Turnhalle

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  • 24. März 1936. Propagandafahrt des stv. Gauleiters Schmidt

    Auf der Nordostfahrt des stv. Gauleiters durch den Bezirk
    Friedrich Schmidt begeistert 2500 Volksgenossen des Kreises Gerabronn

    * Gerabronn, 23. März. Erwachen - Aufbruch einer Nation! Vom wolkenlosen Himmel strahlt warme Frühlingssonne auf Menschen u. Fluren. Ueberall freudige Gesichter, begeisterte Jugend, gläubige, durch nichts in ihrem Vertrauen zu erschütternde Männer und Frauen; Fahnen grüßen, Girlanden und Wimpel überspannen die Straßen, auf denen der stellv. Gauleiter Schmidt mit seiner Begleitung durch die hohenlohisch-fränkische Heimat fährt. Von Hall kommend, wo er am Samstag mit Staatsrat Meinberg im überfüllten Neubausaal gesprochen hatte, traf er gegen 14 11 Uhr in
    Rot am See
    ein. Es war eine erhebende Feierstunde, als er inmitten zahlreicher Männer und Frauen unter freiem Himmel von den Dingen, die Deutschland und die Welt bewegen, aus gläubigem Herzen zu einer andächtig lauschenden Menge sprach. Spontan brach die Bevölkerung in ein Siegheil auf den Führer und Retter Deutschlands aus und dankbar klangen die Nationalhymnen in den Aether. Unter Heilrufen setzte sich die Fährt dann fort nach
    Brettach,
    dem Mittelpunkt der Landwehr. Fahnen an jedem Haus. Reitersturm, SA., SAR, SS., HJ., BdM. und NS.-Frauenschaft und Vereine hatten Aufstellung genommen. Ueber 500 Volksgenossen umsäumten den Platz. Marschmusik der Kreiskapelle leitete die Kundgebung ein, Gesang- und Chor der HJ. folgten u. nach dem Begrüßungschor des Gesangvereins hieß Ortsgruppenleiter Gehring den alten Kämpfer im Hohenlohischen herzlich willkommen. Begeistert empfangen spricht dann der stv. Gauleiter zu seinen Landsleuten. In klaren Linien legte der stv. Gauleiter den Sinn dieser Wahl und die Bedeutung des 29. März dar, der nicht nur eine Wende des deutschen, sondern des Geschickes der ganzen Welt bedeute. Er befaßte sich eingehend mit dem entscheidenden Schritt des Führers vom 7. März, geißelte in scharfen Worten die Haltung, die die ausländischen Staatsmänner stets deutschen Schritten und deutschen Vorschlägen gegenüber einnehmen und schälte überzeugend die Notwendigkeit der Wiedererrichtung der deutschen Souveränität im Rheingebiet heraus und zwar als Schutzwall gegen die Gefahr des Weltbolschewismus, der ganz Europa bedrohe. Diese Entscheidung habe gefällt werden müssen! Und wenn Adolf Hitler eine Entscheidung treffe, so stehe diese fest, jetzt u. in aller Zeit. Deutschlands Macht liege in seiner Einigkeit. Adolf Hitler sei der einzige Staatsmann, der wisse: Wenn er Ja sage, dann sage das ganze Volk Ja, u. wenn er Nein sage, dann sage das ganze Volk Nein! (stürmischer Beifall).
    Adolf Hitler ist heute der stärkste Mann in Europa, weil wir etwas haben, das stärker ist als alle Armeen der Welt. Wir haben ein einig Volk, einen einzigen Glauben und einen einzigen Führer. (Lang anhaltender stürmischer Beifall). Noch nie stand ein Mann vor solchen Entscheidungen, wie Adolf Hitler in den letzten Jahren. Wir haben wieder eine Armee und haben Waffen; wir sind nicht mehr wehrlos. Das größte ist aber, daß ihr deutschen, Menschen, wie ihr hier seid, zusammengeschweißt seid wie ein einziger Volk. Wir haben recht und deshalb sind wir so ruhig. Ueber dem Recht von Locarno steht das Lebensrecht des deutschen Volkes und dieses Lebensrecht ist vom Herrgott selbst gegeben worden. Wir verlangen, daß wir in deutschen Landen die alleinigen Herren sind. Er sprach diesen Menschen aus dem Herzen, als er ausrief: Wir wollen gleichberechtigt sein mit den andern Völkern, weil wir glauben, daß wir ein genau so fleißiges und tüchtiges Volk sind wie die andern Völker. Nach einem Rückblick auf die großen und einzig dastehenden Leistungen nat.-soz. Staatsführung, appellierte er an das deutsche Gewissen, am 29. März seine Pflicht zu tun. Und er kann die Gewißheit haben, daß die Landwehrgemeinden der Stimme ihres Herzens folgen werden. Wuchtig brausten die Lieder der Nation über den Platz. Ein Vorbeimarsch vor dem stellv. Gauleiter und dem Kreisleiter beendigte diese Kundgebung. Dann gings in die Vaterstadt Fr. Schmidts, nach
    Wiesenbach.
    Hier schlugen ihm besonders dankbare Herzen entgegen. Zu seinem Empfang hatte jedes Haus Flaggenschmuck angelegt. Die Wiesenbacher sind stolz auf ihren Sohn, das spürte man und das sah man allen Gesichtern an. Viel Worte zu sagen konnte sich der Vertraute des Führers ersparen. Auf seine Wiesenbacher kann kann er sich verlassen. Ueberall streckten sich ihm Hände zum Gruß entgegen, ein Händedruck, ein Verstehen und Versprechen. Kurz sprach er von dem Wunder der Volkwerdung, von der Größe der deutschen Einigkeit, um das uns die Welt beneidet. Es rentiert sich wieder in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Jeder Einzelne ist ein Teil dieser Gemeinschaft. Wir dürfen stolz sein, daß wir diese Zeit miterleben und dem Führer dienen dürfen, in ihm grüßen wir unser Deutschland. In das Sieg-Heil und das Deutschland- und Horst Wessel-Lied stimmte die vielhundertköpfige Einwohnerschaft mit heller Begeisterung ein. Eine besondere Ovation brachte dem stellv. Gauleiter die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel dar. Auf 7 Lastwagen verteilt, durchfuhren sie am Sonntag den Bezirk und warben in ihrer eindringlichen Art für den 29. März. Plötzlich tauchten sie auch vor dem Elternhaus in Wiesenbach auf und brachten nach Sprechchören ihrem stellv. Gauleiter eine herzliche Huldigung dar. Rasch war die Zeit verstrichen; unter Abschiedsgrüßen und Heilrufen setzte sich die Wagenkolonne wieder in Bewegung in Richtung Schrozberg. In
    Lindlein und Schmalfelden
    war kurzer Halt. Die Bauern begrüßten den stellv. Gauleiter. Kurz sprach er vom Sinn und der Bedeutung der Wahl zu ihnen: Er unterhält sich mit Bauern, Veteranen. Frauen und Kindern, und alle bestätigen sie ihm auf ihre treue Art mit leuchtenden Augen das restlose Vertrauen zum Führer und seinem Werk, und die Bereitschaft, sich bei der kommenden Wahl wie ein Mann hinter den Führer zu stellen. Rasch war
    Schrozberg
    erreicht. Die NS.-Formationen und eine Hundertschaft des Arbeitsdienstes hatte vor dem Ort Ausstellung genommen. Mit klingendem Spiel ging der Marsch zum Marstallgebäude zur Großkundgebung für den Führer. 600-700 Volksgenossen waren versammelt. Sprechchor, Musik und Liedtois leitete die Feierstunde ein, 6-700 Volksgenossen konnte Kreisleiter Niklas begrüßen. Mit Heilrufen und Händeklatschen wurde stellv. Gauleiter Schmidt empfangen. In zündender Rede riß er die Menschen zu Beifallsstürmen hin. Deutschland ist entschlossen, sich unter keinen Umständen als ein minderwertiges Volk behandeln zu lassen. Der formelle Beschluß des Völkerbundsrates läßt uns kalt, denn das Schicksal eines Volkes läßt sich nicht in starre Paragraphen einzwängen. Die Tat des Führers vom 7. März war eine grundlegende Entscheidung für den Frieden der Welt. Dieser Schritt war notwendig und nichts wird uns bestimmen können, ihn irgendwie wieder rückgängig zu machen. Die fremden Staatsmänner müssen endlich erkennen, daß das Deutschland des Führers nicht mehr das Deutschland der Novemberrepublik ist. Die Zeit der Diffamierung ist vorbei. Wenn die fremden Staatsmänner noch nicht begriffen haben, daß der Versailler Vertrag für Deutschland nur noch ein Fetzen Papier ist, so weiß es bei uns jedes Kind. Die Welt soll begreifen, daß wir im eigenen Land selbst Ordnung halten können. Wir brauchen hierzu keine fremden Soldaten. Wir stellen das Lebensrecht des deutschen Volkes höher als alle Paragraphenreiterei der Völkerbundsjuristen (stürm. Beifall). Mit Nachdruck betonte der Redner, daß in der Einheit und Geschlossenheit der deutschen Nation die stärkste Friedensgarantie liegt. Wenn Deutschland einig bleibt, dann können wir allen Stürmen ruhig entgegensehen. Jetzt ist es aus mit der Methode, auf Deutschland herumzutrampeln. Wir sind unter allen Umständen entschlossen, uns nicht einschüchtern zu lassen und unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unsere Lebensrechte bis zum letzten zu verteidigen. Das ganze deutsche Volk ist heute zur Hausmacht des Führers Adolf Hitler geworden. Auch diese Kundgebung war ein einziges, machtvolles Bekenntnis zum Führer, zur Ehre und zur Gleichberechtigung der Nation, und der Redner war nur der Sprecher seiner Hörer, der das in Worte kleidete, was unausgesprochen jeder in seinem Herzen trägt. Nicht endenwollender Jubel beschloß diese machtvolle Kundgebung. Das Gelöbnis des Ortsgruppenführers Pg. Binder war ein Versprechen aller, am Wahltag die nationale Pflicht zu erfüllen. Nach einem Vorbeimarsch der Formationen setzte sich die Triumphfahrt fort.
    Oberstetten
    ließ es sich nicht nehmen, dem stellv. Gauleiter auf der Durchfahrt den Willkomm zu entbieten. Auch hier gläubige Menschen, fest entschlossen und dankbaren Herzens dem Führer zu folgen. In rascher Fahrt war
    Niederstetten
    erreicht. Auch hier waren die NS.-Formationen zur Begrüßung angetreten. In der überfüllten Turnhalle empfängt den Redner die SS.-Kapelle Ellwangen, die am Abend ein Konzert gab. Ungeheure Spannung und Begeisterung herrscht. Nicht alle finden Einlaß in der Halle, die Rede wird durch Lautsprecher ins Freie übertragen. Begeisterung löst die Begrüßung durch den Kreisleiter aus. "Der Frontsoldat kennt den Krieg und erhält den Frieden". Dieser Satz auf dem großen Spruchband bildet auch hier den Kernpunkt der zündenden Ausführungen. Alle kennen die Marschrichtung, trotzdem sind sie da, die vielen Menschen. Durch ihre blose Anwesenheit bekunden sie heute und auf allen Kundgebungen jetzt schon ihre Stimme für Adolf Hitler. Wie in den vorangegangenen Versammlungen, so gibt der Redner auch hier in seiner groß angelegten Rede ein umfassendes Bild der heutigen weltpolitischen Lage und eine weittragende Schau der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der deutschen und europäischen Politik. Die Sprache des Volksmanns und Volksführers Adolf Hitler sei wohl den Diplomaten und Staatsmännern ein Aergernis, den Völkern aber eine aufrüttelnde Botschaft. Im Herzen Europa: stehe als Lenker eines 67-Millionen-Volkes ein Führer, der es ablehne, Diktator zu sein. Die drei Jahre seit der nat.soz. Machtergreifung seien von einzigartiger geschichtlicher Bedeutung und geben die Voraussetzungen ab für eine Entwicklung in die Jahrhunderte und Jahrtausende. Heute sei Deutschland und der Führer zum Garanten des europäischen Friedens u. der abendländ. Kultur überhaupt heraufgewachsen. Die Bannung der europäischen Gespensterfurcht sei nur durch die zusammengeballte Wucht des deutschen Volkswillens noch möglich. Der stellv. Gauleiter stellte in großen Zügen die gewaltigen, unvereinbaren Prinzipien heraus, die heute Europa und die Welt beherrschen: das völkische Prinzip der Blutsverbundenheit und das anarchische Prinzip des Weltbolschewismus. Dieses weltpolitische Entweder-oder sei eine Entscheidung, vor die jedes einzelne Volk als vor seine Lebensfrage gestellt werde. In der Schaffung der Einheit aller Deutschen auf der Grundlage der Bluts- u. Brotgemeinschaft sei die Grundlage für diese auf Jahrhunderte bestimmten Wirkungen gelegt. Die Erfüllung und die Sinngebung einer zweitausendjährigen unglückseligen und zerrissenen deutschen Geschichte liege heute vor Augen des gesamten Volkes, in dem der Allmächtige den Führer als sichtbaren Vollstrecker seines Willens dem deutschen Volke gesandt habe, den Führer, der die innerste Sehnsucht des ganzen Volkes erfülle.
    Mit tosendem Beifall wurden die Ausführungen Pg. Schmidt's über das Gesetz des gleichen Blutes, auf dem allein der Frieden Europas aufgebaut werden könne, aufgenommen und über den Begriff des ewigen Deutschland. Solange ein deutscher Bauer am Pflug, ein Arbeiter hinter der Werkbank stehe, solange Deutschlands Jugend singend über Wiesen und Felder marschiere, solange deutsche Mütter Kinder gebären, solange werden wir vom ewigen Deutschland sprechen. Deshalb sei sich jeder Deutsche seiner Pflicht am 29. März bewußt, auf daß die Welt sehe, daß es nichts Höheres, nichts Stärkeres gebe als ein einiges, freies Volk. Immer wieder wird die Menge zu Beifallskundgebungen hingerissen, als der Redner von den Großtaten der letzten 3 Jahre spricht, als er den Sieg der Saar, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht streift. So werde, führt d. stellv. Gauleiter unter jubelndem Beifall aus, der 29. März 1936 eine gewaltige Manifestation des geschlossenen deutschen Volkswillens vor aller Welt sein, die dem Führer die Möglichkeit gibt, das deutsche Schicksal und damit das Schicksal Europas zu meistern. Die Nationalhymnen und nicht endenwollender Beifall beschloß die wahrhaft erhebende Kundgebung deutschen Volkswillens. Unter dem Beifall und Heilrufen verließ dann Pg. Schmidt den Bezirk, um abends in Weikersheim und Mergentheim zu den dortigen Volksgenossen zu sprechen. Es waren erhebende Stunden, diese Fahrt durch unsere Heimat, überall Begeisterung, freudige Einsatzbereitschaft und der Ausdruck großer Volksgemeinschaft. Unserem stellv. Gauleiter auch an dieser Stelle zusammenfassend aller Dank in einem Sieg-Heil.

    Der Franke, Nr. 70, 24. 3. 1936

  • 24. September 1933, Herbstfest mit parteipolitischen Veranstaltungen

    Weihetage in Niederstetten.

    Niederstetten, 24. Sept. Eifrig rüstete in den letzten Tagen die Einwohnerschaft unseres Städtchens auf das Herbstfest, das gestern und heute hier stattfand und sich zu einer großen Kundgebung unserer nationalsozialistischen Bewegung gestaltete. Wohl noch nie hat unser Städtchen aber auch solchen Flaggenschmuck gezeigt als aus diesem Anlaß. Hakenkreuz- und schwarz-weiß-rote Fahnen beherrschten das Stadtbild. Als in den Abendstunden des Samstag aus allen Richtungen SA- und SS-Kolonnen unter den Klängen flotter Märsche in unsere Straßen einzogen und dem im Scheinwerferlicht prangenden Marktplatz zueilten, herrschte bald frohe Feststimmung. In den bereit gestellten Quartieren fanden die Ankommenden liebevolle Aufnahme. Im Laufe des Abends fanden verschiedene Sondertagungen statt. So im Parteilokal der NSDAP, dem Gasthof zum Ochsen, ein Amtswalterappell, der von Kreisleiter, Bürgermeister Stümpfig, geleitet wurde. Er erinnerte u. a. an das große Erlebnis der letzten Wochen, den Parteitag in Nürnberg. Ungeheures ist seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus geleistet worden. Unser Bezirk habe zwar bei der letzten Wahl mit 72 Prozent für die NSDAP gestimmt, aber nicht alle Wähler seien echte Nationalsozialisten. Aufgabe der Ortsgruppen sei es, alle zu 100prozentigen Nationalsozialisten zu machen. Herauf begrüßte Bürgermeister Stümpfig den stellv. Gauleiter Fr. Schmidt, den alten Vorkämpfer der Bewegung in unserem Bezirk. Neben Fragen der Organisation kam Gauleiter Schmidt auch auf wirtschaftliche Fragen zu sprechen. Oberster Grundsatz sei hier die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Siedlung, Straßenbau u. dergl. ermöglichen es, den heutigen Stand der Arbeitslosigkeit den kommenden Winter über zu halten. Im Frühjahr soll dann der Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit einsetzen, sodaß wohl zu einem früheren Zeitpunkt, als der Führer selbst angesetzt habe, diese größte Uebel unserer Zeit in Deutschland beseitigt werden könne. Endlich kam Gauleiter Schmidt noch auf die politische Lage zu sprechen. Der Nationalsozialismus ist heule ganz im Besitze der Macht. Kampflos sind die politischen Gegner gewichen. Umsomehr könne nun an der inneren Festigung des Volkes in nationalsozialistischem Sinne gearbeitet werden.

    Im Melber'schen Saal fand anschließend eine Tagung der NS-Frauenschaft statt, unter Leitung von Frau Eyßer. Frau Holborn, Mergentheim, Kreisleiter Stümpfig und Gauleiter Schmidt forderten die Frauen auf, tatkräftig am Wiederaufbau des Staates mitzuhelfen und demnächst das Winterhilfswerk der Regierung zu unterstützen.

    Inzwischen hatte sich die Turnhalle bis zum letzten Platz gefüllt zum Kameradschaftsabend der SA und SS. Manch altem Kameraden konnte die Hand gedrückt werden. Auch hier sprachen Gauleiter Schmidt und Kreisleiter Stümpfig noch zu den Kameraden. Letzterer erzählte von der Weihe der Fahne des SS-Sturmes III/13 durch den Führer auf dem Nürnberger Parteitag. Gauleiter Schmidt erinnerte an die schweren Kämpfe, die mit seinem kleinen Häuflein Getreuer in den ersten Jahren des Kampfes im Bezirk auszuführen hatte. Die SA ist es auch heute noch, die den Willen des Führers durchzusetzen hat. Dazu gehört aber Pflichterfüllung, Treue und unbedingter Gehorsam jedes Einzelnen.

    Erst durch den Zapfenstreich um 12 Uhr kehrte Ruhe ein in den Straßen des Städtchens.

    (Fortsetzung folgt).

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 223, 25. 9. 1933, S. 4)

  • 26. März 1933, Schulentlaßfeier der evangelischen Volksschule

    Niederstetten, 3. April. Wie reden heute so viel von der Gemeinschaft und von dem einigenden Band, das uns alle umschlingen sollte. Da ist es besonders wohltuend, wenn man auf irgend einem Gebiet - wenn auch am kleinen Platz - das Ziel verwirklicht sieht. Das war am Sonntag, 26. März, bei der Entlassungsfeier der evangelischen Volksschule Niederstetten der Fall. Seit 13 Jahren hat sich diese Feier - alljährlich wiederkehrend und in steigendem Maße begrüßt - eingebürgert, so daß man von einer wirklichen Gemeinde sprechen kann, in welcher sich Eltern, Schüler und Freunde der Schule mit den Lehrern derselben verbunden fühlen. Ueber 400 Erwachsene hatten sich neben den 150 Kindern in der Turnhalle eingefunden. Der Schulvorstand, Herr Oberlehrer Wahl, wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß man auch an einer Entlaßfeier sehen könne, was und in welchem Geist in einer Schule gearbeitet werde. Die Kleinsten, die es kaum erwarten konnten, zeigten zuerst ihre Kunst. Wie selig leuchteten ihre Augen, als sie in dem reizenden Frühlingsspiel "Der Frühling hat sich eingestellt", als Häslein und Vöglein springen und hüpfen, als Blümlein nicken, tanzen und singen durften! Wir Erwachsene selbst fühlten uns da wieder ins Kinderland zurückversetzt, wir empfanden wieder mit Kindern so rein, so unberechnet und natürlich. Die Mittelklasse führte uns ein Märchenspiel vor. Fröhlich singende Wandervögel ließen in uns die Erinnerung an die letzte Schülerwanderung in den Odenwald auftauchen. Eingeflochtene Reigen und Gesänge hörten wir zu unserer Ueberraschung erstmals von Schulflöten begleitet. Im Schulbericht erfuhren wir von der steigenden Raumnot der evangelischen Volksschule, die durch die Umschulung von Sichertshausen und den starken neueintretenden Jahrgang verursacht sei und der bald abgeholfen werden sollte. Dann gedachte der Schulvorstand auch des großen, schicksalhaften Geschehens unserer Tage, das uns eine neue, nationale Regierung gebracht. Er erinnerte daran, wie die Lehrer der Schule schon bisher ihr Ziel in der Erziehung: zum deutschen Menschen gesehen hätten. Vor 12 Jahren sei den Entlaßschülern zugerufen worden: Seid treu! Seid wahrhaftig! Seid deutsch! Seid opferbereit! Das gelte heute mehr als je. Das Wort "Gedenke, daß Du ein Deutscher bist!", das bei der nationalen Schulfeier am 18. März den Schülern mitgegeben worden ist, verpflichte zu ernstem Streben nach Verkörperung all der edlen Eigenschaften, die die bestem Deutschen im Lauf der Jahrhunderte gezeigt hätten. Unseres jetzigen Kultministers Prof. Mergenthalers Ruf an die Entlaßschüler im Sommergarten: "Ans Vaterland, ans teure schließ' dich an", sei den Schülern stets vor Augen gehalten worden. Dann stelle sich auch die rechte Vaterlandsliebe ein, aus der die Gesinnung entspringe, die notwendig sei, um die schweren Zukunftsaufgaben zu meistern. Ein Sprechchor gab in "Deutscher Glaube" von Filix [!] Fischer, unserer heißen Hoffnung auf den Wiederaufstieg unseres geliebten Vaterlandes ergreifenden Ausdruck. Dann wurde uns ein Einblick in das neue Musizieren in der Schule gegeben. Wir sahen etwa 20 Flötenspieler, die mit leuchtenden Augen ihre neue Kunst Eltern und Kameraden vorführen durften. Besonders beifällig wurde "Wilhelmus von Nassaue" aufgenommen. Es war ein schönes Bild einer Schulgemeinschaft, Schüler und Lehrer gemeinsam bei den Gesängen auf Flöten, Cello und Klavier musizieren zu sehen. Daß dieses neue Instrument, die Schulflöte, nicht nur eine Bereicherung der Schulmusik bedeutet, sondern auch Anregung zur besseren Pflege der häuslichen Musik gibt, wurde den Anwesenden klar. Die Menuette von Bach und Beethoven zeigten, daß sich auch Stücke unserer großen Musiker auf ihr darbieten lassen. Zum Schluß wurde die Apfelszene aus Schillers "Wilhelm Tell", von den Schülern des 6.-8. Schuljahres gespielt. Die starke Spannung, die bei Erwachsenen und Kindern bis zum Schluß anhielt, ließ uns die harte Knechtung der Schweizer miterleben. H. Bürgermeister Schroth dankte dann im Namen der Eltern und der Gemeinde den Herren Lehrern sowohl als auch den Schülern für den schönen Abend. Er gab letzteren Worte der Ermahnung mit auf den Lebensweg und betonte den Wert einer guten, bewußt deutschen Erziehung, im Hinblick auf die so notwendige deutsche Volksgemeinschaft. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß dieser Abend fast die gesamte Elternschaft und viele Gäste alljährlich so einträchtig vereine. Der gemeinsame Gesang des Liedes "Kein schöner Land" beschloß erst um 11 Uhr die Feier.

     (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 79, 4. 4. 1933, S. 3)

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    Wilhelmus von Nassaue
    vielleicht
    "Het Wilhelmus („Das Wilhelm[lied]“), auch Geusenhymne genannt, ist die Nationalhymne der Niederlande. Die von ihr abgeleitete Fassung De Wilhelmus („Der Wilhelm“) ist ferner die Hymne der großherzoglichen Familie des Großherzogtums Luxemburg." (Wikipedia)

  • 26. Oktober 1937. Vortrag Kreisleiter Seiz

    Niederstetten, 26. Okt. (Versammlung der NSDAP.) Zu Beginn der diesjährigen Versammlungswelle sprach Gauredner Kreisleiter Seiz-Bad Mergentheim am Sonntag abend in der Turnhalle vor zahlreich erschienenen Volksgenossen. Seine klaren, freimütigen Ausführungen wurden immer wieder von Beifall unterbrochen, und zeugten davon, wie gerade unser Kreisleiter es versteht, seine Worte so eindrucksvoll zu gestalten, daß es ein Erlebnis wird zuzuhören und wie das Interesse immer mehr sich steigert für die Leistungen und Ziele des Nationalsozialismus.

    Der Franke, 26. 10. 1937

  • 27. Dezember 1937. Weihestunde der NSDAP

    Niederstetten, 27. Dez. (Weihestunde.) Die Ortsgruppe der NSDAP. hielt dieses Jahr zum erstenmale am 23. Dezember in der Turnhalle eine Weihestunde mit Sonnwendfeier für ihre Mitglieder ab, wozu auch die Formationen eingeladen waren. Nach einer längeren Ansprache durch Ortsgruppenleiter Thomas überreichte derselbe einer Anzahl neuer Pg. ihre Mitgliedskarte und verpflichtete sie unter der Fahne auf den Führer in einem erhebend feierlichen Rahmen. Die Weihestunde wurde weiter ausgestaltet durch Chöre der gesamten HJ. und durch Vorträge von Gedichten und Worten führender Männer.

    Der Franke, 27. 12. 1937

  • 27. Januar 1930. Bericht vom Vortrag Albert Sammt

    () Niederstetten, 27. Jan. Gestern abend wiederholte Herr Bordingenieur Albert Sammt vom Zeppelinbau Friedrichshafen in der Turnhalle seinen Vortrag, über welchen wir bereits ausführlich berichtet haben. Eine glänzende Versammlung war zusammengekommen, um seinem Berichte zu lauschen, die Turnhalle war dicht gefüllt, mehr als 500 Personen waren zu zählen. Unser Ehrenbürger, Herr Fabrikant Wilhelm Bernheim aus St. Gallen, war eigens zu dieser Veranstaltung hierher gereist. Herr Stadtschultheiß Schroth begrüßte die Versammlung und verlieh dem Wunsche Ausdruck, daß sich dieser Abend im Verein mit Herrn Sammt und Hrn. Bernheim zu einem wahren Familienabend der großen Familie, der Bürgerschaft, gestalten möge. Dann begrüßte Herr Stadtschultheiß Schroth Herrn Albert Sammt. Beim Herbstfest habe dieser versprochen, Niederstetten zu überfliegen, er habe Wort gehalten. Er habe versprochen im Winter uns mit seinem Vortrag zu erfreuen, er habe wieder Wort gehalten. Diese Einlösung gegebenen Versprechens sei eines echten deutschen Mannes würdig. Deutsch seien auch die Taten, auf welche unser Landsmann stolz sein dürfe. Doch habe ihm sein Erfolg vor jedem Stolz und jeder Selbstüberhebung bewahrt. [?] an Herrn Wilhelm Bernheim richtete Herr Stadtschultheiß Schroth herzliche Worte der Begrüßung und dankte ihm für das Wohlwollen, welches er jederzeit seiner Heimatstadt bewiesen habe. Im weiteren Verlauf des Abends sprach noch Herr Max Stern. Er schilderte den Drang nach Beherrschung der Luft, welcher seit [Hunderten?] von Jahren der Menschheit inne wohne und [?] nun Wirklichkeit geworden sei. Weiter gab er seiner Freude Ausdruck, daß unser Ehrenbürger unsere Stadt nicht nur mit seinem Rat, sondern auch seiner Tat unterstütze. Als Vertreter der heimischen Presse freue er sich immer, wenn er von seinen Landsleuten Gutes und Schönes berichten dürfe. Im Schlußwort dankte Hr. Schultheiß Schroth dem Herrn Sammt für sein [herr?]lichen Vortrag. Der Männergesangverein unter der Leitung seines erprobten Dirigenten, Herrn Chormeister Fleckenstein-Mergentheim, verschönte den Abend durch [?] Gesänge. Mit dem Deutschlandlied schloß die schöne und erhebend verlaufene Veranstaltung.
    [Einige Worte im Falz nicht entzifferbar]

    Vaterlandsfreund, Nr. 22, 28. 1. 1930

  • 28. März 1930. Schlußfeier der Volksschule - Firma Friedrich Kießecker - Stadtbaumeister Baumann - Marktert'sches Anwesen

    () Niederstetten, 27. März. Am Dienstag abend beging die evangelische Volksschule in der Turnhalle ihre Schlußfeier. Der öffentlichen Einladung zufolge waren außer der fast vollzähligen evangelischen Gemeinde auch zahlreiche Vertreter der anderen beiden Konfessionen anwesend. Herr Oberlehrer Wahl entbot Schülern und Zuhörern den Willkommgruß. Er wolle an die Entlaßschüler nicht nochmals viele Mahnungen richten, durch die ganze Schulzeit hindurch hätten sie genug erhalten, welche sie, ins Leben tretend, beherzigen sollen. Der Herr Redner begrüßte die Zuhörerschaft und wies auf das notwendige Band zwischen Elternhaus und Schule hin. Schließlich beglückwünschte Herr Oberlehrer Wahl den Stadtvorstand und Gemeinderat zu dem endgültigen Beschluß ein Schulhaus zu bauen. Dann spielte sich vor den Zuhörern ein wechselreiches Programm ab. Von den Kleinsten an bis zu den Entlassungsschülern wechselten Gesang, Spiel und ernste und heitere Deklamationen. Den Höhepunkt bildete die Rezitation von Schillers Glocke in Einzelvorträgen und Sprechchören. Es ist erfreulich, daß wieder einmal ein Klassiker zu Wort kam. Die unvergängliche Schönheit des Schönsten deutschen Epos hat sich in der ausgezeichneten Wiedergabe gezeigt. — Entlaßfeiern sind keine Schulprüfungen. Und doch geben sie ein Bild des Geistes, welcher in einer Schule wohnt. Sie spiegeln das schöne Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule wieder und sind für Eltern, Lehrer und Schüler eine langanhaltende Erinnerung. Das war alles im vollsten Maße bei der Schulfeier der evang. Volksschule der Fall. Nachdem auch die katholische Volksschule auf die Stadt übergegangen ist, dürfte es sich vielleicht empfehlen, in Zukunft für beide Volksschulen und die Realschule gemeinsame Feiern abzuhalten. Am Interesse der Allgemeinheit fehlt es gewiß nicht.

    () Niederstetten, 28. März. Im hiesigen Geschäftsleben hat sich eine bedeutende Umwandlung vollzogen. Die seit 40 Jahren bestehende Firma Friedrich Kießecker hat ihre Abteilung Getreidehandel und Kunstdünger an die Fränk.-Hohenlohesche Getreideverkaufsgenossenschaft in Niederstetten verkauft. Sicherem Vernehmen nach hat Herr Stadtbaumeister Baumann das Markert'sche Anwesen in der Bahnhofstraße käuflich erworben.

    Vaterlandsfreund, Nr. 74, 29. 3. 1930

  • 29. Juli 1936. Kreisfeuerwehrtag

    Niederstetten 29. Juli. (Kreisfeuerwehrtag.) Am letzten Sonntag hielt der Bezirksfeuerwehrverband Gerabronn hier seinen Kreisfeuerwehrtag ab. Aus dem ganzen Kreise waren die Kommandanten der Ortsfeuerwehren erschienen, desgleichen größere Abteilungen der Feuerwehren Blaufelden, Bartenstein und Kirchberg; letztere mit ihrer Motorspritze. Die Tagung begann um 9 Uhr mit einer Sitzung des Ausschusses im Gasthaus zur "Post". Nach einem Vorbeimarsch der Feuerwehren vor Herrn Kreisfeuerlöschinspektor Kellermann-Gerabronn, begannen die Geräteübungen der freiwilligen Feuerwehr Niederstetten, welche durch disziplinierte Haltung u. exakte Ausführung ungeteilten Beifall der sehr zahlreichen Zuschauer erfuhr. Anschließend endigte eine Hauptübung bei einem angenommenen Brandobjekt, mit Unterstützung der Motorspritze Kirchberg, welche mit einem Hauptrohr und drei Nebenrohren arbeitete und ihr Wasser aus dem Vorbach holte. Auch für diese Uebung wurde großes Interesse gezeigt. Der Vormittag schloß mit der Vorführung einer Motorspritze durch die Magiruswerke Ulm a. D., welche abwechselnd mit Wasser und Schaum, sowie mit einem und sechs Rohren arbeitete. — Um 13 1/2 Uhr fand die Tagung in- der Turnhalle ihren Fortgang. Herr Kreisfeuerlöschinspektor Kellermann begrüßte die Anwesenden, worauf Herr Bürgermeister Schroth das Wort ergriff. Er betonte besonders auch, daß es dieses Jahr zehn Jahre seien, seit die freiw. Feuerwehr Niederstetten gegründet worden wäre und hätte die Feuerwehr im Jahre 1925 dreihundert Feuerwehrpflichtige gezählt, so wurde sie darauf auf 120 reduziert. In seinen weiteren Ausführungen berichtete Herr Bürgermeister Schroth über die Bandfälle dieser zehn Jahre, in welcher sich die freiw. Feuerwehr Niederstetten ganz hervorragend bewährt habe. Als besondere Ehrung für treue Pflichterfüllung konnte er dem Kommandanten Karl Streitberger das Verdienstkreuz überreichen. Herr Feuerlöschinspektor Kellermann erläuterte in einer längeren Ausführung die Einheitsfeuerwehr in ihrer Einteilung nach neuen Gesichtspunkten und führte als Beispiel die freiw. Feuerwehr Niederstetten an, welche schon vollständig als Einheitsfeuerwehr aufgestellt sei und ihre Uebungen in diesem Sinne heute ausgeführt habe. Bei der früheren Einteilung gab es Steiger-, Retter-, Schlauchleger-, Hydranten-, Spritzen- und Wachmannschaften, während heute jeder Feuerwehrmann an allen Geräten ausgebildet wird, um so überall eingesetzt werden zu können. Protokollführer Rühling-Gerabronn verlas die Berichte über die letzten Jahre und Kassenleiter Maurer gab Rechenschaftsbericht. Nun ergriff Obertruppmeister Müller vom Reichsluftschutzbund zu seinem Vortrag über: Luftschutz und Feuerwehr im Luftschutz, das Wort. Seine packenden Ausführungen brachten lebhaften Beifall und überzeugten die Zuhörer davon, daß der Luftschutz eine Lebensfrage für das deutsche Volk geworden ist, denn Deutschland sei das luftempfindlichste Land Europas und besonders für eine Zermürbung der Zivilbevölkerung durch Luftangriffe geeignet und darum der zivile Luftschutz, zu welchem jeder Deutsche und jede Deutsche verpflichtet sei, zum Schutze der Heimat und besonders wir auf dem Lande sind der Zerstörung der Ernährungsgrundlage ausgesetzt, denn im Ernstfalle wird jeder lebendwichtige Betrieb aus der Luft angegriffen werden. In seiner Rede erklärte Herr Müller die Kampfmittel in einem zukünftigen Kriege, besonders die Wirkungen der Brandbomben und in dieser Beziehung die Arbeit der Hausfeuerwehren und des Feuerwehrtrupps im Luftschutz. Mit einem dreifaden Sieg-Heil auf unseren Führer schloß die Tagung in der Turnhalle. — Unterdessen hatte sich vor der Turnhalle eine große Anzahl Volksgenossen versammelt, um die Luftschutzübungen unter der Leitung von Herrn Obertruppmeister Müller (Alarm, Angriff, Einsatz der Selbstschutzkräfte unter Verwendung der Luftschutzgemeinschaft), anzusehen. Die bei der Uebung eingesetzten Teilnehmer des ersten Luftschutzkurses in Niederstetten konnten hier zeigen, daß sie nicht umsonst diesen Kurs besucht hatten. Mit Gasmasken ausgerüstet, führten sie die ihnen gestellten Aufgaben bei einem angenommenen Luftangriff mit Ruhe und Sicherheit aus. Es folgte hieran noch die Vorführung von Brandsätzen und das Ablöschen eines mit leicht brennbaren Stoffen, wie Stroh und Reisig gefüllten Dachstockes, welches durch einen Brandsatz angezündet wurde. Lebhaftestes Interesse wurde allen diesen Vorführungen von Seiten der Zivilbevölkerung und der Feuerwehrleute entgegen gebracht.

    Der Franke, Nr. 174, 29. 7. 1936

  • 3. Dezember 1933. Vortrag zum Reichserbhofgesetz

    Niederstetten, 4. Dez. Kreisschulungsleiter Pg. Besser sprach am gestrigen Nachmittag [3. Dezember] in der Turnhalle über das "Erbhofgesetz". Mit größtem Interesse verfolgte der große Kreis der Zuhörer diese wichtigen Ausführungen, die Pg. Besser in allgemeinverständlicher Art zu geben verstand. Wenn auch das Gesetz für den Uebergang manche Härte mit sich bringe, trotzdem dem Erblasser im ersten Erbgang noch ziemlich freie Hand gelassen sei, so sei dessen Auswirkung in den folgenden Geschlechtern von gewaltigster Bedeutung. "Der freie Bauer auf freier Scholle" sei der Leitgedanke für dieses große Gesetz. Der wohlverdiente Dank wurde dem Redner gezollt.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 284, 5. 12. 1933, S. 4)

  • 3. Februar 1938. Altenfeier - Selbstmordversuch eines jungen Mannes

    Niederstetten, 3. Febr. (Altenfeier). Die Stadtverwaltung hat die hiesigen "Alten", d. h. Einwohner, die 70 und mehr alt sind, am vergangenen Sonntag nachmittag in die Turnhalle zu einer Altenfeier eingeladen. Bürgermeister Weber konnte trotz des schlechten Wetters von 93 "Alten" 60 mit ihren Angehörigen begrüßen. Der BdM. führte ein leicht verständliches Theaterstück vor und verschönte die Feier mit Volkstänzen, während Frl. Huß mit ihren Harmonikaspielern den musikalischen Teil übernommen hatte. Zur Betreuung der "Alten" war die NS.-Frauenschaft da. Auch für das leibliche Wohl hatte die Stadtverwaltung gut gesorgt: Kaffee, Kuchen, Wein, Zigarren. Man schied voneinander mit dem Gedanken, daß es schön war und daß man bei der nächsten Altenfeier wieder dabei sein. will.  Am vergangenen Dienstag hat sich bei der Haltestelle im nahen Vorbachzimmern ein hier beschäftigter junger Mann vor die Lokomotive eines Personenzuges geworfen, um Selbstmord zu verüben. Er wurde jedoch lediglich am Fuß schwer verletzt.

    Der Franke, 4. 2. 1938

  • 3. März 1931. Sparvorschlag Abschaffung kleine Real- und Lateinschulen - Konzert des Stadtorchesters Mergentheim

    () Niederstetten 3. März. Zu den von der Landbevölkerung mit größter Entrüstung aufgenommenen Sparvorschlägen des Herrn Sparkommissars gehört die vorgeschlagene Aufhebung einer großen Reihe von kleinen Real- und Lateinschulen auf dem Lande. Ein großer Teil dieser Schulen verdankt ihr Entstehen privater Initiative, es war der Drang nach Wissen und Bildung auf dem Lande vorhanden und das Land strebte darnach, mit den Städtern auf eine Bildungsstufe zu kommen, damit der Städter den Landbewohner nicht wie früher als „Dummen Bauern“ ansehen möge. Der Besuch dieser Schulen war immer gut. Handwerker, Landwirte, Beamte, kurz alle Bevölkerungskreise schickten ihre Kinder in viele Schulen. Die Schulen wurden meistens von den Gemeinden übernommen, welche sie auch bis heute noch unterhalten. Der Staat trägt nur 40 Prozent am Lehrergehalt. Die Folgen der Einrichtung dieser Schulen waren ausgezeichnete. Der Durchschnittsbildungsstand der Landeinwohner wurde gehoben und bot eine gute Grundlage für das Verständnis der deutschen Literatur, der Geschichte, der Naturwissenschaften, letzteres besonders durch den Unterricht in Physik und Chemie. Denn diese Fächer bilden die Grundlage für das Verständnis der modernen, technischen Kultur. Die gehobene Bildung führte durch den Sprachunterricht auch in das Geistesleben anderer Völker. Dabei hat das Land keineswegs den Zudrang zu den Universitäten besonders gesteigert. Die meisten Schüler gehörten dem Mittelstand an, ihre Eltern konnten das nötige Geld für das Abitur an auswärtigen Schulen und das folgende Universitätsstudium nicht aufbringen. Sie wollten ihren Söhnen lediglich eine gute Bildungsgrundlage schaffen und gaben sie dann in bürgerliche Berufe oder den mittleren Beamtenstand. Immerhin konnte ein kleiner Prozentsatz auch studieren und sich den freien Berufen oder dem höheren Beamtenstand zuwenden. Aber den meisten der letztgenannten Gruppe wäre das Studium unmöglich gewesen, wenn sie nicht die ersten drei oder vier Klassen der Real bezw. Lateinschule ohne gewisse Kosten hätten besuchen können. Dies soll nun alles mit einem Male aufhören. Die kleinen Real- und Lateinschulen sollen aufgehoben werden. Die erste schlimme Folge wäre eine geistige Verarmung des Landes. Wie die kleinen Realschulen einen geistigen Fortschritt brachten, so wäre bei ihrer Aufhebung der geistige Rückschritt unausbleiblich. Es wäre den Bauern u. Gewerbetreibenden, sowie den niederbesoldeten Beamten schon unmöglich, ihren Kindern eine gehobene Bildung zukommen zu lassen, geschweige denn, ihre Kinder studieren zu lassen. Die Landbevölkerung ist als Steuerquelle gewiß nicht zu verachten. Wenn wir ab und zu lesen, was der Staat auf jeden Tübinger Studenten oder jeden Studenten an der Technischen Hochschule zubezahlt, dann wissen wir auch, daß die Landbevölkerung ihr wohlgerüttelt Maß daran bezahlt. Die Landbevölkerung bezahlt an Kulturaufgaben, welche ihr in nichts zu gute kommen wie z. B. an dem Landestheater in Stuttgart. Das alles muß sein. Aber es muß auch sein, daß der Landbevölkerung ihre geistigen Güter gewahrt bleiben und daß nicht durch Sparmaßnahmen Bildung, Studium und Beamtenstellen noch mehr als bisher ein Privilegium der Stadtbevölkerung werden. Zudem würde eine Aufhebung einer kleinen Realschule keine Ersparnis, sondern eine große wirtschaftliche Mehrausgabe, eine neue Last für die Landbevölkerung bedeuten, wenn sie ihren Kindern doch eine höhere Bildung zu Teil werden lassen wollten. Eine Realschule mit etwa dreißig Schülern bedeutet im Durchschnitt für eine Landgemeinde eine Etatausgabe von etwa 5000 M. Müßten nun diese 30 Schüler vielleicht nach einer 40 Kilometer entfernten Schule täglich mit der Bahn fahren und dort sich verpflegen, so bedeutet dies für jeden Schüler einen Mindestaufwand von 700 M jährlich, es wäre also ein Gesamtaufwand von 21 000 M vorhanden. Dann wäre noch folgender Umstand zu beachten: Das Kind eines Bauern kann wohl täglich drei oder vier oder fünf Kilometer nach dem Ort einer kleinen Realschule und heimwärts zurücklegen. Es kann aber nicht diesen Weg machen und noch 40 Kilometer weit fahren, weil es, um zu den Frühzügen zu kommen, fast mitten in der Nacht aufstehen müßte und spät abends erst wieder heimkäme. Die Aufhebung der kleinen Real- und Lateinschulen auf dem Lande ist daher gleichbedeutend mit dem Ausschluß des größten Teiles der Landbevölkerung von einer gehobenen Bildung. Auch die Stadtbevölkerung wird diese Benachteiligung des Landes nicht wünschen. Hoffentlich läßt die Regierung daher diese Anregung des Sparkommissars von vornherein unter den Tisch fallen und bemüht nicht erst den Landtag damit. Ein Landtag aber, welcher einer derartigen Maßnahme zustimmen würde, hätte sich die Sympathien der Ländbevölkerung aller Stände dauernd verscherzt.

    () Niederstetten, 3. März. Kommenden Sonntag findet ein Konzert des Stadtorchesters Mergentheim in der Turnhalle statt; Stabführung Herr Fleckenstein. Schon der Name des Dirigenten bürgt für ein sorgfältig ausgewähltes Programm und für künstlerisch hochstehende Musik. Sowohl die Einwohner unserer Stadt als auch der Umgebung mögen sich diese gute Gelegenheit zu einem seltenen künstlerischen Genuß nicht entgehen lassen.

    Vaterlandsfreund, Nr. 52, 4. 3. 1931

  • 31. März 1938. Schulschlußfeier

    Niederstetten, 31. März. (Schulschlußfeier). Einen wohlgelungenen und gut besuchten Schüler- und Elternabend veranstaltete gestern abend die deutsche Volks- und Realschule im Rahmen einer Schulschlußfeier in der Turnhalle. Nach einer Begrüßungsansprache durch Schulvorstand, Oberlehrer Gerheiser, brachten die Schüler das Spiel zur Schulentlassung "Wir geloben" in feierlicher Art zur Aufführung und das in eindringlicher Weise zu den Anwesenden sprach. Im Namen der Stadtverwaltung überreichte Bürgermeister Weber jedem der zur Schulentlassung kommenden Knaben und Mädchen mit herzlichen Worten einen Ahnenpaß. Im zweiten Teil des Abends wurde ein Spiel "Die Gänsehirtin am Brunnen" gezeigt, welches ebenfalls lebhaften Beifall hervorrief. Umrahmt und angenehm unterbrochen wurden die Darbietungen durch exakt vorgetragene Musikstücke des Harmonika-Klubs unter der Leitung von Musiklehrerin Frl. K. Huß. Ebenso fanden die Schülerchöre, welche von Hauptlehrer Huß dirigiert. wurden, starke Beachtung. Studienrat Maier schloß den eindrucksvollen Abend und dankte allen Lehrern und Schülern für ihre Mitwirkung am Gelingen der Feier.

    Der Franke, 1. 4. 1938

  • 4. März 1930. Maskenball des Turnvereins - Geistliche Abendmusik

    () Niederstetten, 4. März. In der Turnhalle fanden die Fastnachtsveranstaltungen ihre Bekrönung durch einen Maskenball des Turnvereins, es war zugleich der Schluß. Auf der närrischen Fahnenweihe wurde geturnt und auch von den Turnerinnen ein temperamentvoller Tanz aufgeführt. Eine große Wahl wirklich schöner Masken brachte die närrische Note in den herrlich geschmückten Saal. Getanzt wurde viel und lange und in den Sekt- und Likörbuden war Gelegenheit zu beschaulicher Ruhe geboten, kein Wunder, daß die Alten den Jungen oft mit gutem Beispiel vorangingen. Alles in allem, es war sehr schön.

    () Niederstetten, 4. März. Eine ernste gesangliche und musikalische Weihestunde bot gestern nachmittag der ev. Kirchenchor unter Mitwirkung hiesiger und auswärtiger musikalischer Kräfte mit einer geistlichen Abendmusik in der evangelischen Stadtpfarrkirche zu St. Jakob. Es ist fast selbstverständlich, daß der Klassiker der Kirchenmusik und besonders der Orgel, Johann Sebastian Bach einen hervorragenden Platz eingeräumt erhielt und daß mit ihm (Organo pleno Es-Dur) das Programm eingeleitet wurde. Auch im geistlichen Lied war Bach vertreten. Das Streichquartett spielte Mozart (Ave verum) und Corelli (Adagio). Der Kirchenchor sang geistliche Kompositionen verschiedener Klassiker. Der evangelische Kirchenchor unter Leitung des Herrn Oberlehrer Wahl zeigte sich von. seiner besten Seite. Harmonischer Zusammenklang der Stimmen, verbunden mit Stimmfestigkeit und guter Aussprache verhalfen ihm zu einem m a Erfolg. Die Instrumentalmusik wurde von den Herren Oberlehrer Wahl (Orgel), Stadtpfarrer Umfried-Niederstetten, Hauptlehrer Hauff-Herrenzimmern und Hauptlehrer Eßlinger-Adolzhausen vorgetragen — ohne zu übertreiben — meisterhaft. Gesang und Instrumentalmusik hinterließen eine tiefe Wirkung auf die Zuhörerschaft.

    Vaterlandsfreund, Nr. 53, 5. 3. 1930

  • 4. November 1933, Wahlveranstaltung der NSDAP für Landwirte

    Niederstetten, 10. Nov. Am vergangenen Samstag [4. November] hat die Ortsgruppe [der NSDAP] zu einer Wahlkundgebung in der Turnhalle aufgerufen, die besonders für die Landwirte gedacht war. Als Redner waren darum auch Pg. Landwirt Schühle-Wolfenbrück gewonnen. Der Besuch gerade von seiten der Landwirte, war derart gering, daß man annehmen mußte, die hiesige bäuerliche Bevölkerung hat den neuen Zeitgeist noch nicht erfaßt. Was besonders deutlich vom Ortsgruppenführer, Pg. Thomas, wie auch vom Hauptredner, der doch zu seinen Standesgenossen sprechen wollte, zum Ausdruck gebracht wurde. Beide waren der Auffassung, daß dieses Verhalten ein Einzelfall bleiben möge. Die Ausführungen des Redners fanden begeisterte Zustimmung. Er befaßte sich in der Hauptsache mit der Abstimmung am 12. November und warum mit "Ja", um kein Volks- und Vaterlandsverräter zu werden.

    (Der Franke, Gerabronn, Nr. 264, 11. 11. 1933, S. 3)

  • 5. Februar 1934. Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe der NSDAP. Konzertbericht

    Niederstetten, 5. Febr. (Konzert der Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe Niederstetten.) Die neugegründete Kreismusikkapelle veranstaltete am Sonntag in der Turnhalle unter Leitung von Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, ihr erstes Konzert. Das Konzert nahm mit militärischer Pünktlichkeit seinen Anfang mit drei flott gespielten Märschen. Die in das Programm eingeflochtenen Gesangsvorträge des Männergesangvereins Niederstetten, ebenfalls unter der bewährten Leitung seines Chormeisters Fleckenstein, weiteten das Konzert zu einem vollen Erfolge aus, was sich auch äußerlich durch den spontanen Beifall, den die Vortragenden erzielten und durch die wiederholten Hervorrufe, auswies. Ortsgruppenleiter Fr. Thomas begrüßte in einer Ansprache die seiner Einladung so überaus zahlreich gefolgten Volks- und Parteigenossen und deutete darauf hin, wie die Kreismusikkapelle entstanden sei aus der Sturmkapelle Oberstetten, zum Danke für ihre geleistete Arbeit in den Kampfjahren, auf besonderen Wunsch des stellv. Gauleiters Schmidt. Zum Gedenken des ersten Jahrestages der Machtübernahme der nationalsozialistischen Bewegung sangen die Anwesenden das Deutschland- und das Horst Wessel-Lied. Den Besuchern des Konzertes, besonders auch den vielen Gästen aus nah und fern, wird der Abend lange Zeit in Erinnerung bleiben und gerne werden sie den ferneren Einladungen zu Konzertbesuchen der Kreismusikkapelle Folge leisten. Als letzte Programmnummer folgte eine Tanzunterhaltung. Auch hier bewies die Kapelle ihr Können und lud damit zahlreiche Tanzlustige zu längerem Verweilen ein.

    Der Franke, Nr. 30, 6. 2. 1934

  • 5. Oktober 1931. Bericht vom Herbstfest

    () Niederstetten, 5. Okt. Das herrlichste Wetter war unserem Herbstfest beschieden. Da war es fast selbstverständlich, daß nicht nur der Niederstettener feierte, sondern daß ein großer Fremdenzuzug unsere Stadt belebte. Den Festzug, an welchem der Gemeinderat und alle Vereine teilnahmen, belebte die farbenprächtige Gruppe der Winzer und Winzerinnen und auch die „Fünfziger“ gingen als Ehrengäste mit dem Festzuge. Die Stadtkapelle (Rummler) spielte flott voraus. Auf dem Festplatz entbot Herr Bürgermeister Schroth den Willkommgruß der Stadt und der Vereine. Er wies auch auf das wachsende Heimatsgefühl hin und begrüßte damit die zum Fünfzigertag eingetroffenen zahlreichen Gäste. Es sei heute wohl keine Zeit Feste zu halten. Das Heimatsfest soll ein kein rauschendes Fest sein. Es soll alle Jahre den Abschluß der landwirtschaftlichen Arbeiten und auch der Arbeit in den Vereinen darstellen. Es sei heute kein Anlaß zu verzweifeln. Auch vor hundert Jahren waren schlimme, oft sogar noch schlimmere Zeiten als heute. Das Herbstfest soll nun alle Jahre die Einigkeit der Konfessionen und der Berufsstände in unserer Stadt bezeugen. Wenn wir an dieser Einigkeit festhalten, dann wird es uns gelingen uns und unsere Stadt in diesen gefahrvollen Zeiten durch [Textverlust] Weisen. Dann traten die Winzer zum Tanze an. Auch wer den Winzertanz schon ein- oder mehreremale gesehen hatte, war begeistert von dessen schöner Durchführung. Mit Eintritt der Nacht erstrahlte Schloß und Schloßberg in magischer Beleuchtung. Zum Festball vermochte die große Turnhalle kaum die große Zahl der Besucher zu fassen. So nahm das Fest in allen Teilen einen schönen und einträchtigen Verlauf.

    Vaterlandsfreund, Nr. 233, 6. 10. 1931

  • 6. Januar 1939. Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 6. Jan. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren). Am 31. Dezember 1938 fand die traditionell gewordene "Silvestersitzung" der Ratsherren statt. Aus den Beratungen entnehmen wir: Als Nachfolger für den verstorbenen Waagmeister L. Dod wird Georg Meider, Schreinermeister und als stellv. Waagmeister Eugen Dod, Malermeister, bestimmt. — Dem Feldschützen Nägele, der jetzt 72 Jahre alt wird, wird auf 31. März 1939 gekündigt. Ueber die Besetzung der Feldschützenstelle wird später beschlossen. — Die Stadtbaumeisterstelle soll wieder neu besetzt werden. — Infolge eingetretener Umstände wird die Besetzung dieser Stelle bis zu einer der nächsten Beratungen verschoben. — Der Bürgermeister berichtet, daß der diesjährige Roßmarkt am 19. Januar fällig ist. Nachdem die hies. Stadtgemeinde noch im 15 Klm.-Umkreis von verseuchten Gehöften liegt, ist zur Abhaltung des Marktes die Genehmigung des Herrn Innenministers notwendig. Es ist zu hoffen, nachdem die Seuche allerorts zum Erlöschen kommt, daß die Genehmigung erteilt wird, damit die seit 1 ¼ Jahren ausgefallenen Märkte wieder stattfinden können. — Durch den Bau von verschiedenen Einfamilienhäusern in den Burgäckern ist die Erweiterung der Wasserleitung notwendig. Die Weiterführung der Wasserleitung wird beschlossen. Der Bürgermeister wird zunächst mit den Beteiligten verhandeln und einen Kostenvoranschlag fertigen lassen, — Die Zahl der Juden in hiesiger Stadtgemeinde ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine große (60). In letzter Zeit konnte beobachtet werden, daß Verwandte der hiesigen Juden hier Wohnung nehmen wollen. Mit Zustimmung der Beigeordneten und Ratsherren faßt der Bürgermeister die Entschließung: Der Zuzug von Juden in hies. Stadtgemeinde ist mit sofortiger Wirkung verboten. — Bisher wurden von den Formationen für die Benützung der alten Schule pro Abend eine Gebühr von 50 Pfennig erhoben. Diese Gebühr fällt mit sofortiger Wirkung weg. — Auch in diesem Jahr soll Ende Januar eine Altenfeier stattfinden. Die Feier wird in der Turnhalle abgehalten. Eingeladen werden hiezu die hiesigen Einwohner, welche am Tage der Feier 70 Jahre und älter sind. -— Anschließend verschiedene Verwaltungsangelegenheiten und Kenntnisnahmen.

    Der Franke, 6. 1. 1939

  • 7. Januar 1932. Weihnachtsfeier des Kriegervereins

    () Niederstetten, 7. Jan. Trotz der raschen Aufeinanderfolge der vielen Veranstaltungen, war doch gestern die Weihnachtsfeier des Kriegervereins sehr gut besucht. Die Turnhalle war wieder voll besetzt. Das zeigt, daß der Kriegerverein unter Wahrung bester vaterländischer Tradition bei Vermeidung aller Politik alle Kreise unserer Einwohnerschaft in sich vereinigt. Die Stadtkapelle (Schmidt) leitete mit einem Marsch „Hurra! Du deutsche Fahne“ den Abend wirkungsvoll ein und hatte weiterhin durch flottes Spiel ihren wohlgemessenen Anteil an dem Erfolg der Feier. Herr Vorstand R. Knenlein sprach einige Worte der Begrüßung und verlas dann eine Neujahrskundgebung des Präsidiums des Württ. Kriegerbundes. Das Präsidium wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit aller Deutschen gegenüber den unerhörten Forderungen unserer ehemaligen Kriegsgegner hin. Im Anschluß daran wurden folgende Ehrungen bekanntgegeben: Es erhielten vom Präsidium des Württ. Kriegerbundes für 25jährige Mitgliedschaft den Ehrenschild nebst Urkunde die Herren: Alois Burkert, Friedrich Ehrle, Johann Steinmetz, Johann Schmidt, Schuhmachermeister, Christian Rupp, Karl Wild sr. Ferner wurde Herr Karl Wild sr. für über 30jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Vom Bürgermeisteramt waren Einzeichnungslisten dem Verein überlassen, in welchen die Unterzeichner einer Resolution in Bezug auf die Abrüstungsfrage volle Gleichberechtigung für Deutschland verlangten. Die Listen fanden sehr viele Unterschriften. Den Hauptteil der Vortragsfolge bildeten zwei lustige Einakter. In dem ersten Einakter „Besetzt“ führt die dreifache Vermietung eines möblierten Zimmers zu recht heiklen Situationen. Aber die Darsteller verstanden es mit Humor und Zartgefühl das Stück zu geben. Dies war auch bei dem zweiten Stück „Das Geburtstagspaket“ der Fall, welches allen Vätern und Müttern aus der Seele gesprochen ist, welche jahraus, jahrein Pakete an ihre Kinder in der Fremde senden müssen. Also alle Darsteller verdienen volles Lob. Gut war auch die Szenerie, vorzüglich die Masken, welche der Meisterschaft des Herrn Friseurmeisters Karl Wild ihre Ausführung verdanken. Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Eine reich ausgestattete Lotterie wurde abgehalten. Die ganze Zuhörerschaft war von Anfang bis zum Ende in bester Stimmung. Diese hielt auch bei dem folgenden Ball an. Der Kriegerverein, seine Mitglieder und seine Freunde können mit dem Verlauf des gestrigen Abends zufrieden sein.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 5, 8. 1. 1932)

  • 7. Januar 1937. Kameradschaftsabend der Kriegerkameradschaft

    Niederstetten, 7. Jan. (Kameradschaftsabend). Als letzte der Vereinsfeiern um die Jahreswende veranstaltete die Kriegerkameradschaft Niederstetten am Mittwoch Abend in der vollbesetzten Turnhalle einen Kameradschaftsabend. Der Abend wurde durch einen flotten Marsch der Kapelle Rummler und ein Handharmonika-Duett von O. Schmitt und Kriemhilde Huß eröffnet. Kreisführer Knenlein begrüßte die Kameraden und Gäste mit herzlichen Worten. Die Spielschar des Sportvereins brachte nochmals das Volksstück "Der Eisenhof", welches in der Sportvereinsfeier schon zur Aufführung gelangte. Ein humoristischer Einakter folgte nach dem Losverkauf für die Gabenverlosung und eine Tanzunterhaltung beschloß den, von wahrem kameradschaftlichen Geiste getragenen Abend. — Mit dem Schulbeginn konnte wegen heftigen Auftretens der Masern noch nicht begonnen werden, welche selbst bei der schulentlassenen Jugend nicht Halt machen. — Im Jahre 1936 wurden in der Gemeinde 20 Kinder geboren, 9 Ehen geschlossen und 26 Personen sind gestorben.

    Der Franke, 8. 1. 1937

    Renker, Felix: Der Eisenhof. Mühlhausen: Danner [1928]. 64 S. (Danner's Mehrakter. 141)

  • 8. November 1938. Konzert des Handharmonika-Spielrings "Hohenlohe"

    Niederstetten, 8. Nov. Der Handharmonika-Spielring "Hohenlohe" unter Leitung der Handharmonikalehrerin Fräulein Kriemhild Huß, trat Sonntag abend in der Turnhalle wiederum mit einem Konzert vor die Oeffentlichkeit. Dem Konzert war in Bezug auf seine Vortragsfolge wie auch hinsichtlich des Besuchs ein voller Erfolg beschieden. Besonderen Beifall fanden die volkstümlichen Orchesterstücke. Als Solistin zeigte Frl. Huß ihr großes Können. Zweifellos hatte der Werbegedanken dieses Konzerts, der doch darin liegt, die Handharmonikamusik zu guter Haus- und Volksmusik zu machen, bei solch erlesenem Programm sein Ziel voll und ganz erreicht. An dem begeisterten Mitgehen der Spielschar und der Zuhörer kann man feststellen, daß die Handharmonikamusik sich schon einen großen Interessentenkreis erobert hat, für den die instrumentalen Klänge die Lieblingsmusik wurde. Fräulein Huß hat sich eine große und schöne Aufgabe gestellt, wenn sie als Handharmonikalehrerin für die Verbreitung dieser Musik Sorge trägt. Wir wünschen dieser Arbeit und dem Spielring "Hohenlohe" für seine späteren Konzerte weiteren Erfolg.

    Der Franke, 8. 11. 1938

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