der sogen. Taubergau, gegründet werden, oder war es Unzufriedenheit darüber, dass der Verein turnerisch nicht hoch kam? – Im Jahr 1888 erfahren wir zum erstenmal etwas von einer Bestandserhebung: die Zahl der Vereinsmitglieder betrug 40, praktische Turner 20, davon sind 10 Zöglinge. Kreisbeitrag 3 M. Auch wurde der Wiedereintritt in den Hohenloher Gau beschlossen. 1889, am 14.15. Juli, feierte man das 25jährige Stiftungsfest. Das Wetter war sehr ungünstig, doch konnte das Preisturnen durchgeführt werden. Die Festdamen stifteten ein Fahnenband. 16 Preise wurden verteilt, entsprechend der Zahl der Festdamen. G. Schneider, hier, erhielt den 9. Preis. Unter den 13 anwesenden Vereinen wird auch Vorbachzimmern genannt. Auf dem Gauturntag in Oehringen wurde die Wiederaufnahme in den Gau vollzogen. Damit beginnt eine neue Epoche für den Turnverein Niederstetten. Von der Unzulänglichkeit der hiesigen Turnverhältnisse überzeugt, wurde zum erstenmal im Jahr 1890 der Bau einer Turnhalle angeregt. Doch noch zwanzig Jahre sollte es dauern! Die Förderung des Turnens wurde nun mit Hochdruck betrieben. – So erhielt der Verein im Jahre 1891 einen eisernen Barren und hatte damit ein vielseitig und für alle Altersstufen verwendbares Gerät. Eine Voraussetzung für Leistungsturnen war dadurch erfüllt. Im Jahr darauf wurde ein eisernes Reck angeschafft. Zum Kreisturnfest und Kreisturntag in Hall ging Kreutzmann, der in diesem Jahr für den scheidenden Berger zum Vorstand gewählt wurde. – Das Gauturnfest 1893 in Mergentheim besuchten 18 Mann. Keppler wurde erster Turnwart. 1894 und in den folgenden Jahren fanden Umzüge und Maskenbälle in großartiger Aufmachung statt. (Kostüme von München). – 1895 war man dem Bau einer Turnhalle schon ziemlich nahe: Werkmeister Baumann legte einen Plan für eine Turnhalle vor, Ausschußmitglied Knenlein regte eine Verlosung (Lotterie) zugunsten einer Turnhalle an. Leider kam nichts zur Ausführung. – Als 3. zum Wettkampf unentbehrliches Gerät wurde ein Pferd angeschafft. Tatsächlich sind von diesem Zeitpunkt ab auch große turnerische Fortschritte gemacht worden: der Verein kann mit erfolgreichen Wetturnern und Musterriegen aufwarten. – 1896 beschloß man die Anschaffung einer neuen Fahne. Diese wurde von der Firma Neff, Biberach, um den Preis von ?300? Mark geliefert. Die Fahnenweihe war am 21. und 22. Juni. Am Vorabend des Festes war der Festplatz noch überschwemmt. Der Turnverein Weikersheim fragte an, ob das Fest überhaupt stattfindet. Jedoch besserte sich das Wetter am Sonntag, sodaß das Fest abgehalten werden konnte. Der hiesige Verein konnte sich mit seinen Leistungen sehen lassen: Abendschein erhielt den 4. Preis, Zimmer den 6. Zöglingspreis (trotzdem manch »älteres Haupt« unter den Zöglingen war). – Am Gauturnfest in Künzelsau nahmen 4 Wetturner teil. – 1898 wurde eine Altersriege gegründet. Schöne Erfolge brachte das Jahr 1900: Auf dem Gauturnfest in Backnang, das damals zum Hohenloher Gau hörte, erhielt den 5. Preis mit Kranz ?E.? Werner, den 6. Preis mit Kranz J. Abendschein, die Vereinsriege einen 1. Preis im Stärkeklasse 3. Die Riege setzte sich zusammen aus Keppler als Leiter, Zimmer, Gehring, ?Rey?, Grimm und Dietz. Heinlein stiftete einen Grundstock zum Turnhallebau. Gleicher Zeit ging ein Bittschreiben an geborene Niederstetten in London ab. – Weitere Geräte wurden 1901 angeschafft Auf dem der Gauturnfest in Schrozberg konnten folgende Preise errungen werden: Vereinsriege einen 1. Preis 3. Klasse. Einzelpreise: 5. Werner, 6. Abendschein, 12. Fr. Frei, 20. W. Zimmer, 21. K. Keppler. – 1902: Heinlein machte eine weitere Stiftung zum Turnhallebau. Das Gauturnfest fand hier am 20. und 21. Juli statt. Es waren etwa hundert Preisturner. Nahezu 2000 Eintrittskarten wurden verkauft und 500 Festbänder ausgegeben. Für diesen starken Besuch war der Platz viel zu klein. Zur Massenvorführungen wurden ?Stab?-übungen gewählt. Die Leistungen waren vorzüglich. Vom hiesigen Verein erhielten Preise: 6Kpf. 13. Preis mit Kranz ?E? Werner 5-Kpf. 5, Preis mit Kranz J. Abendschein, Zöglinge: 12. E. Schäuffele, 14. W. Worn. Vereinsriege: 5. Preis zu Klasse 2 (Werner, Ziegler, Mündlein, Markert, Schultz, Jöchner, Horn). Dem Vorstand Kreutzmann wurde für 10jährige Vorstandschaft eine besondere Ehrung zu teil. Oberlehrer Botsch wurde zum Ehrenmitglied ernannt. – Das Deutsche Turnfest 1903 besuchten Kreutzmann, Keppler, Abend-schein, ?? Streitberger, Zimmer. (Streitberger turnte in der Gauriege mit). 1905 wird von der Gemeinde der Zimmerplatz als Turnplatz angewiesen. Auf dem Gauturnfest in Mergentheim erhielten Schroth und Streitberger einem Preis im 5-Kpf., W. Grupp einen Zöglingspreis. – Auf der Gauturnfahrt nach Hall im Jahre 1906 errangen Preise: Schroth den 2., ferner Streitberger, Amend und Abendschein. Ein Turnhallebaufinanzausschuß wurde gebildet. 1907 war das Gauturnfest in Crailsheim. Der Verein erhielt den 5. Kreis [Preis?] in Klasse 2. Einzelsieger waren 6-Kpf. Grupp, 5-Kpf. Schroth, Zöglinge: R. Knenlein und Fug. – Am Deutschen Turnfest in Frankfurt 1908 nahmen 5 Turner teil (Schroth, Abendschein, Grimm, Amend und Beck). In diesem Jahr wurde auch Ehrenmitglied Botsch begraben. 1909 wird Kreutzmann zum Ehrenvorstand ernannt, nachdem er 10 Jahre als Schriftwart und 17 Jahre als Vorstand tätig war und den Verein zielbewußt vorwärts geleitet hatte. Unter der Vorstandschaft seines Nachfolgers Grupp sollte das von ihm angeregte und geförderte Werk, die Erbauung einer Turnhalle, mit Erfolg gekrönt werden. Das Gauturnfest in Rot am See wurde von 12 Mann besucht. Nagel bekam den 8., Streitberger den 14. Preis. Der Besuch des Landesturnfestes in Heilbronn kam trotz eine aufgestellten Riege nicht zur Ausführung. Auf dem Gauturnfest in Gaildorf waren erfolgreich: K. Streitberger, Nagel, H. Grupp, R. Knenlein im 6-Kpf. und die Zöglinge Beck, Kleinhanß, Emmert und Jung. Der Turnhallebauausschuß setzte sich zusammen aus den Herren Grupp, Jacoby, Grimm, Wild, Werkmeister Baumann, Streitberger, Lay, Marquardt, Abendschein, Burkardt und Bahnmeister Bräckle. Eine Sammlungliste zirkulierte. Der Verein konnte über 6000 M verfügen. So wurde nun am 23. September 1910 beschlossen, den Bau einer Turnhalle auszuführen. Bahnmeister Bräckle arbeitet einen Bauplan aus: Kostenvoranschlag 9000 M, Ausmaße der Halle 20 x 10 Meter. Dieser Plan wird der Gemeinde mit der Bitte um Genehmigung und finanzieller Unterstützung vorgelegt. Der Gemeinderat bewilligt 4000 M, wenn ein Zeichensaal mit eingebaut wird. Es erfolgt nun eine gemeinschaftliche Ueberarbeitung des vorgelegten Planes durch Baumann und Bräckle. Alle Möglichkeiten zu finanzieller Werbung wurden ausgenützt z. B. Vertrieb der Lose der Pferdelotterie, Werbevorträge für die Turnhalle durch die Herren Dr. Otterbach, Kienle, Ebert. (Schluß folgt.)
[Die Fortsetzung im vorliegenden Exemplar des »Vaterlandsfreunds« liegt leider nicht vor]
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 12, 16. 1. 1933, S. 4)
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16. September 1929. Musikfest
() Niederstetten, 16. Sept. Und macht die Trompete trara, trara, trara — vom frühen Morgen bis späten Abend war am Sonntag unsere Stadt voll des Klanges. Waren doch fast 10 Kapellen gekommen, um der edlen Musika einen Ehrentag zu bereiten. Sie hatten sich sogar, die Jünger der Musik, in historische Kostüme geworfen und ein besonders schmucker Trompeter (von Säckingen?) zeigte ihnen den Weg zum Festplatz. Alle hiesigen Vereine, der Stadtvorstand und der Gemeinderat hatten sich ihrem Zuge angeschlossen. Es war also ein recht gelungener Festzug. Auf dem Festplatz angekommen, entbot Herr Fach jr.-Dreischwingen den Festteilnehmern den Gruß der festgebenden Musikkapellen Niederstetten-Mergentheim. Er unterließ es nicht, einzeln allen denjenigen zu danken, welche in irgend einer Weise zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Er dankte dem Fürsten zu Hohenlohe für den schönen Festplatz, er dankte dem um die Musikpflege in unserer Stadt so verdienten Dirigenten der hiesigen Kapelle, Herrn Georg Jakobi uff [?]. Dann begrüßte Hr. Stadtschultheiß Schroth die fremden Kapellen und Musikfreunde. Er sprach den [Wunsch aus, daß der gegenseitige Wetteifer sich günstig] auf die Fortschritte jeder einzelnen Kapelle auswirken möge. Im weiteren Verlauf des Festes brachten die Kapellen abwechslungsweise ein sorgfältig ausgewähltes u. sehr gut einstudiertes Programm zum Vortrag. Es war recht erfreulich zu hören, daß diese meist ländlichen Kapellen, nicht nur einseitig und erwerbsgemäß Tanzmusik spielen, sondern daß sie sich bemühen, auch höhere Kunst zu pflegen. Ganz besonders eindrucksvoll war das Zusammenspiel aller Kapellen in dem Mozart'schen „Brüder reicht die Hand zum Bunde“. Am Schlusse des Festes überreichte Herr Fach zur Erinnerung jeder Kapelle ein großes Bild von Niederstetten. Der Besuch des Festes war sehr gut, das Wetter herrlich, der Festplatz im fürstlichen Hofgarten mit dem aufsteigenden Hügel als Resonanz von ausgezeichneter Akustik. An das Fest schloß [sich ein Festball in der Turnhalle, dessen Verlauf, wie der des ganzen Festes, durchaus gelungen war.]
[Im Original-Zeitungsartikel "Zeilensalat". Die in eckigen Klammern gesetzten Textteile wurden von mir sinnvoll umgestellt. - ge]
Vaterlandsfreund, Nr. 219, 17. 9. 1929
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17. Februar 1939. Ergebnis Reichsberufswettbewerb
Niederstetten, 17. Febr. Zum Abschlusse des Reichsberufswettbewerbes für den Nährstand versammelten sich die 145 Teilnehmer mit einer größeren Anzahl Gäste am Mittwoch abend in der Turnhalle. Gefolgschaftsführer Keppler begrüßte die Anwesenden und. sprach über die Bedeutung des Wettkampfes. Hierauf wurden in bunter Reihenfolge von der HJ. und BdM. sportliche Darbietungen und Volkstänze gezeigt, unterbrochen von Gemeinschaftsgesängen, Vorträgen der Singschar der HJ. und heiteren Zwiegesängen von Angehörigen des Landlagers Neubronn. Wettkampfleiter Klein, Vorbachzimmern, nahm zum Schlusse die Siegerehrung vor und bedankte sich in warmen Worten für die aufopfernde Arbeit der Prüfer, besonders auch der Lehrerschaft. Der Stadtgemeinde und Bürgermeister Weber dankte er für ihr bewiesenes Entgegenkommen, ebenso den Spendern der Mittagessen für die Wettkampfteilnehmer; man hätte keine bessere Gemeinde als Wettkampfort finden können. — Als. Sieger gingen hervor: Leistungsklasse III: Ferdinand Walz, Adolzhausen mit 86 Punkten, Leistungskasse II: Adolf Herrmann, Eichhof mit 97 P., Georg Hopf, Oberstetten mit 88 P.; Leistungsklasse I: Helmut Wenzelburger, Wermutshausen mit 103 P., Ernst Schulz, Adolzhausen mit 102 P., Franz Rießler, Landlager, Neubronn mit 101 P., Hans Staiger, Landlager, Wermutshausen mit 100 P., Ernst Emmert, Herrenzimmern mit 100 P., Elfriede Wunderlich, Herbsthausen mit 133 P., Hilde Striffler, Adolzhausen mit 131 P., Helene Walz, Adolzhausen mit 128 P., Lina Guttensohn, Sichertshausen mit 123 Punkten.
Der Franke, 17. 2. 1939
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18. Mai 1931. Gauwanderung der Turner - Eröffnung des städt. Freibades
() Niederstetten, 18. Mai. Ueber Höhen und Täler, durch das grünende und blühende Hohenlohe-Franken führte am Sonntag der Weg die Scharen munterer Turner und Turnerinnen in das Vorbachtal nach Niederstetten. Veranlassung war die Gauwanderung des oberen Hohenloher Gaues, welche unsere Stadt zum Ziele hatte. Von allen Seiten kamen die fröhlichen Züge, frisch und munter, ohne eine Spur von den gehabten Anstrengungen hierher, mit Gesang, mit Zupfgeigen und Violinen, mit Trommlern und Pfeifern, mit eigener Musikkapelle. Hier wurde ihnen ein turnerischer Willkommgruß entboten und dann fanden die Wanderer in ihren Quartieren kurze Rast. Denn der Tag stellte ihnen auch turnerische Anforderungen. Gegen 2 Uhr zog ein anmutiger, jugendfrischer Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Der musikalische Teil des Tages war vom hiesigen Turnverein der Stadtkapelle Schmid übertragen, welche ihre Aufgabe sehr gut erfüllte. Auf dem Festplatz ging ein kurzer rednerischer Festakt dem Turnen voraus. Der Vorstand des Männerturnvereins Niederstetten, Herr K. Streitberger, entbot den Willkomm des hiesigen Vereins. Besonders begrüßte Herr Streitberger die Gauleitung, vertreten durch Gaumännerturnwart Heck-Laudenbach, Gaupressewart Hauptlehrer Gerheißer-Niederstetten und Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerabronn. sowie alle sonstigen Gäste. Turnerinnen u. Turnern und Turnfreunden galt der Gruß der Stadt, entgegenbracht durch Herrn Bürgermeister Schroth. Dieser drückte seine Freude darüber aus, auch so viele alte Turnfreunde, darunter unseren turn- und wanderbegeisterten Herrn Landrat Wöhrle, hier zu sehen. Das Wandern am schönen Maientag sei geeignet, die Jugend mit gesundem Geist zu erfüllen. Das Turnen habe ja den Lebenszweck, die Jugend zu körperlicher Kraft und zu geistiger Höhe heranzuziehen. Hr. Bürgermeister Schroth sprach die Hoffnung aus, daß alle Gäste Niederstetten mit gutem Andenken verlassen mögen. Für die Gauleitung sprach Herr Gaupressewart Gerheißer. Das Wandern habe für den Turner dreifache Bedeutung, sportlich, historisch und erzieherisch. Schon Turnvater Jahn habe ganz Deutschland durchwandert und sei an schönen Tagen mit seiner Jugend aufs Land gezogen. Die Wanderfahrt sei der Bienenflug zum Tau des Lebens. Die Natur sei der Urquell aller Kraft und durch das Wandern komme man zu dieser Quelle. Die Wanderung habe auch das Ziel der sportlichen Kräftigung. Schließlich verlas Hr. Hauptlehrer Gerheißer eine Kundgebung der Gauleitung. Diese bemerkenswerte Kundgebung besagte inhaltlich: Turner und Turnerinnen mögen immer treu zu ihrer Sache stehen. Turnen sei nicht allein als Körpersport und Leistungssteigerung zu betrachten, sondern auch als feines Mittel zur Bildung offener und ehrlicher, deutscher Gesinnung, die unter Verzicht auf eigene, ehrgeizige Ziele und ohne politische Bindung nur an das große deutsche Volksbewußtsein denkt. Der Jugend soll es unbenommen bleiben auf eigenen Wegen ihre guten Ziele zu erreichen, sie wird aber auch der größeren Reife und Erfahrung der Aelteren nicht entraten können. Die Kräfte können ruhig in verschiedener Weise wirksam sein, wenn sie sich nur zum Schlusse in einem Punkte finden. Frohsinn ist die Seele jeder gedeihlichen Arbeit. Die Maiensonne soll in die Herzen strahlen, damit der Glaube an ein Wiederaufwärtskommen uns bleibe. Die Kundgebung schloß mit einem Aufruf, daß bei der kommenden Gauturnfahrt nach Crailsheim jeder Turner und jede Turnerin ein Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft ablegen solle. Nach dem Begrüßungsakt gab es auf allen Seiten unseres großangelegten Sportplatzes viele turnerische und sportliche Leistungen zu bewundern. An den Geräten zeigten die besten Turner unseres oberen Gaues ihr Können. Die Turnerinnen führten die Freiübungen vor, welche für die Gauturnfahrt vorgeschrieben sind. Großes Interesse fand das hier zum erstenmale gezeigte Florettfechten der Gruppen der Männerturnvereine Bad Mergentheim u. Weikersheim. (Auch Turnerinnen waren daran beteiligt). Fechtwart Jäger-Weikersheim wußte diese Uebung dadurch besonders interessant zu gestalten, daß er vor Beginn sowohl über das Fechtinstrument selbst als auch über die Art der Anwendung Aufschluß gab. Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerobronn brachte mit seinen Gerabronner u. hies. Turnerinnen Volkstänze zur Aufführung. Zwischen verschiedenen Vereinen kamen Faustballspiele zur Durchführung und die Handballmannschaft des Männerturnvereins Niederstetten spielte gegen eine kombinierte Mannschaft mit dem Erfolg 8:0 für Niederstetten. Die Stadtkapelle konzertierte daneben unermüdlich und unsere Gäste konnten nicht oft genug [beweisen?] wie gut es ihnen hier gefalle. Die turnerische [Leitung?] des Tages hatte Herr Männerturnwart [Heck-Lauden]bach inne, welchem für die ruhige turnerische und [?]lich vorzügliche Durchführung besonderer Dank [gebührt?]. Den Dank der Gäste brachte Herr Gauauschußehrenmitglied Fritz-Gerabronn in warmherzigen Worten zum Ausdruck. Den Beschluß des Nachmittags bildete ein Ball in der Turnhalle. Der hiesige Männerturnverein hatte seine Wanderung am Himmelfahrtstage durch den Gemeindewald nach Wermutshausen unternommen. An der gestrigen Wanderung hatten teilgenommen: [?] Männer, 153 Frauen, 93 Jugendl., zurückgelegt wurden insgesamt 267 Kilometer.
() Niederstetten, 18. Mai Das Frühjahr gibt dem Berichterstatter immer einigen Anlaß, sich zu [besinnen?]. Die ersten Staren und Schwalben, die die Besc[hälplatte?] beziehenden Hengste, die ersten Bienenschwärme (in Wildentierbach Gutsbesitzer Schürger, in Niederstetten [Gärt?]nereibesitzer Striffler), die wunderbare Obstbaumblüte, wie sie gerade in diesen Tagen das Auge entzückt - alles das sind Veranlassungen genug, größere oder kleinere Berichte zu schreiben und den Leser der Zeitung auf den erwachenden oder erwachten Frühling hinzuweisen. Als ein Zeichen, daß es wirklich Frühling geworden ist, auf das viele gewartet haben, ist die Eröffnung des herrlichen Niederstettener Städtischen Freibades. Schon gestern am Eröffnungstage haben viele fremde Turner u. Turnerinnen das Städt. Freibad benützt, um sich von den Mühen der Wanderung zu erholen. Die Stadtverwaltung ist andauernd bemüht, die Einrichtungen des Bades zu verbessern und zu verschönern. Es ist daher zu hoffen, daß sich auch in diesem Jahre der Badebetrieb lebhaft gestalten wird. Vaterlandsfreund, Nr. 114, 19. 5. 1931
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2. Februar 1938. Beratungen des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 3. Febr. (Beratungen des Bürgermeisters mit den Beigeordneten und Ratsherren). Entlang der Parz. Nr. 761/1 - Bauplatz Gröner an der Oberstetterstraße - wird vom Bürgermeister die Baulinie festgelegt. Seitens der Beteiligten liegen keine Einsprachen vor. Die notwendige Genehmigung wird beim Oberamt eingeholt. — Bei den Theater- und Filmvorführungen in der Turnhalle ist jeweils die Anbringung einer Anschlußverstärkung notwendig. Um künftig nicht bei jeder Vorführung eine provisorische Verstärkungsanlage einbauen zu müssen, soll eine bleibende Anlage eingebaut werden. Die Stadtverwaltung wird die Hälfte der Kosten übernehmen, während die andere Hälfte der Turnverein übernimmt. — Die abgeschlossene Stadtpflegerechnung 1936 wird durchgesehen, einen Anstand ergab die Durchsicht nicht. — Zur gemeinschaftlichen Finanzierung von HJ.-Heimen wurde der Zweckverband Mergentheim gegründet. Die Stadtgemeinde erklärt den Beitritt zu diesem Zweckverband. — Der Vertrag über die ländliche Berufsschule Niederstetten wird anerkannt. Der Schulbetrieb wurde von Herrn Hauptlehrer Betz auf 2. Januar ds. Js. aufgenommen. — Der Antrag des Besitzers eines entlegenen Hofes auf Einrichtung der Wasserleitung auf Kosten der Stadtgemeinde wurde abgelehnt, desgleichen ein Antrag auf Bezahlung eines Zuschusses zur Einrichtung des elektrischen Lichtes. — Die Kreisamtsleitung der NSV. Mergentheim teilt mit, daß sie beabsichtige, eine Haushalthilfstation einzurichten und sucht um Bewilligung eines laufenden Beitrages nach. Seitens der Stadtverwaltung wird diese Einrichtung begrüßt, der nachgesuchte Beitrag wird bewilligt. — Verschiedene Einsprüche gegen die Wasserzinsveranlagung werden erledigt. Grundsätzlich wurde vom Bürgermeister bestimmt, daß diejenigen Besitzer von Gebäuden, die an der Wasserleitung angeschlossen sind und die in den letzten Jahren eigene Hauswasserversorgungsanlagen eingerichtet haben, eine von Fall zu Fall festzusetzende Garantiesumme zu bezahlen haben. Schließlich muß die Stadtgemeinde die Wasserleitung für jedes Gebäude, besonders bei Brandfällen, das Wasser zur Verfügung stellen. — Dex Antrag der Milchverwertungsgenossenschaft auf Nachlaß des Wasserzinses wird zurückgestellt. — Die Pachtzeit der beiden Winterschafweiden wird auf 31. März festgesetzt. — Der Verkauf des Holzes aus den Stadtwaldungen erbrachte einen Erlös von rd. 6000 RM. Nachdem eine Mehrnutzung vorhanden, wird der Betrag von 2000 RM. den Rücklagen zugeführt. — Der Beitrag für die hiesige Sanitätskolonne wird für 1937 auf 100 RM. festgesetzt. Weiter stellte die Stadtgemeinde das notwendige Lokal unentgeltlich zur Verfügung. — Der Bürgermeister teilt die Abrechnung über die erste Aufführung der Württ. Landesbühne mit. Die Aufführung, die von über 500 Personen besucht war, hat in jeder Beziehung befriedigt. Die Stadtgemeinde braucht mit der geleisteten Garantiesumme nicht in Anspruch genommen werden. Um künftig 3-4 Vorstellungen jährlich zu sichern, wird ein Besucherring gegründet werden, Die Vorbereitungen hiezu werden getroffen. — Vom Bürgermeister wird mitgeteilt, daß die Verschönerung des Ortsbildes im Laufe des kommenden Frühjahres auch hier durchgeführt wird. Neben verschiedenen Maßnahmen der Stadtverwaltung kommen in Betracht: Entfernung sämtlicher Reklameschilder und Plakate, Reinhaltung der Straßen und Plätze vor den Gebäuden, Ausschmückung der Fenster mit Blumen, mehr Ordnung im Friedhof usw. Es ist klar, daß diese Ausgaben nicht durch Verordnungen gelöst werden können, sondern hier ist eine lebendige und freudige Mitarbeit der gesamten Einwohnerschaft notwendig. — Verschiedene Kenntnisnahmen.
Der Franke, 2. 2. 1938
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2. Januar 1935. Gemeinsame Weihnachsfeier von Liederkranz und Turnverein
Niederstetten, 2. Jan. (Weihnachtsfeier) Es schien zuerst ein gewagtes Unternehmen zu sein, als sich die Vereinsführer des Liekranzes und Turnvereins Niederstetten entschlossen, ihre Weihnachtsfeiern gemeinsam in der Turnhalle abzuhalten. Denn jeder dieser beiden Vereine verfügt über so viele Mitglieder, um allein für sich die Halle zu füllen. Trotzdem die Halle am Neujahrstage nun bis auf den letzten Platz gefüllt war, so zeigte sich doch die ganze Veranstaltung als eine überaus glückliche Kombination und nur zufriedene Besucher verließen zu etwas vorgerückter Stunde die gastliche Halle. Die unter der bewährten Leitung von Chormeister Fleckenstein-Bad Mergentheim vom Liederkranz vorgetragenen Chöre von Silcher, Weber, Kühler und Neumann zeigten den Verein auf eîner wirklich beachtlichen Höhe, besonders fanden auch die beiden Zeitlieder: „Lied der Bauleute“, von Schuler, und „Bauernerde", von Simon, lebhaftes Verständnis. In das Programm eingeflochtene Darbietungen des Turnvereins zeigten die durchtrainierten Körper der Turner in exakten Uebungen u. den ausgezeichneten Rythmus der neuen Volkstänze, ausgeführt von jugendlichen Turnerinnen, im besten Lichte. Eine Ehrung von Sangesbrüdern für 25jährige aktive Tätigkeit im Liederkranz konnte an die Sänger: Vereinsführer Julius Schneider, Leonhard Hönig, Friedrich Melber und Hermann Emmert erteilt werden. Eine ganz besondere Note erhielt der Abend durch eine bisher nicht bekannte Programmnummer: Allgemeiner Gesang. Was sich nach dieser, bis jetzt nie gepflogenen Einrichtung auf den Gesichtern der Besuchern zeigte, war restlose Zufriedenheit und es war nicht allein die beste Laune sprühender, einleitender und verbindender Worte zwischen den einzelnen, gemeinsam gesungenen Liedern des Chormeisters Fleckenstein, sondern auch die Freude darüber, daß die neue Zeit Verständnis und Liebe für den Gesang zu jedem Volfsgenossen tragen will. Als Abschluß der eigentlichen Fest er zeigte die Spielschar des Turnvereins das Festspiel in zwei Aufzügen von Witzmann: „Adolf Hitlers Sendung”. Die Spieler brachten es fertig, vor den andächtig lauschenden Zusschauern ein überzeugendes Bild des kämpfenden und siegenden Nationalsozialiiamus zu entrollen. Durch die übliche Gabenverlosung wurden enttäuschte und fröhliche Gesichter hervorgerufen. Die fleißig spielende Tanzkapelle Fleckenstein konnte die Besucher noch längere Zeit zusammenhalten und hat damit keinen kleinen Anteil an der wohlgelungenen Feier.
Witzmann, Konrad: Adolf Hitlers Sendung. Volkstümliches Festspiel in 2 Aufzügen. Leipzig: Glaser [1933]. 38 S. (Neue Spiele. 1)
Der Franke Nr. 2, 3. 1. 1935
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20. Dezember 1934. Vortrag der NSDAP - Kreisgeflügelausstellung
Niederstetten, 20. Dez. (Vortrag der NSDAP.) Am 14. Dezember sprach Gaufunkwart Oberstleutnant v. Stockmayer im Löwensaal über die z. Zt. brennenden Fragen. Die gut besuchte Versammlung spendete dem hier wohlbekannten Redner nach seinen präzisen, zu Herzen gehenden Ausführungen wohlverdienten Beifall.
Niederstetten, 20. Dez. (Kreisgeflügelausstellung.) Am 16. und 17. Dezember fand in der Turnhalle die Kreisgeflügelausstellung statt. Ausgestellt waren: 58 Nummern Einzeltiere (Hühner, Enten und Gänse), 55 Stämme zu 1,2 und 1,3 (Hühner, Enten und Gänse). 125 Nummern Tauben. Die Qualität der Tiere war nach Ansicht der Preisrichter als sehr gut zu bezeichnen. Der Aufbau der Ausstellung war sehr schön. Der Besuch derselben gut und auch der Nichtfachmann konnte sich an den prächtigen Tieren erfreuen. Preise erhielten:
1 Zuchtpreis der Reichsfachgruppe: Fr. Bullinger-Niederstetten auf Hühner (Barnefelder).
1 Reichsfachgruppenehrenpreis: Fr. Bullinger-Niederstetten, auf Barnefelder Hahnen; G. Kühner-Bartenstein auf Tauben (0,1 Silberschuppen)
Landesfachgruppenpreis auf Hühner: Fr. Ehrmann-Gerabronn, (1,3 Leghorn, weiß); Fr. Ley-Eichenau, (1,0 Italiener, silberf.).
Auf Tauben: K. Streitberger-Niederstetten, (1,0. Türken); R. Kammleiter-Schrozberg, (0,1 Schönheitsbrieftauben).
Außerdem wurden noch an die Aussteller vergeben: 2 Ehren-Preise zu je 10 RM., 6 Zuschlagspreise zu 5 RM., 9 Zuschlagspreise zu 3 RM. und 10 zu 2 RM. Für die Qualität der ausgestellten Tiere spricht das Vorhandensein von 88 „sehr gut" Tieren. Als Abschluß fand eine Tauben- und Kleintierbörse statt, bei welcher sich lebhaftes Interesse zeigte.Der Franke, Nr. 296, 20. 12. 1934
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22. April 1938. Beratungen mit Beigeordneten und Ratsherren
Niederstetten, 22, April. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Bisher wurde in der Pumpstation ein Rohölmotor verwendet, künftig wird zu Pumpzwecken der verbilligte Nachtstrom Verwendung finden. Zu diesem Zweck erfolgt der Einbau eines Ventilschalters mit Schnellschlußventil. Mit Rücksicht auf die Kosten, die durch den Milcherhitzungszwang entstehen, sucht die Milchverwertungsgenossenschaft um Nachlaß ihres Wasserzinses nach. Ein völliger Nachlaß des Wasserzinses ist nicht möglich, dagegen wird der angesetzte Wasserzins auf 50 Prozent ermäßigt. Nachdem die Wasserentnahme künftig eine geringere sein wird, kommt in Zukunft eine Ermäßigung des Wasserzinses nicht mehr in Frage. Die Zuführung der Wasserleitung in den Schulgarten wird genehmigt. In der Nachlaßsache H. Ney wird als Nachlaßpfleger Stadtpfleger Pflüger vorgeschlagen. Gegen die Errichtung einer Einfahrt von der Oberstettenerstraße zum Holzlagerplatz durch die Firma Gebrüder Jung wird nichts eingewendet. Der Wert des zu entfernenden Apfelbaumes wird auf 60 RM. festgesetzt. Die Abrechnung über die letzte Vorstellung der Landesbühne: "Kleiner Mann, ganz groß", wird bekanntgegeben. Die Vorstellung war mit über 500 Besuchern sehr gut besucht. Die NS.-Kulturgemeinde beabsichtigt, die Hälfte der Sitzplätze in der Turnhalle zu erhöhen und wird später nach Gründung des Besucherrings wegen einem Beitrag, der allerdings wieder zurückbezahlt wird, an die Stadtgemeinde herantreten. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Farreneinkaufskommission bei der Versteigerung in Hall einen Jungfarren um den Preis von 2020 RM. gekauft hat. — An dem Brunnen im Eichhof wird eine Pflasterung durchgeführt. Der von dem Juden Bernheimer früher gestiftete Brunnen bei der Apotheke (sogenannter Heimatbrunnen) verschandelt das Ortsbild, er wird deshalb in nächster Zeit entfernt und durch einen neuen Brunnen ersetzt. Soweit das Wasser des Röhrenbrunnens nicht für den neuen Brunnen benötigt wird, wird dasselbe der Milchverwertungsgenossenschaft zur Ergänzung ihrer Brunnenanlage zur Verfügung gestellt. — Anläßlich der Goldenen Hochzeit der Ehepaare Dod und Käser wird den Jubelpaaren das übliche Geschenk aus der Stadtkasse verwilligt. — Mit Wirkung vom 1. April d. Js. wird der Stundenlohn für Pferdegespanne wie folgt erhöht, Zweispänner von 1,10 RM. auf 1,30 RM,, Einspänner von 70 Pfg. auf 85 Pfg. — Der bisherige Führer der freiw. Feuerwehr, Ratsherr Streitberger, hat altershalber sein Amt als Oberbrandmeister niedergelegt. Der Bürgermeister spricht dem aus dem Amt Scheidenden den Dank der Stadtverwaltung aus. Als Nachfolger wird dem Oberamt vorgeschlagen der bisherige Brandmeister Ratsherr R. Knenlein, als dessen Stellvertreter der bisherige Löschmeister Alb. Kleinhanß, Sattlermeister. — Bürgersteuer — und Wasserzinsangelegenheiten.
Der Franke, 23. 4. 1938
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22. März 1932. Handwerkertagung mit Ausstellung
Niederstetten, 22. März. Mit Rücksicht auf die am 24. April 1932 stattfindende Landtagswahl findet die Handwerkertagung mit Ausstellung der Arbeiten der Gewerbeschulen Niederstetten-Blaufelden am Sonntag, den 1. Mai 1932 in der Turnhalle in Niederstetten statt, worauf die Herren Innungsmeister und alle Freunde des Handwerks besonders aufmerksam gemacht werden.
(Vaterlandsfreund, Nr. 65, 18. 3. 1932)
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23. August 1937. Ehrenbürgerschaft für Albert Sammt
Niederstetten, 23. Aug. (Luftschiffkapitän Sammt Ehrenbürger seiner Vaterstadt.) Die höchste Ehrung, die eine Gemeinde einem Volksgenossen erteilen kann, ist das Ehrenbürgerrecht. Mit dieser Auszeichnung wollte die Stadt Niederstetten auch ihren Sohn, Luftschiffkapitän Albert Sammt-Frankfurt am Main für seine Verdienste um die Luftschiffahrt und damit für das Vaterland, ehren. Die reich geschmückte Turnhalle faßte am Samstagabend kaum die erschienenen Gäste, welche Zeugen der Uebergabe des Ehrenbürgerbriefes sein wollten. Unter den Anwesenden, welche sich aus Volksgenossen der Gesamtgemeinde, sowie dem näheren Umgebung zusammensetzten, bemerkte man auch Kreisleiter Seiz-Bad Mergentheim, den älteren Bruder und eine Schwester von Luftschiffkapitän Sammt. Eine Streichkapelle der SS.-Standartenkapelle "Deutschland"-Ellwangen leitete die Feierstunde ein und trug einen erheblichen Teil zur Ausgestaltung des Abends bei, gut unterstützt vom Männergesangverein Niederstetten. Bei der Uebergabe des von Künstlerhand ausgeführten Ehrenbürgerbriefes durch Bürgermeister Weber an Luftschiffkapitän Sammt, welcher mit seiner Frau erschienen war, brachte ersterer zum Ausdruck, daß diese Ehrung einem verdienten Sohne der Stadt zuteil werde und daß sie Anlaß sein möge, die Verbundenheit mit ihr noch zu stärken, besonders gedachte er seiner glücklichen Errettung bei der Katastrophe des Luftschiffes "Hindenburg" und wünschte ihm noch volle Genesung von seiner hierbei erlittenen Verwundung. Luftschiffkapitän Sammt dankte in herzlichen Worten für die erhaltene Auszeichnung, die er voll würdige. Richard Knenlein sprach im Namen der gleichaltrigen Jugendgenossen von Albert Sammt und. seine Ausführungen zeigten, wie stolz sie alle auf ihren Gefährten aus der Jugendzeit seien. Der mit seinem Freunde Albert Sammt und dessen anwesenden Bruder Fritz verlebten Jahre in Niederstetten gedachte Bürgermeister Schroth und hob hervor, wie Sammt sich vom einfachen Handwerker durch zähen Fleiß und Einsatzbereitschaft sich seine heutige Stellung bei der Zeppelinluftschiff-Reederei errungen habe und wie die ganze Gemeinde gebangt hätte um ihren Heimatsohn, als die Nachricht von der Luftschiffkatastrophe eintraf und wie die Anwesenden wohl nun zum erstenmale in unserem Vaterlande aus berufenem Munde Einzelheiten darüber erfahren werden. In einer längeren Ausführung schilderte dann Luftschiffkapitän Sammt, ausgehend von seinem letzten Vortrage mit Film und Lichtbildern, den er hier im Jahre 1930 hielt, die Entwicklung des Luftschiffbaues und dann besonders eindringlich mit beredten Worten seine letzte Fahrt, welche zugleich auch die Katastrophenfahrt des Luftschiffes "Hindenburg" war. Gespannt lauschten die Zuhörer der ergreifenden Schilderung der 37 Vernichtungssekunden und der glücklichen Rettung aus dem brennenden Luftschiff, wenn auch mit schweren Brandwunden. Gegen Schluß des Abends erschien überraschend und freudig begrüßt ein Kamerad unseres Ehrenbürgers Albert Sammt, Luftschifführer Ladewig, der bei seinem Ferienaufenthalt in Rothenburg o. Tauber von der heutigen Ehrung erfuhr.
Der Franke, 24. 8. 1937
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24. Mai 1937. Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Schroth
Abschiedsfeier für Bürgermeister Schroth
Niederstetten, 24. Mai. In einer am 14. Mai stattgefundenen Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gerabronn haben dieselben von ihrem Kollegen, Bürgermeister Schroth-Niederstetten, welcher als Bürgermeister nach Herrenberg kommt, Abschied genommen. In einer Ansprache des Kreisleiters wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt. Am gestrigen Abend hatte sich nun die Bevölkerung Niederstettens und besonders auch der Teilgemeinden in einer großen Zahl in die festlich geschmückten Turnhalle versammelt, um von ihrem Bürgermeister Abschied zu nehmen, Was Bürgermeister Schroth während seiner 20jährigen Tätigkeit als Amtsvorsteher von Niederstetten geleistet hat, kam in den zahlreichen Reden des Abends zum lebhaften Ausdruck, ebenso seine Verbundenheit und der seiner Familie mit der Bevölkerung. Landrat Wöhrle-Gerabronn und Kreisleiter Niklas-Riedbach waren erschienen, um den Dank abzustatten für die von Bürgermeister Schroth geleistete Arbeit als Kommunalbeamter und in dieser Eigenschaft als Kreisamtswalter der NSDAP. Zum äußeren Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeindewohl überreichte der stellvertretende Bürgermeister Melber ein Gemälde, Niederstetten mit Aussicht auf das Schloß darstellend, von einem Heimatsohne, Kunstmaler Gehring-Stöckenburg. Studienrat Maier sprach für die Lehrer und dankte für die Initiative beim Bau der neuen Schule und übergab als kleines Zeichen des Dankes ein Bild der Schule. - Ortsgruppenleiter Thomas nahm in herzlichen Worten Abschied von seinem Parteigenossen. Herr Gräter-Hermuthausen und Direktor Roesler-Igelfingen sprachen für den Elektrizitäts-Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach und gedachten seiner als dem Gründer desselben. Aus dem gleichen Anlaß dankten die Vorstände der Weingärtnergenossenschaft und der Milchverwertung. Für das volle Verständnis und die entgegenkommende Förderung ihrer Belange dankten die Vorstände des Turn- und Männergesangvereins, sowie des Kyffhäuserbundes. Stadtpfleger Pflüger sprach für die städt. Angestellten und betonte das gute Einvernehmen und verständnisvolle Arbeiten mit ihrem Vorgesetzten. Bürgermeister Striffler-Vorbachzimmern hob die Verdienste des Scheidenden um das nachbarliche gute Einvernehmen in Schulfragen hervor. Stadtpfarrer Göltenboth sprach für die ev. Kirchengemeinde. Die ganze Feier wurde festlich umrahmt durch Darbietungen gesanglicher und musikalischer Art durch den Männergesangverein und die Kreismusikkapelle. Tiefbewegt dankte Bürgermeister Schroth allen Erschienenen und besonders den Rednern für ihre Beweise der Anerkennung seiner Arbeit und bemerkte, wie ungern er aus diesem seinem liebgewordenen Wirkungskreise scheide, sei ihm doch Niederstetten eine zweite Heimat geworden, mit der er auch durch Grund und Boden verbunden sei und bleiben werde. Die ihm dargebrachten Glückwünsche für sein und seiner Familie ferneres Wohlergehen erwiderte er für die ganze Einwohnerschaft .Am Abend zuvor fanden sich auch Aufsichtsrat und Vorstand der Landw.- und Gewerbebank Gerabronn bei Aufsichtsratsmitglied Marquardt z. "Krone", um mit dem scheidenden Herrn Bürgermeister Schroth noch im engeren Kreise etwas beisammen zu sein. Bei dieser Gelegenheit ergriff Bankvorstand Rühling das Wort, um namens der Genossenschaft Herrn Schroth für dessen Tätigkeit und Unterstützung als Vorstandsmitglied seit 1926 den wärmsten Dank zu sagen. Herr Rühling entwarf dabei auch einen recht interessanten Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft und insbesondere der Filiale in Niederstetten. So ist die Zahl der Mitglieder in Niederstetten von 1923-1936 von 71 auf 203 gestiegen und die geführten Konten in Spareinlagen, laufender Rechnung und Darlehen von 217 auf 1511 angewachsen. In seiner Erwiderung betonte der Scheidende starke Verbundenheit mit der Genossenschaft, die er auch gerne als überzeugter Genossenschaftler aufrecht erhalten werde. Auch der Leiter der Bankfiliale in Niederstetten, Herr Willy Schuster brachte in herzlicher Weise seinen Dank für die schöne Zusammenarbeit mit Herrn Bürgermeister Schroth zum Ausdruck. Die an der Feier teilnehmenden Herren der Bank gaben dem Scheidenden ihre besten Wünsche für seinen neuen Wirkungskreis mit auf den Weg.Der Franke, 24. 5. 1937
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