Turnverein
Turnverein
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Braun, geb. Braun, Klara
Geb. 9. 3. 1892 in Niederstetten
Hausfrau
Mitglied im Turnverein
Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
Ehemann: Braun, Hirsch gen. Hermann, geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
Kinder:
Betty verh. Abraham, geb. 26. 8. 1921
Auwanderung: 1. 5. 1940, USA
Gest. 8. 1. 1957 in New York
"Heutige Anschrift" [ca. 1960]: "Witwer" Hermann BraunQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-151 ff.
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Braun, Hirsch gen. Hermann
Geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
Kaufmann
Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
Ehefrau: Clara geb. Braun, geb. 9. 3. 1895, gest. 1. 1959 in USA
Eltern:
Baruch Braun, geb. 24. 3. 1839, gest. 1919, fr. Metzger in Niederstetten
Luise Adler, geb. 10. 2. 1854 in Gosemannsdorf, gest. 1938
Kinder:
Betty, geb. 26. 8. 1921. Seit 1943 mit Julius Abraham, Kaufmann in New York 33, 186th Street verheiratet u. dort wohnhaft.
Teilnehmer Erster Weltkrieg. EK II
Vereine: Turnverein u. Gesangverein
Verhaftet Herbst 1937 KZ Welzheim 10 Tage. Nov. 1838 KZ Dachau 3 Wochen.
Auswanderung mit Ehefrau Mai 1940 in die USA
"Von 10. 11. - 25. 11. 1938 KL Welzheim
- 30. 12. 1939 KL Dachau
H. gab an, daß er anläßtlich des Judenpgroms am 25. 3. 1933 auf dem Rathaus in Niederstetten mit Stahlruten derart mißhandelt worden sei, daß ihm fast sämtliche Adern geplatzt seien. Seit dieser Zeit Nervenleiden und hoher Blutdruck"
"Inhaber einer Fellhandlung in Niederstetten. Aufgabe des Geschäfts im Jahre 1938 aus rassischen Gründen. Jährl. durchschnittliches Bruttoeinkommen ca. 6500 RM. In USA Verdienst (nach eigenen Angaben): 1951 3580 $, 1954 4238 4, 1956 4819 $ u. 1957 4710 $"
Wohnhaus Gebäude Nr. 237 in der langen Straße 105 qm 2 Stock Wohnhaus Brandversicheurngswert 9000 Rm. Steuerwert: 7200 RM
Verkauf Frühjahr 1939 an Bahnwärter Köhler, Niederstetten, jetzt in Igersheim um 6500 RM verkauft. Am 9. 4. 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
"Genaue Auskunft über die Familie Hermann Braun kann Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 geben. Sie war bei Braun Hausangstellte von 1920 bis 1940. Sie hat die ganze Schicksalszeit persönlich miterlebt.
Hermann Braun war besonders tüchtiger Kaufmann u. gewandter Fellhändler. Er machte große Umsätze. Er war als Fellhändler und auch menschlich mit den Bürgern der Gemeinde nicht so verbunden wie sein Schwiegervater Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet, wie auch seine Fa. [?] Seine Fellhandlung betrieb er auf eigene Rechnung.
Er ist am 1. 5. 1940 nach New York USA ausgewandert u. lebt jetzt noch dort.
Seine Ehefrau ist am 7. 1. 1959 in New York gestorben."
Adresse: Hermann Braun, 506 West 186 th Street, New York 33, N.Y.Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-156 ff.
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Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Kahn, Max
Geb. 22. 11. 1895 in Niederstetten
Metzger
Heirat: 2. 8. 1926 in Niederstetten
Ehefrau: Johanna geb. Hänlein, geb. 2. 12. 1905 in Pappenheim
Kinder:
Siegbert, geb. 9. 8. 1927 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Gertrud, geb. 28. 4. 1933 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Deportiert mit Familie 27. 11. 1941 nach Riga
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb in Niederstetten eine Metzgerei mit einem Jahreseinkommen von RM 2500.- Geschäft ging seit April 1933 stark zurück und wurde Ende 1935 eingestellt. Lebte bis zur Deportation vom Vermögen."
Wohnhaus mit Metzgerei u. Scheuer Nr. 13 Bahnhofstraße. 2 a 50qm. Brandversicherungswert 7500 RM. Steuerwert 6000 RM
14. 7. 1939 an Malermeister Wilhelm Dod in Niederstetten um 7000 RM verkauft. Nach dem Rückerstattungsgesetz ist ein Vergleich hierüber mit den Erben Steven Siegfried Kahn erfolgt.
"Laut Auskunft von Maria Dinkel hat Kahn schon ab 1935 nicht mehr geschlachtet, sondern hat als Taglöhner bei der Stadtgemeinde gearbeitet, um leben zu können."
"Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 und die Nachbarn der Familie Max Kahn Wilhelm Friedrich, Schuhmachermeister; Otto Baumann, Baumeister u. Messerschmied [Heinrich] Schönemann können erforderlichenfalls Auskünfte geben.
Schon die Eltern Seligmann Kahn, Eheleute, die beide gestorben sind, haben diese Metzgerei betrieben. Auf den Tod des Vaters 1908 übernahm die Witwe u. Mutter mit dem Sohn den Betrieb u. führten ihn bis 1926. Von da ab übernahm der Sohn Max Kahn mit seiner Frau denselben. Max war ein fleißiger und geachteter Mann, wie auch seine Frau. Er hat den Metzgergeruf erlernt u. hat sich wirtschaftlich so viel er konnte, sich erhalten. Da Niederstetten damals durchschnittlich 6-7 Metzgereien hatte, hatte Kahn schwer zu tun, sich durchzusetzen. Es blieb deshalb das Geschäft klein u. [schlecht lesbare Passage}. Das Verhältnis zu den Mitbürgern war gut."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-205ff.
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Kirchheimer, Max
Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
Textilkaufmann
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Kinder:
Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
Mitglied Turnverein, Gesangverein
12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245
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Neuburger, Fritz
Geb. 4. 5. 1894 in Buttenwiesen
Metzger
Heirat:
1. Betty geb. Braun, 5. 9. 1894 - 2. 6. 1921 in Nürnberg
2. Cerry geb. Adler, 22. 6. 1922 in Goßmannsdorf, geb. 10. 1. 1894
Kinder:
Sigmund, geb. 17. 2. 1921
Martin, geb. 18. 9. 1923
Auswanderung 6. 3. 1935 New York
Mitglied Turnverein
Mißhandelt 25. 3. 1933Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-306 ff.
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Reis, Otto
Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat:
28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
Kinder:
Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
"Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.
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Schloßberger, Leopold
Geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
Viehhändler
Mitgliedschaft: Gesangverein u. Turnverein
Mißhandelt 25. 3. 1933
9. 11. - 29. 11. 1938 Schutzhaft in Mergentheim u. Dachau
Heirat: 15. 5. 1941
Ehefrau: Emma Schlossberger, geb. Moos, geb. 23. 6. 1906
Auswanderung 1938 oder 1940 nach New York
Gest. 24. 3. 1958 in New York
Witwe: Emma Schlossberger, 530 W 163 rd. Str. New York 32, NY
"Den von ihm betriebenen Viehhandel in Niederstetten musste er aus Gründen der Rasse 1938 aufgeben.
Vorverfolgungseinkommen ca. 2000 RM.
USA: Arbeiter (Packer) bei verschiedenen Firmen in New York. Verdienst zwischen 10 u. 20 Dollar wöchentlich.
Seit 56 völlig arbeitslos. Wurde von seiner Frau unterhalten."
Wirtschaftliche Verhältnisse nach Berufsverbot: ganz darniederliegend.
"Leopold Schloßberger ist der Sohn des Viehhändlers Julius Schloßberger. Er war ledig u. betrieb auf eigene Rechnung einen Viehhandel. Er hat als Viehhändler bei seinem Vater gelernt. Er war klein von Gestalt. Aber gewandt im Handel. Seine Handelsart hat bei den Bauern, von denen er Vieh in der Umgebung hier kaufte, oftmals Kritik u. Mißfallen hervorgerufen. Er war trotzdem geachtet u. hat hier ein gutes Ansehen genossen. Hermann Emmert, Küfer u. Weinhändler hier hat ihn gut gekannt u. kann, falls nötig weitere Aussagen machen. Ebenso Marie Dinkel, als Rentnerin Frickentalstraße 6, hier.
Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet u. auch sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern. Er ist, nachdem der Viehhandel nach 1933 immer weniger wurde, im Jahre 1938 nach U.S.A. augewandert."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-410 ff.
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Stern, Max
Geb. 18. 5. 1878 in Niederstetten
Kaufmann
Gemeinderat
Heirat: 1. 6. 1906 in Michelbach/Lücke
Gest. 10. 12. 1943 in New York
Ehefrau: Rosa geb. Landauer, geb. in Michelbach/Lücke 13. 6. 1878
Kinder:
Theodor, geb. 7. 4. 1907 in Niederstetten
Justin, 3. 5. 1908 in Niederstetten
Bruno, 17. 3. 1912 in Niederstetten
Auswanderung 28. 11. 1938 mit Ehefrau nach USA
Mitgliedschaften: Gesangverein und Turnverein
Adresse der Witwe 1964: 155 Aubudon Avenue, New York, N.Y.
"Herr Stern betrieb in Niederstetten in Geschäft in Häute, Leder u. Farbwaren. Das Jahreseinkommen wird mit ca. 4 - 5000.- RM angegeben.
Laut Schreiben des Bürgermeisteramts Niederstetten vom 4. 7. 1955 (/36) erhielt jedoch Max Stern schon vor 1933 und auch nachhher Unterstützungen seitens einer jüdischen Wohlfahrtsorganisation. Sein Einkommen war demnach gering."
Besitzer einer Warenhandlung (Essig, Colonialwaren und Felle.)
Verkauf am 6. 10. 1938 an Albert Kleinhanß, Sattlermeister in Niederstetten um 5.500 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich 3. 8. 1950 erfolgt.
Wirtschaftliche Verhältnisse: ganz schlecht und darniederliegend.
"Herr Albert Kleinhanß, Sattlermeister hier, kann als Nachbar und Käufer der Gebäude, falls nötig, weitere Aussagen machen.
Max Stern war als kaufmännisch ausgebildeter u. intelligenter Mann eine allgemein geachtete und angesehene Persönlichkeit. Er bekleidete bis zur nationalsozialistischen Erhebung das Amt eines Gemeinderats der Stadt Niederstetten.
Sein Geschäft war mittlerenm Umfangs. Er verkaufte im Laden Essig, Petroleum, Benzin, Gewürze, Zigarren u. a., sodann hatte er eine Fellfalzerei im Hintergebäude eingerichtet. Ferner hat er sich auch schriftstellerisch bestätigt. Sein Verhältnis zu seinen Mitbürgern war gut.
Nach seiner Auswanderung nach New-York ist er im Jahre 1960 dort verstorben.
Die Witwe Stern lebt heute noch dort."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-449 ff.
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